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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Idee -> Kapital -> Tretmühle


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Autor: Stillstand (Gast)
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Es soll ja vorkommen, dass man manchmal eine Idee hat, die man 
vielleicht vermarkte könnte. Manchmal ist die Realisierung zu viel 
Aufwand, um sie selbst zu stemmen. Nun gibt es Fördermittel, Investoren 
usw., die Zuschüsse und Risikokapital bieten, um Mitarbeiter zu 
bezahlen, die das mit umsetzen.

Wie geht man ein solches Projekt an ohne in der Fördermitteltretmühle zu 
landen?

Häufig muss man sich bei mehreren Förderern bewerben um irgendwo 
genommen zu werden. Meist ist die Zusage mit viele Overhead verbunden. 
Man muss Gender-/Gleichstellungsaspekte usw. als Projektgrundlage haben 
etc. Von der eigentlichen Idee bleibt nicht mehr viel übrig. Das Projekt 
passt sich den Träumen des Staates an. Ziele der Förderung sind meist 
ein Businessplan zu erstellen. Dabei sind häufig Statusberichte, 
Powerpoint-Präsentationen, Mockups, Teambildung, 
Work-Live-Balance-Konzepte, Ausblicke, Visionen, Marktanalysen, 
Marketingkonzepte usw. gefordert. Das was aber völlig in den Hintergrund 
tritt, ist das eigentlich Produkt. Übrig bleibt viel buntes Papier nie 
gelebter Träume.

Private Investoren verlangen oft viel Vorarbeit und sind risikoscheu. 
Wenn es doch klappt, dann wird man zum besseren Praktikanten degradiert, 
der seine Idee umsetzt. Das Unternehmen macht das Geld und man selbst 
geht leer aus. Oft werden viele Anforderungen durch den Kapitalgeber 
aufgedrückt: "Im Prinzip wollen wir ein Preisvergleichsportal/eine 
Chatapp realisieren, also sowas wie Whatsapp".

Es werden Alleinstellungsmerkmale gefordert. Kann man diese liefern, 
bekommt man die Antwort, dass das noch keine so gemacht hat, also wird 
das wohl so nicht gehen. Ist dagegen etwas in ähnlicher Form schon 
vorhanden, ist es nichts neues und damit uninteressant.

Wer von euch hat es geschafft aus einer Idee ein gut laufendes Geschäft 
zu machen? Wie habt ihr das erreicht?

Autor: Sebastian (Gast)
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Einfach machen. Sowieso sind mir Deine Ideen ohne Ausführung gleich wie 
Deine Träume wert. Businessplan ist eine Arbeit fü ca. 16 Stunden, aber 
ohne Nachweis, dass Du auch liefern kannst, ist es nur buntes Papier. 
Warum muss ich mein Geld da investieren?

Man fängt klein an, fällt auf die Nase viele viele Male und dann kommt 
Erfolg. Es ist nicht viel anders als bei einem Dreijährigem mit 
Fahrradfaren lernen. Mit Hardware ist das Vorhaben der Gründung 
eigentlich absurd, die Zyklen sind viel zu lang und zu teuer.

Autor: Cyblord -. (cyblord)
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Stillstand schrieb:
> Es soll ja vorkommen, dass man manchmal eine Idee hat, die man
> vielleicht vermarkte könnte. Manchmal ist die Realisierung zu viel
> Aufwand, um sie selbst zu stemmen.

Sind wir ehrlich. Meist hat jemand mit viel zu wenig Fach- und 
Branchenwissen irgendeine Quatschidee die er für extrem super hält. Aber 
natürlich kann er sie nicht selbst Umsetzen und Geld hat er auch keins. 
Und sucht nun einen Dummen der Zeit und/oder Geld verbrennen möchte. Nun 
winkt aber jeder mit nur ein bisschen Grütze in der Birne amüsiert ab, 
und schon sieht sich der brilliante Ideengenie in einer Kapitalistischen 
Tretmühle des Bösen.

Und ausgerechnet bei dir soll das jetzt anders sein? Glaube ich nicht.

Wer was drauf hat, kann eine gute Idee auch selbst angehen oder 
zumindest noch andere davon überzeugen.

: Bearbeitet durch User
Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Auf der einen Seite ist ganz klar zu erkennen, dass der TE einfach zu 
faul, träge oder sonstwas ist, um ein eigenes Unternehmen auf die Beine 
zu stellen, und dafür sucht er nun Schuldige.

Andererseits hat er nicht so ganz unrecht. In dem Technologiezentrum, in 
dem sich auch mein Unternehmen befindet, gab es auch schon solche 
Unternehmen, die es sich in dieser gut behüteten öffentlichen 
Fördernische bequem gemacht hatten, und das über einige Jahre. Bei 
solchen Läden ist auch nie ein Produkt oder ähnliches herausgekommen. 
Ich erinnere mich an den hausinternen Vortrag der Geschäftsführerin 
solch eines Laden, in dem sie stolz präsentierte, welche Förderanträge 
genehmigt wurden und welche sich in der Pipeline befanden. Den 
mehrfachen Nachfragen aus dem Auditorium, worin denn überhaupt die 
Geschäftsidee und die Produkte oder Dienstleistungen bestünden, wich sie 
immer wieder aus und verwies auf die vielen Förderanträge. Als das 
Kartenhaus zusammebrach, versuchte sich die Trulla dann mit 
Bürodienstleistungen und Kaltakquise für Dritte.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Mit Hardware ist das Vorhaben der Gründung eigentlich absurd, die Zyklen
> sind viel zu lang und zu teuer.

Ach, wirklich in Echt jetzt?

Autor: Jack (Gast)
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Stillstand schrieb:
> Es soll ja vorkommen, dass man manchmal eine Idee hat, die man
> vielleicht vermarkte könnte. Manchmal ist die Realisierung zu viel
> Aufwand, um sie selbst zu stemmen. Nun gibt es Fördermittel, Investoren
> usw., die Zuschüsse und Risikokapital bieten, um Mitarbeiter zu
> bezahlen, die das mit umsetzen.

Ich glaube was du nicht verstanden hast ist das alte Sprichwort "Wer 
Zahlt bestimmt die Musik". Wenn du das Geld anderer Leute haben willst 
musst du nach deren Pfeife tanzen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Autor: Dennis (Gast)
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Immer wieder erstaunlich wie Menschen mit Ideen hier verurteilt werden. 
"Ich bin der geilste weil ich ein Unternehmen habe aber du kannst das 
nicht und alle anderen sind sowieso doof". Das ist hier der Kanon und 
vermiest jedem mal selbst was zu schaffen oder auch nur darüber 
nachzudenken.

Autor: Win DJ Ammer (Gast)
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Es gibt in den Medien herumgereichte Startups, die Foerdermittel 
erhielten. Dabei kann es sich auch um inszenierte Geschichten handeln.

Politiker inszenieren sich gerne. Nun ist da dieses Startup, mit einem 
eingaengigen Namen, einer tollen Idee. Und herzige Mitarbeiter. Die 
ganze Crew ist vorzeigbar, sodass sich auch ein Politiker gerne als 
Foerderer mit aufs Foto draengt.
Nebenbei, Foerdermittel sind keine Garantie es auch zu schaffen. Ich 
kannte welche, die sind nach dem ganzen Foerder- & Handeschuettel-Zirkus 
abgespaced, und haben den Laden in minimaler Zeit an die Wand gefahren, 
weil sie dachten, was auch immer sie bringen wuerde ihnen sowieso aus 
den Haenden gerissen... es war leider nicht so.

Autor: Qwertz (Gast)
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Dennis schrieb:
> Das ist hier der Kanon und vermiest jedem mal selbst was zu schaffen
> oder auch nur darüber nachzudenken.

Ich würde es eher als kritischen Blick auf die Realität bezeichnen. Was 
du meinst, nennt man Träumerei.

Autor: Fitzebutze (Gast)
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Stillstand schrieb:
> Wer von euch hat es geschafft aus einer Idee ein gut laufendes Geschäft
> zu machen? Wie habt ihr das erreicht?

Meine 'Liste':

1) Auch wenn Fördermittel mit in die Wiege kommen: Möglichst kleine 
Flamme kochen. Sonst hat man schnell unliebsame Schwätzer an der Backe, 
teils vom Investor selbst ins Nest bekommen. Siehe auch Stichwort oben 
"An die Wand fahren"
2) Mit kleinen, aber verlässlichen Partnern arbeiten. Und lieber offen 
sein und NDA hinlegen, anstatt alles für sich behalten.
3) Ev. Patent anmelden. Auch wenn's mies formuliert ist, und ev. einer 
späteren Prüfung nicht standhält: Es ist unter Umständen mal was wert, 
wenn man eine zweite Finanzierungsrunde braucht, und der Investor 
genauer wissen will, was die Erfindung wert ist. Den Patentanwalt kann 
man in einer Revision allenfalls noch beiziehen.

Meine Erfahrung ist, dass eine Menge Startups mit bekloppten Ideen zwar 
Kohle kriegen, aber ihren Kram nicht gebacken. Darunter leiden die, 
deren Ideen innovativ sind, aber kein grosses Blabla drum machen (und 
eigentlich viel weniger Risikokapital bräuchten).

Du musst schliesslich wissen, welches Spiel du zocken willst: Den 
schnellen Aufstieg versuchen und drauf hoffen, dass einer dein Ding 
kauft (passiert schnell, wenn die Investoren nervös werden), oder es 
eher konservativ zu "deinem Baby" ranzüchten und an allenfalls langen 
Durststrecken arbeiten müssen. Schlussendlich kannst du die beste 
Erfindung machen - aber bist 10 Jahre zu früh für den Markt dran. Das 
ist dann eben auch die Lotto-Komponente.

Autor: G. P. (gpnt)
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Stillstand schrieb:
> Wie geht man ein solches Projekt an ohne in der Fördermitteltretmühle zu
> landen?

Les dir das Buch "Kopf schlägt Kapital" durch.
Würde exakt zu dem passen, was du geschrieben hast.

Autor: Bürovorsteher (Gast)
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> Wer von euch hat es geschafft aus einer Idee ein gut laufendes Geschäft
> zu machen?

Ich nicht. Ich hatte zwar ganz tolle Ideen und auf dieser Grundlage auch 
ganz tolle Prototypen hergestellt. Allerdings war meine Vorstellung, 
dass das jemand haben wollte, grundlegend falsch. Ich habe diesen ganzen 
wertvollen Plunder unlängst verschrottet.
Das war nicht weiter tragisch, da ich externe Aufträge hatte, mit denen 
ich meine Brötchen verdienen konnte. Mäßiger, aber sicherer Verdienst.
Der geschäftliche Durchbruch kam mit einer Geräteklasse, die ich vorher 
nur mit geringer Aufmerksamkeit bzw. intellektuellem Ekel bedacht hatte.
Die Kunden brauchten das aber...

Autor: Stillstand (Gast)
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Fitzebutze schrieb:
> 2) Mit kleinen, aber verlässlichen Partnern arbeiten. Und lieber offen
> sein und NDA hinlegen, anstatt alles für sich behalten.

Ich mache alles von Anfang an open.

Autor: Turtok (Gast)
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Bürovorsteher schrieb:
> Der geschäftliche Durchbruch kam mit einer Geräteklasse, die ich vorher
> nur mit geringer Aufmerksamkeit bzw. intellektuellem Ekel bedacht hatte.

Dildos oder was?

Autor: X4U (Gast)
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Stillstand schrieb:
> Häufig muss man sich bei mehreren Förderern bewerben um irgendwo
> genommen zu werden. Meist ist die Zusage mit viele Overhead verbunden.
> Man muss Gender-/Gleichstellungsaspekte usw. als Projektgrundlage haben
> etc. Von der eigentlichen Idee bleibt nicht mehr viel übrig.

Sollte es auch nicht, Begründung weiter unten.

Wenn du es nicht schaffst die Gegebenheiten für dich zu Nutzen und z.B. 
diese leidige Gendersch.... irgendwie pro Forma zu erfüllen wirst du 
auch an allem anderen scheitern. Der Overhead  muss sich auch lohnen, 
für 10k€ kannst du es vergessen, dann Versuche es lieber auf 
Kickstarter.

Dann ist es so eine Sache Ideen offen zu legen. Wenn Sie nicht sehr 
speziell und schwer zu kopieren sind bist du immer in der schlechteren 
Position.

Deshalb ist es besser sich etwas fördern zu lassen was nur in Richtung 
der eigenen Absichten geht diese aber nicht aufdeckt. Die Grundlagen für 
das eigentliche Ziel zu schaffen ist die 1, Stufe deiner Rakete. Wenn 
die Idee was taugt sind dann die Vorarbeiten schon mal drinnen, die 
Strukturen geschaffen und die Leute in die richtige Richtung geschult. 
Es kann dir auch keiner was weg nehmen, da ja keiner weiß worum es 
eigentlich geht. Du bekommst auch den Vorsprung den du brauchst, evtl. 
Nachahmer haben das Marktrisiko gegen sich.

Dein "Businessplan hat also einen öffentlichen und einen zweiten Teil. 
Teil II gibt es nur auf Papier und ist in der Mappe Lieferscheine 1998 
unter P zu finden. Staub aber die ganze Reihe ab, sonst fällt es auf.

Direkt mit einem kleinen Pflänzchen wie einer Idee hausieren zu gehen 
widerspricht nun mal den Gesetzen der Wirtschaft. Diese verlangen 
möglichst günstig einzukaufen. Warum also soll dir jemand etwas geben 
wenn du ihn brauchst es umzusetzen, er aber nur deine Idee? Wenn er dir 
was gibt, das hast du richtig erkannt, ist du in der Position des 
Praktikanten. Ist nun mal so, drehe es um oder lasse es.

Das wären meine Überlegungen, nicht dieses MiMiMi darüber einen Antrag 
schreiben zu müssen und mit den Wölfen zu heulen.

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