Hallo,
was würdet Ihr machen, wenn der Chef jegliche VCS (git, bzr, ...)
verbietet und davon auch nix wissen will, trotzdem beauftragt mich
Software zu schreiben sowie empfehlt den Ordner zu zippen. Hat jemand
solche Erfahrung machen müssen?
Gruss,
Jan
Ein eigenes VCS, durch die regelmäßige Anwendung von Zip-Archiven
aufbauen.
Ist nicht ganz so komfortabel wie ein "echtes" Versionskontrollsystem,
geht aber auch.
Alternativ könntest Du auch den Klumpen, zwischen Deinen Schultern, in
Betrieb nehmen. Muss aber nicht sein.
Kurz- bis Mittelfristig was Neues suchen. VCS abzulehnen ist ein Zeichen
von so fahrlässiger Inkompetenz, da wird vermutlich das ganze sonstige
Projektmanagement euch alle ins Verderben führen. Gleichzeitig wirst du
da auch dein eigenes Kapital verlieren, weil du jenseits der üblichen
Standards entwickeln musst und mit dieser Erfahrung kurz über lang in
einem normalen Laden nicht mehr reinkommen wirst.
Wird damit auch ein lokales Git ausgeschlossen?
Bei git brauchst du nicht zwingend einen Server. Es sollte auch möglich
sein per Hooks in Git genau das System des Chefs (zusätlich)
nachzubauen. D.h. bei jedem Commit gibts einen automatischen Zip Aufruf
und es wird eine zusätzliche Zip Datei mit dem Stand erstellt. Dann hast
du das beste aus beiden Welten. Zips für den Chef, Git für dich.
RasPi unterm schreibtisch auf dem eine Versionskontrolle läuft.
Script schreiben das Daten dorthin schiebt, anschliesst wieder zurück
holt und anschliessend ne Zip datei draus macht. In das Zip kommen dann
auch die logs mit den diffs.
Warum sind viele darauf angewiesen das jemand für sie die
Versionskontrolle aufsetzt und maintained und machen das nicht selber?!
Räumt daheim immer noch Mutti das Zimmer auf?
00:38 an einem Freitag, bei einem (Reiz)thema, dass wir erst vor einiger
Zeit hatten, ... wenn mir das mal nicht verdächtig vorkommt. Der Versuch
war gut.
Falls du den Thread wider Erwarten doch ernst meinst:
Beitrag "Verweigerungshaltung gegenüber Versionskontrolle"
In Kurzform:
- Deine Firma ist ein inkompetentes Drecksloch
- Dein Chef ist ein behinderter Vollhorst
- Ein lokales git wird dir wohl kaum jemand verbieten können, wenn du es
für dich nutzt, daraus kannst du ja dann die ZIPs erstellen.
Wichtig dabei:
- Sich bereits nach etwas anderem umschauen
- Sobald was anderes in der Tasche:
Kollegen und Chef in ihrer ZIP Scheiße ersaufen lassen sobalds zur
Fehlersuche geht.
Ohne Gründe vom Chef macht es wenig Sinn. Vielleicht ist es ein kleiner
Metallbetrieb der nun LED-spielereien will, und der Programmierer sagt,
wir brauchen dafür einen klimatisierten Serverraum und einen
Dienstleister...
Da kann ich mich Abradolf nur anschließen. Such dir was anderes und
betreibe heimlich ein lokales VCS.
Von VCS keine Ahnung haben weil noch nie angewendet ist schon schlimm,
bei Aufgeschlossenheit aber verzeihlich.
VCS nicht nur aktiv zu verweigern, sondern auch noch zu verbieten, und
stattdessen ZIP-Archive vorschlagen ist wahnsinnig und wäre mir ein
Kündigungsgrund.
Der Grund wird wahrscheinlich der sein, daß Cheffe sich fürchtet, wenn
das VCS was zerschießt und man dann erstmal nicht mehr an die Daten
kommt. Besonders bei Git ist das ein Problem, weil man zwar eigentlich
an alles rankommt, aber ohne Git-Guru aus praktischer Sicht trotzdem
vollständigen Datenverlust erleidet.
Was er also eigentlich will, ist die Sicherheit, jederzeit an die
relevanten Daten ranzukommen, was mit ZIP trivial ist.
Also: nimm einfach das VCS Deiner Wahl und exportiere regelmäßig
Snapshots, sobald Du ein Feature implementiert und getestet hast. "Gute"
Zwischenstände also, und Releases sowieso. Im Falle von Git brauchste ja
nichtmal nen Server einzurichten.
Wenn Cheffe meckert, daß Du damit Zeit verdaddelst, dann erkläre ihm,
daß Du wesentlich schneller Fehler finden kannst, weil Du die Commits
hast und diffen kannst, zumal zeitliche Eingrenzung von "geht noch" zu
"geht nicht mehr" mit Bisection geht.
Jan Dijkstra schrieb:> was würdet Ihr machen, wenn der Chef jegliche VCS (git, bzr, ...)> verbietet und davon auch nix wissen will, trotzdem beauftragt mich> Software zu schreiben sowie empfehlt den Ordner zu zippen.
Einfach trotzdem machen. Wie soll der das auch merken, wenn du das lokal
betreibst und er nicht zufällig deinen PC ausspioniert?
Regelmäßig zwischenstände zippen und gut is.
Stm M. schrieb im Beitrag #5404212:
> Git ist Pflicht in meiner Firma. Ohne Git Kenntnis kommt man> nicht rein.
Interessantes Einstellungskriterium. Was, wenn man bisher immer mit SVN
gearbeitet hat?
Werden Erstklassige Bewerber, die aber bisher nur mit Eclipse gearbeitet
haben, auch abgelehnt, weil ihr Visual Studio verwendet?
vn nn schrieb:> Interessantes Einstellungskriterium. Was, wenn man bisher immer mit SVN> gearbeitet hat?
Natürlich nicht. Da man mit Git lange braucht, um das vollkommen
chaotisch zusammengewürfelte CLI auswendig zu lernen, und ansonsten
schnell f*ck*ps baut, wird man anfangs den Git-Guru Vollzeit auslasten.
Nur mit Git, zu produktiver Arbeit kommt der nicht mehr. Da das aber
genau derjenige war, der seinem kleinen Team dieses Overkill-Tool
aufgeschwatzt hat, ist es pure Selbstverteidigung seinerseits, wenn
Git-Beherrschung wichtigstes Einstellungskriterium ist.
Alle anderen freuen sich, wenn sie mit SVN und Tortoise-SVN aus der
Versionierung kein Adventure-Spiel machen, sondern die Versionskontrolle
genau die beiläufige Nebensache bleibt, die sie auch sein sollte.
vn nn schrieb:> Stm M. schrieb im Beitrag #5404212:>> Git ist Pflicht in meiner Firma. Ohne Git Kenntnis kommt man>> nicht rein.>> Interessantes Einstellungskriterium. Was, wenn man bisher immer mit SVN> gearbeitet hat?> Werden Erstklassige Bewerber, die aber bisher nur mit Eclipse gearbeitet> haben, auch abgelehnt, weil ihr Visual Studio verwendet?
Das ist der aktuelle Trend auf dem Arbeitsmarkt um den Fachkräftemangel
zu generieren. Es wird lieber gejammert und ein Jahr gesucht als zwei
Wochen in die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters zu investieren.
Das geht so weit, dass Kenntnisse bestimmter Software-Versionen
gefordert werden. Wer angibt mit v4.3.5 einer Software zu arbeiten wird
nicht eingestellt wenn die Firma v4.3.9 verwendet.
Abradolf L. schrieb im Beitrag #5404438:
> Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass Git stellvertretend für> VCS im Allgemeinen steht
Das hat der Vorposter nicht geschrieben. Ich hoffe mal, Deine
Lesefähigkeiten haben bezüglich Requirements nicht genauso eine Tendenz
zum freizügigen Hineinlesen.
anon schrieb:> "schön" das es auch anderswo so zugeht - da fühlt man sich nicht so sehr> als ob man im allerletzten loch beschäftigt wäre.
wenn du mal genau liest, gibt es hier praktisch nur Entwickler die MIT
einem VCS arbeiten. Selbst Ich mit meinen 5 SW-Projekten im Jahr
verwende eines.
Du arbeitest also durchaus in einem rückständigen "Loch"
Nop schrieb:> Was er also eigentlich will, ist die Sicherheit, jederzeit an die> relevanten Daten ranzukommen, was mit ZIP trivial ist.
Kommt eigentlich auch nur einer von euch mal auf die Idee, daß es
gewichtigere Gründe dafür geben mag, eben kein Versionskontrollsystem
zu benutzen, eben keinen Entwicklungsrechner ans Internet zu lassen,
auch keinen Rechner, auf dem ökonomische Daten der Firma stehen -
kurzum, daß Bedenken über Sicherheit und Geheimhaltung weitaus schwerer
wiegen als euer ewiges Gelaber über Zeugs wie Git und Konsorten?
Wie häufig purzeln denn bei euch die Versiönchen herum? Jeden Tag
dreißig Builds, die natürlich fein säuberlich ins VCS eingepflagt sein
wollen, weil jede davon noch derart buggy ist, daß ihr mit jedem Versuch
der Verschlimmbesserung mit dem Hintern einen neuen Bug aufmacht?
Programmiert ihr mit dem Debugger?
Kurzum, ihr erscheint mir wie ein Haufen von Chaoten, die keinerlei
klares Projektmanagenment zuwege bringen. Genau DAS ist des ganzen
Gejammerns Grund.
W.S.
W.S. schrieb:> Kurzum, ihr erscheint mir wie ein Haufen von Chaoten, die keinerlei> klares Projektmanagenment zuwege bringen. Genau DAS ist des ganzen> Gejammerns Grund.
Unsinn. Und warum man für ein VCS Internet bräuchte, weißt auch nur du.
Abradolf L. schrieb:> W.S. schrieb:>> Kurzum, ihr erscheint mir wie ein Haufen von Chaoten, die keinerlei>> klares Projektmanagenment zuwege bringen. Genau DAS ist des ganzen>> Gejammerns Grund.>> Unsinn. Und warum man für ein VCS Internet bräuchte, weißt auch nur du.
Das hat er halt mal so in der Computer-Bild gelesen.
W.S. schrieb:> daß Bedenken über Sicherheit und Geheimhaltung weitaus schwerer> wiegen als euer ewiges Gelaber über Zeugs wie Git und Konsorten?
1) Git braucht überhaupt keinen Server, sondern man kann das mit lokalem
Repo auf dem Entwicklungsrechner betreiben, komplett autark.
2) Üblich bei SVN ist, daß das Repo im INTRAnet auf dem Server liegt,
weil der auch tagesaktuelle Backups kriegt, während die CLients das
nicht kriegen - alle wichtigen Daten haben auf dem Server zu liegen.
Dadurch wird auch das SVN-Repo gebackupt.
Das ist übrigens einer der Vorzüge von SVN, daß man nicht das komplette
Repo auf den CLients hat, und daß man Zugriffsrechte serverseitig fein
regeln kann. Wie schon gesagt, INTRAnet, nicht INTERnet. Intranet
braucht man übrigens sowieso für die floating licenses. Von außen könnte
man bei Bedarf wie üblich über VPN reinkommen.
Gegenfrage: verwechselst Du gerade Git mit Github?
> Wie häufig purzeln denn bei euch die Versiönchen herum? Jeden Tag> dreißig Builds, die natürlich fein säuberlich ins VCS eingepflagt sein> wollen, weil jede davon noch derart buggy ist, daß ihr mit jedem Versuch> der Verschlimmbesserung mit dem Hintern einen neuen Bug aufmacht?
Nö, sondern eingecheckt wird nur, wenn entweder ein Feature fertig ist
und auch am Schreibtisch angetestet. Oder wenn es eine umfangreichere
Arbeit ist und man daher erstmal nen Branch aufmacht, der nicht
backupfähig sein muß. Dann wiederum werden sinnvolle Teilschritte
eingecheckt.
Was ich nicht mache, was man aber von Gitionados mitunter liest: daß sie
an 10 verschiedenen Featurebranches zur selben Zeit arbeiten, weil
Branching so einfach geht. Sowas ist einfach nur chaotisch und tendiert
zu saumäßigem Busfaktor.
W.S. schrieb:> daß es> gewichtigere Gründe dafür geben mag, eben kein Versionskontrollsystem> zu benutzen, eben keinen Entwicklungsrechner ans Internet zu lassen,> auch keinen Rechner, auf dem ökonomische Daten der Firma stehen -> kurzum, daß Bedenken über Sicherheit und Geheimhaltung weitaus schwerer> wiegen
Kann sein.
Der Beitrag des TE liest sich aber nicht so als hätte hier eine
kompetente IT das Für und Wider abgewogen und sich dann gegen ein VCS
entschieden, sondern eher als würde der Patriach sowas einfach nicht
kennen und dementsprechend nicht dulden.
"Was der Bauer ned kennt frisst er ned."
Cyblord -. schrieb:> Abradolf L. schrieb:>> W.S. schrieb:>>> Kurzum, ihr erscheint mir wie ein Haufen von Chaoten, die keinerlei>>> klares Projektmanagenment zuwege bringen. Genau DAS ist des ganzen>>> Gejammerns Grund.>>>> Unsinn. Und warum man für ein VCS Internet bräuchte, weißt auch nur du.>> Das hat er halt mal so in der Computer-Bild gelesen.
Er verwechselt wohl git mit github oder sowas.
SVN Server lokal auf deinem PC installieren, dort VCS führen. In
gewissen Abständen TAGgen, daraus ein ZIP machen.
Oder halt mit GIT, ich finde SVN einfacher. Geschmackssache.
Jan Dijkstra schrieb:> was würdet Ihr machen, wenn der Chef jegliche VCS (git, bzr, ...)> verbietet und davon auch nix wissen will, trotzdem beauftragt mich> Software zu schreiben sowie empfehlt den Ordner zu zippen.
Einfach machen und das ganze mit einem kleinen Skipt automatisieren.
Wird halt bei jedem herunterfahren der Ordner gezippt, sofern sich an
dessen Inhalt was geändert hat.
Schreiber schrieb:> Jan Dijkstra schrieb:>> was würdet Ihr machen, wenn der Chef jegliche VCS (git, bzr, ...)>> verbietet und davon auch nix wissen will, trotzdem beauftragt mich>> Software zu schreiben sowie empfehlt den Ordner zu zippen.>> Einfach machen und das ganze mit einem kleinen Skipt automatisieren.> Wird halt bei jedem herunterfahren der Ordner gezippt, sofern sich an> dessen Inhalt was geändert hat.
Beim VCS geht es aber auch darum, (grössere) Änderungen tracken (und
ggf. reverten) zu können. Das ist mit einem Haufen ZIPs wesentlich
schwieriger.
Ich würde - wie vorgeschlagen - mit einem lokalen VCS arbeiten und ab
und an ein TAG -> ZIP für den Chef erstellen.
Schreiber schrieb:> Einfach machen und das ganze mit einem kleinen Skipt automatisieren.> Wird halt bei jedem herunterfahren der Ordner gezippt, sofern sich an> dessen Inhalt was geändert hat.
Beim VCS geht es nicht bloss darum alte Versionen aufzubewahren, sondern
Änderungen aufzuzeichnen um nachvollziehen zu können, was aufgrund
welcher Erfordernis geändert urde. Wenn du zwischen zwei täglichen Zips
nur einen Riesenblob Änderungen in nicht zusammenhängenden Bereichen von
verschiedenen Entwicklern siehst und nicht einmal weisst, wen du zu
einer Änderung fragen sollst, dann hast du eigentlich nur ein auf die
Programmierer abgewälztes Backup.
Johannes O. schrieb:> Wird damit auch ein lokales Git ausgeschlossen?
Ich wollte es eigentlich nur lokal benutzen. Leider habe ich kein
Adminrecht auf meinem Arbeitsrechner.