Hallo
Ich habe angefangen mit Elektronik und nach Steckbrett jetzt das erste
mal Platinen machen lassen. Jetzt wollte ich einen Prozessor auflöten
aber der Abstand war zu klein ich habe gezittert und jetzt sind drei PIN
verbunden.
Mit dem Lötkolben alleine mit wischen bekomme ich es nicht weg.
mit der Pumpe auch nicht dafür ist es zu wenig.
Ich habe von meinem Vater Endlötdraht bekommen aber damit geht es auch
nicht. Daran haftet auch kein lötzinn?
jetzt mal die frage an die Fachleute. Womit nehmt ihr Lötzinn auf?
Viel Flussmittel und Entlötlitze sollten den Job erledigen. Wichtig ist
auch das dein Lötkolben ausreichend Leistung hat, die Entlötlitze zieht
relativ stark die Wärme weg.
@ Heinrich
Du brauchst an sich nicht erst Flussmittel kaufen. Das hatten wir in der
Elektroniker-Lehre auch nicht.
In der Praxis reicht es, - Safari hat das schon kurz angedeutet - wenn
Du zuerst ein wenig Lot hinzufügst - also die Stelle heiß machst und
Lot zuführst, als wenn Du die Lötstelle vervollständigen wolltest.
Voraussetzung ist, dass Dein Lot schon Flussmittel enthält - was in der
Regel der Fall ist. Das neue Flussmittel wird das vorhandene, aber nicht
mehr fliessfähige Lot, wieder fliessfähig machen. Aber achte darauf,
dass Du sehr schnell arbeitest. Das neue Flussmittel "verbraucht" sich
ja wieder beim erhitzen.
Ausserdem kann dann die Entlötpumpe diese etwas grössere Menge überhaupt
absaugen, weil die Öffnung durch das Lot abgedichtet wird und die
Saugwirkung so erst eintritt.
Vermutlich wird, mit etwas neuem Lot resp. Flussmittel auch die
Entlötlitze wieder funktionieren. Falls nicht, ist sie für Dein Lot
vermutlich nicht geeignet, etwa weil Du bleifreies Lot mit Entlötlitze
verwendest, die eher für bleihaltiges Lot gedacht ist.
Ein Fehler ist auch, erst recht bei einem schwachen Lötkolben, die
Entlötlitze von der Rolle weg benutzen. Da kann die Wärme weit über die
Litze entweichen, Besser ein kurzes Stück abschneiden und das benutzen.
Flüssiges Lot "will" immer den physikalischen Kräfteausgleich, wie jede
andere Flüssigkeit oder jedes Gas auch. D.h. um Lot irgendwo raus zu
bekommen, musst du außerhalb des Bereiches, wo es sich nun befindet,
günstigere Bedingungen schaffen. Dann wird es dort hin fließen. Ein
Kraftgefälle sozusagen.
Nach diesem Prinzip funktioniert auch Entlötlitze. Solange die Litze
feindrähtiger ist, als der Abstand zwischen deinen Chip-Pins, kannst du
damit das Zinn zwischen den Pins heraussaugen. Der Kapilareffekt an der
Litze ist größer als der zwischen den Pins.
Aber : Wichtig ist viel viel Flussmittel zu verwenden. Denn wenn die
Oberflächenspannung durch Oxyde hoch ist, dann ist der Platz für das
Zinn zwischen den Chip-Pins physikalisch günstiger.
Und zu jedem Zeitpunkt muss gewährleistet sein, dass das Lot flüssig
bleibt. D.h. die Entlötlitze muss deutlich über der
Lot-Schmelztemperatur liegen. Mit einem billigen Lötkolben stößt man da
gerne schon an die Grenzen.
Heinrich schrieb:> Ebay-Artikel Nr. 282419163688
Finger weg von dem Zeug. Das ist ein Fake, enthält nur minimal
Kolophonium.
Siehe den Farbunterschied zu:
Einkäufer schrieb:> Ebay-Artikel Nr. 112874055322
Das könnte schon eher das Echte sein?
Nur etwas zu billig....
Marc Horby schrieb:> oder hier:>> https://www.youtube.com/watch?v=6PB0u8irn-4
Sehr schönes Video. Da sieht man sehr schön, wie mit der leeren
Hohlkehle das Zinn zwischen den Pins herausgesaugt wird.
Und wie immer schön Flussmittel nachgelegt wird.
Wenn man keine Hohlkehle hat, geht das auch fast genau so gut mit
Entlötlitze.
Ma W. schrieb:> Ein beliebter Fehler ist auch,
Erst die Lötspitze zu entfernen, dann die angelötete Endlötlitze
abreisen, samt Pin und Pad. :)
Da können schon Sekundenbruchteile entscheidend sein. Also sparsam mit
dem Muckis umgehen!
Heinrich schrieb:> was für Flussmittel würdet ihr mir emfehlen?
20 g Kolophonium (Pollin für 1,30 EUR) in 100 mL Isopropanol auflösen.
Da kann man die (Entlöt-)Litze direkt eintauchen oder ansonsten mit
einer 1mL Einwegspritze mit Kanüle sauber dosieren. Meinetwegen kann man
das auch in einen leeren Stift (wie beim Edding) einfüllen. Soetwas gibt
es glaube ich auch bei Reichelt oder für < 2 EUR im spezialisierten
Handel für Lacke.
Wenn es ganz wenig Lot ist, reicht Flußmittel und sauber Lötspitze (mit
Tuch abgewischt) und die Lötspitze nimmt das überschüssige auf.
Teo D. schrieb:> dann die angelötete Endlötlitze abreisen, samt Pin und Pad. :)
Motorik- und Hand-Augen-Koordinationslegastheniker sollte man natürlich
nicht sein.
Heinrich schrieb:> was für Flussmittel würdet ihr mir emfehlen?
Kolofonium, im Musikhandel (für Geigenbögen) extrem teuer, in der
Apotheke habe ich Ende der '70er 1 Pfund für 5 DM,- geordert, das reicht
bis an (mein) Lebensende.
Kommt drauf an wie alt du bist, vermutlich brauchst du keine 500gr.
https://www.ebay.de/i/112742649472?chn=ps&dispItem=1
Die Krümel können bei mäßiger Hitze auch zum Klotz geschmolzen werden,
hatte ich auf einer Kochplatte in der Blechdose am Stelltrenntrafo
gemacht.
Die Apothekerin vor 40 Jahren in der Apotheke aber dabei den Zorn vom
Chef zugezogen weil es bei Überhitze ziemlich qualmt, am Stelltrenntrafo
war alles OK, braucht nur Zeit und umrühren.
npn schrieb:> Teo D. schrieb:>> dann die angelötete Endlötlitze abreisen>> Das wird eine Reise ohne Ende :-)
Ich mach das doch extra für dich.
Sollst ja auch mal was zum lachen haben. ;P
zur Anleitung, Entlötlitze mit dem Lötkolben durch das Kolophonium
ziehen, dann damit das Zinn aufnehmen.
Das überschüssige Kolophonium auf der Platine mit Alk, Iso, Spiritus
oder Leiterplattenreiniger abwaschen mit einem weichen Pinsel.
Joachim B. schrieb:> Das überschüssige Kolophonium auf der Platine mit Alk, Iso, Spiritus> oder Leiterplattenreiniger abwaschen mit einem weichen Pinsel.
Auch nicht wirklich nötig. Nur man sieht nicht, was man verbrochen hat.
Wichtig ist die Lötzinn Tröpfchen zu entfernen, die durch das kochende
Kolophonium herumspritzen.
Zahnbürste, den Hals erwärmen und um ~45° biegen. Darf auch die Harte
Sorte sein. Kräftig Schrubben macht da auch nichts kaputt, entfernt aber
die Lötzinstropfen. Ein weicher Pinsel schafft das nicht.
Geht mit jeder feindrähtigen Litze auch. Also ich
brauch da keine Spezialentlötlitze. Vorher mit
Kolophonium tränken, dann saugt sie den Zinn auf
wie ein Schwamm.
Heinrich schrieb:> und jetzt sind drei PIN> verbunden.
Das ist normal.
Also:
Erstens besorge dir Kolophonium (z.B. von Pollin oder aus der
Musikalienhandlung). Das ist erstmal das freundlichste Flußmittel für
deinen Zweck. Dazu ne Flasche Spiritus und ne Küchenrolle und ne alte
Zahnbürste zum Reinigen nach getaner Arbeit.
Zweitens besorge dir ne kleine Rolle LiFY 0.25 (oder 0.14) - das ist
feindrähtige unverzinnte Kupferlitze mit 0.25 qmm (oder 0.14 qmm)
Querschnitt, PVC-isoliert. Davon schneidest du dir vor dem Löten ein
paar cm ab, holst auf die halbe Länge die Isolation herunter und benutzt
DAS als Entlötlitze.
Wie: Kolbenspitze an Messingwolle trockenreiben, das Ende der LiFY auf
dein Kolo halten, kurz mit der Lötspitze drauf bis es reintunkt, dann
die LiFY dorthin halten, wo du das Zinn weghaben willst, dann mit der
Lötspitze vorsichtig drauf bis es das Zinn weggesaugt hat.
Höre nicht auf die Ratschläge a la Entlötlitze oder gar Entlöt-Pumpe.
Mit sowas Grobem machst du dir nur deine LP kaputt. Ich reite hier ganz
bewußt auf der dünnen LiFY herum, weil so ein Stück frisch abisolierte
Litze viel besser das Zinn aufsaugt als so ein Stück "Entlötlitze", was
schon seit 100 Jahren offen herumgelegen hat und folglich bereits
ziemlich oxidiert ist. Obendrein ist sowas fast immer ein viel zu dicker
Tampen, für den man eher den Klempnerkolben brauchen würde.
Für spätere Zwecke, wenn du das Löten von feineren Schaltkreisen gelernt
hast, halte Ausschau nach sogenanntem NoClean-Sprüh-Flux. Wir haben
sowas auf Anraten von unserer Bestückerfirma von einem
Hersteller/Händler aus Magdeburg. Namen weiß ich momentan nicht, das
Zeug ist klar, leicht rötlich und dünnflüssig wie Wasser.
W.S.
Viel Flussmittel und wenn das drüber ziehen der Lötspitze und
verflüssigen des Zinn es nicht bringt, dann Platine mit den flüssigen
Lötstellen auf den Tisch klopfen. Ohne Flussmittel und das verdampft ja
bei jeder Erhitzung ist das Zinn ein zäher Brei und ziemlich
widerspenstig.
Es gibt zwei Moeglichkeiten solche Loetbruecken weg zu bekommen. Beide
sind gleichwertig, aber das werden ihre Anhaenger niemals zugeben. :-)
1. Mit viel Flussmittel
Such mal bei Youtube nach Louis Rossmann. Der hat viele Video wo er
Applelaptops repariert. Da kann man gut sehen wie das geht.
2. Mit entloetsauglitze.
Die Litze altert aber weil ihr Kupfer oxidiert. Wenn Papa da mit eine
alten Rolle rueberkommt so wird das nichts. Ausserdem verbessert auch
hier zusatzliches Flussmittel die Sache enorm.
Und vergiss den Schmarn mit Kolophonium selber aufloesen. Das sind
Opamethoden aus dem Mittelalter. Einfach bei Ebay oder Amazon eine Tube
in China bestellen.
Olaf
olaf schrieb:> Es gibt zwei Moeglichkeiten solche Loetbruecken weg zu bekommen. Beide> sind gleichwertig, aber das werden ihre Anhaenger niemals zugeben. :-)
Und es gibt noch eine dritte: Beides kombinieren. Bzw. Entlötlitze mit
integriertem Flussmittel nehmen.
olaf schrieb:> Und vergiss den Schmarn mit Kolophonium selber aufloesen. Das sind> Opamethoden aus dem Mittelalter.
Das als Schmarrn zu bezeichnen ist Blödsinn ;o)
Oder kannst Du ein sinnvolles Argument bringen :oP
olaf schrieb:> Und vergiss den Schmarn mit Kolophonium selber aufloesen. Das sind> Opamethoden aus dem Mittelalter. Einfach bei Ebay oder Amazon eine Tube> in China bestellen.
Nichts andres ist diese Gelbliche Passte, nur eingedickt.
Und daran denken das man für die gelbliche Paste nen Anschlussadapter,
nen Steuergerät und nen Kompressor braucht ;-)
Oder man druckt/bastelt sich was.
Aber dran denken das sie sehr zäh ist wenns nicht gerade Hochsommer ist.
Wenn ihr ein Schnitzel wollt, geht ihr dann zum Metger und kauft euch
eins oder kauft ihr euch eine Kuh und legt los? Oder neue Socken. Stri
kt ihr die alle selber?
Also ich finde es einfacher das Flussmittel fertig zu kaufen.
Und wer zu bloed ist es aus der Tube zu druecken kann es auch im Becher
kaufen oder in einer Spruehdose. (heisst bei Reichelt SK10)
Oh und ich weiss auch das in der Sauglitze bereits Flussmittel drin ist.
Aber das altert halt alles. Wenn man das nicht beruflich nutzt dann
kommt man selbst mit der kleinsten Verpackungsgroesse Jahre aus. Da
hilft es schon die vorher mal in Flussmittel zu tauchen.
Habt ihr auch schon die Videos von Louis Rossmann gekuckt. :-)
Der lebt davon Bauteile zu tauschen, macht es jeden Tag sehr oft und die
Kunden zahlen nur fuer eine erfolgreiche Reperatur. Ich kenne einige
Ingenieure die koennten bei ihm was lernen. .-)
Olaf
olaf schrieb:> Also ich finde es einfacher das Flussmittel fertig zu kaufen.
deine Meinung halt.
Ich finde es einfacher Krümel billiger zu kaufen und einzuschmelzen als
zuzusehen wie deine geliebte Paste eintrocknet.