Hallo,
ich habe mir einen VW T5 Transporter gekauft und als WoMo umgebaut. Für
die interne Spannungsversorgung habe ich eine 12V AGM Bordbatterie mit
150AH eingebaut.
Diese Bordbatterie ist wird über die Lichtmaschine geladen. Sie ist über
eine Leistungsdiode mit der Starterbatterie verbunden.
Meine Lichtmaschine (90A) bringt nun aber manchmal Fehlermeldungen wegen
Überlast, daher möchte ich den Ladestrom der Bordbatterie z.B. auf 10
oder 20A begrenzen.
Welche Möglichkeiten gibt es hierzu?
Ein fertiges Kaufteil oder auch ein Bausatz wäre möglich.
Vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung.
Roman schrieb:> Meine Lichtmaschine (90A) bringt nun aber manchmal Fehlermeldungen wegen> Überlast,
Ähm, was soll das für eine Lichtmaschine sein ?
Eine, die einen leeren Akku nicht mehr voll bekommt ?
Beim normalen Auto ist die Lichtmaschine die einzige Strombegrenzung
beim Laden des Akkus, egal ob 1 Akku oder eben wie bei dir dann 2
parallel geschaltete. Und ein halbwegs leerer Akku zieht dann auch
locker mal alles was er kriegen kann, ob 90A oder 250A.
Das Probelm an einer Diode ist, daß der eine Akku den anderen trotzdem
leerziehen kann (welcher welchen weiss man leider nicht da du nicht die
Diodenrichtung angegeben hast, vermutlich willst du aber aus 14.4V
Starterbatterie eine 13.8V AGM laden, so daß die AGM die Starterbatterie
locker leerziehen kann).
Wenn man die Verbindung der beiden Akkus über ein Lastabwurfrelais über
die Generatirkontrolle schaltet, wie es in Campingmobilen üblich wäre,
dann darf keine Diode rein, denn der Ausgleichsstrom bei Einschalten
kann mehrere hundert Ampere betragen und die Diode platze lassen, daher
könnte man in dem Fall nicht die Spannungsreduktion von 14.4V auf 13.8V
AGM machen. Es sei denn, deine AGM ist eine Calcium, die sowieso 15V
aushält (aber auch bis 15V geladen werden muss um nicht kaputt zu
stehen) und die Diode ist andersrum, damit die Campingbatterie nicht die
Starterbatterie entlädt, dann müsste aber die Campingbatterie an der
Lichtmaschine hängen die dann auf 15V für Calcium eingestellt sein
sollte.
Du musst also mehr über dein merkwürdiges Auto erzählen, welche Art der
Ladecontrolle (CAN-Bus?) es hat, welche Akkutypen (Calcium, Antomon),
welche Laderichtung.
Du könntest auch ein Trennrelais nehmen und die zweite Batterie
verzögert (x Minuten) nach dem Pkw starten zuzuschalten. Dann muss die
Lima nicht nach dem Startvorgang die leere Starterbatterie und die
zweite Batterie gleichzeitig laden, sondern hat erst Zeit die primäre
Batterie zu laden ...
Hallo Michael,
sorry wenn ich mich nicht fachmännisch genug ausgedrückt habe, wo genau
mein Problem liegt. Eigentlich ist die Bordbatterie eine ganz normaler
Bleiakku, der nicht für starke Anlasserstrom sondern permanente
Stromversorgung ausgelegt ist. Die Lima ist die standardmäßig verbaute
Lima.
Die Diode soll verhindern dass die Bordbatterie Strom aus der
Starterbatterie ziehen kann, andererseits aber Ladestrom von der Lima
zulassen.
Was ein CAN-Bus ist weiß ich leider nicht.
@Timer,
ich hatte anfangs ein Trennrelais drin das ich manuell auf Durchgang
schalten musste, das war umständlich und ich hatte dann durch die
erwähnte Leistungsdiode ersetzt.
@Stefanus,
ich glaube, mit dem Zweitbatterielader wird mein Problem gelöst sein.
Der Ladestrom, der anfangs ja nur die Starterbatterie lädt, ist nicht
höher als bei jedem anderen Auto. Und erst wenn diese Batterie voll ist
wird der Weg freigemacht für das Laden der zweiten Batterie im
Innenraum. Es werden also nicht beide Batterien gleichzeitig geladen.
Ich gehe mal davon aus, dass die Lima meine 150AH Bordbatterie (alleine)
ohne Probleme laden kann nachdem die Starterbatterie bereits geladen
wurde. Oder seht ihr da dann auch noch ein Problem?
Ich bitte noch um eine kurze Stellungnahme diesbezüglich.
Falls ihr kein Problem seht würde ich mir den Zweitbatterielader kaufen.
Danke für eure Unterstützung, hat mir sehr geholfen.
LG
Roman
Stefanus F. schrieb:> Du brauchst so etwas, keine Diode:> https://www.conrad.de/de/zweitbatterielader-ivt-12...
"Bis zu einer Gesamtspannung von 12,8 V bleiben beide Batterien parallel
geschaltet."
Da sollte man vorab noch klären, ob dieser Lader bei Überlast (z.B.
Anlassen) trennt - und das möglichst nicht durch Abbrennen.
Ok, nach einem Blick in die Anleitung ist das ein reiner
spannungsgesteuerter Trenner. D.h. sobald die LiMa läuft und ihre 14V
liefert, werden beide Batterien parallel geschaltet - und können so nach
wie vor die LiMa überlasten, was der TE ja damit gerade vermeiden
wollte.
Ich fürchte, das ist so keine Lösung für das Problem.
Roman, ich denke dass deine Schlussfolgerungen richtig sind. Ich habe
allerdings keine praktische Erfahrung mit deiner Kombination aus zwei
unterschiedlichen Batterien.
Den Lade- bzw. Entladestrom zu begrenzen ist nicht ganz einfach.
Es sollen ja keine größeren Verluste auftreten (Shunt) und es muss ja
der maximale Strom beeinflusst (FET oder Relais) werden.
Was es aber fertig zu kaufen gibt ist ein Tiefentladeschutz. Der
schaltet ab, wenn eine bestimmte Minimalspannung unterschritten wurde.
Es ist nämlich nicht schlecht, wenn der Wagen noch startet.
Darüber hinaus gibt es noch die gute, alte Sicherung.
Hallo,
die Starterbatterie ist ein gewöhnlicher Bleiakku. Welche genau verbaut
ist müsste ich bei Bedarf nachsehen. Das Auto steht nicht in meiner
Garage sondern etwas weiter entfernt.
Die Daten der Bordbatterie findet ihr hier:
https://www.autobatterienbilliger.de/Varta-Professional-DC-AGM-LAD150-150AH
Komisch, hier kommen teilweise sehr ausführliche, aber nicht so klare
Antworten, die den Fragesteller offensichtlich verwirren.
Zur schlichten Diode möchte ich noch was klarstellen:
EINE Diode hilft noch nicht gegen Entladen der Starterbatterie. Die
Diode muß den Ladestrom von der LiMa zur Bordbatterie durchlassen, das
ist derselbe Weg, den auch der Strom nehmen würde, wenn eine schon recht
leere Bordbatterie die noch recht volle Starterbatterie "anzapft".
Erst wenn BEIDE Batterie über JE EINE Diode an der LiMa hängen, ist
dieser Querweg versperrt.
Das würde ich aber auf keinen Fall machen, mit dem Spannungsverlust
durch die Diode rechnet der LiMa-Regler und die Bordelektronik nicht.
Dein Problem mit der LiMa-Überlast würde die zweite Diode ja auch nicht
lösen.
Zu diesem Problem: Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß eine
Bordbatterie, die gut entleert wurde, nach dem Starten des Motors sich
so viel Ladestrom genehmigt, daß die LiMa stark belastet/überlastet
wird.
Ältere Fahrzeuge würden das entweder durch stark dimensionierte Bauteile
aushalten oder irgendwas würde kaputtgehen. Neuere Fahrzeuge haben
intelligentere Elektronik mit viel mehr Überwachungsfunktionen. Sogar
der LiMa-Laderegler hat "Intelligenz", die Ladespannung läßt sich von
Seiten der "Zentralelektronik" einstellen und wahrscheinlich wird auch
der Ladestrom oder eine Fehlermeldung an die "Zentralelektronik"
gemeldet. (Diese Vernetzung ist übrigens der angesprochene CAN-Bus.) Und
die Zentralelektronik gibt dann diese Fehlermeldung auf dem Display
raus.
Ich nehme allerdings an, daß nicht nur der Fehler gemeldet wird, sondern
auch irgendwas zur Begrenzung getan wird. Vielleicht mußt Du gar nichts
zur Strombegrenzung einbauen, wenn Du mit dem zeitweiligen Erscheinen
der Fehlermeldung leben kannst (da Du ja deren Grund kennst).
90A Lima im T5 als Wohnmobil? wusste gar nicht, dass noch so kleine
Limas eingesetzt werden?!
am besten du rüstest um auf eine 150A Lima, dann hast du Ruhe und genug
Strom für die Boardbatterie
diese dann mit dicken Kabeln (min. 35mm²) und Trennrelais gesteuert über
Klemme D+ bzw. 61 oder L
oder direkt ein spannungsgesteuertes Trennmosfet (kostet aber etwas)
Hallo fazit,
ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher, ob tatsächlich eine 90A Lima
eingebaut ist. Denn die wäre dann wirklich zu klein für die zusätzliche
Bordbatterie.
Also kläre ich das jetzt erst mal ab. Falls der Wert stimmt wäre eine
stärke Lima die erste Maßnahme.
Da ich nun aber bis Ende nächster Woche unterwegs sein werde kann ich
mich erst danach wieder um das Thema kümmern.
Daher möchte ich das Thema jetzt nun erst mal so lange liegen lassen und
danke euch vorerst einmal für eure Beiträge.
Sobald ich mehr weiß halte ich euch auf dem Laufenden.
LG
Roman
Man könnte schon relativ einfach ein stromgesteuertes Trennrelais bauen,
um den Lima-Ladestrom auf je 1 Batterie zu begrenzen aber einbaufertig
gibts sowas wahrscheinlich nicht. Dafür würde es wenig Abnehmer geben,
schätz ich mal.
Man müßte nichtmal einen Shunt an die Starterbatterie setzen sondern
greift die Spannung zwischen Karosse und Batterieklemme(-) ab, und
vergleicht mit einer Referenzschwelle, per Poti, Z-Diode etc. Solange
der Wert überschritten ist (Starterbatterie lädt), bleibt die
Bordbatterie getrennt.
Ich habe schon lange Zeit kein Auto mehr, weiß deshalb auch nicht genau
um den Stand der Technik. Ich erinnere mich jedoch, daß früher eine
Überlastung der Drehstromlichtmaschine durch zu viele Verbraucher
ausgeschlossen war, da die Spulenwiderstände der Lima zu hohen Stromfluß
verhindert haben. Da würde ich mich mal erkundigen.
Die Lima wird nicht das Problem haben, sondern evt. das Bordnetz. Wenn
eine 90A-limitierte Lima eine 150Ah + (angenommen 80Ah) + Bordnetz laden
muß, wird der Spannungsabfall irgendwann kritisch.
batman schrieb:> Die Lima wird nicht das Problem haben, sondern evt. das Bordnetz.> Wenn> eine 90A-limitierte Lima eine 150Ah + (angenommen 80Ah) + Bordnetz laden> muß, wird der Spannungsabfall irgendwann kritisch.
Wenn die Lima auf 90A begrenzt ist, dann wird beim Laden auch nicht mehr
Strom fließen. Und wenn du eine 650Ah-Batterie dranhängst, werden
trotzdem nur die maximal 90A fließen, welche die Lima hergibt.
Nur wenn die Lima nicht auf 90A begrenzt ist, dann kann das Bordnetz
Probleme bekommen.
Könnte es nicht auch sein, dass der Spannungsbfall an der Schottky das
Bordnetz verwirrt? Denn bei 90A dürfte selbst eine Schottky um 1V haben.
Von der Lichtmaschine direkt könnte aber die höhere Spannung gesenst
werden.
Hast du eigene Leitungen zu deinem Womo gezogen?
Wenn nicht, könnte diese Leitung vlt. nicht für so hohe Ströme ausgelegt
sein.
Nach dem momentanen Stand der Diskussion hat Roman eine (eine!)
"Leistungsdiode" verbaut.
Solange er das nicht genauer ausführt, gehe ich davon aus, daß es genau
eine Diode ist und in der Verbindung von LiMa zu original
Starterbatterie KEINE Diode eingeschleift ist. Soweit also in Ordnung.
Die Diode zur AGM-Bordbatterie ist übrigens gar nicht so übel und kann
ruhig auch eine normale Si-Diode mit 0,7V Schwellspannung sein. Sie
begrenzt den zeitweiligen Anstieg des Bordnetzes auf 14,4V auf für die
AGM verträglichere 13,8V.
Weiters hat er geschrieben, daß die Bordelektronik "Überlast" der LiMa
meldet. Klingt logisch.
Bei einem zusätzlich eingeschleiften Spannungsabfall im Bordnetz würde
ja eher eine "Unterlast" auftreten - von den 14,4V der LiMa kommen an
der Batterie weniger Spannung an, sie nimmt nicht so viel Ladestrom auf.
Wie dick ist eigentlich die Leitung zur Zweitbatterie?
Ich kenne das so dass 2-4m Litze (*2, weil hin und zurück) mit 4-6qmm
den Strom auf verträgliche Werte begrenzen, selbst wenn die
Zweitbatterie ziemlich leer ist.
Achtung grobe Spekulation:
Wenn nun doch eine Diode zwischen LiMa und Starterbatterie ist, die
Bordelektronik ansonsten weiter fest mit der Starterbatterie und dort
wird auch die Bordspannung gemessen, dann könnte es sein, daß die LiMa
mit erhöhter Spannung "kämpft", um die Bordpannung auf den gewünschten
Wert zu bekommen, oder das eben nicht schafft. Aus dieser Situation
könnte die Elektronik den Fall "Überlast" ableiten und anzeigen.
Nur Spekulation.
TomH schrieb:> Diode zwischen LiMa und Starterbatterie
Lustigerweise würde man sie genau so einbauen müssen, wenn sie das
Entleeren der Starterbatterie verhindern sollte. :)
Ok, die Durchlaßspannung würde auch zwischen den Batterien einen
gewissen Trennungseffekt haben. Selbst wenn man eine volle (Starter) mit
einer leeren (Bord)Batterie über eine Diode in Flußrichtung verbindet,
wird kaum Strom fließen - bis an die leere Batterie noch Verbraucher
gehängt werden.
Für den Zweck sind die üblichen Camper-Trennrelais natürlich genau das
Richtige. Die nötige Strombegrenzung bekommt man schon durch
entsprechende Kabellänge/dicke hin. Zusätzlich muß gegen Kurzschluß
gesichert werden.
kann es schlicht sein, das Das Steuergerä den Spannungsanstieg X
erwartet, der aber wegen der großen Kapazität nicht so schnell eintritt
wie zu erwarten wäre?!
Du somit die Fehlermeldung also schlicht ignorieren kannst, da die
vermutlich nach einiger Zeit einfach ausgeht?
Also im Grunde alles völlig i.O. ist wie es ist nur irreführenderweise
die Meldung kommt, weil das System schlicht von einer kleinereren
Batterie ausgeht?
Und weshalb kommen hier fagen, nach der genauen Typ der Batterie?!?
Wenn er sag Blei, dann habt ihr ALLE Informationen die ihr benötigt,
welhe Sorte Blei Akku ist für das Problem völlig irrelevant
Hallo zusammen,
es hat lange gedauert bis ich mich nun wieder melde.
Das lag daran dass in der Zwischenzeit viel passiert ist.
Zunächst einmal weiß ich inzwischen, dass ich eine 150A Lichtmaschine in
dem Bus habe. Ich weiß inzwischen, dass die Fehlermeldungen hierzu
komplett ignoriert werden können.
Es gab dann noch ein Problem mit dem Sensor für den Füllstand beim
Motoröl.
Und ein ganz dickes Problem mit dem Motor, die Werkstatt-Diagnose
"offene Lunkerstelle im Motorblock" war dann auch noch falsch, denn es
war nachher nur die Wasserpumpe, die für Kühlwasserverlust
verantwortlich war.
Beinah hätte ich mir einen Austauschmotor besorgt.
Alles in allem ein sehr turbulentes Jahr. Aber nun sieht es wieder
besser aus. Hoffentlich habe ich etwas mehr Ruhe mit dem Bus.
Ich wollte euch dies alles nur noch abschließend mitteilen.
Daher bleibt mir nun nur noch, euch für die tatkräftige Unterstützung zu
danken. Ich habe dadurch so einiges über Bordelektronik gelernt.
@Stefanus,
ich habe mir übrigens den Zweitbatterielader gekauft. Funktioniert
perfekt.
Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest
Roman