Hallo,
ich habe einen kompletten Set von Gerber Files fü ein Layout,
also .GBL,.GBO,.GBP,.GBS,.GTL,.GML,.GTO, .GTP,. GTS, .TXT Dateien.
Kann ich davon zurück auf ein nicht vorhandenes Schaltbild kommen?
Danke
SIM 800L schrieb:> Kann ich davon zurück auf ein nicht vorhandenes Schaltbild kommen?
Wenn du schon so fragst, Nein. Unmöglich ist es nicht, aber viel Arbeit
für einen erfahrenen Fachmann. Das müsste sich schon lohnen.
Georg
Gerberdaten sind so ziemlich ohne jeden logischen Inhalt. Ein korrektes
Abbild der Platine ja, mehr nicht. Da siehst du z.B. ein SO8-IC, aber
nicht welches, also sinnlos.
Vergiss es!
In den Gerber Dateien sind keinerlei Informationen zum ehemaligen
Schaltbild enthalten.
Du kannst natürlich aus den Leiterbahnen Striche machen, aber dann ist
auch schon Schluss. Die ganzen Vertikalinformationen
(Durchkontaktierungen) sind verschütt.
Selbst die Footprints lassen sich nicht restaurieren, da oft die
Bohrdaten fahrwegoptimiert ausgegeben wurden und nicht logisch
(Bildhaft) zusammenhängend.
Sebastian S. schrieb:> Die ganzen Vertikalinformationen> (Durchkontaktierungen) sind verschütt.
Das ist mit entsprechender Software überhaupt kein Problem. Jedes
bessere CAM-Programm erzeugt aus einem Satz Gerberdaten wieder eine
Netzliste - z.B. für die elektrische Prüfung.
Sebastian S. schrieb:> Selbst die Footprints lassen sich nicht restaurieren
Selbstverständlich kann man das, die Software erkennt ohne weiteres etwa
ein 14poliges DIL. Man weiss nur nicht, welches IC das ist, dafür ist
dann menschliche Intelligenz erforderlich, ohne Garantie auf Erfolg.
Georg
Sebastian S. schrieb:> Die ganzen Vertikalinformationen> (Durchkontaktierungen) sind verschütt.
Merkwürdig wie ein Fertiger dann aus den Gerberdaten Platinen mit Dukos
erstellen kann. Wenn diese doch "verschütt" sind.
Vielleicht überdenkst du diese These noch mal.
Sebastian S. schrieb:> Die ganzen Vertikalinformationen> (Durchkontaktierungen) sind verschüttCyblord -. schrieb:> Vielleicht überdenkst du diese These noch mal.
Mal so zum Denken: an der Stelle x/y ist oben ein Pad, unten ein Pad und
an der gleichen Stelle eine Bohrung aus der Datei für DK-Bohrungen - was
schliessen wir daraus??
Georg
georg schrieb:> Sebastian S. schrieb:>> Die ganzen Vertikalinformationen>> (Durchkontaktierungen) sind verschütt>> Cyblord -. schrieb:>> Vielleicht überdenkst du diese These noch mal.>> Mal so zum Denken: an der Stelle x/y ist oben ein Pad, unten ein Pad und> an der gleichen Stelle eine Bohrung aus der Datei für DK-Bohrungen - was> schliessen wir daraus??
Vielleicht schaust du erst mal was du wem antwortest. Du scheinst
verwirrt. Ich sage ja gerade dass man NATÜRLICH aus den Gerberdaten
Dukos erkennen kann und muss.
@ Εrnst B✶ (ernst)
>Um die Verwirrung komplett zu machen:>In Gerber X2 kann man Netzlisten und Komponenten-Attribute mit>unterbringen.>Hat auch schon seinen Weg in Wikipedia gefunden:>https://en.wikipedia.org/wiki/Gerber_format>> "The CAD netlist can be embedded in the Gerber files."
Und genau DAS will so ziemlich keiner! Denn einer der Vorteile von
Gerber ist es ja, eben nur die minimalen Informationen für die
Produktion rauszugeben und NICHT den fertigen Schaltplan, der ja zum
Betriebsgeheimnis gehört.
Natürlich abgesehen davon dass sich einige Nutzerkreise regelrecht darum
prügeln direkt ihre gesamten Projektdateien einsenden zu dürfen nur um
sich nicht mit Gerber beschäftigen zu müssen.
Εrnst B. schrieb:> In Gerber X2 kann man Netzlisten [..] unterbringen.Falk B. schrieb:> Und genau DAS will so ziemlich keiner!H.Joachim S. schrieb:> Vor allem, wenn der Kram in China produziert wird.
zumindest DAS Problem löst sich von selber:
Die üblichen China-Billig-PCB-Buden arbeiten wohl alle mit uralten
(Raubkopierten? EOL? Kein Support, keine Updates?) Versionen der
CAM-Software (*). Die wollen 90er-Jahre-Gerber, nix aktuelles, vor allem
kein X2.
*) Siehe z.B. der Bug in alten CAM350-Versionen beim Import von
"G75"-Arcs, der seltsamerweise nur in China immer noch auftritt...
Cyblord -. schrieb:> Vielleicht schaust du erst mal was du wem antwortest. Du scheinst> verwirrt. Ich sage ja gerade dass man NATÜRLICH aus den Gerberdaten> Dukos erkennen kann und muss.
Also ich hab's nicht so verstanden, dass er DICH damit meint. Er hat
Deinen Apell zum Neuüberdenken lediglich mit angetackert.
M.A. S. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Vielleicht schaust du erst mal was du wem antwortest. Du scheinst>> verwirrt. Ich sage ja gerade dass man NATÜRLICH aus den Gerberdaten>> Dukos erkennen kann und muss.>> Also ich hab's nicht so verstanden, dass er DICH damit meint. Er hat> Deinen Apell zum Neuüberdenken lediglich mit angetackert.
Mag sein, aber so macht man das nicht. Er antwortet so quasi uns beiden.
Cyblord -. schrieb:> Natürlich abgesehen davon dass sich einige Nutzerkreise regelrecht darum> prügeln direkt ihre gesamten Projektdateien einsenden zu dürfen nur um> sich nicht mit Gerber beschäftigen zu müssen.
Trifft das nicht in erster Linie auf Hobbyisten zu?
Männo schrieb:> Und,> kann jemand nun dem TO helfen, oder ist der Thread gekapert?
Die erste Antwort war bereits vollständig. Damit war der Thread dann zum
Abschuss freigegeben.
Cyblord -. schrieb:> Die erste Antwort war bereits vollständig. Damit war der Thread dann zum> Abschuss freigegeben.
So ist es. In weiteren Antworten wurde dies noch ausführlicher
erläutert, dem ist eigentlich nichst hinzuzufügen.
M.A. S. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Natürlich abgesehen davon dass sich einige Nutzerkreise regelrecht darum>> prügeln direkt ihre gesamten Projektdateien einsenden zu dürfen nur um>> sich nicht mit Gerber beschäftigen zu müssen.>> Trifft das nicht in erster Linie auf Hobbyisten zu?
Eigentlich doch nur auf einen Teil aus der Teilmenge
'Eagle-Nutzer'...oder?
Cyblord -. schrieb:> Die erste Antwort war bereits vollständig
Ich fand diese Antwort eher überheblich. Die richtige Antwort lautet es
kommt darauf an und wieviel Arbeit möchte man investieren.
Enthält der Bestückungsdruck Angaben zum Bauteil bzw. zu Bauteilwerten,
ist das mit etwas Aufwand schon möglich.
Wer schreibt denn schon Bauteilwerte auf die Platine? Wenn überhaupt
Bestückungsdruck steht dann da IC12, C243 etc.
Bei Prototypen finde ich einen Bestückungsdruck noch ganz hilfreich,
aber in der Serienfertigung? Bestücker hat sich noch nie beschwert, dass
da keiner drauf ist. Der Kram ist doch eh so klein geworden, dass man
das ohne Lupe gar nicht mehr lesen könnte (wenn es der Siebdruck denn
überhaupt entzifferbar hinbekommt) und man dann noch ahnen kann, welche
Bezeichnung zu welchem Bauteil gehört...
michael_ schrieb:> Es wird schon gehen.>> Zu Fuß!>> Macht etwas Arbeit. Ein erfahrener Elektroniker zeichnet Layout und> Schaltplan nach.
Erfahrung und solche Aussagen widersprechen sich schon mal. Wenn es
einigermaßen simple Layouts sind, ein Bestückungsdruck enthalten ist und
die Funktion bekannt ist wäre es vielleicht(!) möglich.
Ich hab in meiner letzten Firma ein Layout gebaut (zwei Lagen, fast nur
THT, ca. 20-25 Bauteile, Bestückungsdruck sogar beidseitig vorhanden, an
sich definitiv simpel) und ich hab auch andere Layouts gemacht wo ich
mir sicher bin, daß du den Schaltplan ohne weitere Informationen wie der
BOM nie und nimmer extrahiert bekommen wirst. Teilweise vielleicht-aber
nie und nimmer vollständig, schon gar nicht so daß die Schaltung
wenigstens teilweise funktioniert.
Die erste Antwort mag der ein oder andere überheblich finden-richtig ist
sie trotzdem.
Inzwischen sind es 27? Antworten, aber eine Reaktion vom TO war darunter
nicht erkennbar. So gesehen waren die zwei Buchstaben meiner ersten
Antwort eigentlich schon zu viel ;-)
Mal ehrlich, wer gibt einem die Gerber Daten einer Platine, ohne
zumindest einen Bestückungsplan?
Mit Bestückungsplan kann man natürlich auch die Schaltung
rekonstruieren, aber davon war im Einganspost keine Rede.
Volker S. schrieb:> Mal ehrlich, wer gibt einem die Gerber Daten einer Platine, ohne> zumindest einen Bestückungsplan?
Jemand, der nur eine entsprechend gefertigte Platine haben möchte und
nicht das Produkt kurze Zeit später auf Ebay mit Artikelstandort
Shenzhen finden möchte.
Wolfgang schrieb:> Jemand, der nur eine entsprechend gefertigte Platine haben möchte
Klar - der gibt die Daten aber einem Platinenfertiger und nicht SIM
800L...
Für 99,9 % der Leiterplatten, die jemand in China fertigen lässt, beruht
die Vermutung, Chinesen würden sich auf die Unterlagen stürzen und
Kopien im Internet verkaufen, einfach nur auf Grössenwahn. Da könnte man
auch alle Stromlaufpläne mitschicken, das interessiert kein Schwein.
Natürlich sind die Forumsmitglieder hier ausgenommen, die machen ja alle
hochgeheime militärische und Weltraumsysteme in ihrer Waschküche.
Georg
Εrnst B. schrieb:> Die wollen 90er-Jahre-Gerber, nix aktuelles, vor allem kein X2.
Wie ich neulich feststellen musste, war bei Altium Designer der
X2-Export ziemlich kaputt, woraufhin ich auch ein längeres Telefonat mit
einem Supportmitarbeiter hatte. Dieser räumte ein, dass X2 wohl von
niemandem genutzt werde und deswegen die fehlerhaften Daten noch nicht
aufgefallen wären.
georg schrieb:> Für 99,9 % der Leiterplatten, die jemand in China fertigen lässt, beruht> die Vermutung, Chinesen würden sich auf die Unterlagen stürzen und> Kopien im Internet verkaufen, einfach nur auf Grössenwahn. Da könnte man> auch alle Stromlaufpläne mitschicken, das interessiert kein Schwein.>> Natürlich sind die Forumsmitglieder hier ausgenommen, die machen ja alle> hochgeheime militärische und Weltraumsysteme in ihrer Waschküche.>> Georg
Da ist zwar was dran, aber es gibt auch Leute, die machen Schaltungen
und/oder Layouts im Auftrag für Firmen (mein bevorzugtes
Tätigkeitsfelds). I.a. mit funktionsfähigem Prototyp. Und dann liegt es
nicht im eigenem Ermessen, was ich alles an einen externen Fertiger
übermittele und ob das für einen dritten interessant sein könnte. Einen
Kunden habe ich z.B., der darauf besteht, dass gar nichts von mir an
dritte geht. Also der umständliche Weg: ich liefere Schaltung und layout
und bekomme von ihm dann die Musterplatinen vom Hersteller seines
Vertrauens. Ist auch ne Firmenphilosophiefrage. Ich habe mir abgewöhnt,
das eine oder andere zu hinterfragen. Anderen ist es völlig egal.
Entweder weil sie sich nicht drum kümmern oder die Sachen trivial sind.
H.Joachim S. schrieb:> die machen Schaltungen> und/oder Layouts im Auftrag für Firmen (mein bevorzugtes> Tätigkeitsfelds)
Mache ich auch, und selbstverständlich sind Unterlagen vertraulich.
Ebenso bei LP-Herstellern, wenn da einer unseriös damit umgeht, schiesst
er sich selbst aus dem Geschäft, daher achtet da jeder drauf. Ich habe
extra einen Profi-Schredder angeschaft für vertrauliche Unterlagen (die
ich natürlich kriegen muss, wenn ich ein Layout mache). Übrigens gilt
das für alle Zulieferer und damit für den grössten Teil der deutschen
Wirtschaft.
Aber das chinesische Hersteller alles sofort kopieren, was man bei ihnen
in Auftrag gibt, ist nur eine absurde Verschwörungstheorie. Auf vielen
Gebieten müssten ja wir kopieren, weil sie uns vorraus sind, z.B. bei
Elektroautos.
Ich finde es halt amüsant, wenn hier ein Bastler, der gerade seine erste
LED zum Blinken gebracht hat, sich Sorgen macht, der Chinese könnte
seine Konstruktion klauen.
Georg
Andreas S. schrieb:> Wie ich neulich feststellen musste, war bei Altium Designer der> X2-Export ziemlich kaputt, woraufhin ich auch ein längeres Telefonat mit> einem Supportmitarbeiter hatte. Dieser räumte ein, dass X2 wohl von> niemandem genutzt werde und deswegen die fehlerhaften Daten noch nicht> aufgefallen wären.
Gut zu wissen, vielen Dank für diese Information!
Falk B. schrieb:> Und genau DAS will so ziemlich keiner! Denn einer der Vorteile von> Gerber ist es ja, eben nur die minimalen Informationen für die> Produktion rauszugeben und NICHT den fertigen Schaltplan, der ja zum> Betriebsgeheimnis gehört.
naja, eine Netzliste ist auch noch kein Schaltplan. Da steht vereinfacht
drin, was man auch aus Gerberdaten entnehmen kann: IC101 Pin 1 ist mit
X104 Pin 4, sowie C12 Pin 1 verbunden, mehr nicht. Auch dort befindet
sich keine Information darüber, was die Funktion oder die Bezeichnung
von IC101 ist.
Übrigens ist es bei komplizierteren Schaltungen (und damit teureren
Platinen) durchaus sinnvoll, die Netzliste mitzuliefern. Denn nicht
immer werden die Pads richtig ausgegeben. Durchaus nicht so selten
werden Pads gezeichnet und nicht geblitzt, dann muss man versuchen
anhand der LSL oder / und Pastendaten die Pads zu rekonstruieren. Das
gelingt aber nicht immer zu 100%. Und so kann es Passieren, daß ein Pad
als einfache Durchkontaktierung angesehen wird und, wegen vermeintlicher
Redundanz, nicht getestet wird.
Außerdem hat man dann einen weiteren Kontrollmechanismus, denn wenn die
Netzliste, welche sich der Fertiger aus den Gerberdaten erzeugt, nicht
mit der mitgelieferten übereinstimmt, könnte das auf eine Fehlende oder
Falsche Gerberdatei hinweisen.
Der Pferdefuss dabei ist, daß es nicht DIE standardisierte Netzliste
gibt sondern verschiedene Formate und Versionen im Umlauf sind, welche
sich teilweise sehr ähneln aber doch unterschiedlich sind. Das kann dann
auch zu mehr Verwirrung führen als Nützen. Wenn man aber immer mit den
Selben LP Fertigern arbeitet kann man das einmal abstimmen und kann dann
die Vorteile nutzen.
Christian B. schrieb:> was man auch aus Gerberdaten entnehmen kann: IC101 Pin 1 ist mit> X104 Pin 4, sowie C12 Pin 1 verbunden
So einfach kann man das aus Gerber garnicht entnehmen, weil es kein
IC101 gibt, sondern irgendwo 16 Pads in einem bestimmten Muster, und
auch welche 2 Pads den C12 bilden, muss man erst mal herausfinden. Für
Menschen schon schwer genug, für Computer geht das schon in Richtung KI.
Georg
Ja, freilich. Aus den Gerberdaten bekommt man nur heraus, daß der IC101
heisst und wo Pin 1 ist, wenn der Bestückungsdruck mitgeliefert wurde
(und) der erste Pin andersartig geformt ist.
Diese Informatione steht aber dann in der Netzliste, auch welche
Bauteile es wirklich gibt.
Jedoch nicht, welche Werte diese Bauteile haben. Es kann ein Controller
sein, ein OPV, ein MAx232, irgendwas.
Christian B. schrieb:> wenn der Bestückungsdruck mitgeliefert wurde> (und) der erste Pin andersartig geformt ist
Kennst du auch eine Software, die den Bestückungsdruck automatisch
interpretiert? Sonst artet das in echte Arbeit aus.
Georg
georg schrieb:> Kennst du auch eine Software, die den Bestückungsdruck automatisch> interpretiert? Sonst artet das in echte Arbeit aus.
nein, so etwas ist mir nicht bekannt.
Altium, Cadence und Co können auch Gerber einlesen.
https://techdocs.altium.com/display/ADOH/CAM+Editor+Reverse+Engineering+PCBs
Altium ist sogar so Nett und kann eine Netzliste daraus erstellen.
Danach ist Handarbeit gefragt. Bauteile anhand der Bestückpostionen raus
suchen und mit der Netzliste kombinieren.
Wenn der TO also Willens ist und ihm das Thema wichtig genug ist, kann
man das Problem mit Fleißarbeit lösen.
Chris K. schrieb:> Wenn der TO also Willens ist und ihm das Thema wichtig genug ist, kann> man das Problem mit Fleißarbeit lösen.
Die eigentliche Frage ist, was der TO denn nun eigentlich wollte?
Ich vermute Copy&Paste; er hat die Gerberdatei und möchte das
Schaltbild, um den Copyright Hinweis zu entfernen, den er aus der
Gerberdatei so nicht erkennen kann.
Eine andere Erklärung für die Fragestellung habe ich jedenfalls nicht
:-)