Gast
#5414625
Hallo, um einen Snubber eines Triacs zu dimensionieren gibt es diverse Leitlinien, die aber vorraussetzen, dass man Daten über die zu schaltende Last kennt. Bis zu welchem Maß lässt sich ein Snubber so auslegen, dass er unabhängig von der Induktivität der Last den Triac wirksam schützt? So, wie ich es verstanden habe, gibt es 3 Effekte, an denen der Snubber beteiligt ist, die man berücksichtigen muss, damit es nicht zur Zerstörung kommt. 1. Die Stromanstiegsgeschwindigkeit darf im Einschaltmoment nicht zu hoch sein. Je größer der Kondensator und je kleiner die Induktivität des Snubbers, desto höher der Anstieg, der durch den Snubber selbst verursacht wird. Wenn man im Spannungsnulldurchgang schaltet, sollte dieser Effekt zu vernachlässigen sein, da der Kondensator in diesem Moment (fast) leer ist. 2. Phasenverschiebung bei induktiven Verbrauchern: Beim Unterschreiten des Haltestroms kann je nach Phasenverschiebung im Ausschaltmoment plötzlich die volle Netzspannung anliegen. Der Snubber begrenzt den Spannungsanstieg auf die Geschwindigkeit, mit der der Kondensator geladen wird. 3. Zusätzlich kann die Last beim Ausschalten eine Spannung induzieren, die aus dem verbleibenden Haltestrom resultiert. Legt man jetzt den Snubber für einen rein induktiven Verbraucher mit entsprechender Leistung aus, sind dann dadurch alle Arten von Lasten abgedeckt, die unter dieser Leistung bleiben? Oder übersehe ich etwas? Kann denn in der Praxis aus der Tatsache, dass ein Triac nicht über Kopf zündet schließen, dass er auch nicht an zu hohem dU/dt stirbt? Resultiert die Zerstörung aus der Überkopfzündung oder resultiert beides aus dem gleichen Effekt und ist unabhängig voneinander? Die Frage zielt darauf ab, ob man durch Ausprobieren verlässlich darauf schließen kann, ob ein gegebener Snubber bei gegebener Last den Triac langfristig schützt oder ob es möglich ist, dass der Triac an seiner dU/dt Grenze betrieben wird, aber gerade so nicht über Kopf zündet, trotzdem aber nach ein paar Wochen kaputt geht.