Liebe Elektromechaniker,
ich hoffe, jemand mit Erfahrung kann aus dem FF kurz erklären, was mich
als Unbefleckten vor Rätsel stellt:
Wenn bei einem kleinen permanent erregten DC Motor die Nennspannung als
Bereich angegeben ist (hier "6-9Vcc"), auf welche Spannung bezieht sich
dann die Drehzahlangabe (hier "n=2000 Giri/1'")? 6 oder 9 Volt?
Vielen Dank!
Charly
Das ist doch bestimmt ein Motor aus sowas wie Kassettenrekordern,
Plattenspielern o.ä. Da ist eine Drehzahlregelung/-stabilisierung mit
drin, die über einen gewissen Spannungsbereich die Drehzahl konstant
hält.
Ja, der Motor stammt scheinbar ursprünglich aus einem tragbaren
Plattenspieler, wird aber aktuell (nicht der abgebildete, aber ein
baugleicher) in einem anderen Kontext verwendet und ist dort defekt.
Ohne die Ansteuerung bereits gesehen zu haben, ist zu vermuten, dass die
Drehzahl des Motors gesteuert wird. Es handelt sich hierbei um ein
Medienkunstwerk und ich suche als Restaurator nach einem Ersatzmotor,
falls es nicht oxidiert Bürsten oder eine klemmende Welle sind.
Wie meinst Du, ist die Drehzahl geregelt? Eine elektronische Regelung
ist im Motor nicht verbaut. Oder meinst Du, dass bei 6V bereits die max.
Drehzahl erreicht ist und bis 9v nicht mehr steigt?
>Wie meinst Du, ist die Drehzahl geregelt? Eine elektronische Regelung>ist im Motor nicht verbaut. Oder meinst Du, dass bei 6V bereits die max.
So? Wie kommst Du darauf? Schon mal unter den Deckel geschaut, wo die
Kabel verschwinden?
Die Kabel haben übrigens nicht umsonst diese Farbgebung, denn die
Motoren wollen dann nämlich auch nur mit einer bestimmten Polarität
betrieben werden (falsch herum geht die integrierte Regelungselektronik
kaputt)
Jens G. schrieb:> So? Wie kommst Du darauf? Schon mal unter den Deckel geschaut, wo die> Kabel verschwinden?> Die Kabel haben übrigens nicht umsonst diese Farbgebung, denn die> Motoren wollen dann nämlich auch nur mit einer bestimmten Polarität> betrieben werden (falsch herum geht die integrierte Regelungselektronik> kaputt)
In dem Motor ist keine Elektronik
https://www.lencoheaven.net/forum/index.php?topic=24762.msg334979#msg334979
Jupp, das ist eine der wenigen Referenzen, die ich zu dem Motor finden
konnte. Ich suche nach einem baugleichen, oder technisch (und möglichst
optisch) passenden Ersatz. Das Problem ist, dass bei dem Medienkunstwerk
alle Bauteile sichtbar sind und keine Vorwiderstände oder
schaltungstechnische Veränderungen vorgenommen werden dürfen...
>Ich habe selber nicht drunter geschaut, aber im angehängten Bild ist das>verunglückte Innenleben zu sehen.
Nun gut, dann mußt Du eben andere Wissende fragen ;-)
Normalerweise hat ein DC-Mot. eine Nennspannung.
Auf die sich seine max. Drehzahl bezieht und bei der er auch
betriebssicher dauerhaft betreibbar ist.
Variabel ist die Nennspannung nur insoweit, daß man sie kurzfristig auch
mal "überziehen" kann, ohne daß der Mot. dann gleich "abraucht".
Grenzwertig ist das aber jedenfalls.
"Unterschritten" werden kann die Nennspannung aber jederzeit und auch
dauerhaft, ohne daß der Mot. dabei geschädigt wird.
Er dreht halt dadurch nur langsamer und auch nicht mit seiner
Nenn-Leistung.
Hat man nun eine Angabe wie bei Dir:
6 - 9V und dabei immer 2000 U/min, geht das niemals ohne
Drehzahlregelung.
Die muß auch nicht unbedingt im Motor selbst sein.
Es reicht auch aus, seine Drehzahl irgendwie zu kontrollieren.
Bzw. sicherzustellen, daß er zwischen 6 und 9V dadurch immer den Strom
bekommt, damit er bei einer Spannung x in diesem Bereich 2000 U/min
liefert.
Wenn Du die Nennleistung des Mot. aktivieren können willst:
Betreib ihn mit 9V.
Grüße
Jens, vielen Dank fürs Mitgrübeln.
Ich finde diese Praxis "Nennspannung als Bereich" und Drehzahlangabe
ohne Bezug auf Spannung bei vielen Anbietern, meist ohne Datenblätter
die Aufschluss geben könnten. Diese Praxis scheint eine Regel zu
haben...
Dieser Motor scheint auf der Vorderseite auch einen abnehmbaren Deckel
zu haben, was meiner Meinung nicht sehr üblich ist. Wer weiß, was sich
da für ein Trick verbirgt ...
Danke Holzkopf für die Erläuterung. Die Ansteuerung/ Regelung des Motors
ist durch eine unorthodoxe Schaltung eines Medienkünstlers gegeben
(fliegend verdrahtet) und integriert interaktive Elemente, wie
Photodioden, die über Relais und DC Motoren auf akustischen Instrumenten
in Musik umgesetzt werden.
Ich möchte und darf die Ansteuerung des Motors nicht verändern und suche
einen Ersatz mit den möglichst gleichen Spezifikationen und
Ansteuerungsverhalten. Dafür habe ich momentan leider nur das
Typenschild als Auskunftsgeber und meine, dass sich die Drehzahlangabe
entweder auf das Min oder Max der Nennspannung beziehen MUSS...
Der Motor ist auf seiner Vorderseite lediglich auf ein Blech geflanscht
und die Welle mit einer Riemenscheibe ausgestattet. Die Anschlüsse
münden im 2. Bild sichtbar direkt in den Bürsten für den 3 teiligen
Trommelanker.
>Der Motor ist auf seiner Vorderseite lediglich auf ein Blech geflanscht
Ich meinte das Blech, welches noch als Nase/Lasche vorn in der
Aussparung am Rand des runden Gehäuses sichtbar ist (so wie man auch vom
hinteren Blech die Lasche seitlich rausgucken sieht)
Charly schrieb:> Die Ansteuerung/ Regelung des Motors> ist durch eine unorthodoxe Schaltung eines Medienkünstlers gegeben> (fliegend verdrahtet) und integriert interaktive Elemente, wie> Photodioden, die über Relais und DC Motoren auf akustischen Instrumenten> in Musik umgesetzt werden.
Was "Medienkünstler" so treiben, weiß ich nicht.
Und ob die etwas unorthodox oder fliegend womit verdrahten, interessiert
eigentlich auch nicht, wenn es funktioniert.
Eines verstehe ich bei dem, was Du hier beschreibst, allerdings von der
reinen Logik her nicht:
Wie willst Du denn per Relais und DC-Mot. auf akustischen Instrumenten
etwas in Musik umsetzen können?
Blasinstrumente mit "geregeltem" Luftmassenstrom??
Ist es denn meistens nicht genau umgekehrt?
Ein akustisches Instrument, z.B. eine E-Gitarre, generiert zunächst mal
eine "Basis-Musik".
Die aber dann durch allerhand elektrische/elektronische Maßnahmen
"manipuliert" werden kann.
Z.B. in Tremolos oder Nachhall usw. usw.
Ich verstehe davon nicht viel, habe aber einen guten Bekannten, der
Gitarrenunterricht gibt.
Er hat jede Menge hochwertiger E-Gitarren und motzt/optimiert auch
ständig bestens "bewährte" Verstärker von ihnen auf.
Scheut dabei auch keine Mühen und Kosten. ;)
Hätte auch kein Problem damit, ihn dazu mal näher zu befragen.
> Ich möchte und darf die Ansteuerung des Motors nicht verändern und suche> einen Ersatz mit den möglichst gleichen Spezifikationen und> Ansteuerungsverhalten. Dafür habe ich momentan leider nur das> Typenschild als Auskunftsgeber und meine, dass sich die Drehzahlangabe> entweder auf das Min oder Max der Nennspannung beziehen MUSS...
Denke, Du solltest Dich zunächst mal bei den "Medienkünstlern" darüber
informieren, wozu der DC-Mot. überhaupt dienen soll.
Das Typschild sagt nur (vermutlich) aus, daß er zwischen 6 und 9V
problemlos auf einer Drehzahl von 2000 U/min "gehalten" werden kann.
Es könnte aber auch sein, daß er "Verzerrungen" jedweder Art eines für
Musik maßgeblichen akustischen Instrumentes ermöglichen soll.
Ob das aber der Sinn der Sache ist, weiß ich nicht.
Und so lange auch Du das nicht weißt, ist es wenig sinnvoll, hier
darüber zu spekulieren. :)
Grüße
Der Sinn der Sache ist mir als Restaurator besser bekannt, als die
schaltungstechnische Umsetzung. Aber die Elektromechanik ist einfach:
ein Motor dreht mit Unwucht einen Klöppel über gespannte Saiten, eine
Relais - oder besser eine Elektromagnet mit Klöppel haut auf eine
Trommel oder Glocke. Das Ganze mit Photodioden als Interface und Timern,
Quantisierung und ICs. Davon ganz viele et voilà: Musik.
Entweder man lebt damit daß ein "Medienkunstwerk" mit bewegten Teilen
verschleisst und irgendwann kaputt ist, oder man lagert als Künstler
genügend Ersatzteile ein oder man verbaut nur Ersatzteile von denen man
weiss daß sie noch 50, 100 oder mehr Jahre geliefert werden.
So bist du der arme Kerl der den "Scheiß" dieses "Künstlers" wieder in
Gang bringen soll.
Viel Glück, aber ich weiss leider auch nicht wo du so einen Motor
herbekommst.
Charly schrieb:
> Wenn bei einem kleinen permanent erregten DC Motor die Nennspannung als> Bereich angegeben ist (hier "6-9Vcc"), auf welche Spannung bezieht sich> dann die Drehzahlangabe (hier "n=2000 Giri/1'")? 6 oder 9 Volt?
Vermutl. 2000 1/min bei Vollast (9V), aber:
> Der Sinn der Sache ist mir als Restaurator besser bekannt, als die> schaltungstechnische Umsetzung. Aber die Elektromechanik ist einfach:> ein Motor dreht mit Unwucht einen Klöppel über gespannte Saiten, eine> Relais - oder besser eine Elektromagnet mit Klöppel haut auf eine> Trommel oder Glocke. Das Ganze mit Photodioden als Interface und Timern,> Quantisierung und ICs. Davon ganz viele et voilà: Musik.
Was passiert denn da genau: Es sitzt quasi ein Nocken auf der Welle des
Motors? Wenn der Motor angeschaltet wird, dreht er sich x Umdrehungen
(wie viele?) und hält dann wieder an. Der Nocken bewegt dabei den
Klöppel?
Da wird er sich kaum mit 2000 1/min drehen. Je nach Last ist der Motor
beim Anlaufen deutlich langsamer. Vermutlich reicht es aus, einen Motor
ähnlicher Größe mit ähnlicher Umdrehungszahl für die vom Erbauer
vorgesehene Spannung zu kaufen. Dann kann man hoffen, daß man ein
ähnliches Verhalten hinbekommt.
Datenblatt vom Originalmotor hat man sowieso nicht, kann also nicht mit
einem neuen Motor vergleichen. Feintuning muß man dann halt an den
Sensoren und "Timern" vornehmen. Wird der Erbauer auch so gemacht haben.
Alternative wäre, genau den gleichen Motor zu kaufen oder den alten
Motor zu zerlegen und restaurieren. Evtl. reicht ja Reinigen.
MfG
Charly schrieb:> Der Sinn der Sache ist mir als Restaurator besser bekannt, als die> schaltungstechnische Umsetzung...
Beinhaltet Restaurator, daß Du nur Original-Ersatz-Teile oder
"aufgemotzte" Original-Teile einsetzen darfst?
Grüße