Hallo,
demnächst muss ich einige Stecker aus der TE MQS Serie an einer Platine
befestigen. Dazu muss ein Stück Leitung in die Kontakte gecrimpt werden,
die Leitung wird dann auf der Platine verlötet und abschließend
vergossen.
Normalerweise sind das Steckverbinder für Wire-to-Wire Anwendungen. Die
Kontakte sind folglich auf Litze ausgelegt. Wegen der einfacheren
Handhabung beim verlöten möchte ich gerne Draht statt Litze verwenden.
Kann man Draht zuverlässig bei solchen crimpkontakten einsetzen?
Vielen Dank.
Karl
Karl schrieb:> Kontakte sind folglich auf Litze ausgelegt. Wegen der einfacheren> Handhabung beim verlöten möchte ich gerne Draht statt Litze verwenden.> Kann man Draht zuverlässig bei solchen crimpkontakten einsetzen?
Die Einzeldrähte einer Litze müssen nicht einzeln verlötet werden.
Einadrige Drähte, die in Crimpkontakte gecrimpt werden, mache nur
Probleme.
vielleicht schrieb:> Die Einzeldrähte einer Litze müssen nicht einzeln verlötet werden.> Einadrige Drähte, die in Crimpkontakte gecrimpt werden, mache nur> Probleme.
Da hast du wohl Recht. Ich muss sie nur durch Löcher in der Platine
fummeln. Das Löten an sich ist dann nicht mehr das Problem.
Aber es lohnt sich sicher nicht, Zuverlässigkeit gegen Bequemlichkeit zu
tauschen.
Karl schrieb:> Kann man Draht zuverlässig bei solchen crimpkontakten einsetzen?
Nein, kann man nicht. Der Crimp wird in aller Regel nicht gasdicht, wo
die Gefahr besteht, dass er vor sich hin korrodiert und schwer zu
findende Fehler provoziert. Außerdem kann der Draht beim crimpen
brechen. Das willst du vermutlich auch nicht.
Die Lösung ist doch aber nicht so schwer. Litze nach dem abisolieren
leicht verdrillen und dann zumindest die Spitzen verzinnen. Läßt sich
wie Draht in die Platine einfädeln. Oder aber auf das Löten verzichten
und auf beiden Seiten Steckverbindungen nehmen (Overkill).
Jens schrieb:> Nein, kann man nicht. Der Crimp wird in aller Regel nicht gasdicht, wo> die Gefahr besteht, dass er vor sich hin korrodiert und schwer zu> findende Fehler provoziert. Außerdem kann der Draht beim crimpen> brechen. Das willst du vermutlich auch nicht.
Nein, vermutlich nicht ?.
> Die Lösung ist doch aber nicht so schwer. Litze nach dem abisolieren> leicht verdrillen und dann zumindest die Spitzen verzinnen. Läßt sich> wie Draht in die Platine einfädeln. Oder aber auf das Löten verzichten> und auf beiden Seiten Steckverbindungen nehmen (Overkill).
So habe ich es bisher gemacht bei einigen wenigen Mustern. Ist halt
ein Schritt mehr und doch Gefummel. Naja, Übung macht den Meister ...
wie gesagt: besser als Ausschuss.
Diese Lösung ist auch nur entstanden weil es arge platzprobleme gibt,
und da muss ich eben einen tod sterben.
Vielen dank für die Erklärungen.
Crimp-Kontakte sind zwar nicht für starre Adern geeignet, aber wir
setzen schon lange Crimp-Kontakte auch mit starren Drähten ein (u.a.
Molex).
Bisher haben nur die Kontakte selbst versagt, wenn die Zyklenzahl weit
überschritten war.
Der Trick ist simpel: Das Crimpen dient der Fixierung des Drahtes vor
dem Löten.
Wichtig ist natürlich, daß die Mechanik des ganzen Aufbaues mitspielt -
und der starre Draht nicht zu Brüchen führt.
MQS sind für Automobilbau? Dann ist mit Schwingungen zu rechnen. Es
könnte z.B. der starre Draht an der LP zu Problemen führen. Wenn alles
starr vergossen wird, dann wird das Problem jedoch wieder entschärft.
Blöde Frage, aber kann man nicht einfach eine Buchse nehmen, die auch
auf der Platine montierbar ist? Ist der Zwischenschritt über eine
Wire-to-Wire-Verbindung nötig?
Oskar schrieb:> Der Trick ist simpel: Das Crimpen dient der Fixierung des Drahtes vor> dem Löten.
Mit normalen, für die Drahtdicke passenden, Crimpkontakten wird Dir aber
häufig der Draht brechen. Muss nicht direkt nach dem Crimpen passieren,
kann auch hinterher noch passieren. Das Crimpen schwächt einfach den
Draht deutlich am Übergang in die Crimpstelle.
Vermutlich geht es, wenn man nur "leicht" crimpt, also der Draht
deutlich dünner ist als für den Crimpkontakt vorgesehen und damit beim
Crimpen nur leichte Kräfte ausgeübt werden.
Gerd E. schrieb:> Vermutlich geht es, wenn man nur "leicht" crimpt, also der Draht> deutlich dünner ist als für den Crimpkontakt vorgesehen und damit beim> Crimpen nur leichte Kräfte ausgeübt werden.
ja, natürlich leicht (nicht dünner), das habe ich als selbstverständlich
angesehen, wenn man das Crimpen nur zum Fixieren nutzt. Eigentlich ist
es Löten und bei Bedarf das Crimpen der Isolierung. Das Crimp-Werkzeug
stammt aus eigener Fertigung.
jz23 schrieb:> aber kann man nicht einfach eine Buchse nehmen, die auch> auf der Platine montierbar ist? Ist der Zwischenschritt über eine> Wire-to-Wire-Verbindung nötig?
Es wird wohl so sein, wie bei uns: Der Kunde bestimmt, welche Stecker
und Buchsen zu nehmen sind. Bei geringen Mengen muß man mit dem
klarkommen, was an Standard-Teilen da ist.
Karl schrieb:> und da muss ich eben einen tod sterben.
vielleicht hilft Dir ja beim Verzinnen ein kleines Lötbad und Du hältst
länger durch. Schneller ist Crimpen auch nicht.
jz23 schrieb:> Blöde Frage, aber kann man nicht einfach eine Buchse nehmen, die auch> auf der Platine montierbar ist? Ist der Zwischenschritt über eine> Wire-to-Wire-Verbindung nötig?Oskar schrieb:> Es wird wohl so sein, wie bei uns: Der Kunde bestimmt, welche Stecker> und Buchsen zu nehmen sind. Bei geringen Mengen muß man mit dem> klarkommen, was an Standard-Teilen da ist.
In etwa so. Eine gewisse Auswahl war schon vorhanden, allerdings waren
bei den Anschlüssen, die von der Größe her erträglich sind, keine für
Leiterplattenmontage gedachten dabei. Und bei der Stückzahl ist es nun
auch nicht der Weltuntergang. Augen zu und durch ;-)
Vielen Dank an alle.
Karl schrieb:> Kann man Draht zuverlässig bei solchen crimpkontakten einsetzen?
Nein!
Oskar schrieb:> Der Trick ist simpel:
Welche Norm war das schnell? ;)
Man könnte auch Litze verwenden und am in die Platine gesteckten Ende
ebenfalls einen Crimpkontakt (in Stiftform) anbringen. Der wird dann in
die Platine gesteckt und wie jedes andere bedrahtete Bauelement gelötet.
So ist sichergestellt, daß kein Zinn in die Litze fließt und trotzdem
eine brauchbare und leicht herzustellende Lötverbindung möglich.
Solche Crimpkontakte gibt es für verschiedene Querschnitte und
Montagemethoden, auch für parallel zur Platinenoberfläche verlegte
Leitungen:
https://www.molex.com/molex/products/group?key=direct_solder__boardin_crimp_terminals&channel=products
Richard B. schrieb:> Welche Norm war das schnell? ;)
Der genaue Text der Norm lautet:
2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt
und Drei macht Neune !!
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt
Gerd E. schrieb:> Richard B. schrieb:>> Welche Norm war das schnell? ;)>> Der genaue Text der Norm lautet:>> 2 x 3 macht 4> Widdewiddewitt> und Drei macht Neune !!> Ich mach' mir die Welt> Widdewidde wie sie mir gefällt
Laut Hitradio N1 vor ein paar Tagen war das die Formel zur
Baukostenberechnung des BER :D
Ich kenne zwar die vom TO genannten Steckverbinder nicht aber für einen
ähnlichen Zweck verwende ich vorgecrimpte Leitungen von Digi-Key auf der
einen Seite kommt der Stecker dran und die andere Seite stecke ich auf
Stifleisten auf der Platine und verlöte die Kontakte mit den Stiften.
Geht deutlich einfacher und schneller als Litze oder Draht durch ne
Platine zu stecken und zu verlöten und die Leitungen sind alle perfekt
gleichmäßig lang.
Nun ist es so weit. Nach einigen Stück mit Litze und verzinnen habe ich
also doch noch mit Draht experimentiert und es funktioniert für mich
besser als die Litzen-Variante.
Dank der Hinweise ist es ein Draht mit deutlich weniger Querschnitt
geworden, als für den Crimpkontakt eigentlich nötig. Der Draht wird fast
nicht verformt. Der Crimp für die Isolierung umschließt ihn saugend.
Anschließend wird verlötet. Geht in Summe viel schneller als Litze
verzinnen und fummeln.
Gelernt habe ich, dass ich das Teil das nächste Mal mit einem anderen
Stecker ausstatte.
Nun steinigt mich ?