Hallo zusammen,
für Experimente mit verschiedenen Modellbau-Brushless-Motoren benötige
ich einen "unbestechlichen" (optischen) Encoder mit wenigstens 1024CPR.
Vorzugsweise in einem richtigen Gehäuse mit eigener, kugelgelagerter
Welle.
Natürlich sollte er nicht allzuviel kosten...
Ich habe schon den hier gefunden:
https://www.sparkfun.com/products/11102
der wäre vollkommen ok, aber das Ding muß ja nicht erst von China nach
Amerika und dann nach Deutschland...
Auf ebay finde ich derzeit auf Anhieb ähnliche, auch noch günstiger,
aber nur bis 600CPR.
https://www.ebay.de/itm/AB-Two-phase-5-24V-600-Pulses-Incremental-Optical-Rotary-Encoder-/172820107404
Weiß jemand noch was?
Auch gebraucht, soll nur ein Einzelstück für Experimente sein.
Sogar leihweise ginge.
Lieferzeit auch relativ egal, kann auch über AliExpress aus der
hintersten Ecke Chinas kommen.
Industrielle Drehgeber in Absolut und Inkremetal gibt es, sind aber
nicht ganz billig. Schau mal in der Bucht nach Heidenhain, Sick Stegmann
oder Wachendorff Drehgebern, die da oft von Leuten verkauft werden, die
keine Ahnung davon haben.
Ich habe da schon Sick Stegmann mit 4096 CPR für 20 Euro gekauft. Achte
auch aufs Interface. SSI und EnDat sind etwas komplizierter zu erfassen
(EnDat ist ein ganzes Buch, SSI ist so eine Art sym. SPI), A und B bei
Inkrementalgebern ist natürlich einfacher.
https://www.ebay.de/b/Industrie-Drehgeber/65455/bn_13637164
Du hast recht, ich hatte mich bei der ebay-Suche von den vielen
Angeboten weit über 200€ abschecken lassen. Aber wenn man Deinem Link
folgt und dann noch bei den "andere Käufer haben folgendes angesehen"
schaut, wird man für ca. 40€ für ein gebrauchtes Einzelstück fündig.
Werde ich wohl so machen. Danke.
1000CPR ist genauso ok wie 1024CPR, noch deutlich mehr wäre auch nicht
verkehrt.
Was wäre der Preis?
Mein erstes Experiment: Ich möchte sehen, wie das Rastmoment bei ganz
langsamer Sinusbestromung mit geringem Strom die Position "verzieht"
Sebastian H. schrieb:> War das erste Suchergebnis
Ist allerdings nicht optisch und erfüllt damit schon die erste Bedingung
nicht. Das ist ein Kratzepoti.
Hm, auf dem Label des zuletzt verlinkten AliExpress-Artikels steht aber
ein Pinout, das "A", "B" und "Z" ausweist, also ich denke schon daß es
ein optischer Encoder ist.
Daß jetzt jemand eine durchdrehbares Leitplastik-Poti per nachfolgender
Elektronik zu einem inkrementellen Drehgeber ausbaut, hab ich noch nicht
gesehen.
Anders die magnetischen Encoder, aber diesem prinzip traue ich gerade in
enger Nachbarschaft zu den starken Magnetfeldern eines BL-Motors nicht
so ganz.
Beim optischen mit der Strichscheibe weiß ich halt ohne wenn und aber,
wo er steht.
(Vorausgesetzt, die nachfolgende Quadratur-Auswertung funktioniert
lückenlos. Dafür habe ich aber notfalls einen AVAGO HCTL2032 hier.)
:-)
Das ist ja wirklich :-)
Jetzt bräuchte ich noch einen email-Zugang zu Dir... ich melde mich mal
an...
TomH schrieb:> Hm, auf dem Label des zuletzt verlinkten AliExpress-Artikels steht aber> ein Pinout, das "A", "B" und "Z" ausweist, also ich denke schon daß es> ein optischer Encoder ist.
Du kannst sicher sein, das der Hersteller deutlich 'Optical'
raufgeschrieben hätte, wenn der Drehgeber ein optischer wäre. Das Dings
ist ein Typ mit 2 oder 3 beschichteten Potis und ein wenig
Elektronikgedöns, das die A, B und Z Signale aufbereitet.
TomH schrieb:> Beim optischen mit der Strichscheibe weiß ich halt ohne wenn und aber,> wo er steht.
Schau dir mal die Absolutgeber an. Die sind, wenn man es einigermassen
richtig macht, auch für hochpräzise Gimbalsteuerungen o.ä. geeignet.
Leider habe ich die Drehgeber schon in einem Projekt verkauft, aber wenn
mir wieder mal einer begegnet, dann bastle ich so eine Steuerung.
Matthias S. schrieb:> Du kannst sicher sein, das der Hersteller deutlich 'Optical'> raufgeschrieben hätte, wenn der Drehgeber ein optischer wäre. Das Dings> ist ein Typ mit 2 oder 3 beschichteten Potis und ein wenig> Elektronikgedöns, das die A, B und Z Signale aufbereitet.
Also doch, das hätte ich nicht gedacht. Wie bescheuert: Der
Microcontroller in dem Ding kennt die genaue Position, gibt aber nach
draußen A/B/Z-Signale ab, aus denen sich ein anderer Controller wieder
die Position zusammenzählen muß. Und stimmt, in der Beschreibung steht
"Leitplastik".
Tut mir leid, daß ich Dir nicht geglaubt habe - habs mir einfach nicht
vorstellen können, daß dieser Umweg gegangen wird. Zumal gute
Leitplastik-Potis normal ja auch nicht günstig sind.
Wie dem auch sei, der scheidet natürlich aus. Schon aufgrund des
vermutlich höheren Drehmoments, das die Potischleifer-Kratzerei
benötigt. Ich will ja für meinen Versuch ein möglichst leichtlaufendes
System haben, in dem das Rastmoment des Motors nicht schon von der
Reibung überdeckt wird.
Matthias S. schrieb:> Das Dings> ist ein Typ mit 2 oder 3 beschichteten Potis und ein wenig> Elektronikgedöns, das die A, B und Z Signale aufbereitet.
Ich denke, dass deshalb auch 5V darauf angeben ist, "normalen" Encodern
ist die Spannung in gewissem Rahmen egal.
Falls das wirklich ein Potentiometer ist, dann wäre ein Betrieb mit
hoher Drehzahl aber nicht förderlich für die Lebensdauer.
Im Datenblatt steht irgendwas mit 6000 RPM.
Ein Poti würde das höchstens ein paar Tage durchhalten.
Gruß Illi
Das ist ein Nachbau des Omron-Encoders mit der gleichen Typbezeichnung.
Das Original arbeitet optisch, ist sehr langlebig und kostet ein
Vielfaches des hier genannten Preises.
Was genau du bei diesem AliExpress-Händler für den niedrigen Preis
bekommst, erfährst du, wenn du den Deckel abschraubst. Wenn du Glück
hast, ist es ein 1-zu-1-Nachbau mit nur geringem Qualitätsunterschied
zum Original. Wenn du Pech hast, verbirgt sich in der Dose ein NE555,
der irgendwelche Phantasiesignale ausspuckt ;-)
Illi schrieb:> Falls das wirklich ein Potentiometer ist, dann wäre ein Betrieb mit> hoher Drehzahl aber nicht förderlich für die Lebensdauer.Yalu X. schrieb:> erfährst du, wenn du den Deckel abschraubst.
Glaub ihr denn, das die Jungs da als Beschreibung 'Conductive Plastic
Potentiometer' hinschreiben würden, wenn es ein optischer Geber wäre?
Und da kann man auch 6000 U/min ranschreiben - steht ja nicht da, wie
lange der Geber die mitmacht.
Yalu X. schrieb:> Das muss nicht heißen. Andere Angebote dieses Verkäufers enthalten> ähnlich wirre Angaben.
Das glaube ich auch.
Wenn dort A, B und Z Ausgänge vorhanden sind, sind intern sicherlich
keine Potis verbaut.
Hallo Tom,
TomH schrieb:> 1000CPR ist genauso ok wie 1024CPR, noch deutlich mehr wäre auch nicht> verkehrt.
Alternativ zu einem Geber mit höherer Auflösung (die sind relativ
selten) könntest du auch einen Encoder mit analogem 1Vss-Ausgang nehmen
und die Auflösung durch Interpolation erhöhen. Dafür gibt es fertige
Chips von iC-Haus und Gemac. Oder du suchst nach einem Set von
Heidenhain incl. Interpolator-Box, ggf. auch mit 4-20mA Schnittstelle.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
Also erstens: Die Beschaffung meines Einzelexemplars läuft schon an, und
die 1000CPR reichen mir wohl.
Bezüglich der AliExpress-Dinger wärs schon fast interessant, mal einen
zu bestellen.
Mittlerweile schwankt ja wieder die "Mehrheitsmeinung", ob das gemacht
wird: Ein Poti mittels Elektronik zu einem inkrementellen Encoder zu
vergewaltigen. Klingt einerseits nach Blödsinn, andererseits wird genau
das bei magnetischen Encodern gemacht...