Hallo,
welche Gründe gibt es, Personal einzustellen, welches man eigentlich gar
nicht benötigt? Das Gefühl habe ich nämlich bei meiner Position. Von
Anfang an bekomme ich wenig Geld und inhaltslose Aufgaben und die
Kollegen bekommen die inhaltlich "anspruchsvollen" Aufgaben. Auch habe
ich das Gefühl, dass von Anfang an gar nicht die notwendige Menge an
Arbeit da war, um meine Position zu füllen.
Stattdessen muss ich Dinge erledigen, die sonst eigentlich Azubis oder
Werkstudenten machen. Ich habe jedoch einen Abschluss und
Berufserfahrung. Was steckt dahinter? Das war eigentlich von Anfang an
so, seit etwas über einem Jahr, jedoch in letzter Zeit ganz schlimm.
Natürlich geht das jetzt so nicht weiter und ich schaue mich woanders
um.
Muss man eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern für Zertifizierungen
haben? Für Bilanzen? Für Normungen? Für Versicherungen? Für das Papier?
Es handelt sich um eine Festanstellung in einem ca. 10 Mann starken
Betrieb.
Euer Jürgen.
Manchmal werden auch Leute für Projekte eingestellt, die dann doch nicht
kommen. Oft werden Leute für Aufgaben angestellt, erwarten eine
Einarbeitung, bekommen keine, und dann wundert sich der Betrieb, dass
die Leute nicht das tun, wofür sie angestellt wurden. Manchmal gibt es
auch wirklich Leute, die so viel unfähiger sind als sie sich im
Vorstellungsgespräch geben, dass sie wirklich nur Hilfsarbeiten machen
können.
Aber bei einem 10-Mann-Betrieb ist selten die Luft dafür da. Und wenn
bei einem 10-Mann-Betrieb das Klima nicht so ist, dass du das ansprechen
kannst, dann hau ab.
MfG, Arno
Jürgen schrieb:> Ich habe jedoch einen Abschluss und> Berufserfahrung.
Was für einen Abschluss hast du denn?
Ist deine Berufserfahrung passend zu diesem Abschluss und auch passend
zu der jetzigen Stellenbeschreibung?
Wie lautete die Stellenbeschreibung denn bei Einstellung?
Ich habe einen Master in Systems Engineering, bin Hardware-Entwickler
und habe dort auch 7 Jahre Berufserfahrung. Zwar keine High-End
Produkte, aber jetzt mache ich so gut wie gar nichts in dem Bereich,
obwohl ich dafür angestellt worden bin.
Jürgen schrieb:> welche Gründe gibt es, Personal einzustellen, welches man eigentlich gar> nicht benötigt?
Doch man benötigt das Personal, auch einfache Aufgaben wollen erledigt
sein.
Sei doch froh das man Dich trotz deiner Überqualifikation, dümmlichen
Überheblichkeit, plumben Anspruchsdenken und mangelnde Eigeninitiative
eingestellt hat.
Und glaube nicht immer mami, wenn sie sagt, du bist der beste von allen.
Das sagen alle Mamis und keine hat Recht.
PS:
Schon mal daran gedacht dich selbstständig zu machen?!
Berufsrevolutionär schrieb:> Schon mal daran gedacht dich selbstständig zu machen?!
Ja, aber mir ist nicht klar wie ich da an Aufträge komme.
Euer Jürgen
Jürgen, hast Du die Frage hier selber gestellt, oder hast Du darauf
gewartet, bis jemand anders sie für Dich eintippt, oder ist die Idee,
die Frage hier zu stellen, nicht von Dir?
Jürgen schrieb:> Ja, aber mir ist nicht klar wie ich da an Aufträge komme.
Dann muss Mami Dir das erklären. Deine geringe Eigeninitiative bzw. Dein
Desinteresse an neuen Themen werden der Grund sein, warum Dir niemand
anspruchsvollere Aufgaben zutraut.
Arno schrieb:> Manchmal werden auch Leute für Projekte eingestellt, die dann doch nicht> kommen
ja kenne ich, das geplante Projekt kam nie und ich war froh wieder weg
zu sein, nur muss man aktiv tätig werden bevor man versauert.
Jürgen schrieb:> welche Gründe gibt es, Personal einzustellen,
vielleicht weil es "günstig/preiswert/passend" schien?
Man kannst Arbeitgeber auch Personal auf Vorrat einstellen. Das kann
sich nämlich als vorteilhaft erweisen, wenn der Fachkräftemangel voll
durchschlägt; dann muss man nicht langwierig suchen, wenn mehr oder neue
Arbeit reinkommt. Bis dahin kann derjenige niedere Aufgaben erledigen,
die ja auch getan werden müssen. Da das zu zahlende Gehalt sehr niedrig
ist, ergibt sich für das Unternehmen auch wirtschaftlich kein Nachteil.
Qwertz schrieb:> ergibt sich für das Unternehmen auch wirtschaftlich kein Nachteil.
Welch ein Unsinn. Auf diese Art und Weise selektiert man genau die
Leute, die man später nicht benötigt. Hochqualifizierte und motivierte
Mitarbeiter werden zügig wieder kündigen, und diejenigen, die bleiben,
will man auch später nicht unbedingt haben.
Andreas S. schrieb:> Hochqualifizierte und motivierte> Mitarbeiter werden zügig wieder kündigen
oder der AG wartet das sich der Bewerber entwickelt und endlich mal
tacheles redet, sich also über seine Situation meldet und mehr Aufgaben
fordert.
Wenn nicht ist es auch klar, er wird bei nächster Gelegenheit gegangen
werden, vielleicht hatte noch keiner Lust das in Angriff zu nehmen?
Ausserdem Chefs die einstellen können selten zugeben einen Fehler
gemacht zu haben, Kündigung wäre ein Eingeständnis, also aussitzen.
Bei einem Konzern ist so etwas ueblicher, aber bei 10 Mann?
Es kann auch sein, dass du nur als 'Backup' eingestellt wurdest, falls
einer der Etablierten kuendigt. Man sagt ja, dass jede Aufgabe von
mindestens zwei Mitarbeitern erledigt werden koennen muss.
Oder sind die Etablierten tatsaechlich schon am Anschlag, moechten aber
halt nichts abgeben von ihrer Arbeit/Verantwortung/Status?
Ich wuerde aktiv nach interessanten Aufgaben fragen. 'Hab noch
Kapazitaeten frei'. Aber nicht sagen du bist unzufrieden/unterfordert
etc.
HR-Berater (Premium) schrieb:> Schaffung eines Personalüberhangs.> Ein Betriebsrat widerspricht nach Paragraph 99 BetrVG hoffentlich der> Eingliederung in den Betrieb.
Bei 10 Mitarbeitern ?
Welcher Betriebsrat ?
Gruss
Axel
Axel L. schrieb:> HR-Berater (Premium) schrieb:> Schaffung eines Personalüberhangs.> Ein Betriebsrat widerspricht nach Paragraph 99 BetrVG hoffentlich der> Eingliederung in den Betrieb.>> Bei 10 Mitarbeitern ?>> Welcher Betriebsrat ?>> Gruss> Axel
Da liegt das Problem.
Arno schrieb:> Manchmal werden auch Leute für Projekte eingestellt, die dann doch nicht> kommen.
Oft ist es so, dass der Abteilungsleiter nach einer Kündigung eines
wichtigen MA schnell die Stelle besetzt, egal mit wem, damit die Stelle
nicht gestrichen wird, nur, um dann in Ruhe suchen zu können.
D.h. Du bist eventuell ein Lückenbüsser.
Möglicherweise hat der Vorgesetzte eine Gehaltsanteil, der von der
Anzahl der ihm unterstellten Mitarbeiter abhängt. Folglich wird er
versuchen, möglichst viel Personal zu versammeln. Aber wirklich bei
einer 10-Mann-Bude?
Bb O. schrieb:> Kein Roboter ersetzt einen hochqualifizierten und geschulten Personaler!
Doch, die übliche Tätigkeit wie sinnvolle Bewerbungen aussortieren und
nicht zu antworten erledigt auch ein Aktenschredder für 50 EUR.
Jürgen schrieb:> welche Gründe gibt es, Personal einzustellen, welches man eigentlich gar> nicht benötigt?
Ich war mal bei ner Klitsche angestellt, weil die es geschafft hatten
Subventionen klar zu machen, aus denen die dann die Stelle
teilfinanziert haben. Quasi voller Ingenieur kostete aber nur 2/3.
Gebraucht wurde ich da aber eigentlich nicht. Aber "es gab halt was
umsonst". Typische mitnahmementalität.
Komisch bei so einem kleinen Unternehmen. Im Konzern ist das ja üblich,
dass die Leute für ihre aufgaben oft überqualifiziert sind und der
Abteilungsleiter die Truppenstärke nicht reduzieren will, aber da fällt
das ja auch nicht so ins Gewicht.
SW I. schrieb:> Komisch bei so einem kleinen Unternehmen. Im Konzern ist das ja> üblich,> dass die Leute für ihre aufgaben oft überqualifiziert sind und der> Abteilungsleiter die Truppenstärke nicht reduzieren will, aber da fällt> das ja auch nicht so ins Gewicht.
Sehr komisch. Könnte fast eine erfundene Story sein.
Zitat: "Im Rahmen der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders wurde auch
die Vertragsverlängerung von Jogi Löw und Oliver Bierhoff verkündet.
Bierhoff, seines Zeichens Team-Manager beim DFB, erhält sogar einen
Vertrag bis 2024, obwohl bis heute niemand so recht weiß, was er in
dieser Funktion eigentlich macht oder was ihn dafür qualifiziert."
https://www.ruhrbarone.de/154846-2/154846
Ich lasse einfach immer Jubelartikel im Mitarbeitermagazin verfassen,
die jedem in einfacher Sprache nahebringen, warum ich der geilste Macker
und unverzichtbar für die Firma bin.
Alles eine Sache der Vermarktung. Der moderne Arbeitnehmer ist nämlich
nicht nur mehr für die Erfüllung seiner Aufgaben zuständig, sondern
natürlich auch für effektives Marketing in eigener Sache.
Das sorgt für einen gesunden Wettbewerb unter den Angestellten, die ihre
Ergebnisse immer wieder selbst anpreisen dürfen, damit sie für das
nächste Projekt noch interessant sind.
Aus lahmarsch*** Drohnen werden stets kampflustige Spitzenperformer, die
den Wettbewerb nur so wegblasen. Wahre Gewinner eben.
Servus,
mir geht es ähnlich wie dir Jürgen.
Wobei mein Chef alles dafür tut mir anspruchsvolle Aufgaben zu besorgen.
Obwohl kaum genug Arbeit für mich da ist werden Mitarbeiter gesucht,
weil der Mutterkonzern ein bestimmtes Budget zur Verfügung stellt und
das muss nunmal aufgebraucht werden ;-).
Eigentlich würde ich mich schon anderweitig umsehen, doch
Bonuszahlung/Gehaltserhöhung lassen mich vorerst weiter ausharren.
@ Harald (Gast)
>https://www.ruhrbarone.de/154846-2/154846
Schöner Artikel. Vor allem ein wenig weiter unten.
"Ein Thema, das in den letzten Tagen beim DFB für Furore sorgte, war das
gemeinsame Foto der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit
dem türkischen Präsidenten Erdogan. Darauf angesprochen, sagte Bierhoff
u.a.: „Man muss natürlich auch verstehen, wie Türken dann auch ticken in
solchen Bereichen.“
Es lohnt sich durchaus, diesen Satz mal etwas genauer zu analysieren,
denn Bierhoff hat das Kunststück vollbracht, gleich drei Fehler in
diesem Satz zu machen: Der erste Fehler ist, dass er Gündogan und Özil
als Türken bezeichnet. Der DFB schmückt sich gerne damit, den
Integrationsgedanken voranzutreiben und nun ist es ausgerechnet ein
Vertreter des DFB, der das Gegenteil dessen bewirkt. Nach dieser Logik
ist ein Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund auch dann Türke,
wenn er ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und sogar
für die deutsche Nationalmannschaft spielt."
(Ex)Spieler-Mund tut Wahrheit kund?!?
Jaja, das böse P-Wort . . .
Schall Platon schrieb:> SW I. schrieb:>> Komisch bei so einem kleinen Unternehmen. Im Konzern ist das ja>> üblich,>> dass die Leute für ihre aufgaben oft überqualifiziert sind und der>> Abteilungsleiter die Truppenstärke nicht reduzieren will, aber da fällt>> das ja auch nicht so ins Gewicht.>> Sehr komisch. Könnte fast eine erfundene Story sein.
In größeren Firmen gab es das schon, dass ein AL Leute die gegangen sind
schnell wieder ersetzt hat.
Grund:
Bei der nächsten "Anpassungsmaßnahme" hatte der den Headcount wieder
voll ausgenutzt. Dann konnte er wieder aussieben.
Zu tun hatten die derzeit auch fast nix. LOL
Jürgen schrieb:> welche Gründe gibt es, Personal einzustellen, welches man eigentlich gar> nicht benötigt? Das Gefühl habe ich nämlich bei meiner Position.
Jäger und Sammler -> täglicher Überlebenskampf
Säßhaft Ackerbau und Viehzucht -> gesicherte Nahrungsversorgung,
Feltarbeit
industrielle Produktion ("Revolution") -> matterieller Wohlstand,
Fabrikarbeit
Automatisierte Produktion ("Industrie 4.0) -> Unterbeschäftigung,
Bullshit-Jobs
https://strikemag.org/bullshit-jobs
Das ist einfach die Wahrheit aber
Ibsen Zitat: Wenn Sie einem durchschnittlichen Menschen seine Lebenslüge
nehmen dann nehmen Sie ihm gleichzeitig sein Glück.
-> macht euch nicht unglücklich Leute lebt weiter in Frieden mit eurem
Bullshit-Job
dazu passend: https://www.youtube.com/watch?v=J5sSJV1GiAg