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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Leistungselektronik PV DCDC 800V => 48V


Autor: DCDC (Gast)
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Hallo,

ich höre aktuell an der Uni die Vorlesung Leistungselektronik und würde 
gerne mal wissen, wie das in der Realität realisiert wird. Daher habe 
ich mich auf die Suche gemacht, mir die Praxis anzugucken. Meine 
Vorstellung war folgende:

Eine PV Array (1 String) mit sagen wir mal 800V/10A. Darauf folgend ein 
DCDC Wandler mit MPPT. Hinter dem DCDC geht es weiter mit einem Speicher 
(z.B. 48V) und weiter ein weiterer DCDC gefolgt von einem DCAC um auch 
ins Netz einzuspeisen.

Soweit erstmal meine Grobe Vorstellung und jetzt mein Problem:

Ich dachte ich würde recht fix zumindest mal ein Blockschaltbild finden, 
wo meine Vorstellung zumindest mal grob aufgezeichnet sind, da ich mit 
sicherheit nicht der erste bin, der sich sowas ausdenkt.

Aber ich finde nur AN / Paper in denen auf ein PV Modul ein 
Hochsetzsteller folgt. In meiner Vorstellung brauche ich erstmal einen 
DCDC, der die Spannung runter setzt um die Batterie zu laden... Oder 
andres gesagt, macht man es nicht so, dass man 1000V durch 
Serienverschaltung der PV Modul erzeugt und dann diese auf die benötigte 
Spannung bringt? Mit den IGBTs und teilweise auch Mosfets die man so 
bekommt sind doch Sperrspannungen >1kV gut erreichbar. Warum finde ich 
also nichts? :)

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand ein paar Erklärungen oder 
Links schreibt.

Beitrag #5424732 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5424921 wurde von einem Moderator gelöscht.
Autor: Lothar Miller (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite
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DCDC schrieb:
> Aber ich finde nur AN / Paper in denen auf ein PV Modul ein
> Hochsetzsteller folgt.
Vermutlich suchst du falsch.

> Oder andres gesagt, macht man es nicht so, dass man 1000V durch
> Serienverschaltung der PV Modul erzeugt und dann diese auf die benötigte
> Spannung bringt?
Nicht, wenn die "benötigte" Spannung so niedrig ist. Dann wäre eine 
andere Zusammenschaltung der Module sicher besser. Denn üblicherweise 
wird ja nach dieser "Solarzwischenkreisspanung" ins Netz eingespeist. 
Und die Netzwechselrichter brauchen tendenziell hohe 
Zwischenkreisspannungen um 600..700V für das gewünschte Ziel 
"Netzeinspeisung":
https://www.sma.de/produkte/solar-wechselrichter.html

Dein ziel ist aber vorrangig ein anderes...

> Hinter dem DCDC geht es weiter mit einem Speicher (z.B. 48V) und weiter
> ein weiterer DCDC gefolgt von einem DCAC um auch ins Netz einzuspeisen.
Warum machst du deine Akkuspannung so niedrig?

: Bearbeitet durch Moderator
Autor: Solarnewbie (Gast)
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Im Vorfeld: Ich bin auch kein Solarexperte. Trotzdem habe ich 
grundsätzlich Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Frage- bzw. 
Problem-Stellung.

Vielleicht hat Lothar ja recht, und Du suchst nur falsch - ich weiß es 
nicht. Aber: Die Kombination PV-String 800VDC + Akku 48VDC ist schon 
ungünstig (und wird vermutlich nur "ungern" oder halt gar nicht so 
realisiert).

DCDC schrieb:
> macht man es nicht so (?)

Warum genau sollte man?

(Außer in "schulischen Aufgaben". Oder wenn vielleicht die Verschaltung 
des Strings schon besteht - aber der "original" Energiespeicher - egal, 
wieso - ersetzt, und das Ganze nun ungünstigerweise mit gerade diesem 
Akku kombiniert werden soll.)

Überleg mal, wieso man das bei einer komplett neuen Anlage so machen 
sollte. Aber vor allem: Geh mal konkret(er) darauf ein, was genau Du 
anstrebst (irgendwo zwischen Wissenszuwachs und einer speziellen 
Anwendung).

Möglicherweise wird zügig aufgedeckt, entweder wonach Du dabei suchen 
solltest (*), oder aber daß - wie gesagt - der Ansatz mehr oder weniger 
falsch ist.

(*) Vorerst nur ganz allgemein: Du suchst momentan nach einer recht eng 
spezifizierten, bzw. einer ganz bestimmten_Lösung - aber such doch mal 
nach (speziellen) Anwendungen, in denen sich genau dieses_Problem 
überhaupt stellt.

Das steigert stark die Chancen, dabei auf diese Lösung bzw. halt etwas 
ähnliches zu stoßen. Falls es das so gibt, wohlgemerkt.

mfg

Autor: DCDC (Gast)
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Die 48V waren beliebig. Mir ging es viel mehr um die Frage, warum 
überall Hochsetzsteller verwendet werden und man nicht auch mal einen 
Tiefsetzsteller einsetzt.

Dh. man baut sich ein 1kV PV Array aufs Dach, schaltet dahinter ein 
Tiefsetzsteller mit MPPT und läd einen Speicher der eine Spannung von 
600 bis 700V hat? Von da aus gehts weiter mit einem DCAC ins Netz?

Lothar M. schrieb:
> Vermutlich suchst du falsch.

Ich suche nach "Photovoltaic Buck", "Photovoltaic Step down", 
"Photovoltaic inverter" und das ganze noch in kombination mit "Battery"

Solarnewbie schrieb:
> Aber vor allem: Geh mal konkret(er) darauf ein, was genau Du
> anstrebst (irgendwo zwischen Wissenszuwachs und einer speziellen
> Anwendung).

Mir geht es in erster Linie um den praktischen Wissenzuwachs. Mich 
interessiert, wie man das umsetzen würde.

Autor: Solarnewbie (Gast)
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DCDC schrieb:
> Mit den IGBTs und teilweise auch Mosfets die man so
> bekommt sind doch Sperrspannungen >1kV gut erreichbar.

IGBTs sind immer noch Schaltfrequenz-beschränkt (Tailstrom etc.),
SiC FETs sind noch nicht all zu verbreitet (ziemlich teuer). So
bleibt es meist sinniger, mit (mindestens "etwas") niedrigerer
Spannung zu arbeiten.

Hilfreich für den Wissenszuwachs wäre wohl, ähnlich wie schon
geschrieben, viele, viele Dokumente zu diesen Themen zu lesen.

Oft stehen in der "Einleitung" (ob nun von kurzen Papern oder
ganzen Dissertationen) - teils ausführlich - die Gründe für die
Wahl, bzw. die Abänderung / partielle oder aber hin und wieder
sogar völlige Neuentwicklung der darin behandelten Topologie,
der Regelung, bzw. des Gesamtkonzeptes.

Ich mache es ehrlich gesagt genau so. (Obwohl mich der für mich
leider nicht mögliche Zugriff auf IEEE o. ä. manchmal sehr stört.
Ist man kein "offizieller Student", wird einem einiges verwehrt.)

Mein Wissen ist stark beschränkt, aber es entstand halt nicht
zuletzt durch intensive Recherche sowie Durcharbeitung der dabei
gefundenen Ergebnisse.

DCDC schrieb:
> Mir ging es viel mehr um die Frage, warum überall Hochsetzsteller
> verwendet werden und man nicht auch mal einen Tiefsetzsteller
> einsetzt.

Schlicht ein Ergebnis der Anforderungen, würde ich sagen.

Natürlich findet man bei Eingabe von "Step-Down MPPT" Treffer. Daß
es gar keine MPPT-Buck gäbe, stimmt daher so nicht. Echt nicht. Nur
geht es dabei i. A. darum, aus der PV-Zellenspannung (1S oder evtl.
2S, oder sonstiges - gibt es doch Zellen mit diversen V_out) dann
die "Gebrauchsspannung", eine niedrigere DC, zu gewinnen - und eben
nicht darum, ca. 1kV runterzubrechen. Wieso, sagte ich schon.

Ehrlich, DCDC: Fang an, zu suchen, und zu lesen. Und zwar fleißig.

Autor: DCDC (Gast)
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Buck - Boost Converter sind was ich suche. Ich dachte bisher wofür 
dieser  Boost im zusammenhang mit PV? Aber ist ja klar, ein PV-Modul ist 
ja im Grunde nichts anderes als eine konstantstromquelle. Dh. 1000V bei 
voller Sonne aber z. B. bei starker Bewölkung geht der MPP mit der 
Spannung runter und man muss die Spannung boosten um ein Netzspannung 
mit einem DCAC zu generieren. Hoffe das ist richtig so.

Solarnewbie schrieb:
> Ich mache es ehrlich gesagt genau so. (Obwohl mich der für mich
> leider nicht mögliche Zugriff auf IEEE o. ä. manchmal sehr stört.
> Ist man kein "offizieller Student", wird einem einiges verwehrt.)

Keinen Studenten im Umkreis?

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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Hi,
Die PV Anlage ist normalerweise dazu gedacht, Energie ins Netz 
einzuspeisen. Die PV Spannung ist allerdings normalerweise geringer als 
der Spitzenwert der Netzspannung (sqrt(2)*400V im Dreiphasigen System 
und sqrt(2)*230V pro Phase). Ergo muss die PV Spannung auf eine Spannung 
geboostet werden, die höher ist als die Netzspannung, damit Strom (und 
somit Leistung) ins Netz fließen kann. Auch ist die PV Spannung nicht 
konstant (hängt von der Sonnenposition etc ab). Man braucht aber eine 
recht stabile DC Spannung zur Netzeinspeisung.

Der konventionelle Fall sieht also so aus:
PV (PV Spannung < Zwischenkreisspannung) -> Boost converter -> Konstante 
Zwischenkreisspannung (ca. 700V bei dreiphasigen Systemen) -> DC/AC 
Wandler -> Netz (sqrt(2)*400V/50Hz)

Dann gibt es Systeme, die ZUSÄTZLICH einen Energiespeicher anbieten, 
siehe Fig. 2 in folgender Publikation:
http://orbit.dtu.dk/ws/files/128962862/IPEMC2016_E...

Ob die Batterie nun direkt von der Zwischenkreisspannung geladen wird, 
oder direkt vom Array (Fig. 3) hängt vom Unternehmen, der Komplexität, 
den Kosten, und nicht zuletzt den Skills vom Ingenieur ab.

Für den Fall PV -> Batterie benötigt man einen Tiefsetzsteller. Für 
Batterie -> Zwischenkreis benötigt man einen Hochsetzsteller. Für PV -> 
Netz benötigt man einen Hochsetzsteller.


Frag einfach nach, wenn du Fragen hast.

Gruß,

: Bearbeitet durch User
Autor: DCDC (Gast)
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Al3ko -. schrieb:
> Dann gibt es Systeme, die ZUSÄTZLICH einen Energiespeicher anbieten,
> siehe Fig. 2 in folgender Publikation:
> http://orbit.dtu.dk/ws/files/128962862/IPEMC2016_E...

Das Paper ist interessant und im Grunde Das, was ich mir vorgestellt 
habe.

In Fig. 6 werden Hoch- und Tiefsetzsteller parallel geschaltet. Ist dies 
so ohne weiteres Möglich oder betreibt man da zusäztlichen 
Schaltungsaufwand? (Ich denke hier an Parallel geschaletete Dioden, wo 
der Strom sich nichtd korrekt aufteil ohne weitere Maßnahmen)

Ebenfalls in dem von dir verlinkten Paper: Es werden Spulen von 1mH und 
0,8mH  verwendet. Das sind ja schon recht große Dinger. Dabei wird eine 
Schaltfrequenz von 20kHz verwendet. Nun könnte man nat. mit aktuellen 
Bauteilen auch 40kHz nutzen und so die Spule halbieren. In welchem 
Rahmen hält man sich bei der größte der Spule und Frequenz? Sprich 
welche Freqenzen und welche Induktivitäten nutzt man bei dem im Paper 
angegebenen Leistungen? (Mir ist bewusst, dass es von vielen Parametern 
abhängt, mir geht es nur mal um grobe Ausmaße um ein Bild zu bekommen)

Zum letzten Punkt: Ganz interessant finde ich auch SiC Mosfets. Durch 
den geringeren RDSon als beim normalen mosfet sollte man doch höhere 
Frequenzen schalten können (ohne den Transistor zu überhitzen) und somit 
eine kleiner Spule benötigen. Oder missverstehe ich das? (Nachteile nat. 
die deutlich höheren Bauteilkosten für den SiC)

Autor: PV (Gast)
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DCDC schrieb:
> Die 48V waren beliebig. Mir ging es viel mehr um die Frage, warum
> überall Hochsetzsteller verwendet werden und man nicht auch mal einen
> Tiefsetzsteller einsetzt.

Da die PV MPPT Spannung von der Einstrahlung und Modulanzahl abhängt, 
und es zusätzlich eine 1000V Begrenzung aus irgendeiner Norm gibt ist es 
deutlich einfacher "immer" als erstes einen Hochsetzsteller zu 
verwenden. Dieser kann dann unabhängig von der PV Spannung die 
notwendige Zwischenkreisspannung (z.b. 350V oder 700V, bzw. max. 500 
oder max. 1000V) je nach Topologie erzeugen.

Ein Hochsetzsteller hat noch andere Vorteile, z.b. dass eine Spule am 
Eingang sitzt und nicht die hochfrequent-taktenden Transistoren. Die 
Spule eines HSS ist damit schon ein sehr effektiver erster "Filter".

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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DCDC schrieb:
> Nun könnte man nat. mit aktuellen
> Bauteilen auch 40kHz nutzen und so die Spule halbieren.

Ob Strom und Spule proportional sind, darfst du mathematisch gerne mal 
herleiten. Tipp:
u = L*di/dt

di is fix, genau so wie u. Wenn du die Schaltfrequenz nun verdoppelst, 
welchen Wert nimmt die Spule an?

Aber im Prinzip hast du recht:
Erhöht man die Schaltfrequenz, kann man theoretisch kleinere Spulen 
verwenden.

Im unteren kW Bereich (wie im besprochenen Paper) sind 20kHz - 40kHz 
weit verbreitet. Ansonsten sind die Schaltverluste zu hoch und man 
bekommt thermische Probleme.

Und ja, man kann SiC verwenden und höhere Schaltfrequenzen fahren. Ist 
heutzutage auch keine Hexerei mehr.

Mein Tipp für dich:
Frage deinen Professor nach einer Studienarbeit, in der du einen kleinen 
(<1kW) DCDC Wandler in Betrieb nehmen darfst. Ist sehr spannend und 
lehrreich.

Gruß,

Autor: DCDC (Gast)
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Danke für eure Antworten.

Kann noch jemand auf folgendes eingehen:

DCDC schrieb:
> In Fig. 6 werden Hoch- und Tiefsetzsteller parallel geschaltet. Ist dies
> so ohne weiteres Möglich oder betreibt man da zusäztlichen
> Schaltungsaufwand? (Ich denke hier an Parallel geschaletete Dioden, wo
> der Strom sich nichtd korrekt aufteil ohne weitere Maßnahmen)

Autor: Solarnewbie (Gast)
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DCDC schrieb:
> DCDC schrieb:
>> In Fig. 6 werden Hoch- und Tiefsetzsteller parallel geschaltet.

Das stimmt gar nicht.

Es handelt sich um 2 praktisch identische Schaltungen, welche 
"interleaved" werden. Dabei werden die parallelen Transverter (meist) 
exakt mit 180° [denn 360° / Anzahl der parallelen Stages = hier 180°] 
Phasenversatz angesteuert.

Was wiederum die effektive Frequenz für Ein- und Ausgangskondensator 
vervielfacht (hier verdoppelt) - und den diese C beanspruchenden 
Stromripple dafür stark verringert.

Autor: Solarnewbie (Gast)
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Autor: DCDC (Gast)
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Verstehe. Im Grunde also eine Parallelschaltung bei der einer der beiden 
Steller so schaltet, dass sein Ausgangsstrom um 180° verschoben ist. Bei 
drei Stellern also 0, 120, 240° Versatz.

Wie aber bekommt man es hin, dass bei nicht 100% gleichem Bauteil, bei 
gleichzeitig geöffnetem Transistor, der Strom in dem einen Zweig nicht 
größer als in dem anderen ist? In dem zweiten von dir genannten Link 
steht "It should be remembered that the buck regulator has very low 
output impedance, and current mode control or forced current sharing 
will be required to ensure each half shares the load current equally." 
Wie aber realisiert man das, kann ich mir das so vorstellen wie eine 
Strombegrenzung im Labornetzteil? Oder läuft das dann wie oben schonmal 
genannt bei LEDs wo man mit Widerständen rumtrixt um eine gleichmäßige 
Verteilung des Strom zu erreichen?

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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DCDC schrieb:
> Wie aber bekommt man es hin, dass bei nicht 100% gleichem Bauteil, bei
> gleichzeitig geöffnetem Transistor, der Strom in dem einen Zweig nicht
> größer als in dem anderen ist?

Jeder Wandler bekommt seine eigene Regelung, wenn der Strom absolut 
gleich sein muss in jedem converter.

Oder aber man verwendet einen balancing transformer.

Gruß,

Autor: DCDC (Gast)
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Al3ko -. schrieb:
> Jeder Wandler bekommt seine eigene Regelung, wenn der Strom absolut
> gleich sein muss in jedem converter.

Wenn man zwei Tiefsetzsteller verschachtelt betreibt:
Würde man dann erstmal Ein/Aussschaltzeit bei beiden Transistoren gleich 
einstellen und dann im jeweiligen Ast den Strom messen und dann 
nachregeln (dh. duty des Transitors im Ast verändren) oder macht man das 
dann über zusätzliche Schaltung. Wobei mit dem nachregeln in meinem 
Verständnis ja schon funktionieren sollte.

Mich würde auch interessieren, in wieweit bei baugleichen Bauteilen die 
nacheinander vom Band kommen, es da noch große unterschiede gibt. Im 
Grunde ist es ja auch nicht all zu schlimm, wenn einer der beiden 
Transistoren etwas mehr abbekommt, solange die Temperatur konstant 
bleibt dh. die Leitfähigkeit nicht beeinflusst wird! (Oder ist das naiv 
gedacht, weil die Temperatur stück für stück höher wird und nie 
stationär?)

Beitrag #5429511 wurde vom Autor gelöscht.
Autor: Solarnewbie (Gast)
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DCDC schrieb:
> Oder läuft das dann wie oben schonmal
> genannt bei LEDs wo man mit Widerständen rumtrixt um eine gleichmäßige
> Verteilung des Strom zu erreichen?

Du meinst jetzt vermutlich VORwiderstände, einen für eine LED, mehrere 
für mehrere LEDs, jeweils an Spannungsquellen (=die Mehrheit der 
gebräuchlichen Netzteile).

Dabei dienen die R nicht (nur) zur Ver- bzw- Auf-Teilung des Stromes, 
sondern um überhaupt die (für LED-Betrieb nötige) 
Konstantstrom-Charakteristik zu "imitieren" (natürlich nur schlecht, 
außer an sehr hoher Spannung).

DCDC schrieb:
> Wie aber realisiert man das, kann ich mir das so vorstellen wie eine
> Strombegrenzung im Labornetzteil?

Schon eher - beides funktioniert mittels eines sog. "Shunt" (relativ 
niederohmiger Meßwiderstand für den Strom - wobei über dem R eine zu I 
proportionale Spannung abgenommen wird), oder einen Stromwandler.

Zur weiteren Erklärung muß man aber schon weiter ausholen.

Viele Schaltregler sind (nur) mit einer "voltage mode" Regelung 
ausgestattet. Die Ausgangsspannung wird - meist über Spannungsteiler - 
mit einer Referenzspannung verglichen. Manchmal auch mit einem 
zusätzlichen Überstromschutz, ob nun mit Shunt oder Stromwandler.

So lange man nur einen "Ast" betreibt, ist das (bis auf die relativ 
niedrige Dynamik der Regelung) unproblematisch. Nun werden aber im Falle 
von Interleaving (oder auch nur ganz "normaler", nicht phasenversetzter 
Parallelschaltung) die leicht unterschiedlichen Bauteilcharakteristika 
eventuell mehr oder weniger problematisch.

Bauteile gleicher Bezeichnung sind ja nie völlig gleich, egal ob nun 
Transistoren oder Kondensatoren... doch zumindest potentiell am 
stärksten (also real meistens auch) variieren am stärksten die 
Induktivitäts-Werte von Drosseln.

Bei "current mode" wird nicht nur die V_out gemessen und zum Regler 
geführt - sondern es wird auch der Strom in die "Haupt-Regelung" 
miteinbezogen. Also werden U als auch I als Regelgröße mit verarbeitet. 
(Das "Strom-Signal" kann ja dem "Spannungs-Signal" in bestimmtem 
Verhältnis einfach beigemischt werden.)

Hat die eine Drossel einen geringeren Induktivitäts-Wert als die 
"Nachbarin", dann steigt der Strom durch sie nach Schließen des 
Schalters schneller an, und der Peakstrom wird schneller erreicht - und 
deshalb der Schaltpuls früher beendet. (Da diese Messung auch direkt auf 
die Regelung wirkt, ohne Umwege über die V_out, ist auch die Dynamik 
höher.)

Das sorgt natürlich für eine gewisse (gleichmäßige/-re) Aufteilung.

Auch wirkt hier der Überstromschutz (Überlast oder Kurzschluß) 
automatisch "sofort", also von (unvermeidlichen, aber geringen) 
Laufzeit-Verzögerungen abgesehen noch innerhalb der betreffenden 
Schaltperiode. Wirksamkeit also "Cycle-by-Cycle", der (oder - bei 
Gegentakt - die) Schalter wird (werden) "sofort" deaktiviert.

Google doch mal "current mode (control)". Es gibt ganz verschiedene 
Arten davon ("average c. m., peak c. m., ...), die verschiedensten 
Controller-ICs, welche auf diverse Topologien "hinentwickelt" wurden - 
und beim Studium der Papers dazu lernt man durchaus etwas.

Vor allem auch (siehe Deine letzten Fragen), das wie und das warum.

Al3ko wüßte sicher viel zu sagen dazu, aber vermutlich ZU viel...

Al3ko -. schrieb:
> balancing transformer

Das sagt mir aber leider nichts in diesem Zusammenhang.

Autor: Solarnewbie (Gast)
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Autor: DCDC (Gast)
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Ok verstehe soweit.

Messen des Stroms in jedem Ast würde man bei 800V highside dann wohl mit 
einer isolierten Spannung machen sprich Messwiderstand in den Strompfad, 
Opamp greift rechts/links Spannung ab (differenz) und das zum ADC, 
welcher von einer isolierten Spannung versorgt wird. Die Daten dann nat. 
auch isoliert zum MCU übertragen. MCU regelt dann den Strom über den 
Transistor, welcher nat. auch, durch den Treiber, isoliert ist. Richtig 
versanden?

Spannung mit Spannungsteiler und dann mit ADC messen (nicht isoliert) 
oder gibts bei 1000V andere, bessere Methoden?

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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DCDC schrieb:
> Messen des Stroms in jedem Ast würde man bei 800V highside dann wohl mit
> einer isolierten Spannung machen sprich Messwiderstand in den Strompfad,
> Opamp greift rechts/links Spannung ab (differenz) und das zum ADC,
> welcher von einer isolierten Spannung versorgt wird. Die Daten dann nat.
> auch isoliert zum MCU übertragen. MCU regelt dann den Strom über den
> Transistor, welcher nat. auch, durch den Treiber, isoliert ist. Richtig
> versanden?
>
> Spannung mit Spannungsteiler und dann mit ADC messen (nicht isoliert)
> oder gibts bei 1000V andere, bessere Methoden?

Da gibt es keine allgemeingültige Antwort. Das kann man unterschiedlich 
handhaben.

Deine Variante sollte funktionieren, solange du sicherstellst, dass die 
paar 100mV über dem Stromshunt auf die 3V des Adcs vom uC angepasst 
werden, um die maximale Auflösung und beste Regelung zu erhalten.
TI hingegen hat ne App Note geschrieben, in der der Strom bei einem kW 
Wechselrichter direkt vom Messwiderstand (am Ausgang) ohne galv Trennung 
zum ADC des uC geschickt wird. Da gibt es gar keine galv Trennung.
Ich hingegen habe es bei meinem Wechselrichter über einen LEM 
Stromsensor realisiert - mein Projekt hatte aber auch keine 
Kostenbegrenzung. Am Ende ist es eine Frage des Aufwandes und der 
Kosten, für welche Methode man sich entscheidet.

Gruß,

Autor: PV (Gast)
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Es gibt auch schicke Hall-Sensoren für isolierte Strommessung. Schau mal 
bei Allegro MicroSystems ACS Serie

Autor: DCDC (Gast)
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Habe da mal wieder eine Frage:

Man misst in einem solchen System einige Daten. Werden diese Daten 
tendenziell mit einem MCU oder DSP verarbeitet? Inwieweit spielt hier 
Geschwindigkeit eine wichtige Rolle? Ist es einfach so, je schneller 
desto bessere Werte erziehlt der MPPT?

Mit System ist folgendes gemeint:
Al3ko -. schrieb:
> http://orbit.dtu.dk/ws/files/128962862/IPEMC2016_E...

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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Ist ne einfache digitale Regelung. TI und Dspic reichen da völlig aus.

Autor: DCDC (Gast)
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Al3ko -. schrieb:
> TI und Dspic reichen da völlig aus.

Mit TI meinst du Texas Instruments? Also 16 bzw. 32 BIT MCU?

Autor: Al3ko -.- (al3ko)
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DCDC schrieb:
>

Z.B. der TMS320F28335 für floating point, oder die kleineren Brüder mit 
fixed point Arithmetik.

Gruß,

Autor: DCDC (Gast)
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Wenn du den TMS320F28335 mit einem STM32F412 vergleichst. Was würde beim 
ST fehlen? Preislich gesehen kostet ein TI mehr als das doppelte. Und 
der ST hat sowohl eine FPU als auch ausreichend PWM Kanäle. Oder anders 
gefragt: Was braucht man um die Daten zu verarbeiten außer einer FPU?

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