Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ladewirkungsgrad NiMH


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von Jan H. (j_hansen)


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Hallo,

ich habe die schon etwas älteren NiMH-Akkus (AAA GP 600mAh) aus meinem 
Funktelefon interessehalber einmal mit meinem Akkuladegerät (BC-900) 
ent- und geladen. Bei 200mA Ladestrom sind mittlerweile laut Ladegerät 
schon je 1500mAh reingeflossen. Das kommt mir deutlich zu viel vor. Ist 
das normal?

von nachtmix (Gast)


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Jan H. schrieb:
> ist das normal?

Nein.
Gebräuchlich ist eine Aufladung mit dem 1,4 bis 1,6-fachen der 
Nennkapazität.

von Jens G. (jensig)


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>schon je 1500mAh reingeflossen. Das kommt mir deutlich zu viel vor. Ist
>das normal?

Viele Akkus, möglicherweise vor allem ältere Akkus, zeigen kein 
ausgeprägtes -dU, wenn sie voll sind. Deswegen schaltet das Ladegerät 
nicht ab.
Vielleicht kannste diesesn Parameter bei diesem Ladegerät anpassen, also 
niedriger einstellen.

Ach ja, Du sagst ja "aus dem Funktelefon" - also schon gebraucht, und 
damit vermutlich auch keine vollen Ladezyklen gefahren. NiMH haben zwar 
keinen Memoryeffekt, dafür aber evtl. den Lazyeffekt (also niedrigere 
Spannungslage). Bekommst Du weg, indem die Akkus wie beim Memoryeffekt 
paar mal komplett auf-/entladen werden. Geht aber idR. nur mit einem 
Ladegerät, wo man die Entladeschlußspannung einstellen kann, also 
irgendwas unter 1V.
Die Effekte der Alterung an sich bekommste damit aber auch nicht weg.

: Bearbeitet durch User
von Jan H. (j_hansen)


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Jens G. schrieb:
> Viele Akkus, möglicherweise vor allem ältere Akkus, zeigen kein
> ausgeprägtes -dU, wenn sie voll sind. Deswegen schaltet das Ladegerät
> nicht ab. Vielleicht kannste diesesn Parameter bei diesem Ladegerät
> anpassen, also niedriger einstellen.

Ja, das wird's sein, danke.

von zyxw (Gast)


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Die BC-Ladegeräte schalten sehr spät und evtl. unzuverlässig ab.
Dadurch werden die Akkus unnötig gequält und warm.
Ich würde mir wünschen, dass man eine max. Ladung / Zeit einstellen 
könnte.
Deshalb verwende ich eine Zeitschaltuhr.
Evtl. funktioniert es mit einem höheren Ladestrom besser.
Da Funktelefon-Akkus häufig die Berufskrankheit "Lazy Battery" haben, 
weil sie viel zu früh und zu oft auf die Ladeschale wandern, anstatt mal 
wieder ganz leer gemacht werden, kann es sein, dass es einige Zyklen 
braucht, bis sie wieder mehr Kapazität haben.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Bei 200mA sollten sie nicht zu warm werden können.

von Manfred (Gast)


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Jan H. schrieb:
> NiMH-Akkus (AAA GP 600mAh)
> ent- und geladen. Bei 200mA Ladestrom

200mA auf einen 600mAh gilt schon als "beschleunigte Ladung" und sollte 
zeitlich begrenzt werden.

Wenn ich lese "GP" - für mich heißt das "Größter Plunder". Wenn es 
halten soll, steht Panasonic drauf. In der Praxis kaufe ich bei Aldi 
oder Lidl eine Packung, die ist mindestens einmal im Jahr im 
Sonderangebot. Rein damit, eineinhalb Jahre OK und fertig, macht 2,99 
Euro.

nachtmix schrieb:
> Gebräuchlich ist eine Aufladung mit dem 1,4 bis 1,6-fachen der
> Nennkapazität.

1,6 halte ich für arg hoch, mit 1,4 bin ich bei Dir.

Stefanus F. schrieb:
> Bei 200mA sollten sie nicht zu warm werden können.

Ja, das sind gerade mal 0,3 Watt, da wird nichts von außen merkbar warm. 
Ändert leider nichts daran, dass dieser NiMH-Plunder auf Überladung 
relativ zeitnah mit einer spürbaren Abnahme der Kapazität reagiert.

von Niemand (Gast)


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einen 600 mAh Akku mit satten 200 mA Laden, sowas fällt noch unter was 
bitte
"beschleunigte Ladung" ? Das machen NiMH nicht lange so mit, vllt. 
deshalb der ganze Zinnober, schon kaputt geheizt?

von Karl (Gast)


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Manfred schrieb:
> Wenn es
> halten soll, steht Panasonic drauf.

Sagst Du. Ich hab gerade zwei neue Sätze Eneloops gekauft, OVP, AAA mit 
700mAh. Da hab ich genau den gleichen Effekt: Laut Ladegerät gehen da 
1700mAh rein, dafür sind sie in der Stirnlampe ganz schnell leer.

Also entweder fälschen die Chinesen jetzt auch Eneloops oder die Dinger 
sind hoffnungslos überlagert.

von Manfred (Gast)


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Karl schrieb:
>> Wenn es
>> halten soll, steht Panasonic drauf.
> Sagst Du. Ich hab gerade zwei neue Sätze Eneloops gekauft, OVP, AAA mit
> 700mAh. Da hab ich genau den gleichen Effekt: Laut Ladegerät gehen da
> 1700mAh rein, dafür sind sie in der Stirnlampe ganz schnell leer.

Es wurde weiter vorne schon angerissen: Ladeende nicht erkannt.

Wenn Du in einen 700mAh-NiMH 1700mAh rein lädst, ist der nach 10 Zyklen 
hin - egal, von welchem Hersteller.

Für mich halte ich noch immer an Uralttechnik fest: Konstantstrom mit 
Timer.

Ich habe gerade vor ein paar Tagen zwei AAA-Akkus gemessen, einen 
älteren tka von Pearl und eine schon länger gelagerte eneloop. Den 
eneloop habe ich 6h mit 165 mA geladen und danach mit 100 mA 
Konstantstrom bis 0,8 Volt entladen - es kamem 770 mAh heraus.

Der mehrere Jahre alte tka wurde 15h @ 75 mA geladen, es kamen 700 mAh 
raus.

von Karl (Gast)


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Manfred schrieb:
> Es wurde weiter vorne schon angerissen: Ladeende nicht erkannt.

Nur verwende ich diesen Lader in Zusammenhang mit Eneloops seit Jahren. 
Klar macht da mal eine Zelle Ärger, wenn ich sie in der Stirnlampe auf 
den letzten Tropfen ausgequetscht habe. Aber neue Zellen direkt aus der 
Packung...?

von Jan H. (j_hansen)


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Jens G. schrieb:
> Lazyeffekt

Das ist interessant, danke. Vielleicht versuche ich mal ein paar 
Lade-/Entladezyklen.

Niemand schrieb:
> einen 600 mAh Akku mit satten 200 mA Laden, sowas fällt noch unter was
> bitte "beschleunigte Ladung" ? Das machen NiMH nicht lange so mit, vllt.
> deshalb der ganze Zinnober, schon kaputt geheizt?

1/3C erschien mir nicht viel zu sein. Zu wenig soll man ja auch nicht 
einstellen im die dU-Erkennung nicht zu sehr herauszufordern. Vielleicht 
hätte das Ladegerät bei mehr Ladestrom das Ende ja erkannt.

Sind 200mA "Erhaltungsladung" wirklich so schlimm? Von "kaputtheizen" 
kann meiner Meinung nach keine Rede sein, die Akkus wurden nicht merkbar 
warm.

Nächstes Mal kann ich ja selbst nach einer sinnvoll erscheinenden Zeit 
abschalten oder eine Zeitschaltuhr zur Sicherheit vorschalten. Ich war 
der Meinung, das BC-900 hätte eine gute dU-Erkennung.

von Karl (Gast)


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Manfred schrieb:
> Wenn Du in einen 700mAh-NiMH 1700mAh rein lädst, ist der nach 10 Zyklen
> hin

Was ich mich da frage: Wo geht die Energie hin? Der Akku wird nicht 
merklich wärmer. Ok, es werden bei 200mA Ladestrom auch nur 300mW 
umgesetzt.

von Manfred (Gast)


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Jan H. schrieb:
> 1/3C erschien mir nicht viel zu sein. Zu wenig soll man ja auch nicht
> einstellen im die dU-Erkennung nicht zu sehr herauszufordern. Vielleicht
> hätte das Ladegerät bei mehr Ladestrom das Ende ja erkannt.

Das ist zweifelsfrei richtig, diese -delta-U-Erkennung setzt voraus, 
dass die Zelle sich erwärmt und springt bei zu wenig Strom garantiert 
nicht an.

> Sind 200mA "Erhaltungsladung" wirklich so schlimm?

Früher, bei NiCd, ging man von 1% aus - eine 700 mAh wäre mit 7 mA zu 
erhalten gewesen. Geladen wurde 14 Stunden C/10, also 70 mA.

Jetzt mal rechnen: Laut Packungsaufdruck soll eine eneloop nach einem 
Jahr Lagerung noch 90% Ladung haben. 10% Verlust von 700 mAh sind 70 
mAh, das Jahr hat 8760 Stunden. Ich würde 8µA Erhaltung herausbekommen.

Karl schrieb:
> Wo geht die Energie hin? Der Akku wird nicht merklich wärmer.

Natürlich nicht, die Oberfläche ist groß genug, weshalb ich sagte 
"nichts von außen merkbar". Du kannst noch so lange diskutieren, der 
Kram zerlegt sich intern, einfach Praxiserfahrung.

von Karl (Gast)


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Manfred schrieb:
> Du kannst noch so lange diskutieren, der
> Kram zerlegt sich intern, einfach Praxiserfahrung.

Ja, glaub ich gern. Aber was mach ich jetzt mit meinen neuen Zellen?

Ich lass die gerade mal im Lader auf "Test" laufen. Also laden und dann 
entladen bis 0.9V.

Einen Timerbetrieb hat der Lader leider nicht. Ich könnte höchstens eine 
Schaltzeituhr davorhängen. ;-)

von coldwarmhot (Gast)


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Karl schrieb:
> Wo geht die Energie hin?

Manfred schrieb:
> der Kram zerlegt sich intern.

Das hätte ich jetzt auch gesagt. Wenn der
Defekt (allein?) chemisch vonstatten geht
durch diese Überladung, ist dann doch aber
"verheizen" das falsche Wort?

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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> Aber was mach ich jetzt mit meinen neuen Zellen?

Benutzen, solange sie ihren Zweck erfüllen. Ist doch klar.

von Dieter (Gast)


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Ältere NiMh sollte man mit 0,1...0,2C laden. Zwar gibt es keinen 
klassischen Memory-Effekt bei NiMh, aber das dU/dt-Verhalten wird 
weniger signifikant für die Abschaltung.

In dem Falle das Ladegerät im Entladen Modus betreiben (entlädt den 
Akku) und in der zweiten Phase wird dieser wieder geladen. Anhand der 
Zeitanzeige (Display-Modus wechseln) nach dem 1...1,4 fachen der 
Nennkapazität abbrechen und noch einmal das gleich wiederholen.

von Petra (Gast)


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Mein Ladegerät entlädt die Akkus immer vo dem Laden. Ist nicht 
sonderlich Energieeffizient, verlängert die Lebendauer erheblich.

von Jens G. (jensig)


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>> Wo geht die Energie hin? Der Akku wird nicht merklich wärmer.

>Natürlich nicht, die Oberfläche ist groß genug, weshalb ich sagte
>"nichts von außen merkbar". Du kannst noch so lange diskutieren, der
>Kram zerlegt sich intern, einfach Praxiserfahrung.

Solange man es mit der "Erhaltungsladung" nicht übertreibt, machen das 
die Akkus ohne weiteres mit, denn die haben eine gewisse 
Überladungsreserve durch etwas mehr Material auf einer der Elektroden. 
Die gasen dabei zwar innerlich, aber das Gas wird auch sofort wieder 
gebunden. Zerlegen tut sich dabei nichts, weil auser Gasen und 
sofortiger Bindung innerlich nichts weiter passiert (auser warm werden).
Eher werden die durch jahrelanges Lagern alt und mürbe (zumindest die 
NiMH, nicht so sehr die NiCd) ...

von Manfred (Gast)


Angehängte Dateien:

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Karl schrieb:
>> Du kannst noch so lange diskutieren, der
>> Kram zerlegt sich intern, einfach Praxiserfahrung.
>
> Ja, glaub ich gern. Aber was mach ich jetzt mit meinen neuen Zellen?
>
> Ich lass die gerade mal im Lader auf "Test" laufen. Also laden und dann
> entladen bis 0.9V.

Ich hänge Dir mal meinen Testlauf je einer Einzelzelle an, entladen mit 
100mA konstant. Interessant ist es, das auch bei höherem Strom bzw. dem 
Einsatzzweck entsprechender Last durchzufahren. Wenn der Graph der 
Entladung deutlich schräg wird / der Knick am Ende deutlich flacher 
wird, ist das ein Indiz dafür, dass die Zelle ihren Innenwiderstand 
deutlich erhöht hat - das Hauptärgernis bei NiMH.

Ich kenne das von einem älteren GSM-Handy (Bosch 509): Bei 100mA-Last 
kommen gut 500mAh aus den Zellen raus, bei 500mA Last sind sie binnen 10 
Minuten tot. Gemäß Herstellerspezifikation mit C/10 wären die also noch 
in Ordnung gewesen, im realen Leben aber ein Fall für due Mülltonne.

Dieter schrieb:
> Ältere NiMh sollte man mit 0,1...0,2C laden. Zwar gibt es keinen
> klassischen Memory-Effekt bei NiMh, aber das dU/dt-Verhalten wird
> weniger signifikant für die Abschaltung.

Bei 0,1C wird eine -dU Abschaltung versagen. Memory ... na ja. Direkt 
nach dem Laden klingt mein Akkurasierer recht gequält, nach 20 Sekunden 
Betrieb steigt auf einmal die Drehzahl.

Petra schrieb:
> Mein Ladegerät entlädt die Akkus immer vo dem Laden. Ist nicht
> sonderlich Energieeffizient, verlängert die Lebendauer erheblich.

Eigentlich Mist, weil es einen zusätzlichen Zyklus erzeugt. Dennoch 
glaube ich Dir das, weil durch das Entladen eine Überladung vermieden 
wird, gegen die NiMH m.E. deutlich intolerant reagiert.

Jens G. schrieb:
> Solange man es mit der "Erhaltungsladung" nicht übertreibt, machen das
> die Akkus ohne weiteres mit, denn die haben eine gewisse
> Überladungsreserve durch etwas mehr Material auf einer der Elektroden.

Wenn ich nicht beruflich mit der Anwendung dieses NiMH-Desasters zu tun 
hätte, würde ich es Dir vielleicht glauben.

von Hirnschaden, H. (Firma: Happy Computing MDK Inc.) (hirnschaden)


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Ainen gudden!

Manfred schrieb:
> das Hauptärgernis bei NiMH

Spannungsbegrenzung Leute. Spannungsbegrenzung ist überlebenswichtig für 
NiMH.

Dwianea
hirnschaden

von Manfred (Gast)


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Hirnschaden, H. schrieb:
> Spannungsbegrenzung Leute. Spannungsbegrenzung ist überlebenswichtig für
> NiMH.

Dein Name ist Programm?

von hinz (Gast)


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Manfred schrieb:
> Hirnschaden, H. schrieb:
>> Spannungsbegrenzung Leute. Spannungsbegrenzung ist überlebenswichtig für
>> NiMH.
>
> Dein Name ist Programm?

Bist du neu hier?

von Jens G. (jensig)


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@ Manfred (Gast)

>Petra schrieb:
>> Mein Ladegerät entlädt die Akkus immer vo dem Laden. Ist nicht
>> sonderlich Energieeffizient, verlängert die Lebendauer erheblich.

>Eigentlich Mist, weil es einen zusätzlichen Zyklus erzeugt. Dennoch

Wenn der Akku vorher genutzt wurde, dann ist dieser Entladeschritt nur 
die Fortsetzung der vorherigen Nutzentladung. Also kein extra Zyklus.

>glaube ich Dir das, weil durch das Entladen eine Überladung vermieden

Wenn das ein timergesteuerter Lader ist, dann hättest Du sogar recht.

>wird, gegen die NiMH m.E. deutlich intolerant reagiert.



>Jens G. schrieb:
>> Solange man es mit der "Erhaltungsladung" nicht übertreibt, machen das
>> die Akkus ohne weiteres mit, denn die haben eine gewisse
>> Überladungsreserve durch etwas mehr Material auf einer der Elektroden.

>Wenn ich nicht beruflich mit der Anwendung dieses NiMH-Desasters zu tun
>hätte, würde ich es Dir vielleicht glauben.

Glaub's ruhig ;-)

von Manfred (Gast)


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hinz schrieb:
> Bist du neu hier?

Nein.

von Dieter (Gast)


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Dauerueberladung NiMh sollte 0.1C nie uebersteigen, damit der Akku lang 
genug lebt. In aelteren Datenblaettern stand daher manchmal eine Angabe 
zu 8000 oder 10000h eines solchen Ladebetriebes.

von Hirnschaden, H. (Firma: Happy Computing MDK Inc.) (hirnschaden)


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Ainen gudden!

Manfred schrieb:
> Dein Name ist Programm?

Nicht nur das!

Auch der Grenzwert für die Temperatur beim Laden und für den 
Entladestrom sollten auf keinen Fall überschritten werden.

Dwianea
hirnschaden

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Zwischen einer einfachen praxistauglichen Ladung und der bestmöglichen 
Entladung+Ladung kann man beliebig viel Aufwand treiben.

Wenn man davon ausgeht, dass preisgünstige NiMH Akkus sich schon nach 
etwa 5x Zyklen bezahlte gemacht haben, verlieren technische optimale 
Verfahren drastisch an Bedeutung.

Man sollte sich immer fragen: Warum verwende ich überhaupt Akkus, was 
ist dabei wichtig?

Für mich relevante Faktoren sind:

- Umwelt-Belastung (kann ich leider kaum bewerten, würde ich aber gerne)
- Kostenersparnis im Vergleich zu Primärzellen (Ladegerät mit 
berücksichtigen!)
- Lebensdauer bei Nichtnutzung
- Selbstentladung
- Reaktion auf Tiefentladung
- Allgemeine Eignung für meine Geräte
- Verfügbarkeit von Ersatz (um die Ecke beim Penny Markt oder Rossmann)

Selbst wenn meine Akkus nach 10x Laden verschlissen sind, mache ich 
damit keinen Verlust. Also warum sollte ich mir den Kopf über Details im 
Ladeverfahren zerbrechen?

von batman (Gast)


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Weil ich nicht bei jedem Akkugerät alle 10 Zyklen die Akkus wechseln 
will, so billig sie auch sein mögen, sorry.

von Stefan ⛄ F. (stefanus)


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Möglichst lange Nutzbarkeit anzustreben ist ja nicht falsch, es 
reduziert auch die Umweltbelastung.

Es sei denn, der Aufwand übersteigt den Nutzen.

von Dieter (Gast)


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Leider werden bei Dauerladegeräten die tatsächlichen 
Lebensdauereinflüsse nur wenig hinreichend berücksichtigt.

Besser wäre folgende Dimensionierung mit einem Vorwiderstand:


Wenn der Akku 1,4V erreicht, dann wäre der Strom nur noch 50mA. Bei 
1800mA Zelle
Bei 1,3V wäre der Ladestrom, wie für 24h Vollladung.
Bei 1,2V wäre der Ladestrom, wie für 14h Vollladung.
usw.

Akku  Strom            thZeit
1,4V  C/30 50mA        30...40h
1,3V  C/20 100mA       24h
1,2V  C/10 200mA       14h
1,0V  C/5  200...400mA 14...6h
für 2000mAh Zelle


Zugunsten vieler Langtelefonierer mehrmals am Tag sind meistens die 
Ladeströme der Telefonteile zu hoch gewählt. Die Ausgangsspannung des 
Netzteils ist zu ungenau geregelt, dass dies mit einem Vorwiderstand 
entsprechend genau realisiert werden kann. Obiges Beispiel benötigt 
genau (n=Zellenzahl in Serie) geregelte n*1,5V und n*20Ohm als 
Vorwiderstand.

von batman (Gast)


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Da haste Recht, bei NiMH-Geräten (Bsp. Funktelefon, Zahnbürste) 
zerbrechen sich ja schon Generationen den Kopf und es kommt wenig dabei 
raus. Vielleicht ist es Zeit, aufzugeben. Ich habe so ungefähr 1 Gerät, 
ein Braun Akkurasierer, wo das Ladesystem zufriedenstellend 
funktioniert. Der lädt schnell auf und schaltet dann ab und schafft so 
hunderte Zyklen. Aber das ist eben die Ausnahme.
Den Vogel hatte mein neuer "Grundig"-Rasierer abgeschossen, wo nach ein 
paar Tagen an der Steckdose die eingbauten(!) Akkus auf 30% 
Nennkapazität runtergeberaten waren. Die "Ladeschaltung" bestand aus 
einem Widerstand nach einem Konstantspannungs-NT. Witzigerweise hatten 
sie noch eine schöne blaue LED spendiert, die irgendwann ausging, wenn 
der bratende Akku eine bestimmte Spannungschwelle überschritt.

von Dieter (Gast)


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Als Rasierer habe ich seit Jahren einen Braun mit 2 AA Akkus im 
Batteriefach. Läuft seit Jahren ohne Probleme. Die Akkus werden extern 
geladen.

Nicht selten habe ich den Eindruck, dass das nicht immer unbeabsichtigt 
gemacht wird. Der Kunde soll zu Geräten mit teuren LI-Akkus gedrängt 
werden, dessen Austausch dann sehr teuer wird, genauer so teuer, dass er 
sich lieber bald ein neues Gerät kauft. In den letzten Jahren bin ich 
wegen einer solchen Kritik nicht nur einmal mit dem Schimpfwort 
"Wirtschaftssau" bedacht worden.

von batman (Gast)


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Eine eher unplausible Verschwörungstherie, daß der Chinesische Händler 
oder Importeur, bei dem man heute die Waren bezieht, darauf spekuliert, 
daß der Kunde nochmal bei ihm kauft, wenn das Gerät schnell kaputt ist. 
Eher ist der schon wieder weg vom Fenster.

von Percy N. (vox_bovi)


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batman schrieb:
> Eine eher unplausible Verschwörungstherie, daß der Chinesische
> Händler oder Importeur, bei dem man heute die Waren bezieht, darauf
> spekuliert, daß der Kunde nochmal bei ihm kauft, wenn das Gerät schnell
> kaputt ist. Eher ist der schon wieder weg vom Fenster.

Mag sein, aber er selbst konnte auch nur deshalb zeitweilig reüssieren, 
weil ein anderer Höker vor ihm das Hauptbuch dauerhaft geschlossen hat.

Dem nächsten wird es demnächst ähnlich ergehen ...

von batman (Gast)


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Welches Interesse sollte er dann haben, daß seine Ware schneller kaputt 
geht, wenn er eh aus dem Geschäft ist.

von Gustav K. (hauwech)


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batman schrieb:
> Eine eher unplausible Verschwörungstherie, daß der Chinesische Händler
> oder Importeur, bei dem man heute die Waren bezieht, darauf spekuliert,
> daß der Kunde nochmal bei ihm kauft, wenn das Gerät schnell kaputt ist.
> Eher ist der schon wieder weg vom Fenster.

Der mag dann weg vom Fenster sein, seinen Schrott hat er zu Geld gemacht 
und das war das Ziel der Übung. Dann taucht der Händler mit einem neuen 
Shop wieder auf und der Schrott wird unter einem anderen Markennamen 
angeboten. Dann heißt es: Neues Spiel - neuer Einsatz. Der Schrott muss 
nur billig sein, dann schaltet sich bei 99% der Kunden das Hirn ab.

von batman (Gast)


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Ja, billig bringt den Umsatz. Aber die Kurzlebigkeit seiner Ware hilft 
ihm nix, sondern zu 99% seiner Konkurrenz. Und derart soziale 
Geschäftsleute findet man nicht so oft. :)

von batman (Gast)


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Bei den Li-Akkus scheint sich aber was zu tun. Teilweise sollen sie 
jetzt sogar schon wegen ihren höheren Zyklenzahlen bzw. Lebensdauer 
andere Akkutypen (z.B. Starterbatterie im Krad) ersetzen.

von Percy N. (vox_bovi)


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batman schrieb:
> Welches Interesse sollte er dann haben, daß seine Ware schneller
> kaputt geht, wenn er eh aus dem Geschäft ist.

Der nette Kollege legt sich eine neue Firma zu und startet durch. Wo ist 
das Problem?

von Dieter (Gast)


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batman schrieb:
> Bei den Li-Akkus scheint sich aber was zu tun. Teilweise sollen sie
> jetzt sogar schon wegen ihren höheren Zyklenzahlen bzw. Lebensdauer
> andere Akkutypen (z.B. Starterbatterie im Krad) ersetzen.

Da bei schweren Unfällen der Kradfahrer nicht angeschnallt ist, dürfte 
es auch unkritisch sein, wenn die sowieso kleinere Batterie im Vergleich 
zum Auto in Flammen aufgehen sollte, da dieser meist schon weit genug 
weiter geflogen sein dürfte.

von Manfred (Gast)


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batman schrieb:
> Da haste Recht, bei NiMH-Geräten (Bsp. Funktelefon, Zahnbürste)
> zerbrechen sich ja schon Generationen den Kopf und es kommt wenig dabei
> raus. Vielleicht ist es Zeit, aufzugeben.

Besser könnte ich es nicht formulieren, volle Zustimmung.

Ein Hersteller von Schnurlostelefonsystemen hat etwa 2001 ein Gerät mit 
LiIon entwickelt, von denen einige heute noch mit dem ersten Akku in 
Betrieb sind. Das Gerät hat eine geringe Stromaufnahme, die Akkus werden 
weitab ihrer beiden Endpunkte betrieben.

Die Nachfolgegeneration wurde aus Kostengründen mit NiMH gemacht, neben 
erheblichen Gewährleistungskosten ist auch der Reputationsverlust beim 
Kunden nicht zu vernachlässigen. Ein anderer, von diesem unabhängiger 
Hersteller, hat ebenfalls NiMH in seine Geräte gesetzt und ein 
gleichartiges Desaster erlebt.

Die folgende Generation Schnurlostelefone hat wieder LiIon bekommen, die 
je nach Nutzung nun auch schon über 5 Jahre leben.

> Ich habe so ungefähr 1 Gerät, ein Braun Akkurasierer, wo das Ladesystem 
zufriedenstellend funktioniert.

Mein Braun-Rasierer hatte nach etwa 2,5 Jahren einen erheblichen 
Leistungsverlust. Die eingebaute AA-NiMH von Sanyo ist in gutem Zustand, 
eine neue Zelle ändert nichts daran. Das Ding ist mechanisch tot, 
vermutlich wegen mangelhafter Abdichtung gegen den Rasierstaub. Ich bin 
nun bei einer anderen Marke, wo nach nun etwa 3,3 Jahren der Akku zu 
schwächeln scheint.

batman schrieb:
> Ja, billig bringt den Umsatz. Aber die Kurzlebigkeit seiner Ware hilft
> ihm nix, sondern zu 99% seiner Konkurrenz.

Das sehe ich leider anders und negativ: Da alle Hersteller ihre 
"Qualität" nach unten korrigieren, findet eine Umverteilung statt, die 
im Endeffekt aber Umsatzneutral ist.

Ich ärgere mich über Aldi und kaufe nun bei Lidl ein. Meine ??? findet 
Lidl doof und kauft lieber bei Aldi. Was bleibt - siehe oben, eine 
umsatzneutrale Umverteilung.

von Jobst Q. (joquis)


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Dieter schrieb:
> batman schrieb:
>> Bei den Li-Akkus scheint sich aber was zu tun. Teilweise sollen sie
>> jetzt sogar schon wegen ihren höheren Zyklenzahlen bzw. Lebensdauer
>> andere Akkutypen (z.B. Starterbatterie im Krad) ersetzen.
>
> Da bei schweren Unfällen der Kradfahrer nicht angeschnallt ist, dürfte
> es auch unkritisch sein, wenn die sowieso kleinere Batterie im Vergleich
> zum Auto in Flammen aufgehen sollte, da dieser meist schon weit genug
> weiter geflogen sein dürfte.

Die Batterie würde eh nicht in Flammen aufgehen, da die 
Li-Starterbatterien vom Typ LiFePO4 sind. Andernfalls hätten sie weder 
die hohe Strombelastbarkeit zum Starten noch die höhere Zyklenzahl 
gegenüber Bleiakkus.

von batman (Gast)


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Manfred schrieb:
> Ich ärgere mich über Aldi und kaufe nun bei Lidl ein. Meine ??? findet
> Lidl doof und kauft lieber bei Aldi. Was bleibt - siehe oben, eine
> umsatzneutrale Umverteilung.

Tatsächlich wird aber niemand gezwungen, beim Discounter zu kaufen. 
Anscheinend ist es aber schon so eine Art Naturgesetz geworden, immer am 
billigsten zu kaufen, was gar nicht mehr hinterfragt wird.

Niemand anders als die Käufer treffen also die Entscheidung, daß alles 
billiger und damit zwangsläufig schlechter wird. Anstatt es sich 
einzugestehen, sehen sie sich aber lieber als Opfer irgendwelcher 
(unplausibler) Verschwörungen (s.o.).

Ich kauf bei Aldi übrigens schon lange nix mehr, was man nicht 
verspachteln kann. Was die sonst so auf den Grabbeltischen haben, mußte 
ich meistens wieder zurückbringen.

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