Eine 15F Supercap Einzelzelle (!) habe ich vor mir liegen, die kommt
demnächst als NiMH-Backup-Ersatz in eine Zeitschaltuhr.
Das Spezielle bei diesen Caps ist, dass diese nicht weiter als bis auf
eine bestimmte Mindestspannung entladen werden dürfen. Man hat also
einen ausnutzbaren Spannungsbereich von N*(1,4V-0,8V). Dass es solche
"Kondensatoren" gibt, wusste ich bis vor 3 Wochen auch noch nicht. Wohl
eine Mischung aus Kondensator und Akku (heisst ja auch "Hybrid Storage
Cap"). Die Einzelzelle ist, gemessen an ihrer Kapazität, verblüffend
klein. (15F Knopfzelle: D=12mm L=2,5mm) Die Entladekurve ist auch nicht
Capacitor-like.
Ich habe jetzt mal eine Anfrage an Vishay geschickt.
Beim Schreiben ist mir eine Idee gekommen, wie die auf solche
Kapazitätsangaben gekommen sein könnten. Aber der Gedankengang zu der
Rechnung ist schon etwas schräg:
Die (relative) nutzbare Energie ist, aufgrund der
Entlade-Mindestspannung, bei
1 Zelle: 1,32 [V^2] / (1,4V)^2-(0,8V)^2
2 Zellen: 5,28 [V^2] / (2,8V)^2-(1,6V)^2
3 Zellen: 11,88 [V^2] / (4,2V)^2-(2,4V)^2
4 Zellen: 21,12 [V^2] / (5,6V)^2-(3,2V)^2
5 Zellen: 33,00 [V^2] / (7,0V)^2-(4,0V)^2
(allgem. Formel E=0,5*C*U^2, hier nur mit dem U^2 Term gerechnet)
Bei 2 Zellen hat man 5,28/1,32 = 4 (4-fache Energie bei doppelter
Spannung)
Bei 4 Zellen hat man 21,12/1,32 = 16 (16-fache Energie bei 4facher
Spannung)
Damit das einsichtig wird, muss man so tun, als ob bei gestapelten
Zellen die Kapazität gleich bleiben würde. Die rechnen quasi den
Mindestentlade-Spannungsoffset raus.