Hallo, ich habe gedankliche Interferenzen bezüglich der aktuellen Lage
in der Startup Szene.
Selbst bin ich glücklich in meinem Job, ich habe viele tolle Ideen, die
mit meinem eigentlichen Job nichts zu tun haben. Dazu besitze ich die
fachlichen Fähigkeiten diese im Bedarfsfall umzusetzen. Deshalb habe ich
schon mit dem Gedanken gespielt ein Unternehmer zu werden. IoT und Smart
Home wäre das perfekte Themafür mich, wo ich bei einer gewissen
finanziellen Absicherung sofort anfangen würde. Ich habe genug Erfahrung
mit all embedded IP Stacks, Mikrocontrollern, PCB Entwicklung und
Abwicklung von Fertigungsaufträgen mit chinesischen Zulieferfirmen.
Zusammengefasst: ich kann es, nur getraut habe ich micht nicht, weil ich
die Familie ernähren muss.
In Berlin tummeln sich viele Startups aus dem IoT und Smart Home
Bereich. Die haben schicke Büroräumlichkeiten, MacBooks, Obst und Bier.
Auf den Webseiten findet man Bilder von lachenden jungen Menschen,
tollen Sprüchen sogar Impressum. Nur nach fertigen Produkten oder was
hinter der Firma steckt, sucht man vergeblich, höchstens
stichpunktartig... Da fragt man sich, wovon leben solche Startups? Wo
kommt das Geld her? Bei offenen Stellen strahlen mir kryptische Wörter
wie BACKEND, SCRUM oder AGIL entgegen. Verdammt, ich bin ein studierter
"Fachidiot", der weiß wie die Entwicklung funktioniert, warum bloß der
ganze neumodische Mist.
Ist es alles eine Blase? Werden Fördergelder verbrannt? Wer hat da
selbst Erfahrungen mit Startups gemacht?
Foerdergelder ? Vielleicht, vieleicht auch Investorengelder, vielleicht
auch eigenes Geld, oder von Verwandten. Dass du Foerdergelder bekommst
ist eher selten, dann musst du schon sehr gut sein, resp dein Thema
heftig aufgehypt haben.
Oft sind Startups von erfolgreichen Angestellten gegruendet, die das
Geld, die Ideen und die Kraft zu haben, glauben, durchzustarten.
Es gibt auch Startups, die haben eine sehr gute Idee, sehr gut in Augen
von Dritten, die die Idee finanzieren, um nachher abzugreifen. So kann
ein grosser Konzern gerne ein Startup finanzieren, weil die Idee, der
Spirit, und der Einsatz der Leute in einem Konzern nicht zu haben sind.
Wenn dann alles laeuft werden die Gruender ausbezahlt. Das Startup
benoetigt dann eh viel Geld, das es nicht bekommt.
In einem Startup kannst du mit vielen Ueberstunden, und grossartigem
Einsatz motivierte junge Leute verbrennen, was dir in einem Konzern nie
gelingen wuerde.
Das Thema ist vielschichtig.
Als Startup hast du erstmal kein Produkt das du verkaufen kannst. Und
sagen wir mal die nächsten 2 Jahre hast du auch kein Produkt das du
verkaufen kannst.
Also musst du genug Leute finden, die dir Geld geben, damit du die Zeit
überbrücken kannst in der entwickelst, bis du etwas hast, das du
verkaufen kannst.
Also muss deine Idee sehr viel besser als geschnitten Brot sein sowie
deine Präsentation viel BlingBLing, Buzzwords usw enthalten damit
erstmal das Geld fließt.
> Ist es alles eine Blase?
Ja.
> In Berlin tummeln sich viele Startups aus dem IoT und Smart Home> Bereich. Die haben schicke Büroräumlichkeiten, MacBooks, Obst und Bier.
Hier in meinem Ostberliner Gewerbegebiet gibt es keine Startups, hier
wird gearbeitet. Keine schicken Büros, nur schlichte Zweckbauten; keine
Macbooks, sondern Büro-PC von höchstens Fujitsu, kein Obst, kein Bier
sondern Wassersuppe, Pfefferminztee aus der Thermosflasche und
Leberwurststullen aus der Büchse.
Die cleveren Startups sitzen im Stadtteil der ehemaligen
Wehrdienstverweigerer, dort, wo heute die Leistungsverweigerer sitzen
(sry für die geistige Anleihe bei Frank Castorf).
staff buy out:
2006 Konzern will Kosten sparen und limitiert die Entwickler.
2007 Kürzung der Budgets
2009 Markteinbruch
2011 Umstrukturierung und Zusammenlegung mit dem Schweizer Standort
2013 Auflösung der deutschen Standorts fast abgeschlossen
2014 Mitarbeiter, die nicht mitgehen wollen, werden freigesetzt.
2015 Ein Jahr Pause für den Entwicklungsleiter mit Ü-Geld
2016 Entwicklungsleiter gründet neues Unternehmen
2017 Konzern kauft neues Unternehmen auf
2018 Mitarbeiter führen das Unternehmen unter 3. Namen neu weiter
Damit das möglich ist, müssen ein paar Assets gekauft werden.
Patente haben die Mitarbeiter.
2019 ist der Aufbau geplant, denn wird möglichst an die Konkurrenz
verkauft.
Sinn: Wieder einen sicheren Arbeitsplatz in einem Grosskonzern bei
besserer Position!
Anonym schrieb:> Ist es alles eine Blase? Werden Fördergelder verbrannt? Wer hat da> selbst Erfahrungen mit Startups gemacht?
Teilweise eine Blase
Ja klar werden Fördergelder verbrannt
Ich war in einem erfolglosen, dass dann leider zum Auftragsentwickler
geworden ist. War trotzdem eine positive Erfahrung, da sämtlicher
Großkonzern-Unsinn weggefallen ist. Da merkt man mal wirklich, was man
schaffen kann, wenn man arbeitet und nicht von bürokratischem Unsinn und
Firmenpolitik aufgehalten wird. Leider ist die Finanzierung eben oft ein
Problem, was mich dann letztlich zum Wechsel gezwungen hat. Das Produkt
war seiner Zeit voraus.
Ich bin nun in einem Ex-Startup, dass den Sprung zum profitablen
Unternehmen geschafft hat. Das ist natürlich finanziell besser
aufgestellt und hat trotzdem den Charme eines modernden Startups. Es ist
eigentlich alles besser, als im Konzern (große Freiheiten, viel
Verantwortung, Mitgestalten), außer der eher mittelmäßigen Bezahlung und
dem fehlenden Prestige.
SmartHome IoT wird gehypt aber die startups verschwinden auch genauso
schnell wieder. Letztendlich bietet dieses Thema viel Potential für
Bastelbuden wo der Geschäftsführer sein Hobby zum Beruf gemacht hat.
Damit wird niemand glücklich. Solche klitschen muss man meiden und gar
nicht erst aufmachen.
@ Hartz 4
> Eine richtige Arbeitsstelle. Wie gerne würde ich mit Ihnen tauschen.
Betrifft mich nicht persönlich, ich bin ein Sonderfall und betrachte die
Sache von der höheren Warte meines Büros aus.
Es hat aber auch Schattenseiten mit den Arbeitsstellen: Manchmal endet
die letzte Schicht des benachbarten Bestückers Sonntag früh um 07.00
Uhr.
Werden Startups - insbesondere solche hinter denen Großkonzerne stehen -
nicht doch wieder einfach zu verlängerten Werkbänken?
Die Silicon Valley - Kultur passt einfach nicht zu Deutschland. Ich kann
auch nicht einfach ein Katzenbaby weiß anmalen und in ein Hühnernest
setzen. Die Auswüchse dieser durch Rücksichtslosigkeit und grenzenloser
Naivität geprägten Mentalität kommen dieser Tage doch gerade an's
Tageslicht.
Nachdenklich schrieb:> Werden Startups - insbesondere solche hinter denen Großkonzerne stehen -> nicht doch wieder einfach zu verlängerten Werkbänken?>> Die Silicon Valley - Kultur passt einfach nicht zu Deutschland. Ich kann> auch nicht einfach ein Katzenbaby weiß anmalen und in ein Hühnernest> setzen. Die Auswüchse dieser durch Rücksichtslosigkeit und grenzenloser> Naivität geprägten Mentalität kommen dieser Tage doch gerade an's> Tageslicht.
Früher oder später kommt sie (die Mentalität) bei uns an, wie alles von
da.
Grüsse,
René
René H. schrieb:> Früher oder später kommt sie (die Mentalität) bei uns an, wie alles von> da.
Ach - manches floppt auch. Wie zum Beispiel das Model 3, wenn es so
weiter geht. Wäre das schön, nicht wahr? :)
Ein Auto baut man eben nicht wie eine Daddel-App.
Disruption übersetzt bedeutet: Bunte Bilder mit viel heißer Luft und
großen Egos.
Nachdenklich schrieb:> Disruption übersetzt bedeutet: Bunte Bilder mit viel heißer Luft und> großen Egos.
Sowas in der Art haben Nokia, AOL, die Fernsehsender und die Verlage
auch gesagt.
SW I. schrieb:> Nachdenklich schrieb:>> Disruption übersetzt bedeutet: Bunte Bilder mit viel heißer Luft und>> großen Egos.>> Sowas in der Art haben Nokia, AOL, die Fernsehsender und die Verlage> auch gesagt.
Stimmt auch wieder.
Es ist schon bemerkenswert wenn beim Thema Startups immer wieder die
ollen Klischees wie der Kickerkasten, das Bällebad und der Obstkorb
bemüht werden.
Manche haben schon ein sehr simples Weltbild.
Abradolf L. schrieb im Beitrag #5432502:
> Amazon und Google waren auch mal Startups
So wie jedes Unternehmen :-)
Wie Lothar schon schrieb: früher nannte man uns "Garagenfirmen", aber
das ist langweiliges Deutsch und klingt auch noch nach dem, was man
wirklich ist - nein, das möchte man nicht <:-)
Anonym schrieb:> Hallo, ich habe gedankliche Interferenzen bezüglich der aktuellen Lage> in der Startup Szene.
"Startup Szene"
Vor 50 Jahren nannte man das: Hat sich selbstständig gemacht.
> In Berlin tummeln sich viele Startups
In Berlin leben viele Menschen. Deshalb eine natürliche Häufung
gegenüber Landkreis Anklam
> Die haben schicke Büroräumlichkeiten, MacBooks, Obst und Bier.
Wenn man sich vor 40 Jahren als GaWasch selbständig gemacht hat, kaufte
man nicht einen abgewrackten Hanomag-Henschel sondern einen Bremer
Mercedes T1 und auch nicht eine 07er Kröte.
Auch hatte man keinen Karbidacetylenentwickler sondern Flaschen
und holte Schrippen mir Wurst vom Bäcker gab Freitag nachmittags im
Wirtshaus ne Runde aus um neue Gesellen anzuwerben.
> tollen Sprüchen
konnten wir damals auch schon.
> sogar Impressum.
Das brauchten wir damals nicht.
> Nur nach fertigen Produkten oder was> hinter der Firma steckt, sucht man vergeblich,
Wie Meister das Geld ranbringt ist sein Problem.
> Wo kommt das Geld her?
Tja, geh fragen.
> wie BACKEND, SCRUM oder AGIL entgegen.
auf Deutsch:
Backend: Im Keller an der Heizung schrauben.
Scrum: Meister sagt wann du Überstunden leistest und das mir Urlaub ist
nach Meisters Gnaden
Agil: Antreten, Aber Hallo, Wirdsbald...
> warum bloß der ganze neumodische Mist.
Der Mist der alte, die Wörter sind neu.
> Ist es alles eine Blase? Werden Fördergelder verbrannt? Wer hat da> selbst Erfahrungen mit Startups gemacht?
Wenn ein Startup eine Unternehmung ist, die vor weniger als 3 Jahren
gegründet wurde, ja dann habe ich da Erfahrungen.
Was Schein und was Sein ist, sollte man schon erkennen können.
Milo schrieb im Beitrag #5433276:
> Immer wieder toll wie hier unbequeme Wahrheiten entfernt werden.
So wie ich mir das mal angesehen habe ging es dabei darum, dass
irgendwer irgendwen als Idioten bezeichnet hat und zudem laufend
unnötigerweise das Wort "ficken" verwendet wurde. Wenn das zuhause
jemandes Umgangston ist, dann mag das so sein. HIER wird so ein Dreck
gelöscht.
Und wenn jemand meint, Fakten zu haben, dann kann er sie ganz einfach
ohne irgendwelche provokante Beleidigungen oder Fäkalwörter
präsentieren. Ich bin mir sicher, dass dann nichts gelöscht wird.
wenn ich mir die Smart"Home" Steuerung
bei meinem Arbeitgeber so anschaue, kann ich nur sagen:
Mach man, sammle diese Erfahrung.
Ich bedauere nur Leute, die frisch gegründete Firmen
jedweder Fachschaft in ihr Haus lassen.
Start-ups sind wichtig, denn in einem von super langweiliger Mentalität
und verkrusteten Prozessen in Konzernen kann einfach nix neues
entstehen.
Aber der Organismus eines Silicon Valleys hat sich auch nicht von heute
auf Morgen entwickelt. Das brauchte ungefähr mehr als 50 Jahre.
Vor allem braucht es niedrige Löhne, damit der Druck hoch genug ist,
damit schnell was Neues enstehen kann. Konzerne sind nicht nur wegen
ihrer Struktur träge, sondern weil die Mitarbeiter eine schwere
Gesäßtasche haben und übernährt sind.
Man muss es mal so sehen:
Dass auch Topabsolventen lieber in Startups gehen, als in Konzernen viel
Geld zu verdienen, hat einen Grund. Nicht jeder ist für einen
Konzernbeamtenjob gemacht und wenn man Glück hat und aus dem Startup
etwas wird, hat man sicherlich mehr davon als im Konzern.
Lothar M. schrieb:> Wenn das zuhause> jemandes Umgangston ist, dann mag das so sein. HIER wird so ein Dreck> gelöscht.
Ob diese Ausdrucksweise als Erwiderung jetzt so ein passendes Beispiel
für eine gute Kinderstube ist, lasse ich mal dahingestellt.
Ansgar K. schrieb:> Und wie sieht die Pyramide aus.> Gegründetes Startup> Kann sich nach 2 Jahren selbst am Leben halten.> Ist sehr erfolgreich?> 1000> 50> 1>> Wer kennt.zahlenGeknechteter Ingenieur schrieb:> Vor allem braucht es niedrige Löhne, damit der Druck hoch genug> ist, damit schnell was Neues enstehen kann. Konzerne sind nicht nur> wegen ihrer Struktur träge, sondern weil die Mitarbeiter eine schwere> Gesäßtasche haben und übernährt sind.
Das ist Blödsinn. Niedrige Löhne führen dazu, dass die Mitarbeiter
schnell gehen. Damit baut man nichts auf.
SW I. schrieb:> Man muss es mal so sehen:> Dass auch Topabsolventen lieber in Startups gehen, als in Konzernen viel> Geld zu verdienen, hat einen Grund.
Wo hast du dir denn den Unsinn herausgezogen?
Wer was kann GRÜNDET ein Startup ODER geht in einen Konzern. Ein Könner
wird sich niemals für ein paar Peanuts in einer Bastelbude ausnehmen
lassen.
> Nicht jeder ist für einen Konzernbeamtenjob gemacht und wenn man Glück hat und> aus dem Startup etwas wird, hat man sicherlich mehr davon als im Konzern.
Und wenn ... und wenn ... und wenn ich Glück habe gewinne ich vielleicht
auch im Lotto.
Haste auch ne Bastelbude am laufen und suchst billiges Personal?
Anonym schrieb:> Ist es alles eine Blase? Werden Fördergelder verbrannt? Wer hat da> selbst Erfahrungen mit Startups gemacht?
Recht beliebt ist die sogenannte EXIST-Förderung. Da wird ein Team mit
maximal 3 Leute ein Jahr lang bezahlt (man bekommt etwa 2000 Euro
monatlich) und man bekommt noch ein paar Tausend Euro für laufende
Kosten. Richtig gute Startups bekommen Geld vom HTGF.
Ansonsten kommt das Geld halt von privaten Investoren. Da gibt es die
"Business Angel", das sind reichere Leute, die mehr oder weniger aus
Spaß (natürlich aber auch mit Gewinnabsichten) in Startups investieren.
Kleinere sechsstellige Summen reichen ja oft aus, um ein Softwarestartup
für ein paar Jahre am Laufen zu halten. Die Gründer verdienen oft nichts
oder nur einen Hungerlohn und leben eben auf Studentenniveau.
Die ersten Mitarbeiter bekommen oftmals auch einen Hungerlohn, dafür
Anteile. Wenn das Startup wertvoll wird, kann man damit richtig reich
werden. In den allermeisten Fällen klappt das natürlich nicht und man
geht leer aus.
Wenn es mal gut läuft, steigen auch größere Investoren ("Venture
Capital") ein. Dann stehen da meisten Millionenbeträge dahinter und man
kann ein paar Jahre "normal" wirtschaften - also auch marktgerechte
Gehälter zahlen.
Anonym schrieb:> Zusammengefasst: ich kann es, nur getraut habe ich micht nicht, weil ich> die Familie ernähren muss.
Dann funktioniert das eben nur mit einem Investor/Partner, der die Kohle
hat um dich für ein paar Jahre durchzufüttern und dem du soweit traust,
dass du einen großen Teil deiner Firmenanteile abgibst.
Milo schrieb:> Das ist Blödsinn. Niedrige Löhne führen dazu, dass die Mitarbeiter> schnell gehen. Damit baut man nichts auf.
Deshalb haben die halt auch immer Personalbedarf. Startups und Krauter
sind Durchlauferhitzer für die nächstbesseren Firmen. Die Leute dort
geben Vollgas und hoffen durch Patente und gute Arbeitszeugnissse den
Aufstieg zu schaffen. Das Endziel ist dann Konzern, das ist dannn das,
was bei ehemaligen Rennpferden der Gnadenhof ist.
Datenablecker schrieb:> Wo hast du dir denn den Unsinn herausgezogen?>> Wer was kann GRÜNDET ein Startup ODER geht in einen Konzern. Ein Könner> wird sich niemals für ein paar Peanuts in einer Bastelbude ausnehmen> lassen.
Das sagen meisten Leute, die noch nie abseits des Konzernumfelds
gearbeitet haben. Ich hab schon beides gesehen und ich kann dir
versichern, die besten Ingenieure findet man sicherlich nicht im
Konzern. Für Führungskräfte mag das anders sein.
Das Problem ist nämlich folgendes: Durch die hohe Zahl an Bewerbern bei
Google, Daimler etc. sind die Anforderungen auch an eher stupfe
Sachbearbeitertätigkeiten hoch. Daher passiert es häufiger, dass sehr
gute Absolventen zu mittelmäßigen Ingenieuren werden, weil Sie keine
anspruchsvollen Aufgaben erledigen können. Wenn du als promovierter
Informatiker Exceltabellen befüllst, kannst du irgendwann weniger als
ein mittelmäßiger Informatiker, der in der Bastelbude echte
Entwicklungsarbeit leistet. Das ist im Übrigen bei Google ein Grund für
die hohe Fluktuation.
Hallo Anonym.
Anonym schrieb:> Werden Fördergelder verbrannt?
Eher unwahrscheinlich. Das mit den Fördergeldern zieht sich soooo lange,
dass Du entweder vorher pleite bist, oder aber sie erhälst, wenn Du sie
eigentlich nicht mehr brauchst.
Freuen tust du Dich im letzten Fall doch. Aber im Sinne der Erfinder von
Fördergeldern ist es vermutlich nicht.
Ich kann ja nachvollziehen dass dieses Subforum nur als Falle für Trolle
und ganz besondere Menschen dient. Warum wird in diesem Subforum
eigentlich noch moderiert?
Moderatoren erhalten doch denke ich kein Gehalt. Also warum setzt man
sich in seiner Freizeit nicht im realen Leben mit Leuten auseinander die
wirklich Probleme haben, statt sich hier mit Leuten auseinander zu
setzen denen nen Bleistift aus dem Ohr guckt, während sie über Konzerne
debattieren?
Ernsthaft gemeinte Frage, denn Moderation in diesem Forum ist nicht
anderes als eine Putztätitgkeit auf einer Toilette die von Leuten
benutzt wird, die bewusst das Klo überlaufen lassen.
klausi schrieb:> Aber der Organismus eines Silicon Valleys hat sich auch nicht von heute> auf Morgen entwickelt. Das brauchte ungefähr mehr als 50 Jahre.
Und einen Weltkrieg als frühen Anschub, nicht zu vergessen.
SW I. schrieb:> Das sagen meisten Leute, die noch nie abseits des Konzernumfelds> gearbeitet haben. Ich hab schon beides gesehen und ich kann dir> versichern, die besten Ingenieure findet man sicherlich nicht im> Konzern. Für Führungskräfte mag das anders sein.>> Das Problem ist nämlich folgendes: Durch die hohe Zahl an Bewerbern bei> ...
Gut, da haste auch wieder recht aber die guten Absolventen streben alle
in die Konzerne, da geht keiner freiwillig als Angestellter in eine
Start-Up-Klitsche.
Und nicht jeder im Konzern ist Sachbearbeiter, da gibts auch Entwicklung
und Forschung ob die meisten jetzt im Konzern verblöden ist denen auch
egal wenn sie auf den Gehaltszettel und beamtenähnliche Sicherheit
schauen.
Datenablecker schrieb:> Und nicht jeder im Konzern ist Sachbearbeiter, da gibts auch Entwicklung> und Forschung ob die meisten jetzt im Konzern verblöden ist denen auch> egal wenn sie auf den Gehaltszettel und beamtenähnliche Sicherheit> schauen.
Klar gibt es das und das ist dann auch wirklich ein Lottogewinn, wenn
sonst alles andere auch passt. Aber nach eigener Erfahrung gibt es davon
nicht so viele Stellen und die Anforderung ist oft ein ein Doktortitel.
Anonym schrieb:> In Berlin tummeln sich viele Startups aus dem> IoT und Smart Home Bereich.
Berlin. Kenn ich.
Warum sich ein seltsamer Menschenschlag dort findet, wurde genannt. :-)
> Die haben schicke Büroräumlichkeiten, MacBooks, Obst und Bier.> Auf den Webseiten findet man Bilder von lachenden jungen Menschen,> tollen Sprüchen sogar Impressum.
Ja, das gehört sich heute so.
Als Startup kommt man - für eine gewisse Zeit und bestimmte Auflagen -
günstig oder sogar kostenlos an schicke Räumlichkeiten ran, durch
sogenannte Inkubatoren.
> Nur nach fertigen Produkten oder was hinter der Firma steckt,> sucht man vergeblich, höchstens stichpunktartig...
Das ist Absicht und eine Frage der Zielgruppe moderner Startups.
Ein Konzern, Mittelständler oder Chinese könnte das Produkt eines
Startups kopieren und dann ist das Startup tot und der Gründer pleite.
Also darf nicht verraten werden, um was es geht.
Die Zielgruppe sind Firmen, also Google oder allgemein Konzerne. Da muss
man mit Kompetenz, Zielstrebigkeit und Stresstoleranz glänzen. Deswegen
die schönen Webseiten mit hübschen Bildern, Bullshitbingo und
Inhaltsleere.
> Da fragt man sich, wovon leben solche Startups?> Wo kommt das Geld her?
Das ist Venture-Kapital, also Investorengeld. Dazu kommt noch
Fördergeld. All das ist nur zeitbegrenzt. Der Gründer kommt in der Regel
aus der Akademie oder aus dem Konzernumfeld und hat eine geile Idee
(oder einen bestimmten Bedarf). Für einen Konzern ist das Produkt
entweder zu klein oder zu riskant, aber er kann problemlos ein paar
Geldstücke investieren und das Gesamtkonstrukt bei Erfolg einkaufen -
und wenn es fehlschlägt, ist der Verlust einerseits gering und
andererseits aus einem anderen Geldtopf.
> Bei offenen Stellen strahlen mir kryptische Wörter wie BACKEND,> SCRUM oder AGIL entgegen. Verdammt, ich bin ein studierter> "Fachidiot", der weiß wie die Entwicklung funktioniert,> warum bloß der ganze neumodische Mist.
Das ist Motivationstraining und Psychologie.
In einem Konzern passiert nichts, wenn man mal ein paar Tage durchhängt
und nix gebacken kriegt, oder wenn man in zwei Projekten auf
irgendwelche Details einer anderen Abteilung warten muss. Solange im
Mittel das Arbeitsergebnis ausreicht, ist alles im Lot.
Wer als einer von zwei Ingeneuren in einem Startup mal einen Arbeitstag
aussetzt, hat das Unternehmen 10% der möglichen Wochenleistung gekostet.
Da das gesamte Unternehmen aber auf Zeitdruck basiert (siehe oben - Büro
und Geld sind nur für eine geringe Zeit vorhanden), ist sowas nicht
akzeptabel.
Daher sind dauerhafte Höchstleistungen zwingend notwendig. Damit
verbrennt man zwar die Angestellten, aber das spielt keine Rolle. Nach
drei Jahren ist das Startup entweder tot (dann ist es egal) oder
profitabel (dann stellen sich auch normale Arbeitszeiten ein).
> Ist es alles eine Blase? Werden Fördergelder verbrannt? Wer hat da> selbst Erfahrungen mit Startups gemacht?
Ich habe aus dem Hochschulumfeld - allerdings nicht in Deutschland -
mehrere solcher Inkubatoren von innen gesehen und kenne Leute, die sich
darauf eingelassen haben. Derzeit sogar erfolgreich.
S. R. schrieb:> In einem Konzern passiert nichts, wenn man mal ein paar Tage durchhängt> und nix gebacken kriegt, oder wenn man in zwei Projekten auf> irgendwelche Details einer anderen Abteilung warten muss. Solange im> Mittel das Arbeitsergebnis ausreicht, ist alles im Lot.
Das weiß ich sehr zu schätzen. Bei einem hippen Startup zu arbeiten wäre
nichts für mich, da ist die Wahrscheinlichkeit der Ausbeutung viel zu
hoch.
Anonym schrieb:> a fragt man sich, wovon leben solche Startups? Wo> kommt das Geld her?
Nie höhle der LÖwen gesehen ? So läufts oder ähnl läufts... google mal
nach Venture Kapital !
So läuft das nicht. Höhle der Löwen ist scripted! Alles Fake! Das Geld
kommt von den Eltern, Erbe, Familie und angespartes. Darkweb business
etc. Bitcoin's. Seid nicht so naiv...
Bürovorsteher schrieb:> Also ich finde es gut, dass die drei jungdynamischen Herren die> Arbeitsplätze für ernsthafte Interessenten freigemacht haben.
Ernsthafte Interessenten = piefige Konzernbeamte
Forever Hartz4 schrieb:> So läuft das nicht. Höhle der Löwen ist scripted! Alles Fake! Das Geld> kommt von den Eltern, Erbe, Familie und angespartes. Darkweb business> etc. Bitcoin's. Seid nicht so naiv...
Häufig ergeben sich die wirklich interessanten Geschäftskontakte zu
Investoren o.ä. erst im Nachgang solch einer Sendung. Wie ich aus ersten
Hand von einem Teilnehmer weiß, sind die Vertragsbedingungen, die von
den Juroren/Investoren von "Höhle der Löwen" für ein Investment
vorgelegt werden, absolut unakzeptabel.