Hallo,
ich habe gehört, dass in China der Mittelpunktanschluss nicht geerdet
ist. Stimmt das?
Also das würde bedeuten, dass die Außenleiter keinen definierten Bezug
zur Erde haben. Bei uns in Deutschland sind es ja definierte 230 Volt
(ungefähr).
Gruß,
<hier deinen Namen eintragn>
> Also das würde bedeuten, dass die Außenleiter keinen definierten Bezug> zur Erde haben.
Immer gut isolierende Schuhe tragen!
Follsplung dulch Technick!
Hmm, vielleicht war dann die Erklärung, welche man mir gegeben hat
falsch. Wenn in unserem Unternehmen eine Industrieanlage nach China
ausgeliefert wird, dann ist in dieser ein Trafo verbaut, damit vorort
230 V generiert werden.
Kann es stattdessen sein, dass man sich nicht sicher sein kann, dass die
Chinesen die Anlage auch mit Neutral- und Schutzleiter versorgen? Die 3
Außenleiter müssen sein, weil ansonsten die Anlage nicht läuft, aber
wenn sowohl der Neutralleiter, als auch der Schutzleiter fehlt, dann
könnten in der Anlage die Situation entstehen, dass es kein definiertes
Potential in der Anlage gibt, welches mit der Erde verbunden ist. Dass
es also nicht so leicht möglich ist, vom Außenleiter ein "230 V"-Gerät
zu versorgen. Hat da jemand Erfahrung?
Also in Deutschland kenne ich es wohl, dass Industrieanlagen mit keinem
Neutralleiter versorgt werden oder dass zwar ein Neutralleiter
angeschlossen wird, aber das Unternehmen vorgibt, dass dieser nicht über
einen bestimmten Strom belastet werden darf (vielleicht wegen dem
Summenstrom von L1 -> N, L2 -> N und L3 -> N beim selben Querschnitt für
L1, L2, L3 und N?).
Hier deinen Namen eintragen schrieb:> Also in Deutschland kenne ich es wohl, dass Industrieanlagen mit keinem> Neutralleiter versorgt werden
Und dann wundert es dich, dass die Chinesen es auch so machen?
>Erfahrung?
Erfahrung sagt, daß man mit allen Möglichkeiten rechnen sollte und sich
freut, wenn es nicht so schlimm kommt. Interessanter wird die Sache
erst, wenn z.B. Maschinen und LAN zusammenspielen sollen und Dein
LAN-Kabel-Schirm den Spannungsausgleich "herstellt"...
@Ozzi40: Dein Beitrag bringt mich zu der Überlegung, dass die Chinesen
dann ständig Probleme hätten und selbst auf die Idee kommen würden, eine
gemeinsame Masse zu verwenden.
Hier deinen Namen eintragen schrieb:> Also das würde bedeuten, dass die Außenleiter keinen definierten Bezug> zur Erde haben. Bei uns in Deutschland sind es ja definierte 230 Volt> (ungefähr).
Außer in Krankenhäusern und ähnlich sicherheitskritischen
Installationen. Da nennt man dass dann IT-Stromversorgungsnetz im
Gegensatz zu TN-S Netz im Privathaushalt. Ein Stromnetz hat nämlich den
netten Effekt, das durch die IT-Netz Topologie ein Gehäuseschluss
vorliegen kann und ich das leitfähige Gehäuse berühren kann, ohne eine
gewischt zu bekommen. Nebeneffekt ist, das man aufwendige Überwachung
braucht um diese Fehler zu detektieren und schnell beheben muss. Ein
solcher Netzaufbau ist aber nichts ungewöhnliches oder gar gefährliches,
es steht einfach nur ein anderes Konzept dahinter.
Gruß Kai
D. h., dass IT-Netze und delta IT-Netze in China tatsächlich zum Einsatz
kommen?
@Kai: Ich glaube wegen der kapazitiven Entladung wäre ein Gehäuseschluss
nicht völlig unproblematisch sondern lediglich weniger gefährlich.
Hier deinen Namen eintragen schrieb:> Hmm, vielleicht war dann die Erklärung, welche man mir gegeben hat> falsch. Wenn in unserem Unternehmen eine Industrieanlage nach China> ausgeliefert wird, dann ist in dieser ein Trafo verbaut, damit vorort> 230 V generiert werden.>> Kann es stattdessen sein, dass man sich nicht sicher sein kann, dass die> Chinesen die Anlage auch mit Neutral- und Schutzleiter versorgen? Die 3> Außenleiter müssen sein, weil ansonsten die Anlage nicht läuft, aber> wenn sowohl der Neutralleiter, als auch der Schutzleiter fehlt, dann> könnten in der Anlage die Situation entstehen, dass es kein definiertes> Potential in der Anlage gibt, welches mit der Erde verbunden ist. Dass> es also nicht so leicht möglich ist, vom Außenleiter ein "230 V"-Gerät> zu versorgen. Hat da jemand Erfahrung?
Ich habe keine Ahnung wie es die Verbreitung in China aussieht, aber
IT-Netze funktionieren nur mit geringer räumlicher Ausdehnung (auf
Niederspannung: Operationsräume, kleine provisorische Netze im
Katastrophenschutz) und dürfen keine Freileitungen enthalten. Zum
Personenschutz ist aufwändige Isolationsüberwachung nötig.
> Also in Deutschland kenne ich es wohl, dass Industrieanlagen mit keinem> Neutralleiter versorgt werden
Motoren werden ohne Neutralleiter angeschlossen, Industrieanlagen auf
Niederspannungsebene üblicherweise mit Neutralleiter.
> oder dass zwar ein Neutralleiter> angeschlossen wird, aber das Unternehmen vorgibt, dass dieser nicht über> einen bestimmten Strom belastet werden darf (vielleicht wegen dem> Summenstrom von L1 -> N, L2 -> N und L3 -> N beim selben Querschnitt für> L1, L2, L3 und N?).
Nein, ohne Oberwellen kann der N-Strom nicht höher als der höchste
Außenleiterstrom sein. Les Dir mal durch wie Drehstrom funktioniert.
Nur mal so zur Info
IT Netze gibt es nicht nur in kleinen begrenzten Räumen.
Im Bergbau sind IT-Netze Standard.
Und wir reden hier von weit über 100 km Strecken unter Tage.
Gruss Elektro Bergmann :-)))
Vielleicht hats nichts mit dem Thema zu tun: In China ist die
Nennspannung 220V und nicht 230V wie bei uns. Jedoch sind die Grenzen
asymmetrisch und nach oben groesser sodass man in der Praxis bei fast
230V liegt.
Hier deinen Namen eintragen schrieb:> Hmm, vielleicht war dann die Erklärung, welche man mir gegeben hat> falsch. Wenn in unserem Unternehmen eine Industrieanlage nach China> ausgeliefert wird, dann ist in dieser ein Trafo verbaut, damit vorort> 230 V generiert werden.>> Kann es stattdessen sein, dass man sich nicht sicher sein kann, dass die> Chinesen die Anlage auch mit Neutral- und Schutzleiter versorgen?
Das scheint mir realistischer. Was sind denn die Massnahmen nach dem
Trafo? Sternpunkt auf das Maschinengehaeuse klemmen ("Erdung")?
Hallo
wobei, wenn man den verschiedensten Medien glauben darf es in China
generell sehr unterschiedlich ausschaut was den Lebensstandart und den
x-Welt Wertung angeht.
Zwischen Shanghai und irgend einer Chinesischen "Kleinstadt" (halt nur
wenige 100000 Einwohner...) irgendwo im Nirgendwo dürften die
Unterschiede deutlich größer sein als bei uns zwischen z.B. Berlin und
ein Kaff irgendwo in Mecklenburg Vorpolen - äh natürlich Vorpommern ;-)
Funke Me Gru
ZF schrieb:> Hier deinen Namen eintragen schrieb:>> Kann es stattdessen sein, dass man sich nicht sicher sein kann, dass die>> Chinesen die Anlage auch mit Neutral- und Schutzleiter versorgen? Die 3>> Außenleiter müssen sein, weil ansonsten die Anlage nicht läuft, aber>> wenn sowohl der Neutralleiter, als auch der Schutzleiter fehlt, dann>> könnten in der Anlage die Situation entstehen, dass es kein definiertes>> Potential in der Anlage gibt, welches mit der Erde verbunden ist. Dass>> es also nicht so leicht möglich ist, vom Außenleiter ein "230 V"-Gerät>> zu versorgen. Hat da jemand Erfahrung?> Ich habe keine Ahnung wie es die Verbreitung in China aussieht, aber> IT-Netze funktionieren nur mit geringer räumlicher Ausdehnung (auf> Niederspannung: Operationsräume, kleine provisorische Netze im> Katastrophenschutz) und dürfen keine Freileitungen enthalten. Zum> Personenschutz ist aufwändige Isolationsüberwachung nötig.
Nein...IT-Netze gibt es auch in Mittelspannungsanlagen. Dort fließt,
falls ein einziger Außenleiter Erdpotential bekommt (was in 90% der
Netzfehler der Fall ist, deshalb macht man das auch) in den zwei gesunde
Außenleitern ein kapazitiver Fehlerstrom von ein paar wenigen 10A,
anstatt eines satten Kurzschlußstroms. Allerdings muß man sich da über
Spannungsüberhöhung Gedanken machen, denn zwischen den gesunden Leitern
und Erde liegt dann die Wurzel 3-fache Spannung an. Bei Niederspannung
interessiert das niemanden da die Isolationsfestigkeit sowieso weit
drüber liegt, bei 20kV sieht das schon anders aus.
Das bischen kapazitiver Fehlerstrom wird übrigens teilweise noch mit
einer Drossel kompensiert, dann fließt da (fast) gar kein Fehlerstrom
mehr. Das nennt sich dann Resonanzsternpunkterdung.