Hallo,
Jetzt mal ne rein theoretische Frage:(ohne zu erwähnen um was für ein uC
es sich handelt)
Wenn ich einen 8Mhz Clock Oscillator habe, und diesen mittels PLL auf
80MHz hochregle, ist es dann noch in Ordnung dass ich am Clock Ausgang
43 Mhz messe, statt 40Mhz? (Clock Ausgang entspricht dem
Zyklustakt(F_OSC/2)
Die Frequenz ist relativ stabil, nur wundert mich doch diese Abweichung
von 3Mhz. Bei 8Mhz ist die Frequenz richtig(4Mhz).
Klar bin ich mir bewusst dass es für solch einen Regelkreis nicht
einfach ist eine Frequenz so hoch zu pushen, aber dennoch interessiert
mich mal die Meinung anderer dazu!
lG
alterHase schrieb:> ist es dann noch in Ordnung dass ich am Clock Ausgang> 43 Mhz messe, statt 40Mhz?
Eine funktionierende PLL rastet ein, da gibt es keine Abweichung ausser
der, die der Quarzoszillator schon hat. Wie ein digitaler Teiler, das
ist es intern ja auch.
Georg
alterHase schrieb:> Wenn ich einen 8Mhz Clock Oscillator habe, und diesen mittels PLL auf> 80MHz hochregle, ist es dann noch in Ordnung dass ich am Clock Ausgang> 43 Mhz messe, statt 40Mhz?
NEIN
Nein, solch eine Frequenzabweichung darf bei einer eingerasteten PLL
nicht auftreten. Das, was sich jedoch deutlich ändern kann, ist das
Phasenrauschen.
Je nach Auslegung der PLL kann das Phasenrauschen sogar deutlich
geringer sein als das des Eingangssignals. Dafür reagiert sie eben nur
sehr langsam auf Frequenzänderungen. In anderen Fällen will man aber
eine möglichst schnelle Reaktion auf Änderungen der Eingangsfrequenz
oder der Teilerverhältnisse haben; dann man muss aber ggf. starkes
Phasenrauschen in Kauf nehmen. Bei vielen modernen seriellen
Schnittstellen, z.B. PCI Express oder SATA, kann man sog. Spread
Spectrum Clocking verwenden, bei dem der Basistakt bewusst verrauscht
wird. Takt(re)generatoren müssen dies bei der Dimenstionierung ihrer
PLLs berücksichtigen.
alterHase schrieb:> Hm schlecht.. dann muss ich wohl nochmal die Datenblätter durch lesen.> Und die Form des Signals, "muss" die gleich sein ?
Nein. Allerdings müssen in der PLL bzw. deren Frequenzteilern und dem
Phasendiskrimnator Rechtecksignale vorliegen. Der Oszillator selbst kann
aber beliebige Signalformen erzeugen, die sich in Rechteck wandeln
lassen.
Um die Stabilität einer PLL zu beurteilen, ist es ratsam, sich den
zeitlichen Verlauf der Steuerspannung für den Oszillator anzuschauen,
z.B. mit dem Oszilloskop.
alterHase schrieb:> Die Frequenz ist relativ stabil, nur wundert mich doch diese Abweichung> von 3Mhz.
Was heißt "relativ stabil"? Die Ausgangsfrequenz einer PLL muss, bis auf
Phasenrauschen, genauso stabil wie die Referenzfrequenz sein.
Was sagt die Lock-Anzeige, i.e. ist die PLL überhaupt eingerastet oder
misst du den mehr oder weniger frei schwingenden Oszillator?
Ob die PLL gerastet ist, kannst du auch dadurch feststellen, dass du
beide Signale (4MHz und 40MHz) auf dem Skope anschaust und auf die 4MHz
triggerst. Das PLL-Signal muss dazu stabil stehen.
BTW: man kann auch von 4MHz auf 43MHz kommen mit einer PLL: f0 * 129 /
12 :-).
HildeK schrieb:> BTW: man kann auch von 4MHz auf 43MHz kommen mit einer PLL: f0 * 129 /> 12 :-).
Sehe gerade, unvollständig überlegt. f0 * 43 / 4 geht mit den kleinsten
Faktoren.
Oh..Ich habe gemerkt dass ich doch einen Fehler in meiner Berechnung
hatte, stimmt also doch.. doof von mir.
ABER: Bei 8Mhz habe ich so ziemlich ein Rechtecksignal, mit der PLL
jedoch ein Sinus. Ich dachte in der PLL wird dieses "fasst Rechteck
Signal" beibehalten?
Testen kann ich erst nächste Woche wenn ich zum Kumpel fahre der die
ganze Gerätschaft hat.
Danke!
alterHase schrieb:> ABER: Bei 8Mhz habe ich so ziemlich ein Rechtecksignal, mit der PLL> jedoch ein Sinus.
Was für'ne Bandbreite hat denn der verwendete Oszi?
Ein Billichteil kann bei 40MHz leicht aus einem Rechteck ein (fast-)
Sinus machen...
Lass mich Raten .. Das Loopfilter beteht aus einem 358, oder aus einem
741 ? Da sollte man sich allenfalls einen richtigen OpAmp goennen. Und
die Speisungen sollten auch im richtigen Bereich arbeiten.
alterHase schrieb:> Hm schlecht.. dann muss ich wohl nochmal die Datenblätter durch> lesen. Und die Form des Signals, "muss" die gleich sein ?
Nein.
Und was ist mit den 80MHz?
MfG
Am Oszi hängt es nicht, der kann wesentlich mehr.
Und nein @Zitronenfalter. PLL ist ein integrierter Kreis im uC.
Am Clock Ausgang kann ich nur den Zyklustakt(FOSC=80Mhz /2) messen, also
40Mhz.
alterHase schrieb:> Am Oszi hängt es nicht, der kann wesentlich mehr.
Dann kann es nur noch an einer (fehlerhaften) Konfiguration des
Clock-Outputs liegen. Das sagen allein schon die Gesetze der Logik...
Denn: ein digitaler Output-Pin kann nix anderes als Rechteck. Wenn du
einen Sinus siehst, muß irgendeine Zeitkonstante den formen. Das dürfte
aber nicht passieren, wenn der Pin korrekt zu Ausgabe des Taktes
konfiguriert ist.
Also: Du bist schuld! Du bist zu blöd, den Pin korrekt zu konfigurieren
und obendrein zu blöd, kapazitiv eingekoppelte Takt-Artefakte
selbstständig als solche zu identifizieren...
c-hater schrieb:> Also: Du bist schuld!
Das mag ja sogar stimmen...
> Du bist zu blöd, den Pin korrekt zu konfigurieren> und obendrein zu blöd, kapazitiv eingekoppelte Takt-Artefakte> selbstständig als solche zu identifizieren...
Aber Deine Kinderstube war offensichtlich nicht die Beste...
alterHase schrieb:> Am Oszi hängt es nicht, der kann wesentlich mehr.
Da Du hier weder einen konkreten Controllertyp bzw. das Evalboard
nennst, noch den Typ, die Bandbreite vom Oszilloskop und dessen
Einstellungen verschweigst, keine Bilder vom Messaufbau zeigst,
provozierst Du solche antworten (leider).
alterHase schrieb:> Wenn ich einen 8Mhz Clock Oscillator habe, und diesen mittels PLL auf> 80MHz hochregle, ist es dann noch in Ordnung dass ich am Clock Ausgang> 43 Mhz messe, statt 40Mhz?
Ganz klar: Nein, es ist nicht in Ordnung. Es würde im Umkehrschluß
bedeuten, das Dein Oszillator mit 8,6 MHz schwingt und das wäre zu weit
daneben.
alterHase schrieb:> einfach ist eine Frequenz so hoch zu pushen
Hä?
Also, ein PLL-Schaltkreis pusht garnix hoch. Stattdessen brauchst du
einen abstimmbaren Oszillator, der auf der gewünschten Frequenz
schwingt. Dessen Signal wird vom PLL-Schaltkreis heruntergeteilt und das
was dabei herauskommt, mit dem Quarzoszillator verglichen. Je nach
Abweichung versucht dann die PLL, den abstimmbaren Oszillator
nachzuregeln.
Meine Vermutung: dein Oszillator ist dermaßen verstimmt, daß die PLL ihn
garnicht bis hin zur gewünschten Frequenz hinziehen kann.
W.S.
W.S. schrieb:> Meine Vermutung: dein Oszillator ist dermaßen verstimmt, daß die PLL ihn> garnicht bis hin zur gewünschten Frequenz hinziehen kann.
Bleibt immer noch die Frage an den TO offen, ob die PLL überhaupt
eingerastet ist? Sonst kann der Oszillator sonstwelchen Sch..ß machen.