Hallo zusammen.
Ich muss ein Kunststoffgehäuse aus ABS öffnen.
Das Gehäuse ist nicht einfach ein Quader, sondern die Geometrie ist sehr
komplex. Es geht um ein Steuergerät eines Oldtimers.
Die Materialstärke ist zwischen 2 und 3 mm.
Das Problem ist, dass die Elektronik sehr dicht am Gehäuse sitzt.
Also mit einer Stichsäge kann ich da schon mal nicht ran.
Mit einem Dremel und einer Trennscheibe schmilzt mir der Kunststoff die
ganze Zeit weg.
Im Schlimmsten Fall hatte ich schon überlegt so ein Sägeblattaufsatz für
den Dremel zu kaufen, das an die flexible Welle des Dremels montiert und
das ganze in einer Box mit destilliertem Wasser zu schneiden. Die
Elektronik sollte ja vom destillierten Wasser keinen schaden nehmen.
Oder gibt es so Mini Oberfräsen? Problematisch ist, das ich quasi 5mm
von einem erhöhten Rand schneiden muss, somit ist da nicht wirklich viel
Platz für die typischen Oberfräsen.
Aber das wäre prinzipiell natürlich perfekt.
Vielleicht hat ja einer eine Idee.
Ich bedanke mich im voraus :-)
> Oder gibt es so Mini Oberfräsen?
Es gibt von Bosch auch eine kleine Akku-Oberfraese.
Ich hab sowas aber auch schonmal einfach mit meiner Proxxon gemacht. Ja,
Kunststoff schmilz etwas, aber mit der richtigen Drehzahl und nicht
zuviel Vorschub kann man das beeinflussen.
Olaf
Olaf schrieb:> aber mit der richtigen Drehzahl und nicht> zuviel Vorschub kann man das beeinflussen.
So geht es auch mit einem Dremel o.Ä. ganz gut. Drehzahl richtig klein
machen und mit Trennscheibe oder kleinem Fräser und viel Geduld.
bei verklebten Gehäusen schaue ich erstmal
mit 'ner starken Lupe in die Fuge.
Da kann man normalerweise erkennen,
welches Teil die Gehäusewanne und welches der Deckel sein soll.
Sprich: wie herum man einen Hebel zum Öffnen überhaupt ansetzen muss.
wenn das nicht geht und man sonst keine Idee hat hilft
(OK das sind einfachere Teile)
bei Netzteilen ein Seitenschneider an der Ecke anzusetzen.
Aber nur mit der äussersten Spitze des Schneiders.
Einfach in die Gehäusefuge schneiden,
dann ploppen die Gehäuse an der Seite meist schon auf.
nochmal Gegenüber dann ists ganz offen.
Das sieht dann nach einer Rep besser aus,
als wenn man x-mal mit nem Schraubendreher reinzuhebeln versucht
und das ganze Teil total angeknabbert aussieht.
Aber Steuergerät?
das kenne ich nur aus Metall-Gehäusen.
Sicher das das nicht z.B. die Sicherungs-Box ist?
Karl schrieb:> Oder gibt es so Mini Oberfräsen? Problematisch ist, das ich quasi 5mm> von einem erhöhten Rand schneiden muss, somit ist da nicht wirklich viel> Platz für die typischen Oberfräsen.> Aber das wäre prinzipiell natürlich perfekt.
Gibt es beides, u.a. auch für Dremel.
In dem Fall würde ich das Problem aber lösen, indem nicht die Oberfräse,
sondern das Werkstück bewegt wird. Will heißen: Sperrholzplatte nehmen,
kleines Loch rein, auf die OF spaxen und einen passenden Fräser rein.
Das ganze umdrehen, auf die Oberschenkel (NEIN, besser auf einen
Tisch, Blumentopf, whatever) und die Box drüberziehen. Wenns schön
werden soll, spaxt du noch einen Anschlag drauf, dann geht die Fräsnaht
sauber rundum.
bing bing bong schrieb:> Das ganze umdrehen, auf die Oberschenkel (NEIN, besser auf einen> Tisch, Blumentopf, whatever) und die Box drüberziehen. Wenns schön> werden soll, spaxt du noch einen Anschlag drauf, dann geht die Fräsnaht> sauber rundum.Kolja L. schrieb:> Tischkreissäge, Schnitttiefe 9/10 der Materialstärke
Habt ihr das erste Posting gelesen?
Da steht:
Karl schrieb:> Das Gehäuse ist nicht einfach ein Quader, sondern die Geometrie ist sehr> komplex.
Also kann man eure Ideen vergessen
Dremel mit einem kleinen Sägeblatt und nicht zu hoher Drehzahl und
Geduld.
Man kann evt. eine Scheibe aus Kunststoff oder eine passende U-Scheibe
die genau 2 Gehäusedicken weniger Durchmesser als das Sägeblatt hat
dazuspannen, dann hat man einen Tiefenanschlag.
Karl schrieb:> Vielleicht hat ja einer eine Idee.
Laubsäge und damit von aussen einsägen bis man durch ist. Der Schnitt
ist so schmal, daß man es hinterher mit Kunstsoffkleber "UHU Plast"
wieder verschliessen kann. Laubsäge sägt so langsam, daß es nicht
schmilzt, dafür aber auf Länge, geht also trotzdem schnell.
Wo dann noch Wände stehen bleiben weil in konkaven Vertiefungen der
Form: Cuttermesser, zumindest einritzen statt durchschneiden.
Der Andere schrieb:> Kolja L. schrieb:>> Tischkreissäge, Schnitttiefe 9/10 der Materialstärke>> Habt ihr das erste Posting gelesen?>> Da steht:>> Karl schrieb:>> Das Gehäuse ist nicht einfach ein Quader, sondern die Geometrie ist sehr>> komplex.>> Also kann man eure Ideen vergessen
Solange wir diese sehr komplexe Geometrie nicht gesenen haben, vergesse
ich noch gar nichts.
Eine ebene Fläch ewird doch wohl vorhanden sein ;-)
Ansonsten finde ich die Idee mit der Laubsäge eigentlich viel besser!
Karl schrieb:> Problematisch ist, das ich quasi 5mm> von einem erhöhten Rand schneiden muss, somit ist da nicht wirklich viel> Platz für die typischen Oberfräsen.
Wenn das Gerät etwas Auflagefläche hat und du einen Proxxon oder etwas
ähnliches mit praktischem Spindelhals hast, würde ich basteln wie im
Anhang. Beim Dremel könnte man auch probieren, ob man mit einer
3/4"=19mm-Bohrung auf dem Gewinde gut genug klemmen kann.
Harald schrieb:> Gehäuse verklebt? Mit einem (kleinen) Hammer auf die Klebestelle> schlagen
Aber vorher genau ansehen, welche Seite sich nach innen löst. Und dann
einen kleinen Meissel oder Schraubendreher genau ansetzen. Rundum mit
leichten Schlägen bis eine Stelle aufknackt. Von da ab geht es dann
leichter mit weiteren Schlägen oder aufhebeln.
> Im Schlimmsten Fall hatte ich schon überlegt so ein Sägeblattaufsatz für> den Dremel zu kaufen, das an die flexible Welle des Dremels montiert und> das ganze in einer Box mit destilliertem Wasser zu schneiden.
Wozu in Wasser? Diese kleinen Sägeblätter "schneiden" das Material weg -
bei mir schmilzt da nichts. Allerdings sind die verhältnissmäßig dick,
es geht schon einiges an Material weg. (Popeliges 2€ 5er-Set Sägeblätter
von Action.)