Historisches Gerät aufhübschen

OP #5441773
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Hallo ich möchte diese historische 'Leitwertdekade' optisch und 
funktionell auf Vordermann bringen. Die Flecken wirken auf mich wie 
Flugrost. Wie und mit was gehe ich da am besten vor?
Gast #5441791
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Hallo & Guten Tag !

Meine erste Frage wäre dann ob die Metallteile hierzu von der Holzfläche
abgenommen werden oder daran verbleiben sollen ?

(es wäre sonst event. möglich mit chem. Rostumwandler oder auch einfach 
nur Cola zu arbeiten, im anderen Fall vielleicht mal mit einem 
Glasradierer versuchen , gibt es ja auch mit Stahl oder 
Messingborsten...

mfG
BitPulse
Gast #5442016
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Teo D. schrieb:
> Da scheint eine dünne Nickelschicht ab zu platzen. Außer neu vernickeln
> fällt mir da nichts ein.

Sieht für mich auch so aus. Die Roststellen sind sehr scharf umgrenzt, 
das Material daneben glänzt aber noch. Ich würde es so lassen, evtl. 
etwas einfetten.
Gast #5442067
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Dieses olle Messzubehör muß man schon lieben, um es sich sich ins Zimmer 
zu
stellen. Ich habe das nie gemocht.
Ich hab das nur vom Sperrmüll geholt, weil ich als Schüler kein Geld für
was besseres hatte. Meine Mutter hat dann immer die Krise gekriegt.
Als das Lehrlingsgeld reichte, hab ich mir eine vernünftige Dekade 
gekauft und die Holzteile zerhackt. Die waren sehr
stabil, mit dem 10Pfünder hau den Lukas, war nur ne kleine Delle drin.
Bis ich auf den Trichter kam, von innen nach außen zu hauen, erst dann
gaben die Klebungen nach.
#5443217
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A. B. schrieb:
> Hallo ich möchte diese historische 'Leitwertdekade' optisch und
> funktionell auf Vordermann bringen. Die Flecken wirken auf mich wie
> Flugrost. Wie und mit was gehe ich da am besten vor?

Bei der "Aufhübschung" von antiken "Schätzchen" steht aus meiner Sicht 
immer das Bestreben im Vordergund, den Original-Zustand erhalten zu 
wollen.

Daß der "Zahn der Zeit" an ihnen "genagt" hat und auch 
"Gebrauchs-Spuren" an ihnen vorhanden sind, macht ja bis zu einem 
gewissen Grad auch die Schönheit der Schätzchen aus.

Jeder sieht das aber vermutlich anders. :)

Bzgl. Funktion brauchst Du Dir wohl kaum Sorgen zu machen.
Solche Geräte funktionieren Jahrhunderte lang.

Bzgl. der Wahl der Mittel kommt es darauf an, wie rabiat Du das 
betreiben willst.

"Milde" Mittel:
1)http://www.heimwerker.de/test/flugrostentferner/?
Danach polieren und mit Zaponlack "versiegeln".

2)Autopolitur einsetzen. Da sind Feinschleifmittel oft auch kombiniert 
mit Wachsen drin.
Hinterher entfetten und mit Z-Lack versiegeln.

Etwas "aggressivere" Mittel:
Gummigebundene Poliermittel.
Die machen im Prinzip beides gleichzeitig:
Geringfügigen Material-Abtrag + Polieren.
Hinterher entfetten und mit Z-Lack versiegeln.

Noch aggressiver würde ich da nicht "hingehen", es sei denn, Du willst 
die Einzelteile ausbauen und neu vernickeln lassen. ;)

Grüße
Gast #5443273
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Also ich würde das Ding erst mal komplett mit der nötigen Vorsicht 
zerlegen. Dabei immer wieder Detailfotos machen. Die Kontakte des 
Kurbelschalters auf der Rückseite geeignet nummerieren, damit man sie 
wieder an gleicher Stelle einbauen kann.
Jetzt ist die Frage ob man die doch teilweise sehr starken 
Gebrauchsspuren weiterhin sehen soll oder ob Du es wieder in den 
Orginalzustand versetzen möchtest.
Wenn man die Gebrauchsspuren weiterhin sehen soll, dann würde ich alle 
metallischen Teile, wie schon empfohlen, vorsichtig mit einem 
Glasfaserpinsel bearbeiten. Noch besser wäre Metallpolisch. Zu 
Zonezeiten haben wir für so etwas Elsterglanz genommen - soll es sogar 
noch geben. Damit bekommt man oberflächlichen Rost, Verschmutzungen etc. 
sehr gut weg. Allerdings Gedult sollte man schon mitbringen. Danach mit 
Vaseline ganz leicht einfetten.
Das Holzgehäuse würde ich mit sehr feiner Stahlwolle abschleifen und 
danach mit einer guten Möbelpolitur oder Bienenwachs behandeln. Früher 
wurden solche Holzgehäuse oftmals mit Schellack gestrichen, was auch 
machen kann, aber dann glänzt es stärker. Achja in dem Holz scheint sich 
auch der Holzwurm schon wohl gefühlt zu haben. Vor allen anderen 
Maßnahmen erst mal ihm den Garaus machen.

Wenn's eher in Richtung Orginalzustand gehen soll, würde ich die Riefen 
bei den Kontakten des Kurbelschalters entfernen. Dazu Naßschleifpapier 
auf einen ebenen Untergrund legen, ein paar Tropfen dünnflüssiges Öl 
oder besser Petroleum drauf und dann die Teile schleifen. Ist zwar eine 
Riesensauerei gibt aber eine sehr schöne Oberfläche. Wenn es sich bei 
den Kontakten um vernickeltes Messing handelt, dann ist nach dieser 
Prozedur die Nickelschicht sehr wahrscheinlich weg. In einer 
Galvanikwerkstatt sollte das Vernickeln aber kein Problem darstellen. 
Aber auch das kann man selbst machen 
(https://www.kr26.de/bd-0600-nickel-49.html, 
https://www.tifoo.de/anwendungen/nach-metall/nickel).

Ansonsten würde ich Dir empfehlen mal hier 
http://www.oldtimeradio.de/restaurieren.php zu schauen. Da wird sehr gut 
beschrieben wie man so alte GEräte wieder aufhübchen kann.



Petro Danneier schrieb:
> mit dem 10Pfünder hau den Lukas, war nur ne kleine Delle drin.
> Bis ich auf den Trichter kam, von innen nach außen zu hauen, erst dann
> gaben die Klebungen nach.
Da kann ich nur sagen Banause.
Gast #5443394
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Am sanftesten ist erstmal Radiergummi , von Hand.
Dann gibt es noch extra f. die Werkstatt "Flugrostradierer". 
(Glasfaserpinsel verwende ich schon lange nicht mehr, zumindest nicht an 
Antiquitäten)
Persönliche Seite #5443905
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L. H. schrieb:
> Nix Genaues weiß man nicht.

Man kann aber von gewissen ... Erfahrungswerten ausgehen und davon, daß 
die Leute, die damals den Aufwand getrieben haben, so ein Gerät zu 
bauen, nicht blöd waren. Das aber wären sie gewesen, wenn sie Kontakte 
aus Eisen konstruiert hätten.

Üblich sind alle möglichen Kupferlegierungen (Messing, Bronze, Neusilber 
...), was u.a. auch mit der jeweiligen Leitfähigkeit zu tun hat. Und das 
waren sie auch schon bevor das Gerät, um das es hier geht, gebaut wurde.

Mit einem Magneten kannst Du übrigens nicht eindeutig auf Eisen bzw. 
Legierungen daraus schließen, einerseits ist auch Nickel 
ferromagnetisch, andererseits gibt es etliche Eisenlegierungen (Stähle), 
die nicht ferromagnetisch sind.
#5445935
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A. B. schrieb:
> Hallo ich möchte diese historische 'Leitwertdekade' optisch und
> funktionell auf Vordermann bringen.
Wie weit?
Soll das optisch auf "Wie neu" oder auf "mit Würde patiniert"?
Funktionell bekommst du das eh nicht auf "Stand der Technik" von 2018.

"Wie neu" geht nur mit neu vernickeln. Das wird richtig Arbeit und 
Elektrochemie.
"Wie neu" würde dem Ding IMHO den Charme entreissen.

> Die Flecken wirken auf mich wie
> Flugrost.
Ne da ist die Vernickelung ab.

> Wie und mit was gehe ich da am besten vor?
Vorsichtig etwas bürsten & polieren. "Never-Dull" wurde schon genannt. 
für nix gibt es so viel Polierchemie wie für das Auto.

Den Kontaktstellen mit sehr wenig Parafinöl benetzen, trocken 
aufstellen.
Zaponlack, Kollodium, Tonkinlack geht natürlich auch. Dann leidet aber 
die elektrische Leitfähigheit sehr und die Funktion ist weg.

Die Holztafel scheint geölt und ruft nach Leinöl - oder halt Tonkin.

10 Lagen Le Tonkinois: Da wird selbst die Marine nationale française 
neidisch.

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