Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bauteil nicht mehr lieferbar?


von Paul (Gast)


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Es geht um diesen Sensor hier:

https://www.sensirion.com/de/umweltsensoren/feuchtesensoren/steckbare-digitale-feuchtesensoren/

Wie würdet ihr vorgehen, wenn es einen Bauteil noch zu bestellen gibt, 
in naher Zukunft aber nicht mehr? Im Moment kann ich nicht absehen, ob 
bzw. wann ich meine Applikation auf die neue Variante umstellen kann. 
Ist es sinnvoll, Hamsterkäufe zu machen? Ich weiß schon, das muss ich 
selbst abschätzen. Meine Frage dazu wäre aber, da ich es eben nicht 
genau abschätzen kann, ob es für diesen Bauteil dann evtl., falls nicht 
benötigt, auch 2nd-Hand-Abnehmer geben könnte? Ist es vielleicht sogar 
so, dass der eine oder andere dieses Teil ebenfalls weiterhin benötigt 
und vielleicht sogar heilfroh ist, wenn er noch welche kaufen kann? Wie 
sind da eure Einschätzungen? Oder ist es in den meisten Fällen so, dass 
wenn ein Bauteil NRND ist, dass er dann schnell in der Versenkung 
verschwindet und kein Hahn mehr danach kräht? Bei mir gings konkret 
darum, dass ich (für Ersatzteil-Service für 10 Jahre und eben auch evtl. 
für Produktion, bis ich umgestellt habe, einige 100 Stk. kaufen müsste, 
möglicherweise aber nach 2 Jahren die Hälfte davon gerne wieder 
loswerden möchte...

Danke für eure Einschätzungen!

von STK500-Besitzer (Gast)


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Paul schrieb:
> Wie würdet ihr vorgehen, wenn es einen Bauteil noch zu bestellen gibt,
> in naher Zukunft aber nicht mehr?

Nach einer Alternative bzw. einem Nachfolger umsehen?!
Sensirion bietet in diesem Fall ja sogar einen Nachfolger an. Ob der 
100% kompatibel ist, musst du halt herausfinden.
Dazu könnte man dann auch den Support anschreiben.

von Carl D. (jcw2)


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Was an:
"Not Recommended for New Designs (NRND)
Der Feuchtesensor SHT7x erreicht das Ende seines Lebenszyklus und sollte 
nicht für neue Projekte verwendet werden.
Letztes Bestelldatum: 31.12.2018 / Letztes Lieferdatum: 31.12.2019
Ein neuer steckbarer Feuchte- und Temperatursensor, basierend auf dem 
Feuchtesensor SHT3x-DIS wird ab Q3/2018 erhältlich sein. Für weitere 
Informationen, kontaktieren Sie uns unter info@sensirion.com."
ist denn unverständlich?

Der Nachfolger Chip:
https://www.sensirion.com/fileadmin/user_upload/customers/sensirion/Dokumente/0_Datasheets/Humidity/Sensirion_Humidity_Sensors_SHT3x_Datasheet_digital.pdf

"steckbar" bedeutet vermutlich auf änlicher Platine wie bisher, denn 
deren Design war ja direkt der genauen Messung geschuldet.

Immer noch I2C als Interfache, aber scheinbar Softwareseitig anders 
ansprechbar.

von Paul (Gast)


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Der SHT75 war aber nicht I2C, sondern Digital Interface. Er hängt an 2 
Digital-Pins meines uC, die aber nicht I2C-kompatibel sind. Somit kann 
ich den neuen Sensor nicht am gleichen Steckplatz anschließen...

Carl D. schrieb:
> Immer noch I2C als Interfache, aber scheinbar Softwareseitig anders
> ansprechbar.

von STK500-Besitzer (Gast)


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Paul schrieb:
> Der SHT75 war aber nicht I2C, sondern Digital Interface. Er hängt an 2
> Digital-Pins meines uC, die aber nicht I2C-kompatibel sind. Somit kann
> ich den neuen Sensor nicht am gleichen Steckplatz anschließen...

Nee, da hatte Sensirion wohl sein eigenes Süppchen gekocht, um 
Lizenzproblemen aus dem Weg zu gehen.
Wenn es daran hängt, dann wirst du nicht um deine Hansterkäufe kommen.
Bauteile, die du dann nicht mehr brauchst, kannst entweder wegschmeissen 
oder irgendwo verticken.

von Stefan F. (Gast)


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> Ist es sinnvoll, Hamsterkäufe zu machen?

Das hängt von sehr vielen Faktoren ab, die du nicht genannt hast, zum 
Beispiel:

- Wie viel kostet es, wenn du ein brauchst und nicht mehr bekommen 
kannst?
- Wie wahrscheinlich ist diese Situation, wie oft wird das passieren?
- Wie viel kostet die Vorratshaltung (einschließlich Lagerkosten und 
Erneuerung nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums).

> auch 2nd-Hand-Abnehmer geben könnte?

Wie viele das wären und wie viel sie Dir bezahlen würden, ist kaum 
abzuschätzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass du veraltete Technik ohne 
Verluste verkaufen kannst, schätze ich für gering ein.

von Carsten S. (dg3ycs)


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Hi,

Paul schrieb:
> Meine Frage dazu wäre aber, da ich es eben nicht
> genau abschätzen kann, ob es für diesen Bauteil dann evtl., falls nicht
> benötigt, auch 2nd-Hand-Abnehmer geben könnte? Ist es vielleicht sogar
> so, dass der eine oder andere dieses Teil ebenfalls weiterhin benötigt
> und vielleicht sogar heilfroh

Das sind zwar (neben vielen anderen) schon die richtigen Fragen, jedoch 
ist jede Aussage dazu absolute Kaffeesatzleserei.
Es gibt genügend Fälle wo diejenigen die sich einen vorrat von EOL 
Produkten für eigene Zwecke zugelegt haben später, nachdem diese 
Variante nicht mehr -in der Stückzahl- benötigt wurde, die für den 
Bestand verantwortlichen festgestellt haben das diese Bauteile einen 
Wertzuwachs hingelegt haben der sehr weit über dem jeder üblichen 
Geldanlage liegt.

Sehr viel häufiger aber bekommt man mit Glück vielleicht noch ein 
kleines "Schmerzensgeld" -wenn überhaupt- das nur ein Bruchteil des 
Kaufpreises ausmacht.

Es kommt immer darauf an wie groß der Anteil der in langlebigen 
Produktserien  mit hohem Zertifizierungsaufwand verbauten Sensoren zum 
Gesamtmarkt für diese Bauteile ist.
Wenn es keinen Plug-In Ersatz gibt ist die anhaltende Nachfrage 
wahrscheinlicher als wenn es da einen kompatiblen Nachfolger gibt.

Daher ist die einzig seriöse Möglichkeit den Restwert evtl. 
unverbrauchter Bauteile mit NULL anzunehmen und die Entscheidung ob und 
wenn ja wieviel Vorratshaltung sinnvoll ist alleine auf Basis der 
Kalkulation für das eigene Produkt zu treffen.

Paul schrieb:
> Der SHT75 war aber nicht I2C, sondern Digital Interface. Er hängt an 2
> Digital-Pins meines uC, die aber nicht I2C-kompatibel sind. Somit kann
> ich den neuen Sensor nicht am gleichen Steckplatz anschließen...

Wenn Softwareanderungen kein Problem darstellen könnte man ggf. ja immer 
noch mit SOFTWARE-I2C arbeiten.
ISt heute zwar seltener geworden, aber immer noch üblich wenn man mehr 
I2C Schnittstellen braucht als der µC bietet und nicht den µC wechseln 
will.
"Früher" als die µC noch sehr Peripheriearm waren, da war das oft sogar 
der Standardweg da sehr viele Typen gar nicht erst über I2C verfügten!

ALLERDINGS:

Carl D. schrieb:
> Der Nachfolger Chip:
> 
https://www.sensirion.com/fileadmin/user_upload/customers/sensirion/Dokumente/0_Datasheets/Humidity/Sensirion_Humidity_Sensors_SHT3x_Datasheet_digital.pdf

Das muss nicht zwingend genau dem Nachfolgeprodukt entsprechen.
Die Angabe ist ja das dieses Nachfolgemodul auf dem verlinkten Sensor 
BASIERT.
Das KANN zwar bedeuten das dieser Sensor so wie er im Datenblatt 
beschrieben ist 1-1 auf die Platine gepackt wird und dieses Produkt 
somit nur dieser Sensor auf einem Breakout-Bord ist.

Es KANN aber auch sein das sich dieses Produkt 
elektrisch/Softwaretechnisch anders verhält, beispielsweise weil der 
verwendete Sensor eine andere Mikroprogrammierung aufweist (um 
Abwärtskompatibel zu sein) oder ein zusätzlicher Interfacebaustein auf 
der Platine sitzt.
Aber das kann zum derzeitigen Zeitpunkt nur der Hersteller beantworten!

Eine weitere Möglichkeit wäre dann noch SELBST eine Steckbare Version 
Herzustellen die elektrisch/Softwaretechnisch zu den bisherigen Sensoren 
kompatibel ist.
Also ein eigenes "Breakoutbord" entwerfen auf dem neben dem Sensor im 
SMD Gehäuse auch ein kleiner µC im SOT23-6 Gehäuse (oder etwas anderes 
winziges) sitzt der als Schnittstellenconverter fungiert.

Das hätte den Vorteil das sich alle Module (alte und neue) nach aussen 
hin 100% identisch verhalten und man bei zukünftigen Änderungen ebenso 
verfahren kann und somit selbst nach mehrfacher Umstellung die neuesten 
Module auch in die 9,5 Jahre alten Produkte als Ersatzteil passen.
Zudem kann man die ursprüngliche Firmware des eigenen Gerätes 
unverändert lassen. (Ein Argument das je nach Zertifizierungs- und 
Testaufwand von unbedeutend bis extrem Gewichtig sein kann.)

Welche Variante (Lagerkauf, Umstellung, Eigenproduktion Plug-In Board) 
jetzt für dich die Sinnvollste ist, das kannst jedoch nur du selbst 
entscheiden, da spielen so viele individuelle Faktoren mit rein, das 
kann niemand allgemeingültig korrekt beurteilen.

Gruß
Carsten

von Carl D. (jcw2)


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Das Olle Teil wird so beschrieben:
"The serial interface of the SHT7x is optimized for sensor readout and 
effective power consumption. The sensor cannot be addressed by I2C 
protocol, however, the sensor can be connected to an I2C bus without 
interference with other devices connected to the bus. Microcontroller 
must switch between protocols."

Ist also nicht wirklich
Paul schrieb:
> Der SHT75 war aber nicht I2C, sondern Digital Interface. Er hängt an 2
> Digital-Pins meines uC, die aber nicht I2C-kompatibel sind. Somit kann
> ich den neuen Sensor nicht am gleichen Steckplatz anschließen...

von Mark W. (kram) Benutzerseite


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Steht doch da, dass der gleche Sensor ach als SMD Version erhaeltlich 
ist. SHT1x.
Falls der nicht auch abgekuendigt ist, machst Du Dir halt das PCB selber 
und nimmst den.

von Manu (Gast)


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Hallo zusammen,

Im Zweifelsfall bitte einfach das Kontaktformular bei Sensirion 
ausfüllen.
Beide SHT7x und SHT1x sind NRND und nur noch bis Ende Jahr bestellbar.

Der steckbare Nachfolger wird zwar Pin-kompatibel sein, jedoch wird die 
Schnittstelle auf Basis des SHT31-DIS sein. Das heisst von alt Sbus auf 
neu I2C.
Man kann auch Standard IOs per Bitbanging auf I2C trimmen. Dazu ist 
sogar Sample Code zu finden.

Ob man sich noch ein paar Sensoren hamstert sollte in erster Linie damit 
zusammen hängen, wie schnell man ein Redesign machen kann.
Natürlich gibt es auch später noch Anfragen für nicht mehr verfügbare 
Sensoren. Nur landen diese beim Hersteller und bei den Distributoren. 
Als Privater wird man davon eher wenig mitkriegen.

Ich hoffe es konnten ein paar Unklarheiten beseitigt werden.

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