Moin,
ich mache gerade meinen Bachelor in ET und überlege im Master
Elektromobilität zu studieren.
Viele Kommilitonen raten mir davon ab, da man schließlich nur zum
größten Teil auf die Automobilbranche "versiert", oder davon abhängig
sei. Mit dem eher schleppenden Umstieg auf E-Autos und der großen
Verbrennungsmotorenautoindustrie hierzulande, wie würdet ihr die
Perspektiven einschätzen?
Und was ist generell eure Meinung zu einem Studium in diesem Bereich?
Wäre ein späterer Quereinstieg als "allgemeiner" Elektrotechniker
sinnvoller?
es gibt auch immobile Elektroantriebe.
oder Generatortechnik (Windkraft?),
das ist dann so sehr verschieden dann auch nicht mehr.
hinzu kommt der angebliche Fachkräftemangel,
das sind doch gute Aussichten insgesamt.
Niemand muss heute auf der Strasse sitzen.
Moody schrieb:> Und was ist generell eure Meinung zu einem Studium in diesem Bereich?
Mit guten chinesischen Sprachkenntnissen und Flexibilität hinsichtlich
des Wohnortes (international) uneingeschränkt zu empfehlen.
Wenn du in dem Bereich arbeiten willst solltest du dir überlegen, ob du
den Job auch als einfach nur E-Techniker bekommen würdest.
Meines Erachtens verbaut man sich mit diesen Spezialstudiengängen mehr
als man gewinnt.
Hallo Moody schrieb im Beitrag #5445391:
> Hallo Moody,>> ich rate Dir dringend, dringend, den Bachelor sauber abzuschließen und> Dich jetzt schon intensiv mit dem Arbeitsmarkt zu beschäftigen!> Man bekommt als E-Techniker jetzt keine Jobs mehr. Mit einem Master> verlierst Du nur Zeit und verrennst Dich in eine Sackgasse.>> Viel Erfolg noch!
Da muss sich niemand Sorgen machen. Objektiven Quellen zufolgen ist der
Bedarf an Ingenieuren in Deutschland immer noch kaum zu decken:
https://www.vdi.de/wirtschaft-politik/arbeitsmarkt/artikel/ingenieurberufe-engpaesse-werden-zum-wachstums-und-innovationshemmnis/
Lasst euch nicht verunsichern, E-Techniker gehen am Arbeitsmarkt weg wie
warme Brötchen.
Lithium-Akku-Technologie ist im Prinzip nahezu ausgelutschter Drops,
dazu noch in Asien, Drehmstrommotoren und 4-QS inkl. Auslegung
altbekannt. Der Masterstudiengang ist damit soviel Wert wie ein
Gender-Studiengang.
Also ich kann zum EMOB Master an der TU Braunschweig sagen, dass dort
viele Studieninhalte sich im Bereich Fahrdynamik, Regenerative Energien,
Infrastruktur, Produktionstechnik bewegen, die man so als reiner
E-Techniker vermutlich nicht machen würde.
Wie oben schon gesagt, fehlen Details, auf welcher Uni/FH Du das zu
machen vorhast und wie dort die Lehrpläne aussehen.
Ich vermute mal, die Themen sind
* Elektrische Maschinen (Trafo, ASM, SM, Reluktanzmotoren, etc.)
* Speichertechniken (klassische Kraftwerkstechnik, Latentwärmespeicher,
Akkus, Schwungrad, etc.)
* Umrichtertechnologie (da ist immer noch Luft nach oben mit
Entwicklungen in SiC-Technologien, Halbleitersteuerungen,
weichmagnetische Materialien, etc.)
* Energieverteilung
* Energiemanagement (Inselbetrieb, Netzbetrieb, intelligente
Leistungsanpassung)
Das ist nicht nur ein Thema für die 'klassische' Automobilindustrie, es
gibt ja auch speziellere Maschinen, Aufrüsten bestehender
Antriebsstränge in der Industrie, Umrichter, etc.
Insgesamt dürfte da also genug Luft sein und wenn Du dann einer der
wenigen bist, die das studieren, kannst Du dann durchaus auch eine
gefragte Person werden.
Jürgen W. schrieb:> Insgesamt dürfte da also genug Luft sein und wenn Du dann einer der> wenigen bist, die das studieren, kannst Du dann durchaus auch eine> gefragte Person werden.
Jo, beim Ing.-DL mit "Haustarif" nach Gusto des Firmen Thyran.
Moody schrieb:> Moin,>> ich mache gerade meinen Bachelor in ET und überlege im Master> Elektromobilität zu studieren.> Viele Kommilitonen raten mir davon ab, da man schließlich nur zum> größten Teil auf die Automobilbranche "versiert", oder davon abhängig> sei. Mit dem eher schleppenden Umstieg auf E-Autos und der großen> Verbrennungsmotorenautoindustrie hierzulande, wie würdet ihr die> Perspektiven einschätzen?> Und was ist generell eure Meinung zu einem Studium in diesem Bereich?> Wäre ein späterer Quereinstieg als "allgemeiner" Elektrotechniker> sinnvoller?
Hallo Moody,
es zählt am Ende was du machen möchtest.
Wäre schön wenn du mal formulierst was deine Vorstellungen oder was du
glaubst was in Deutschland überhaupt so gemacht wird.
Ich pers. bin immer gut gefahren mich nicht zu spezialisieren. Die
meisten Firmen schalten bei spezialisierungen einfach ab. Denkmal an die
ganzen regenerativen Berufe die in die Solarbranche sind mit welchem
Aufwand die nach dem boom erklären mussten das Ihr studium ja quasi doch
E-technik war usw usw.
Arbeite übrigends selber in dem Bereich. :-)
Die Hoffnung ist da dass die Konzerne hier irgendwann doch noch merken
dass Tesla und Co. das Feuer unter ihrem Hintern schon längst angezündet
haben, und dann schlagartig Milliarden in die Branche investieren.
Allerdings sollte man bedenken dass Elektromobilität nun inzwischen an
wahrscheinlich jeder technischen Uni und jeder zweiten FH angeboten
wird.
Das relativiert die "spezialisierung" etwas, denn man hat immer noch
massiv Konkurenz.
Ja, Begrifflichkeiten können manchmal unnötig irreführend sein.
Ich hab z.B gelgentlich Probleme zu erklären dass "Compute Science and
Media" in meinem Fall eigentlich "nur" Softwareentwicklung ist...