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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik KORAD KA3005D: 220V auf Eingang, was ist defekt?


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Autor: Andreas K. (andyk)
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Hi allerseits,

mir ist da gestern was ganz Dummes passiert:
Ich wollte eine Lampe reparieren und messen, ob am Eingang 220V 
anliegen. Das Messgerät war korrekt eingestellt, die Messstrippen aber 
leider nicht am Messgerät sondern am Eingang vom KA3005D angeschlossen! 
Er war zu diesem Zeitpunkt aus.

Ich glaub, ich brauch nicht zu erwähnen, dass es nach dem Blitz dunkel 
wurde... ;-(

Soweit so gut, der Lampe und mir ist nix passiert, nur das Korad 
Netzgerät hat offenbar etwas abbekommen.
Die Anzeige und Tasten scheinen noch zu funktionieren, Einstellen ist 
kein Problem. Wenn allerdings die Ausgabe zugeschaltet wird, bleibt die 
Spannung auf etwa 1.4V hängen. Ich vermute da ist irgendeine Diode oder 
der "Spannungs-Sensor" in der Steuerungseinheit abgeraucht.
Leider ist rein optisch kein defektes Bauteil auszumachen.

Wer repariert so etwas und lohnt sich das?


Danke und Gruß
Andreas

Autor: Gabriel M. (gabse)
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https://elektrotanya.com/korad_ka3005p_velleman_labps3005d_power_supply.zip

Da es ein Linear geregeltes NT ist, hätte ich erstmals die 
Leistungstransistoren und die Gleichrichterbrücke im Verdacht

Autor: Bernhard D. (pc1401)
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Andreas K. schrieb:

> mir ist da gestern was ganz Dummes passiert:

Shit happens.

> Ich wollte eine Lampe reparieren und messen, ob am Eingang 220V
> anliegen. Das Messgerät war korrekt eingestellt, die Messstrippen aber
> leider nicht am Messgerät sondern am Eingang vom KA3005D angeschlossen!

Am *Ein*gang hält das Ding sogar 230 V~ aus :-)

> Wer repariert so etwas und lohnt sich das?

Meines Wissens kursieren im Netz Schaltpläne zu diesem Gerät. Besorge 
sie Dir, und mache Dich auf die Fehlersuche. Bei konkreten Fragen wird 
man Dir hier helfen können.
Angesichts des Preises des Geräts wird es sich kaum lohnen, es zur 
Reparatur einem Unternehmen zu übergeben.

Autor: Andreas K. (andyk)
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Danke für den Tipp mit dem Schaltplan, wobei ich zugeben muss, dass ich 
mich in der digitalen Schaltungselektronik (und Software) wohler fühle. 
:-)

Ich habe an die rote und schwarze Bananenbuchse 220V geschaltet. Deshalb 
denke ich, ich muss jetzt erst mal suchen, wo die im Schaltplan sind. 
Anbei ein Ausschnitt aus dem Schaltplan. Rechts oben steht "Connecting 
the Jacks". Sind das die Anschlüsse?

Und falls ja, was könnte dann defekt sein? Falls ich da richtig bin, 
denke ich entweder die Zener-Diode D5 oder D6 oder diese Op-Amps mit 
TL082 oder U6A, stimmt das?
Und die nächste Frage, wo finde ich das auf der Platine?

Danke und Gruß
Andreas

Autor: *.* (Gast)
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Möglicherweise sind auch Leiterbahnen weggebrannt.

Autor: hinz (Gast)
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Andreas K. schrieb:
> Ich habe an die rote und schwarze Bananenbuchse 220V geschaltet. Deshalb
> denke ich, ich muss jetzt erst mal suchen, wo die im Schaltplan sind.

Power-Board

Autor: Andreas K. (andyk)
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Ok, ich bin ein Schritt weiter!

Von den Bananensteckern gibt es zwar nur eine direkte Verbindung auf die 
Hauptplatine (J2 auf dem screenshot vom 10.6.) aber da passiert offenbar 
nicht viel, weil alle Eingänge mit einigen k-Ohm angeschlossen sind.

Statt dessen gibt es eine direkte Verbindung über J8 auf das Powerboard. 
Auf dem Powerboard ist der Anschluss mit J4 gekennzeichnet, siehe Bild 
in diesem Post ganz rechts oben.
Jetzt ist die Frage: Wenn ich auf J4 AC-230V einspeise, was brennt 
zuerst durch? Und wie kann ich messen ob das Bauteil wirklich defekt 
ist.


Wenn ich das Powerboard korrekt interpretiere kommt links der Ausgang 
des Trafos rein. Dann gibt es zwei Relais, den Gleichtrichter, der Elko 
und danach eine Transistorschaltung, die über die Basis von Q3 gesteuert 
wird, oder?
Anbei auch noch ein Bild des Powerboards. die rechten beiden 
Transistoren scheinen die D1047 zu sein und der linke der D880.
Interessanterweise scheint der Widerstand R2 im Bild vorne ein Loch zu 
haben...

Wobei ich mir aber nicht erklären kann warum der explodiert sein sollte 
und R1 nicht. Könnte es sein, dass der Schaltplan im Detail nicht zum 
Gerät paßt?


Was könnte ich messen oder ausprobieren um rauszubekommen welches 
Bauteil defekt ist?


Danke und Gruß
Andreas

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Andreas K. schrieb:
> Wenn ich auf J4 AC-230V einspeise, was brennt
> zuerst durch? Und wie kann ich messen ob das Bauteil wirklich defekt
> ist.

Q1, Q2 und Q3 sind auf jeden Fall Kandidaten. Kann man nach dem Prinzip, 
das jeder Transistor aus 2 Dioden besteht, messen und zum Schluss die CE 
Strecke, die keinen Durchgang haben darf. Ohne J1 zu stecken, dürfte aus 
der Baugruppe an J4 keine Spannung rauskommen.
Spannung nach dem Brückengleichrichter muss der Trafospannung x 1,4 
entsprechen. Da die Relais nicht angezogen sind bei gezogenem J1, gilt 
die niedrigste Anzapfung.

Andreas K. schrieb:
> aber da passiert offenbar
> nicht viel, weil alle Eingänge mit einigen k-Ohm angeschlossen sind.

Allerdings lässt 1kOhm bei 230V auch etwa 230mA durch, was nicht jedes 
Bauteil so wegsteckt.

: Bearbeitet durch User
Autor: Michael W. (Gast)
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Trügt mich mein altes Auge oder hat's R2 dahingerafft...?

Autor: hinz (Gast)
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Andreas K. schrieb:
> Transistoren scheinen die D1047 zu sein und der linke der D880.

2SD1047 und 2SD880.

Autor: hinz (Gast)
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Michael W. schrieb:
> Trügt mich mein altes Auge oder hat's R2 dahingerafft...?

Das hat der TE auch schon gemerkt.


Andreas K. schrieb:
> Interessanterweise scheint der Widerstand R2 im Bild vorne ein Loch zu
> haben...

Autor: Michael W. (Gast)
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Uiii - da muß ich doch NOCH sorgfältiger lesen...

Autor: HildeK (Gast)
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Andreas K. schrieb:
> Wobei ich mir aber nicht erklären kann warum der explodiert sein sollte
> und R1 nicht.

Vielleicht haben den die Transistoren durch noch schnelleres Ableben 
geschützt?
Du kannst wenigstens hoffen, dass alles, was an J4 angeschlossen war, 
vielleicht überlebt hat.
C2, C3, C4 haben es unbeschadet überstanden? Das wäre auch nicht 
selbstverständlich ...
Was für eine Spannungsfestigkeit hat der Gleichrichter?

Autor: Achim H. (anymouse)
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Andreas K. schrieb:
> Ok, ich bin ein Schritt weiter!

Das Schaltbild und das Foto passen nicht so richtig zusammen, zumindest 
nicht die Bauteilnummern (hängt vielleicht auch mit dem Unterschied 
KA3005D vs. ...P zusammen).

Auf dem Foto haben R4 und R5 den gleichen Wert, ebenso scheinen Q2 und 
Q3 die beiden großen Transistoren (D1047, Mitte+rechts) zu sein. Das 
passt nicht zum Schaltplan! Auf dem Foto sehe ich links der beiden 
Kühlkörper-Transistoren ein Bauteil mit vier Anschlüssen und einer 
abgeschrägten Ecke -- dies wäre für mich der Gleichrichter.
Und im Schaltplan finde ich auch keine Stelle für R1 mit 0Ohm.

Andererseits sollte sich hier eine leichte Zurdnung finden. Ich erwarte 
keine großen Unterschiede in der grundlegenden Schaltung

Autor: Bernd B. (bbrand)
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Achim H. schrieb:
> Ich erwarte keine großen Unterschiede in der grundlegenden Schaltung

Ich denke auch nicht, dass es große Unterschiede zwischen KA3005P und D 
gibt, aber das Power-Board ist in den letzten Jahren wohl schon mehrfach 
redesigned worden. Bei den beiden Varianten, die vor 5 Jahren im EEVblog 
untersucht wurden, waren auf dem Power-Board durchweg bedrahtete 
Bauteile verwendet worden. Mittlerweile wurde offensichtlich auf SMD 
umgestellt.

Autor: Andreas K. (andyk)
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Danke für die vielen Tipps.
Ich hab die Transistoren mal durchgemessen und die sind komplett durch. 
Das große Teil links hat 4 Beinchen und scheint ein Gleichrichter 
gewesen zu sein. Nur gleichrichten tut der leider nix mehr...
Der D880 ist im TO220-Gehäuse zwischen den Relais und dem großen Elko zu 
sehen.
Da komme ich so leider nicht ran, müßte ich mal komplett ausbauen.
Und die Widerstände R2 und R3 scheinen auch defekt zu sein. R3 liegt bei 
500kOhm und R2 ist ganz durch.
Jetzt recherchiere ich mal, wieviel die Bauteile kosten und ob die 
Reparatur lohnt.

Bei diesem Schaden kann ich mir kaum vorstellen, dass das Mainboard 
nichts abgekommen haben soll...

Autor: Bernd B. (bbrand)
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Andreas K. schrieb:
> Bei diesem Schaden kann ich mir kaum vorstellen, dass das Mainboard
> nichts abgekommen haben soll...

Tja, ist aber zu befürchten.
Sowohl die Basis vom D880 als auch der negative Ausgang vom 
Brückengleichrichter gehen direkt aufs Mainboard. Bevor Du Ersatzteile 
bestellst, solltest Du auch dort die Bauteile in der näheren Umgebung 
prüfen.
Die Transistoren und der Brückengleichrichter dürften nicht viel kosten. 
Ich würde mal sagen, solange Trafo und Mikrocontroller noch in Ordnung 
ist - und danach sieht es bis jetzt ja aus, dürfte sich eine Reparatur 
hinsichtlich der Ersatzteilkosten auf jeden Fall lohnen.

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Andreas K. schrieb:

> Bei diesem Schaden kann ich mir kaum vorstellen, dass das Mainboard
> nichts abgekommen haben soll...

Ja, das hört sich für mich mehr und mehr nach Totalschaden an.
Wahrscheinlich wäre es das Beste, alles hinter dem Trafo durch
eine neue Labornetzteilschaltung zu ersetzen.

Autor: Andreas K. (andyk)
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Update:
Nachdem ich die beiden Widerstände R2 und R3 gebrückt hatte, war der 
Output 18V, aber nicht regelbar.

Die Spannungsmessung auf dem Mainboard scheint aber zu funktionieren. 
Dafür habe ich den Output vom Powerboard vom Mainboard abgekoppelt, die 
Spannungsversorgung des Mainboards aber aktiv gelassen. Wenn man jetzt 
eine GERINGE Spannung, wie z.B. von einer kleinen 1.5V oder 4.2V-LiIon 
Batterie auf die Eingänge gibt, wird der korrekte Spannungswert 
angezeigt.

Jetzt bestelle ich erst mal zwei D1047, ein D880 und ein Gleichrichter 
und versuche es dann nochmal!

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