Ich komme ursprünglich aus der Region, habe nach der Wende im Westen
studiert und mich während meiner Karriere einmal als Zeitarbeiter nach
Dresden vermitteln lassen. Das ist aber Jahre her, daher sind meine
Aussagen zu Infineon nicht mehr aktuell.
>Prozessingenieur
Ich war Entwickler, genauer Tester und Verifkationsexperte. Die
Prozessingenieure dort sind eher Leute, die für Maschinen zuständig
sind, Einkaufen, Warten, Wartung verlassen und im Besten Falle Abläufe
verifizieren, analysieren, teilweise mit MATLAB.
>Welche Arbeitszeitregelung gibt es bei euch?
40h GLZ ohne Zulagen oder Ausgleich. Für uns Zeitis galt Dasselbe. Wir
konnten allerdings wirklich 40h abrechnen. Die armen Festangestellten
machten manchmal ungestochene Überstunden.
>Wie schaut es mit Homeoffice aus?
Bei den Entwicklern so gut wie Null und den Prozesslern sicher gänzlich
0. Was willst Du daheim machen?
>Ist das möglich, oder geht es rein arbeitstechnisch nicht?
Gut erkannt.
>Wie ist so das Klima in der Abteilung und das Vorgesetztenverhältnis?
Da dort viel gewechselt wird, machen Aussagen dahingehend kaum Sinn. Von
denen, die ich kannte, waren die meisten ok, aber Viele sind auch von
dort weg. Da mache ich also keine Aussage zu, da ich die Neuen nicht
kenne.
Was ich noch anmerken kann: Das Arbeitsklima war nicht so, dass es mich
hätte bewegen können, dort dauerhaft zu arbeiten. Deshalb habe ich auch
meine Stunden gestochen und nicht etwa unterschlagen oder so gebuckelt,
wie die, welche unbedingt dort reinkommen wollten.
Leider ist dies eine Masche, die man nicht nur bei Infineon sieht: Man
leiht sich Arbeitnehmer ein und behält dann die, die bereit sind 5
gerade sein zu lassen. Gilt für Zeitis, Festis und Azubis und
Praktikantis. Nur wer richtig buckelt, keine Förderung oder Schulungen
einfordert, wird später nicht aussortiert. Auch mit Urlaubsforderungen
und Kontakten zum Betriebsrat sollte man vorsichtig sein.
Oft werden auch nur die eingestellt, von denen man vorneweg annimmt,
dass sie sich fügen. Im Nachhinein war es wohl so, dass man mich auch
nur deshalb genommen hat, weil ich dort aufgewachsen bin und man
vermutete, dass ich dort bleiben werde - zu günstigen Konditionen für
die Firma.
Am Ende des Projektes habe ich nicht verlängert, weil ein anderer AG was
Besseres geboten hat. Dresden ist eben schon halb Polen und die Gehälter
entsprechend. Für uns Zeitarbeiter haben sie aus Dringlichkeitsgründen
mal mehr hingelegt, aber was dann an Gehaltsangebot zur Übernahme kam,
war unakzeptabel.
So habe ich dort insgesamt nur 6M zugebracht. Zur ehemaligen AMD dort
könnte ich Dir mehr erzählen. Aber das ist noch länger her.