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Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Wie werden Abzweigungen im KFZ Bereich richtig gemacht?


Autor: Mike M. (mikeii)
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Für eine Nachrüstung in meinem Auto habe ich mir etwas die Schaltpläne 
angesehen und bemerkt, dass im Kabelbaum selbst, je nach Ausstattung, an 
verschiedenen Stellen Leitungen (CAN-Bus) abgezweigt werden.
Wie wird das gemacht? Sind das einfach Verlängerungsstücke zum Crimpen, 
in die man auf einer Seite zwei Kabel einlegen kann?

Autor: Mario (Gast)
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Meinst Du jetzt wie Abzweigen bei Nachrüstungen am besten gemacht werden 
oder wie Abzweigungen Serienmässig in Kabelbäume hergestellt werden?

Serienmässig ist folgendes gängig:
- Drahtenden werden abisoliert und beliebige viele Enden dann per 
Ultraschall zusammen "geschweist" und Schrumpfschlauch rüber:

Youtube-Video "Ultraschallschweißen für Kabelbäume"

https://www.elektronikpraxis.vogel.de/ultraschallv...

- Manchmal/früher auch einfach mit Crimphülsen
https://www.conrad.de/de/crimphuelse-telegaertner-...

- wo es möglich ist werden aber Abzweigungen aber nicht mitten im Kabel 
gemacht, sondern es werden eher an Stellen wo ein Steckkontakt ist an 
diesem Kontakt mehrere Litzen eingecrimpt


Nachrüstung:
- Hier wird gleich eine wilde Debatte über Löten, Flussmittel, 
Vibrationen usw ausbrechen...

https://www.distrelec.de/de/loetmuffen-waermeschru...

- Bitte keine billigen "Stromdiebe verwenden, es gibt von AMP & co 
hochwertige Spleisverbinder

Autor: Mike M. (mikeii)
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Danke für die Info mit dem Ultraschall.
Ne bei mir war es darauf bezogen wie es der Hersteller macht. Selbst 
schaue ich immer, dass ich irgendwo an vorhandene Kammverbinder was ran 
bekommen oder bei CAN-Leitungen bei einem Steuergerät auspinnen und dann 
mit einem Y-Kabel weiter.

Autor: Stefan L. (stefan_l134)
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Wo wir dann gerade dabei sind: Wie würde man es denn nachträglich am 
besten machen? Gibt es da ein gängiges und anerkanntes Verfahren?

Autor: Mario H. (djacme)
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Stefan L. schrieb:
> Wo wir dann gerade dabei sind: Wie würde man es denn nachträglich am
> besten machen? Gibt es da ein gängiges und anerkanntes Verfahren?

- Nach Möglichkeit versuche ich meine neue Litze bis zum nächsten 
Stecker zu verlegen, dort den Kontakt auspinen, abschneiden  und 
zusammen mir der zusätzlichen Litze einen neuen Kontakt ancrimpen.

Holt euch Popcorn , ich gebe mal den Startschuss zur Diskusion:
- Wenn das o.g. nicht möglich ist - eine original Litze einfach zu kurz 
am Stecker oder ich den Kontakt nicht in neu habe - dann lege ich die 
neue LItze bis zum Stecker, löte die neue Litze auf den DRAHTCRIMP des 
bestehenden Kontaktes und ziehe vom Isolationscrimp an einige cm 
klebeschrumpflauch über - somit wird die neue Litze mechanisch an der 
bestehenden LItze stabilisiert

- wenns nicht anders geht, z.B. unterwegs als Reparatur ohne 
Werkstattausrüstung:
Feuerzeug + 
https://www.distrelec.de/de/loetmuffen-waermeschru...

- und ja, ich löte auch Litzen direkt zusammen und ziehe ordentlich 
Klebe-Schrumpfschlauch drüber. Natürlich das ganze dann auch im 
Kabelbaum fixieren. Ich mache das seit Jahrzehnten und kann 
offensichtlich so hochwertig arbeiten das ICH damit noch keine Probleme 
hatte.

Autor: knallkopf (Gast)
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Wago 222 ist dein Freund.

Autor: Mario H. (djacme)
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wago 222 ist viel zu groß und  systematisch unpraktisch weil durch eine 
Abzweigung die original litze zwangsweise verkürzt wird-> und in einem 
vorhandenen Kabelbaum ist das in der Regel ein Problem weil das noch 
10-30 Litzen paralell verlaufen. Bei Spleißverbindern ist das nicht so.
Außerdem gibt es keine Notwendigkeit Litzen Werkzeuglos wieder zu 
trennen - wenn man sowetwas vorsehen möchte, dann gleich einen 
ordentlichen Stecker mit einbauen und dann hat man auch gleich wieder 
Cirmpkontakte um eine sichere Verbindung herzustellen.


*
Das "schlimme" am Crimpen ist, dann unerfahrene Leute nicht sehen das 
Sie eine schlechte Verbindung hergestellt haben.
Es sieht halt immer toll aus, daher sagen alle das das SOOO viel besser 
ist als Löten.

Autor: Stefan_H (Gast)
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... und mal abgesehen davon, dass man keine Abzweige an CAN-Bussen 
machen soll. Weder mit Ultraschall noch mit Wago noch mit Löten. Maximal 
kurze Stichleitungen.
Trenne den Bus auf und füge neue Segmente ein.

 Stefan

Autor: Feldkurat K. (feldkurat)
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Stefan_H schrieb:
> Trenne den Bus auf und füge neue Segmente ein.

So hier?

https://ixquick-proxy.com/do/spg/show_picture.pl?l...

Autor: HildeK (Gast)
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Feldkurat K. schrieb:
> So hier?

Genau so, nur eben am Kabel ...

Autor: Achim S. (achs)
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Kabel Klemmverbinder, z.B. 
https://www.pollin.de/p/kabel-klemmverbinder-amp-e...

Damit kannst Du eine Leitung ohne sie aufzutreiben um 2 nodes erweitern.

Autor: Mario H. (djacme)
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Achim S. schrieb:
> Kabel Klemmverbinder, z.B.
> 
https://www.pollin.de/p/kabel-klemmverbinder-amp-e...
>
> Damit kannst Du eine Leitung ohne sie aufzutreiben um 2 nodes erweitern.

Aber sehr grenzwertig bei Vibrationen (also in Fahrzeugen) da die 
stabilisierende Isolierung stark beschädigt wird und das 
Kunststoffgehäuse keine wirkliche Zugentlastung bildet. Die mechanische 
Stabilität ist dann nur noch durch die Kupferadern gegeben. Bei großen 
querschnitten mag das gehen.

Der abgebildete von Tyco ist aber schon ein besserer als die ganz 
billigen, die kann man total vergessen.

Autor: Jack (Gast)
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Mario schrieb:
> Nachrüstung:
> - Hier wird gleich eine wilde Debatte über Löten, Flussmittel,
> Vibrationen usw ausbrechen...

Dann sag doch gleich was Sache ist. Ein Teil der Fachleute mit 
entsprechendem Meisterbrief lehnt dabei Löten grundsätzlich ab. Ein 
anderer Teil mit entsprechendem Meisterbrief hält es für vertretbar.

Nach meine Beobachtungen ist das Problem meist die mangelnden 
handwerkliche Fertigkeit, trotz Meisterbrief. Beim Crimpen und 
Stromdieben sieht man normalerweise nicht wenn es verpfuscht wird, aber 
in allen Fällen (Crimpen, Löten, Stromdiebe) hilft massenhaft 
Schrumpfschlauch, Isolierband und Teflonband (selbstverschweißend) den 
Pfusch zu verbergen.

Autor: Marc (Gast)
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Ich werfe mal Flachsteck-Abzweiger in den Raum, dann lässt sich das 
ganze später auch wieder zerstörungsfrei trennen.

Autor: Feldkurat K. (feldkurat)
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Marc schrieb:
> Ich werfe mal Flachsteck-Abzweiger in den Raum,...

Gefangen! Danke. Den brauche ich morgen früh, der kommt gerade recht.
:)

Autor: Mario H. (djacme)
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Jack schrieb:
>  Ein Teil der Fachleute mit
> entsprechendem Meisterbrief lehnt dabei Löten grundsätzlich ab. Ein
> anderer Teil mit entsprechendem Meisterbrief hält es für vertretbar.
>
> Nach meine Beobachtungen ist das Problem meist die mangelnden
> handwerkliche Fertigkeit, trotz Meisterbrief. Beim Crimpen und
> Stromdieben sieht man normalerweise nicht wenn es verpfuscht wird, ...

Full ACK. Genau das ist das Problem, die Leute die nicht merken das sie 
nicht Löten können und daher den Prozess schlecht reden.

Die Flussmittel von fast allen gängigen Loten sind inzwischen No-Clean 
da passiert später nichts böses. Aber wenn der Vogel da löttfett von der 
Dachrinne raufschmiert ist klar das der Kram nach 2 Jahren weggegammelt 
ist.

Und das die nicht crimpen können merken die nicht weil das ja immer so 
toll aussieht wenn man vom crimpen auch keinen Plan hat.

Autor: Matthias L. (limbachnet)
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Mario H. schrieb:
> Die Flussmittel von fast allen gängigen Loten sind inzwischen No-Clean
> da passiert später nichts böses. Aber wenn der Vogel da löttfett von der
> Dachrinne raufschmiert ist klar das der Kram nach 2 Jahren weggegammelt
> ist.

Eine gängige Begründung gegen Löten im Auto ist, dass die Lötstelle hart 
wird, die angrenzende Litze hingegen flexibel bleibt und die Vibrationen 
im Auto dafür sorgen sollen, dass die Litzendrähtchen direkt neben der 
Lötstelle abbrechen. Klingt ja auch nicht unlogisch.

Aber: man kann ja durchaus die Lötstelle im Kabelbaum anständig 
festmachen, dann gibt's gar keine nennenswerte relative Bewegung 
zwischen Litze und Lötstelle. Und wenn sich da nix bewegt, dann bricht 
auch nix ab.

Das hatte ich mir jedenfalls gedacht und den defekten Kabelbaum zur 
Heckklappe mit Löststellen geflickt. Die Isolierung der ab Werk 
verbauten Leitungen war wohl nicht so dolle, die bröselte an der 
Bewegungs-Stelle im Alter von ca. 7 Jahren weg. Ich habe dann Litze mit 
Silikon-Mantel verwendet, die Lötstellen mit etwas Versatz gelötet, 
damit nicht alle Verdickungen an der selben Stelle liegen. 
Schrumpfschlauch drüber und den Kabelbaum in der D-Säule und in der 
Heckklappe gut befestigt. An der Bewegungs-Stelle war dann durchgängig 
Silikonmantel. Hat problemlos gehalten, bis der Wagen im Alter von 19 
Jahren den Weg der Dieselprämie gegangen ist.

Autor: Vka (Gast)
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Matthias L. schrieb:
> keine nennenswerte relative Bewegung

Das ist der Trick. Deswegen ist crimpen so toll, da gibt es einen 
Isolations- und einen Kontakt-Crimp. Dadurch bewegt sich relativ nix. 
Wenn man entsprechend lötet (Zinn nicht ewig weit in die Litze treiben) 
und genauso abstützt, hält das auch ewig.

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