Raspi, SD-Karte schreibgeschützt, wie machen?

OP (Firma: Pensionär-Altes-Eisen) #5456566
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Hallo.
ein Raspi kann man ja auch als surf- und e-mail-Maschine einsetzen. Git 
es eine Möglichkeit das Program auf der SD-Karte hardwaremäßig 
schreibgeschützt zu betreiben? Im endeffekt so daß kein trojaner, kein 
virenprogram sich einnisten, allenfalls im RAM während der Siztung 
funktionieren könnte.

Gruß
Gast #5456618
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Harry L. schrieb:
> NEIN

SD-Karten bieten tatsächlich einen (Passwort geschützten) Schreibschutz 
an. Das S IN SD steht schließlich für secure. Allerdings kann kaum ein 
Treiber damit umgehen, nur ein paar uralte Handys können das. Windows 
ist bei einem Versuch von mir eine geschützte Karte zu lesen einfach 
abgestürzt, Linux weiß ich nicht mehr...

Wie willst du bei einem schreibgeschützten System eigentlich die 
Wichtigste aller Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, nämlich das Installieren 
von Updates?
#5456733
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blitzkarte schrieb:
> SD Karten haben doch ein Schreibschtzriegel, als Alibi?
> MicroSD Karten nicht.

Der Schreibschutzriegel ist eine Mechanik, ähnlich dem Schreibschutzloch 
einer Audiokassette. Damit wird nur der Controller (Treiber) angewiesen, 
nicht zu schreiben - aber nicht jede Halterung wertet ihn auch aus.

Am nächsten dran käme man tatsächlich mit einer Ramdisk als Overlay über 
ein schreibgeschütztes Dateisystem. Wenn man als Basis z.B. ein squashfs 
nimmt, hat man in jedem Fall die Garantie, dass daran nichts verändert 
wird (und gewinnt vermutlich sogar noch Performance).

Rufus Τ. F. schrieb:
> Warum sollte ein Email-Programm Emails lokal speichern?
> Wozu gibt es IMAP-Server?

IMAP ohne lokalen Cache für Mails macht eher wenig Spaß.
Allerdings muss der Cache nicht unbedingt persistent sein, je nach 
Mailanbieter und verfügbarer Bandbreite/Latenz.

Dr. Sommer schrieb:
> Wie willst du bei einem schreibgeschützten System eigentlich die
> Wichtigste aller Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, nämlich das Installieren
> von Updates?

Ein schreibgeschütztes System muss nicht auf Lebenszeit schreibgeschützt 
bleiben... man kann den Schiebeschalter für Updates auch mal 
verschieben, das Dateisystem read-write mounten oder ein aktualisiertes 
Image erzeugen.

Mir ist ein nur halbjährlich aktualisiertes, schreibgeschütztes System 
lieber als eins, wo alle paar Stunden ein Update drauf rumfuhrwerkt. 
Denn dabei geht gelegentlich auch mal was kaputt...
Gast #5456780
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S. R. schrieb:
> blitzkarte schrieb:
>> SD Karten haben doch ein Schreibschtzriegel, als Alibi?
>> MicroSD Karten nicht.
>
> Der Schreibschutzriegel ist eine Mechanik, ähnlich dem Schreibschutzloch
> einer Audiokassette. Damit wird nur der Controller (Treiber) angewiesen,
> nicht zu schreiben - aber nicht jede Halterung wertet ihn auch aus.

Neben dem Schalter gibt es aber tatsächlich auch einen elektronischen 
Schutz in der Karte - auch bei microSD, den der Treiber nicht umgehen 
kann. Der wird nur nie benutzt... SD-Karten waren ja mal als Ersatz für 
CD's gedacht, um darauf Musik und so zu verkaufen. Hat aber nicht so 
wirklich funktioniert...
Gast #5456834
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Dr. Sommer schrieb:
> S. R. schrieb:
>> blitzkarte schrieb:
>>> SD Karten haben doch ein Schreibschtzriegel, als Alibi?
>>> MicroSD Karten nicht.
>>
>> Der Schreibschutzriegel ist eine Mechanik, ähnlich dem Schreibschutzloch
>> einer Audiokassette. Damit wird nur der Controller (Treiber) angewiesen,
>> nicht zu schreiben - aber nicht jede Halterung wertet ihn auch aus.
>
> Neben dem Schalter gibt es aber tatsächlich auch einen elektronischen
> Schutz in der Karte - auch bei microSD, den der Treiber nicht umgehen
> kann. Der wird nur nie benutzt... SD-Karten waren ja mal als Ersatz für
> CD's gedacht, um darauf Musik und so zu verkaufen. Hat aber nicht so
> wirklich funktioniert...

Genau das sind die CID Register, es gibt einen temporären Schreibschutz 
dort und einen permanenten welcher nicht mehr gelöscht werden kann.
Gast #5457125
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Jim M. schrieb:
> René F. schrieb:
>> Genau das sind die CID Register, es gibt einen temporären Schreibschutz
>> dort und einen permanenten welcher nicht mehr gelöscht werden kann.
>
> Ist der öffentlich in der Spec, und funktioniert auch bei SDHC/SDXC
> Karten? SD <= 2GB sind nur noch im Gebrauchtmarkt erhältich.

klassische SD Karten (also nicht SDHC/XC) sind vielleicht auf dem 
Consumer Markt ausgestorben, im Industrie/Embedded Bereich aber noch 
lange nicht, auf Digikey habe ich zum Beispiel 43 klassische „große“ SD 
Karten mit <= 2GB gefunden deren Status „aktiv“ ist, zu erwähnen ist 
aber das man für den Preis solcher Karten sich auch 8GB Consumer SDHC 
Karten kaufen kann.


Die dafür notwendigen CID/CSD Register dürften sich nicht unterscheiden 
zwischen SD/SDHC und SDXC.

Ich weiß jetzt nicht welche Spezifikationen öffentlich sind, allerdings 
dürften die notwendigen Informationen über die Register öffentlich 
verfügbar sein

https://www.seanet.com/~karllunt/sdlocker.html
Gast #5457543
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Könnte man das root-Filesystem nicht read-only mounten?
Dann legt man noch ein temp Filesystem als ramfs an, für alles was 
temporär mal schreiben möchte. Und nach einen reboot ist alles wieder 
auf Ursprung.

Es gibt doch einige Linuxe, die von CD (gab es früher mal) oder 
USB-Stick booten, und sich ähnlich verhalten.
#5457633
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PittyJ schrieb:
> Könnte man das root-Filesystem nicht read-only mounten?

Ja, aber das nützt nur gegen ganz dumme Skript Kiddies was.

Einigermaßen fortgeschrittene Trojaner haben ein
1
mount -o remount,rw /

mit an Board.

Außerdem kann man unter Umgehung des FS direkt auf das Medium schreiben.
Was man auf der SD Karte nur mit o.g. Tools hardwaremäßig unterbinden 
kann.
#5457748
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PittyJ schrieb:
> Könnte man das root-Filesystem nicht read-only mounten?

Ja. Besser: Man nehme ein prinzipiell nicht schreibbares Dateisystem.
Mir fallen da cramfs und squashfs ein, es gibt aber sicher auch andere.

> Dann legt man noch ein temp Filesystem als ramfs an, für alles was
> temporär mal schreiben möchte.

Wenn das System nur aus handselektierten Binaries besteht (OpenWrt, 
Neutrino o.ä.), ist das kein Problem. Aber versuche das mal mit einem 
relativ normalen Debian oder Ubuntu. Da bastelst du ziemlich lange dran, 
wenn du es ordentlich machen willst. Deswegen nimmt man überhaupt 
Overlays (wurde schon genannt).

Außerdem willst du tmpfs benutzen, nicht ramfs.

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