PNP Emitter Collector umgedreht

Gast #5459300
Lesenswert?

Vermute Layoutfehler, npn mit pnp bzw. Emitter mit Collektorschaltung 
verwechselt.
Vor 25 Jahren gab es vereinzelt noch analog zu nicht smd 
Kleinsignaltransistoren andere Pin Belegungen.
Um was Unützliches anzubringen, das nicht weiterhilft.
Gast #5459343
Lesenswert?

Dann sollte der Verantwortliche mit der Flinte in den Wald gehen.
Bist du das?

Evtl. können das Bestückungsautomaten verdreht positionieren.
Muß natürlich mit Chef und Kunde abgestimmt sein.

Was für ein Layout-Programm bringt eigentlich sowas fertig?
Gast #5459525
Lesenswert?

PNP schrieb:
> 1500 Boards mit jeweils ca 20 Stück

Auweia, das lohnt sich.

Ich hab leider auch nicht viel Hoffnung für dich. Aber bei den Mengen an 
betroffener Hardware würde ich an deiner Stelle die technischen Supports 
der ganzen Hersteller abklappern. Nicht nur mit der Frage, ob sie einen 
SOT23 mit gedrehten Anschlüssen haben (es ist zwar unwahrscheinlich, 
aber vielleicht gibt es in irgendeiner exotischen Nische doch ein 
exotisches Produkt). Sondern auch, ob sie einen pnp in einem anderen 
Gehäuse haben, das sich vielleicht mit Hängen und Würgen auf den 
gedrehten SOT23 Footprint bestücken lässt.

Die meisten dort werden mit der Frage zwar nicht viel anfangen können. 
Aber vielleicht hast du ja doch soviel Glück, dass ein alter Hase bei 
den Transistorherstellern eine Idee hat, die dir weiterhilft.

Ansonsten bleibt der Vorschlag von Michael mit dem verdrehten Bestücken 
(und zuvor ein mechanisches Werkzeug fertigen, mit dem man bei 1500*20 
Transistoren die Beinchen "nach hinten biegt"). Sowohl Kunde als auch 
Bestücker als auch Qualitätsmanager werden kaum begeistert sein, aber in 
der Situation würde ich nach jedem Strohhalm greifen.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #5459690
Lesenswert?

Der Andere schrieb:
> Hätte man das nicht schon bei EINEM Prototyp merken müssen?
Durchaus.
Aber 1 Prototyp ist zu wenig, wenn man noch was anderes ausprobieren 
will (klima, Überspannung, Verpolung...).
Und 1 Prototyp raucht bei der Inbetriebnahme immer ab. Mit 10 Prototypen 
hat man mit ein wenig Glück genug Material um die Zeit bis zur 
Serienreife durchzustehen.

Aber wer aus dem Stand 1500 Platinen bestellt, der sollte jedes Bauteil 
und jede Leitung zweimal händisch kontrolliert haben. Mit ein paar Tagen 
Abstand dazwischen und Datenblättern aus zweierlei Quellen...
Gast #5459816
Lesenswert?

Jetzt fangen die Moderatoren schon an die Threads zu capturen.

Das Kind ist in Brunnen gefallen und er wird seine Erfahrung gesammelt 
haben, sprich für die Zukunft Prozesse eingefügt haben, welche solch ein 
Fehler abfangen.

Können wir beim Thema bleiben?
Gast #5459892
Lesenswert?

Lothar M. schrieb:
> Macht man da nicht vorher erst mal nur um die 10 Prototypen, bis man
> sicher ist, dass das Layout ok ist?

Es gibt Kunden, die der Meinung sind, der Layouter (als Dienstleister) 
haftet doch sowieso, da sparen wir uns die Muster, geht es schief 
bezahlt eben der Layouter den Schaden - habe ich schon erlebt. Da spiele 
ich aber natürlich nicht mit, notfalls VERLANGE ich, dass ein von mir 
erstelltes Layout nicht ungeprüft in die grosse Serie geht. Oder ich 
verzichte auf solche Kunden ganz, die steuern immer irgendwann in die 
Katastrophe, halten sich aber bis dahin selbst für besonders raffiniert.

Nur ein verifiziertes Layout darf in die Fertigung von Stückzahlen 
gehen. So etwas müsste auch in den firmeneigenen QS-Unterlagen 
festgeschrieben sein. Wahrscheinlich gibt es in solchen Fällen garkeine 
Qualitätssicherung.

Wenn das Layout in der eigenen Firma erstellt wurde, stellt sich die 
Haftungsfrage nicht, da bleibt der Schaden dort hängen wo er auch 
verursacht wurde, und der Verursacher kann maximal entlassen werden.

Georg
Gast #5460068
Lesenswert?

georg schrieb:
> Nur ein verifiziertes Layout darf in die Fertigung von Stückzahlen
> gehen.

Kein verantwortungsvoller Entwickler würde was anderes zulassen!
Ich will doch nicht Schuld sein, dass die Firma 100.000€ in Sand setzt, 
nur weil ich mal einen schwarzen Tag hatte?

Der Andere schrieb:
> Lothar M. schrieb:
>> Macht man da nicht vorher erst mal nur um die 10 Prototypen
>
> Hätte man das nicht schon bei EINEM Prototyp merken müssen?

Hätte man. Aber trotzdem sind 10 oder 20 Stück sinnvoll. Selbst wenn du 
bei den 10 oder 20 Stück händisch nachrüsten musst, kannst du und andere 
(Inbetriebnahme, SW, Klima, etc.) weiterarbeiten, bis die korrigierten 
Platinen da sind.
Zumal die Datenaufbereitung, die Rüstkosten etc. bei nur einer Platine 
das selbe kosten wie bei 10.
#5460082
Lesenswert?

HildeK schrieb:
> Ich will doch nicht Schuld sein, dass die Firma 100.000€ in Sand setzt

1500 Platinen ?

Sind vielleicht 1500 EUR.

Davon hätte man die Kosten des Mehraufwandes und die Zeitverzögerung der 
Prototypenserie nicht bezahlen können.

Und oftmals klappt es ja auch.
Wobei man sich fragen muss, woher ein SOT23 footprint mit vertauschtem 
Kollektor/Emitter kommt. Das kann ja nie gestimmt haben.
Gast #5460092
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> 1500 Platinen ?
>
> Sind vielleicht 1500 EUR.

Wo bekommst du Platinen für 1€, wenn da mindestens 20 SOT23 + sonstigem 
Kram drauf passen?
Aber gut, wenn es eine kleine, einlagige ist, möchte ich das nicht ganz 
ausschließen. Sollte diese 1500 noch unbestückt sein, dann wegwerfen!
Gast #5460162
Lesenswert?

> Wo bekommst du Platinen für 1€, wenn da mindestens 20 SOT23 + sonstigem
> Kram drauf passen?

Wenn das normale Kleinsignaltransistoren sind, dann tragen diese 
immerhin mit satten 14 ct zur BOM bei...
Gast #5460397
Lesenswert?

Es gibt Hersteller, die verbonden Transistoren und ICs 
kundenspezifisch.  Und wenn dies in den ueber 40tausen Seiten Vertrag, 
siehe Spiegel 19/2018 vom 5.5.18 Seite 40-42 zur Beschaffung der Bw, als 
nicht zulaessig aufgefuehrt waere, wuerden solche Teile durchaus verbaut 
werden. Was damit bezweckt werden koennte, ueberlasse ich der Phantasie 
des Lesers.
Und der Phantasie des TO ueberlasse ich es auf Ideen zu kommen, wo man 
fragen koennte nach solchen Herstellern.
#5462775
Lesenswert?

@A. K. (prx)

>Bei 30000 Stück findet sich vielleicht ein Hersteller, der dir eine
>passend gebondete Sonderserie baut.

Ich denke, nur mit passend bonden ist das nicht erledigt, denn 
üblicherweise ist der Chip direkt auf den Träger gelötet, also was der 
C-Anschluß nach ausen darstellt. Denn der Chip hat üblicherweise auf der 
Unterseite seinen C. Also nicht einfach gebondet.
Und ein Chip, der unten seinen E hat, dürfte wohl sehr schwer zu finden 
sein.


@ Michael B. (laberkopp)

>Wobei man sich fragen muss, woher ein SOT23 footprint mit vertauschtem
>Kollektor/Emitter kommt. Das kann ja nie gestimmt haben.

Nun, man braucht ja keinen exotischen SOT23 footprint, sondern man 
vertauscht ganz einfach im Schaltplan E mit C. Da hat also vermutlich 
schon der Schaltungsdesigner ganze Arbeit geleistet.


@ Könnte es sein, dass da auch noch (Gast)

>Wenn schon Korrekturlesen + "nachliefern", dann korrekt ... :)

Wahrscheinlich hat er nur mal etwas die Übersicht über die vielen 
Negationen verloren ;-)
Gast #5471293
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Der Kollektor ist immer die ganze Chipunterseite, und damit auf den
> mittleren Pin geklebt.

Das hatte ich auch gedacht. Aber man lernt nie aus.

PNP schrieb:
> Ichg brauche dringend einen PNP-Transistor SOT23 wo der Emitter auf der
> Oberseite ist.

Ist das Problem geklärt?
Durch Zufall beim analysieren eines Chinateiles habe ich etwas gefunden.

Marking J8. Soll ein PNP BCX71JR sein.
Da ist der Emitter auf der "Oberseite".

http://info.electronicwerkstatt.de/bereiche/bauteile/smd/smd_aktiv/j.html
#5471310
Lesenswert?

michael_ schrieb:
> Marking J8. Soll ein PNP BCX71JR sein.
> Da ist der Emitter auf der "Oberseite".

Na ja, im Datenblatt
http://pdf.datasheetcatalog.com/datasheet/zetexsemiconductors/bcx71.pdf
steht nur die normale Belegun, und dass es "R" Typen gibt.
Die haben aber nur B und E vertauscht.
Leider scheint Zetex der einzige zu sein, der R-Typen herstellt und sein 
Datenblatt gibt nicht mehr her, aber:

Die SMD Halbleiterliste verlinkt einfach die falschen Anschlussbilder, 
auch eine Diode hat dort R mit E C B
Gast #5471613
Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Und oftmals klappt es ja auch.

Sagt das Milchmädchen.

Es mag sein, dass die Platinen dann funktionieren.
Wenn man aber keine sauere Inbetriebnahme gemacht hat, und die Fehler 
nicht ausgemerzt hat (solche sind immer drin, egal wie simpel die 
Schaltung ist), dann hast man hier 1500 Kunden, die Fehler suchen 
können.

Das tun sie, Kunden sind sehr kreativ, wenn es um das "Austesten" von 
Schaltungen geht. 1500 Kunden kommen auf "Testverfahren", die würden dir 
im Traum nicht einfallen.

Genau DARUM ist die Prototypenphase nötig - um die Schaltung auf Herz 
und Nieren zu testen, und die Fehler und Schwächen für die Serie 
auszumerzen.

In der Arbeit habe ich meist kleinere Serien mit ca. 1000-20000 Stück 
pro Jahr, schon da hatten wir mit "Montagsbauteilen" (solchen am Rand 
der Toleranz) zu kämpfen - wenn der Entwickler die Min und Max Werte aus 
dem Datenblatt nicht beachtet hat, taucht das ganz schnell in der 
Statistik am Testadapter auf. Oder, und das ist viel schlimmer, erst 
beim Kunden.

Wenn es im Jahr bei 100 Kunden knallt (bei einer 20k-Serie nur jede 200. 
Platine), ist Großalarm angesagt. Wenn dann herauskommt, dass man nach 
"wird schon passen" gearbeitet hat, gibts großes Meck-Meck vom Chef.
Gast #5472041
Lesenswert?

Also löte erst auf ein paar Prototypen die Transistoren verkehrt herum 
auf. Dann teste die Schaltung. Vermutlich werden dabei noch ein paar 
Fehler erkannt, und somit bestünde dann noch ein anderer Grund die 
Platinen neu zu machen. Aber diesmal richtig herum für die Transistoren. 
Da war wohl die Vorlagenschablone falsch herum.
Gast #5472051
Lesenswert?

michael_ schrieb:
> Ich wollte sowieso die Schaltung des Platinchens mit den zwei J8 Transis
> aufnehmen.
> An anderer Stelle, dann wissen wir mehr.

Hab erst mal mit dem MM gemessen.
Es scheinen stinknormale PNP mit der Basis an der traditionellen Stelle 
zu sein.
Also ist die Darstellung in der SMD-Übersicht irreführend.
Gast #5472081
Lesenswert?

michael_ schrieb:
> Was für ein Layout-Programm bringt eigentlich sowas fertig?
Da muss nur jemand einen falschen Footprint anlegen, dann schafft das 
jedes Layout Programm.

Ja ja, erst mal in Serie gehen, testen kann man das dann später ja immer 
noch.
Zeit für Prototypen gespart und 20fach in Nacharbeit investiert.
Gast #5472105
Lesenswert?

Ich liebe solche Besserwisser und arschkluge Leute!
Wem ist das noch nicht passiert, das einem ein eiskalter Wasserfall den 
Rücken runterläuft?
Der werfe den ersten Transistor :-)

Aber eine andere Variante zu meinem J8 Transistor.
Vielleicht ist Belegung in der SMD Übersicht richtig und die Chinesen 
haben falsch gelabelte Transis eingesetzt?
Eigentlich unwahrscheinlich, aber nichts ist unmöglich.
Gast #5472123
Lesenswert?

Wo ist der Thread-Opener eigentlich?

Wenn man die Pads im Layout großzügig genug gemacht hat, lässt sich...
* durch drehen um in 120°-Schritten
* durch die bereits erwähnten R-Typen
...jede beliebige Pinreihenfolge umsetzen.
Gast #5472400
Lesenswert?

Eine Notlösung hätte ich noch anzubieten. Das setzt aber voraus, dass 
unter den Pads keine Multilayerbahnen liegen. Es gibt gute Programme, 
die vermeiden das von vorne herein und kapazitive Einkopplungen zu 
minimieren. In dem Falle kann häufig die Platine noch für die Drähte von 
nicht-SMD, also normalen bedrahteten, Transistoren nachgebohrt werden. 
Zumindest gab es Programme, da konnte man Anschlüsse für bedrahtete 
Kleinsignaltransistoren wählen mit der Angabe, das die Pads auf der 
Platine wie für SMD aussehen (paßt nur selten zu der SMD-Pin-Belegung).

Aber mit spitzen Bleistift sollte vor solchen Aktionen immer 
nachgerechnet werden, ob neue Platinen nicht doch günstiger wären.

Aber wie schon geschrieben, löte erst auf ein paar Prototypen die 
Transistoren verkehrt herum oder nach dieser Methode auf. Dann teste die 
Schaltung. Vermutlich werden dabei noch ein paar Fehler erkannt, und 
somit bestünde dann noch ein anderer Grund die Platinen neu zu machen.

Vom TO gibt es kein Lebenszeichen mehr. Kein guter Stil, denke ich zu 
schreiben, welche Lösung er nun anstrebt. Vielleicht hat er sich schon 
verabschiedet oder ist bereits verabschiedet worden.
Gast #5472514
Lesenswert?

1500 x 20 = 30.000 Transistoren x 3 Bohrungen = 90.000 Bohrungen
+ 90.000 Pins durch die Löcher friggeln + löten, wenn den TO92 überhaupt 
platzmäßig passt.

Herje, entspannt gerechnet 20sek pro verkehrt herum aufgelöteten sot23 
Transistor.
~7min pro PCB, ~170 Arbeitsstunden komplett.

Dumm gelaufen, aber das bringt doch niemanden um.
Lehrgeld.
Nichts ist so einfach das man es nicht testen müsste.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren