Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Kunstoff Spritzguss Lieferant?


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von Milo (Gast)


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Hallo zusammen,

seit einiger Zeit drucke ich Halterungen für 18650 Zellen mit dem 
3D-Drucker, um sie dann zu 14S Packs zusammenzubauen.

Da ich aber immer mehr dieser Akkupacks benötige, wird mir das Drucken 
langsam zu zeitaufwendig. Daher würde ich die Teile gern einmal in Masse 
fertigen lassen... schätzungsweise 2000 - 3000 Teile.

Wenn ich mir die Lieferanten hier in der Gegend so anschaue, werden die 
bei der Menge vermutlich nichtmal auf meine Anfrage antworten.

Hat schonmal jemand Kunstoffteile in China spritzen lassen? Und wenn ja, 
kann jemand einen Lieferanten empfehlen?

Vielen Dank und viele Grüße,

Meikel

von Johannes R. (oa625)


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Spritzguss wird erst ab mehreren 10000 Teilen kostengünstig u.a. wegen 
der teuren Formherstellung.

Da wird auch der günstig(st)e Chinese noch zu teuer sein...

MfG

von MaWin (Gast)


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Milo schrieb:
> werden die bei der Menge vermutlich nichtmal auf meine Anfrage
> antworten.
> Hat schonmal jemand Kunstoffteile in China spritzen lassen?

Wie kommst du darauf, dass bei Kleinmengen eine offshore-Fertigung 
günstiger ist ?

Schick dein 3d File, das hoffentlich sprigzgussfreundlich gestalet ist, 
also ausformbar und gleichmässige Wanddicke, an protolabs.de mit einer 
Beschreibung ddr Oberflächenqualität (vermutlich egal, wie bei UP-Dosen) 
und schau dir deren Preis an.

Dann geh damit zu beliebigem Spritzgussbauer, er muss billiger sein, 
sonst nimmst du Protolabs. China darf nicht mal die Hälfte kosten auf 
Grund des höheren Risikos. Letztlich arbeiten alle mit Hasco Normalien 
und Mouldmaker CNC Fräsen, so dass im Prinzip alle gleich teuer anbieten 
könnten - wenn sie in dir nicht den Lieferanten des nächsten Ferraris 
sehen.

3000 Stück ist eine ordentliche Stückzahl, bei der ein Teil so 1 EUR 
kosten dürfte.

von Mike M. (mike303)


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Wie wärs mit Prototypenwerkstätten...?
Bei mir in der Gegend 'FirstMold'
Die fräsen sich die Formen gleich selbst aus nem Aluklotz und je nach 
Kontur hält das Wekzeug dann 1000 - 10000 Teile - eine Nullserie eben

von Stefan . (xin)


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Ich würde mal eine 3D-Zeichnung des Teils benötigen, um die Kosten 
abschätzen zu können. Wenn das Werkzeug ohne Schieber auskommt, sollte 
es sich so zwischen 1300 und 2300 Euro bewegen - je nach Größe des 
finalen Teils. Die Kosten der Teile richten sich nach Art und 
eingesetzter Menge des Material sowie der Fracht nach Deutschland.

von Olaf (Gast)


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> Die fräsen sich die Formen gleich selbst aus nem Aluklotz und je nach
> Kontur hält das Wekzeug dann 1000 - 10000 Teile - eine Nullserie eben

Wie kann man sich eigentlich ein abgenutztes Spritzgusswerkzeug 
vorstellen? Wird das einfach ungenauer oder macht es ploetlich knack und 
bricht auseinander?

Olaf

von Michael B. (laberkopp)


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Olaf schrieb:
> Wie kann man sich eigentlich ein abgenutztes Spritzgusswerkzeug
> vorstellen? Wird das einfach ungenauer oder macht es ploetlich knack und
> bricht auseinander?

Die Oberfläche wird stellenweise rauher und damit schlechter, die Teile 
bleiben beim Ausformen im Extremfall drin hängen, die Form ist nicht 
mehr dicht, es quillt also etwas Kunststoff in dünne Spalten zwischen 
den Formteilen und ist dann als papierdünner Überstand am Spritzgussteil 
dran.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Olaf schrieb:
>> Die fräsen sich die Formen gleich selbst aus nem Aluklotz und je nach
>> Kontur hält das Wekzeug dann 1000 - 10000 Teile - eine Nullserie eben
>
> Wie kann man sich eigentlich ein abgenutztes Spritzgusswerkzeug
> vorstellen? Wird das einfach ungenauer oder macht es ploetlich knack und
> bricht auseinander?

Es kann Risse im Material geben, Kanten werden verrundet, Toleranzen der 
Zentrierbolzen durch Abnutzung auf ein nicht mehr tolerables Maß 
ansteigen.

Aber natürlich werden Formen auch wieder repariert. Es gibt da tolle 
Mikroschweißverfahren, die zu fast keiner Erhitzung führen.

Ich würde Milo für die Stückzahl eine handbetätigte, einfache 
Spritzgussmaschine empfehlen und eventuell eine Epoxydform. Das geht 
durchaus und es gibt Formen, die über 10000 Zyklen durchgehalten haben.
(und wenn nicht, gießt man sich eben eine neue :-)

Sehr empfehlen kann ich Milo dazu das Buch "Cutting costs in short-run 
plastics injection molding", das viele Beispiele und Möglichkeiten 
zeigt, wie man mit sehr preiswerten Formen/-materialien sehr gute 
Ergebnisse erzielen kann. Wenn man es manuell macht, benötigt man auch 
keine Schieber, weil man die Formen per Hand zerlegen und zusammensetzen 
kann. Ist halt nicht vollautomatisch, aber zwei bis drei Stück pro 
Minute sollte man so schon schaffen.

Am besten wäre es aber, wenn er uns mal ein 3D-Modell hier einstellt.

von sepp (Gast)


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Protolabs

von Maik .. (basteling)


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Hi - Da würde ich gern gleich mal den Thead kapern.

Mir ist grade eine gar nicht mal so alte Klein-Spritzgußmaschine 
zugelaufen. (35 Tonnen Verschlußkraft)
Eigentlich will ich nur versuchen ein paar sehr spezielle Formen mit 
recht filigranen Strukturen lasern... und diese spritzen. Der allgemeine 
Prototypenbereich ist natürlich auch interessant.

Da ich als Elektrotechnikingenieur bezüglich Spritzguß etwas unbefleckt 
bin - gibt es irgendeine Buchempfehlung oder schöne Onlinekompendien zum 
Thema "Spritzguß für Unwissende" auf Basis aktueller Maschinentechnik?
Ich möchte so binnen 1-2 Wochenfrist das Ungeheuer mal anwerfen..

P.S. - wo bekomme ich denn Kunststoffgranulat in Einzelsackmengen (oder 
gar noch weniger) zu moderaten Preisen in konstanter Qualität? 
Vielleicht auch PA6 oder PA12 oder auch PVC.

vg

Maik

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Maik .. schrieb:
> Hi - Da würde ich gern gleich mal den Thead kapern.
>
> Mir ist grade eine gar nicht mal so alte Klein-Spritzgußmaschine
> zugelaufen. (35 Tonnen Verschlußkraft)

Bilder? Typ? Zeigen! :-D

> Eigentlich will ich nur versuchen ein paar sehr spezielle Formen mit
> recht filigranen Strukturen lasern... und diese spritzen. Der allgemeine
> Prototypenbereich ist natürlich auch interessant.
>
> Da ich als Elektrotechnikingenieur bezüglich Spritzguß etwas unbefleckt
> bin - gibt es irgendeine Buchempfehlung oder schöne Onlinekompendien zum
> Thema "Spritzguß für Unwissende" auf Basis aktueller Maschinentechnik?
> Ich möchte so binnen 1-2 Wochenfrist das Ungeheuer mal anwerfen..

Online gibt es wohl wenig bis nichts dazu (zumindest habe ich damals 
nichts gefunden).

Sehr gut für Prototypen und Klein/Kleinstserien ist das oben erwähnte 
Werk.

Gut finde ich auch "Spritzgießwerkzeuge für Einsteiger" von Rainer 
Dangel.

> P.S. - wo bekomme ich denn Kunststoffgranulat in Einzelsackmengen (oder
> gar noch weniger) zu moderaten Preisen in konstanter Qualität?
> Vielleicht auch PA6 oder PA12 oder auch PVC.

Kunststoffgranulat ist so (erschreckend) preiswert, da würde ich unter 
25kg gar nicht erst anfangen.

Wenn Du Testmengen möchtest, würde ich vielleicht mal lokal bei 
Spritzgussbetrieben anfragen. Für eine Kaffeekassenspende geben die Dir 
sicher ein paar Kilo ab :-)

Ansonsten ist das Netz doch voll von Angeboten.

: Bearbeitet durch Moderator
von Michael B. (laberkopp)


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Chris D. schrieb:
> Wenn Du Testmengen möchtest, würde ich vielleicht mal lokal bei
> Spritzgussbetrieben anfragen. Für eine Kaffeekassenspende geben die Dir
> sicher ein paar Kilo ab :-)

Na ja, die sind eher zickig

https://www.ebay.de/sch/kunststoffgranulat

Ich hätte Zweifel, daß gelaserte Formen glatt genug sind um das dünne 
Kunststoffteil wieder raus zu bekommen.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Michael B. schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Wenn Du Testmengen möchtest, würde ich vielleicht mal lokal bei
>> Spritzgussbetrieben anfragen. Für eine Kaffeekassenspende geben die Dir
>> sicher ein paar Kilo ab :-)
>
> Na ja, die sind eher zickig

Ist wohl von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.

Ich hab damals sogar für lau Granulat mitnehmen dürfen.

Hier am Rhein waren bisher wirklich alle sehr hilfsbereit. Dort wurden 
mir sogar Tipps bzgl. der Werkzeugkonstruktion gegeben (viele Firmen 
hier haben Produktion + Werkzeugbau).

Allerdings stelle ich für die auch keine Konkurrenz dar (ausschließlich 
Kautschuk/Silikonspritzguss) und wenn ich mal erodieren muss, gebe ich 
die Sachen auch zu denen.

> https://www.ebay.de/sch/kunststoffgranulat
>
> Ich hätte Zweifel, daß gelaserte Formen glatt genug sind um das dünne
> Kunststoffteil wieder raus zu bekommen.

Ja, da muss man vermutlich nachbearbeiten.

von Roland E. (roland0815)


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Auhagen macht wimre auch Kundenspezifischen Spritzguss.

von Maik .. (basteling)


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Hi zusammen,

das Buch ""Cutting costs in short-run plastics injection molding" habe 
ich grade per mail angefordert - mal schauen.

Die Maschine ist eine Vertikalmaschine (feststehender Tisch - auch zum 
Umspritzen gedacht) von Boy - Type 35 , noch mit konventionellen 
Antrieben - noch keine sparsamen Servoantriebe wie in den 
Neumaschinenwerbungen aber gleich noch einem Temperiergerät dabei.

Ich muß jetzt erstmal schauen wie ich die Medienversorgung realisiere.
mal schauen wie viel Wasser die durchzieht, ob Leitungswasser für einen 
Testbetrieb bezahlbar bleibt oder ich eine Wasserversorgung basteln 
muß...

Aber für seriöse "Einzelsackhändler" für Spritzgußkunststoffe bin ich 
immer noch sehr aufgeschlossen. Vielleicht bewahrt mich ja jemand vor 
einer mehrstündigen Marktrecherche...

Ebayzeug mit irgendwelchem durchfeuchtetem überlagertem Schlonz ohne 
Datenblatt will ich da nicht nehmen.

vg

Maik

von Florian H. (florianh80)


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Mein Vater hat seinen Kunststoff immer hier bestellt:

https://www.pro-plast.com/de

Ich habe hier mehrere horizontale Spritzgussmaschinen von Richter 
stehen. Die große hat 100 Tonnen Schließkraft.
Die kleinen weiß ich momentan nicht aus dem Kopf. Habe ich quasi geerbt.
Wenn die Form nicht zu komplex ist schick mir doch auch mal ein 3D 
Modell. Eventuell können wir uns da einig werden.

Gruß,
Florian

Beitrag #6099646 wurde von einem Moderator gelöscht.

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