Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik SMD Bauteil ohne Beschriftung identifizieren wieder einlöten Polung


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von Christian (Gast)


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Hallo,

stehe aktuell vor einem Problem.

Kurz zur Vorgeschichte:

Hatte an meinem Motorrad einer BMW S1000RR den Fehler dass die Zündspule 
vom Zylinder 1 nicht angesteuert wird. Kurzerhand ein anderes 
Motorsteuergerät eingebaut läuft wieder auf allen 4 Zylinder.

Danach habe ich mal das Motorsteuergerät sauber geöffnet und musste 
Feststellen dass sich wohl durch die Belastung bzw die Vibration ein SMD 
Bauteil gelöst hat. Nun steh ich aktuell vor dem Problem dass ich trotz 
Internet Suche nicht fündig geworden bin um welches Bauteil es sich 
hierbei handelt. Da ich ja nicht weiß wie rum dieses eingelötet war und 
ich durch eine falsche Polung nicht unbedingt mein Steuergerät schießen 
möchte.

Eine Beschriftung oder Aufdruck ist nicht erkennbar.

Bitte um Hilfe und Unterstützung bei meinem kleinen aber doch recht 
großem Problem. Ein neues Steuergerät kostet aktuell stolze 800€ 
zuzüglich Einbau und Programmierung. Das möchte ich jetzt wo ich dem 
Fehler sowieso schon so nah bin gerne vermeiden.

Lg Christian

: Verschoben durch Moderator
von Carl D. (jcw2)


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Das sieht (*soweit man bei dem Photo was sehen kann) nach Keramic-C aus, 
der hat keine "Polarisierung".

Grundsätzlich, wenn dieses Bauteil, ohne Markierung irgend eine Art, 
zwei nicht tauschbare Anschlüsse hätte, dann müßte der ja so verpackt 
sein, daß seine Ausrichtung nicht verwechselbar wäre. Irgendwas wäre 
dran, Farbstrich, abgeschrägte Kante, etc.

* bessere Aufnahme wäre nicht möglich?

: Bearbeitet durch User
von Christian M. (Gast)


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Carl D. schrieb:
> bessere Aufnahme wäre nicht möglich?

Die ist doch geil!

Sogar auf meinem Schlaufon habe ich eine Freistellfunktion!

Gruss Chregu

von K. J. (Gast)


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Warum nen neues es gibt extra Firmen die sich auf die Reparatur 
Spezialisiert haben, für 150-250€ reparieren die dir das, wahrscheinlich 
wird der kleine Kondensator für den Fehler nicht verantwortlich sein.

von Nils P. (torus)


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Man kann es auf deinem Foto schlecht erkennen, aber es sieht ganz nach 
einem dieser karamell braunen Kondensatoren aus. Das sind üblicherweise 
MLCC Kondensatoren ohne Polung.

Wenn möglich würde ich den vorher allerdings den Kondensator beim heilen 
Gerät vorsichtig auslöten und ausmessen. Die Bauteile sind innen 
filigran aufgebaut und können bei mechanischer Belastung leicht Schaden 
nehmen den man so mit den Augen nicht sieht.

Wenn er schon abfällt, dann liegt der Verdacht nahe, das der Kondensator 
dabei auch Schaden genommen hat.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Nils P. schrieb:
> liegt der Verdacht nahe, das der Kondensator dabei Schaden genommen hat.
Och, die halten schon einiges aus, der hat diesen "Abfall" schon 
überlebt.

Allerdings vermute ich eher, dass nicht der der Grund für den Ausfall 
ist, sondern die lausigen Lötstellen insgesamt. Denn mir sind zwar schon 
Spulen oder DCDC-Wandler von der Platine gerüttelt worden, aber noch nie 
so ein winziger und leichter Kondensator...

Wenn er natürlich nicht von selbst abgefallen ist, sondern bei der 
Demontage heruntergehebelt wurde, dann kann es sein, dass die 
Metallkappen auch abgerissen sind. Ein prüfender Blick ist da sicher 
sinnvoll.

von Michael B. (laberkopp)


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Nils P. schrieb:
> Wenn möglich würde ich den vorher allerdings den Kondensator beim heilen
> Gerät vorsichtig auslöten und ausmessen.

Ich nicht.

> Die Bauteile sind innen
> filigran aufgebaut und können bei mechanischer Belastung leicht Schaden
> nehmen den man so mit den Augen nicht sieht.

Eben, und nach dem manuellen auslöten durch einen Laien ohne passendes 
Werkzeug dann kaputt.

Besser wäre, statt dem Einlöten des abgefallenen Bauteils, das Einlöten 
eines neuen Bauteils, aber das hat er nicht und kann es mangels 
Kennzeichnung nicht besorgen.

Und das alte Teil durchzumessen um dann zu entscheiden was man neu 
kauft, kann genau auf ein defektes Teil reinfallen.

von HildeK (Gast)


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Lothar M. schrieb:
> dann kann es sein, dass die
> Metallkappen auch abgerissen sind.

Nach den Fotos sieht es jedenfalls nicht danach aus. Am BE sieht man 
noch metallisch glänzende Enden, auf der Platine hängen keine 
Metallkappen.
Aber, ohne es selbst in Händen zu halten, kann man es nicht genau sagen.

@Christian: Warum lötest du das BE nicht einfach wieder ein und testest 
das Steuergerät?
Kannst du sicher sagen, dass es nicht bei der Demontage beschädigt 
wurde?
Es gibt auch Messgeräte, mit denen man das Teil messen könnte. Wenn da 
ein sinnvoller Wert (E12-Reihe) herauskommt: ein neues Teil beschaffen.

Wenn nur ein Zylinder nicht arbeitet: könnte es nicht sein, dass der 
Schaltungsteil viermal auf der Platine zu finden ist?
Leider sieht man auf dem Foto wegen der Abschattung nicht, ob das Teil 
parallel zu dem darunter liegenden Widerstand liegt. Wenn ja, dann 
müsste ev. diese Kombination leicht zu finden sein. Dann dort mal eines 
auslöten und messen.

von M.A. S. (mse2)


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Nils P. schrieb:
> Wenn möglich würde ich den vorher allerdings den Kondensator beim heilen
> Gerät vorsichtig auslöten und ausmessen.

Jemand, der einen Keramikkondensator nicht erkennt, wenn er vor ihm 
liegt, wird wohl kaum die Messmittel haben, einen solchen auszumessen.

von Christian (Gast)


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Hallo,

also erstmal vielen Dank für die zahlreichen Antworten in dieser kurzen 
Zeit.

Zu meiner Person bin jetzt kein Laie sondern schon gelernter 
Industrieelektroniker. Elektronikkurs nur die Grundsachen hatten wir 
damals in der Ausbildung und die ist schon einige Jahre her. Aktuell 
habe ich nur noch mit SPS Steuerungen Robotern etc zu tun zerlege aber 
auch mal die ein oder anderen Sachen nach erfolgreicher Fehlersuche und 
konnte die ein oder andere Elektronik wieder fit machen.

Messgerät also anständiges Multimeter ne saubere einstellbare Weller 
Lötstation und Zibehör habe ich schon und kann dementsprechend auch 
damit umgehen.

Da ich im Alltag eben selten in Kontakt mit SMD Elektronik komme und da 
leider auch kein Aufdruck am Vermutlichen Kondensator oder ein 
Bauteilsymbol wie R oder C auf der Platine aufgedruckt war war ich mir 
einfach unsicher und deshalb wollte ich mal die Meinung von Fachleuten 
einholen die damit im Alltag häufiger in Kontakt kommen.

Dass das Bauteil durch das öffnen des Steuergeräts runterging kann ich 
nicht ganz sicher ausschließen (war sehr stark verklebt gebördelt und 
verschraubt) also ziemlich schwer zu knacken aber ich hatte es so fein 
es ging mit Heißluft Hebel und nem Messer geöffnet. Allerdings wird die 
BMW auch am Ring gefahren und dementsprechend hatte ich da schon ein 
paar Fehler die ich mir so nicht vorstellen könnte wo ich auch ziemlich 
lange selber gesucht habe und nach einigen schlaflosen Nächten fündig 
geworden bin.

Wenn die Polung erstmal vermeintlich egal ist (Bauteil hat ja auch meine 
Markierung wie eine Diode) dann werde ich dieses erstmal wieder einlöten 
und ins Moped einbauen / schauen ob genau der gleiche Fehler noch 
vorhanden ist oder nicht und den Fehlerspeicher auslesen.

Die Bilder habe ich durch ne Lupe machen müssen ... deshalb sind diese 
so bescheiden das Bauteil ist gerade mal ein oder 2 mm groß wenn 
überhaupt. Mit dem Fokus oder Zoom der Kamera hat das nicht 
funktioniert.

Danke schonmal im vorraus für die hilfreiche Unterstützung!

Lg Christian

von Brainstorm (Gast)


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Der Bedenkentraeger in mir sagt: Raten und Beraten liegen sehr dicht 
beisammen.

Bevor das Dingens kaputtrepariert wird, einige Fragen:
-Das lose gefundene Bauteil gehoert wirklich an die vermutete Stelle?
-Schaltungsteil vierfach vorhanden? (ansonsten: warum nur Zyl.1 niO?)
-Das lose gefundene Bauteil lag zum Fehlerzeitpunkt unguenstig auf der 
Platiene?
-Das lose gefundene Bauteil hat sich wg Kurzschluss selbst entloetet?

Test:
-Rennt das Mofa (jetzt, also nach beiseitelegen) des lose gefundenen 
Bauteils? Wenn nicht, bitte auf jeden Fall durchpiepsen:
-Das lose gefundene Bauteil hat einen internen Kurzschluss?
-Das lose gefundene Bauteil hat einen internen Kurzschluss nach dem 
einloeten an die vermutete Stelle?


Hals- und Beinbruch :D

von Brainstorm (Gast)


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EDIT:

-Rennt das Mofa (jetzt, also nach beiseitelegen) des lose gefundenen
Bauteils?


soll:
-Rennt das Mofa (also der jetzige Zustand) nach beiseitelegen des lose 
gefundenen Bauteils?

von Peter (Gast)


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Ist niemand in deinem Umfeld, der ein RLC Messgerät hat und das 
fragliche Bauelement mal ausmessen kann? Wenn du es aus der Hand geben 
möchtest, kannst du es mir schicken. RLC kann ich messen. Wenn ich das 
Bauteil im Fundus habe, bekommst du auch ein neues.

Peter

von Markus K. (markus777)


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Ich habe zweifel das das fehlende Bauteil die Fehlerursache ist und das 
Steuergerät auch selbst nach dem einlöten eines neuen, gleichwertigen 
Bauteils wieder funktioniert.

Das Bauteil sieht auch für mich nach einem Kondensator aus. 
Kondensatoren in der Größe dienen meist zum filtern hochfrequenter 
Störungen auf digitalen Signalen oder Versorgungsspannungen. Die 
Tatsache das ein Anschluss auf einer recht großen Kupferfläche 
angeschlossen ist welche am äußeren Rand der Leiterplatte geführt wird 
legt den Schluss nahe das es sich um die Masse handelt was die 
Filtertheorie stützen würde.

Da nun solche Störungen nur im Extremfall zu Funktionsstörungen führen 
glaube ich das das Steuergerät noch mindestens einen weiteren Fehler 
aufweist. Ich würde es also nach der Reparatur dieses spekulativen 
Kondensators nicht gleich wieder sicher ins Gehäuse verpacken.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Peter schrieb:
> Ist niemand in deinem Umfeld, der ein RLC Messgerät hat und das
> fragliche Bauelement mal ausmessen kann? Wenn du es aus der Hand geben
> möchtest, kannst du es mir schicken. RLC kann ich messen. Wenn ich das
> Bauteil im Fundus habe, bekommst du auch ein neues.
Mal angenommen, das Bauteil wäre defekt, was würdest du dann schicken?
Wenn es aber nicht defekt ist, was spricht dann gegen einen 
Wiedereinbau?

Fazit: einbauen (lassen, wenn man sowas selber noch nie an einem 800€ 
Gerät gemacht hat und kein passendes Werkzeug hat) und testen.
Wenns dann geht noch einmal über die Lötstellen schauen und evtl. 
nachlöten.
Wenn dann nicht geht, ist der Fehler woanders. Auch dann mal deutlich 
und genau über die Platine schauen...

: Bearbeitet durch Moderator
von DAVID B. (bastler-david)


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Ich würde den Fehler auch eher bei den Transistoren suchen die müssen 
mehr aus halten.

von Peter (Gast)


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@lkmiller: Stimmt, da bin ich zu kurz gesprungen.

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