Hi,
ich habe eine Frage zum Miller-Effekt, speziell zum Miller-Plateu, also
zur Cdg.
In dem Bild, was ich angehangen habe, sieht man die parasitören
Kapazitäten eines MOSFETs.
Auf Wiki, werden die Zeiten zum Anschalten eines MOSFETs ganz gut
beschrieben
(https://de.wikipedia.org/wiki/Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor#Schaltbetrieb).
Nachdem die Gate-Source Kapazität auf die Tresholdspannung geladen wird,
beginnt der MOSFET zu leiten.
Nun steht auf Wikipedia nur "Miller-Kapazität entladen" und weiter im
Text steht "Dabei muss der Treiber auch den Entladestrom für die
Drain-Gate-Kapazität abführen" und diesen Satz versteh ich nicht.
Mir ist klar, dass die Elektrode der Cdg, welche am Drain hängt, auf
einer Spannung liegt. Die Elektrode, die mit dem Gate verbunden ist, ist
dabei die negativere Elektrode. Wenn jetzt die Miller-Kapazität
umgeladen wird, entsteht ein Verschiebungsstrom quasi vom Gate zum Drain
durch die Kapazität, aber wieso wird der Strom über den Treiber
abgeführt? Ich dachte der Strom geht über Source zur Masse der
Schaltung?
Also was passiert mit den Elektronen, die zu Beginn auf der
Drain-Elektrode saßen?
Miller schrieb:> aber wieso wird der Strom über den Treiber> abgeführt? Ich dachte der Strom geht über Source zur Masse der> Schaltung
Wie könnte er wenn der Transistor noch gesperrt ist?
Nein, Du musst den Kondensator Cgs "laden" und gleichzeitig den Cgd
"entladen" - bevor der Transistor durchsteuern kann.
Miller schrieb:> Also was passiert mit den Elektronen, die zu Beginn auf der> Drain-Elektrode saßen?
Gar nix. Aber das Potential am Gate ändert sich.
Miller schrieb:> aber wieso wird der Strom über den Treiber abgeführt? Ich dachte der> Strom geht über Source zur Masse der Schaltung
Zeichne mal eine geschlossene Masche ein. Dann geht der folgendermaßen:
(während miller) ins gate - über cgd zum drain - dann als Teil des
Kanalstroms von drain nach source (und den Rs)- hier ist jetzt deine
Masse im Spiel - und dann über den blockkondensator des Treibers (pos.
Treiber Spannung) - gatewiderstand - gate.
Damit ist die masche geschlossen
Hans schrieb:> Zeichne mal eine geschlossene Masche ein. Dann geht der folgendermaßen:> (während miller) ins gate - über cgd zum drain - dann als Teil des> Kanalstroms von drain nach source (und den Rs)- hier ist jetzt deine> Masse im Spiel - und dann über den blockkondensator des Treibers (pos.> Treiber Spannung) - gatewiderstand - gate.>> Damit ist die masche geschlossen
Verständlich, aber nicht ganz einleuchtend.
Miller schrieb im Beitrag #5463869:
> Dein Name ist Programm.
Ich frage mich die ganze Zeit: Meint der jetzt mich?
Wenn ja, warum habe ich diesen Anwurf bekommen?
Für meinen sachlichen Hinweis, daß auf der "Drain-Elektrode" keine
Elektronen sitzen?
Nur für den Fall, daß es sich so verhalten könnte, probiere ich es mal
anders:
Miller schrieb:> Also was passiert mit den Elektronen, die zu Beginn auf der> Drain-Elektrode saßen?
Wenn Du nicht Schule/Vorlesung geschwänzt hättest, wüsstest Du, daß
Elektronen negative Ladung haben und nicht da sein können, wo Plus ist.
der schreckliche Sven schrieb:> Miller schrieb:>> Dein Name ist Programm.>> Ich frage mich die ganze Zeit: Meint der jetzt mich?> Wenn ja, warum habe ich diesen Anwurf bekommen?
Ich gehe stark von einem Troll aus, der den Namen übernommen hat, um
sich aufzuspielen. Einfach nicht beachten.
Hallo,
Auf dem Miller-Plateau ändert sich die Spannung zwischen Gate und Source
kaum. Die Spannung zwischen Drain und Source ändert sich allerdings
stark, und somit auch die Spannung zwischen Drain und Gate. Dadurch muss
der Kondensator C_gd umgeladen werden, es fließt ein Verschiebestrom. Da
sich U_gs kaum ändert, kann durch C_gs kaum Strom fließen. Somit bleiben
als Strompfad für den Verschiebestrom nur R_g (meist hochohmig) oder der
Treiber.
Der Laststrom, der vorher bereits zu fließen begonnen hat, fließt
natürlich durch Drain und Source.
Viele Grüße
Nikolas
Dussel schrieb:> Ich gehe stark von einem Troll aus,
Nix Troll.
Es geht darum:
Miller schrieb:> "Dabei muss der Treiber auch den Entladestrom für die> Drain-Gate-Kapazität abführen" und diesen Satz versteh ich nicht.
Wenn man die physikalische Stromrichtung betrachtet, ist "Entladestrom
abführen" einleuchtend.
Mal ganz einfach ausgedrückt:
C_GS Gate Source ist ungefähr 10...20 mal größer als C_GD Gate Drain.
Wenn aber am Gate ein Hub von 3V notwendig ist zwischen gesperrt und
geöffnet, am Drain sich dabei der Hub um 30V ändert, dann wird bei einem
Verhältnis von C_GS zu C_GS von 10:1 für die Umladung (Laden oder
Entladen) die doppelte Ladungsmenge benötigt.
Damit müßte nun auch der Einfluß dieser Größe bei Schaltungen klar sein.
Nikolas schrieb:> Da> sich U_gs kaum ändert, kann durch C_gs kaum Strom fließen. Somit bleiben> als Strompfad für den Verschiebestrom nur R_g (meist hochohmig) oder der> Treiber.
Nein, der Verschiebestrom fließt (bei offenem gate) vollständig über Cgs
ab.
Und da Cgs sehr viel größer ist als Cdg ändert sich Vgs hierbei nur
geringfügig (Miller-Plateau).