Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Chirurgen-Brille zum Löten geeignet?


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von dsz (Gast)


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Kann man mit den 3x-Lupenbrillen aus China, die aussehen wie das, was 
Chirurgen (zumindest bei Dr. House & Co) benutzen, gut SMD löten? Z.B. 
diese: 
Ebay-Artikel Nr. 232345428684. 
Angenehmer Arbeitsabstand, gute Sicht und über Stunden bequem?

Bisher nehme ich eine der allgegenwärtigen Plastik-Kopflupen in Form 
einer Schirmmmütze mit austauschbaren Plastiklinsen: 
Ebay-Artikel Nr. 362324166358. 
Immer die 3,5x-Linse. Prinzipiell geht das damit auch - ausser dass man 
mit der Nase praktisch an das Bauteil muss (kurzer Fokus-Abstand) und 
dass bei minimal fehlerhafter Ausrichtung die Stereosicht zusammenbricht 
(Pupilleanabstand nicht einstellbar?) und dass der generelle Aufbau 
nervt (lockert sich von selbst, zerbrechliche Laschen an Linsen usw).

Im normalen Leben nehme ich eine Lesebrille (2.00) - falls das einen 
Unterschied macht.

von Bürovorsteher (Gast)


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Falscher Ansatz.
Behalte die Brille auf der Nase und benutze eine Lupenleuchte.
Das funktioniert auch später, wenn das Scheißalter weiter zuschlägt, mit 
einer Bildschirmarbeitsplatzbrille gut. Du kannst auf Bildschirm, Tisch 
und Leiterplatte gleichermaßer gut blicken, ohne ständig irgendwelche 
Sehhilfen zu wechseln.
Für schwierige Fälle klemmst du dir eine Monokellupe (3-fach, 5-fach) 
ins Auge. Hier musst du allerdings aufpassen, dass du den Lötkolben 
nicht im Gesicht hast.

von Bernd K. (prof7bit)


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Hab hier eine solche chinesische Chirurgenbrille für 60€ hier (nicht das 
abgebildete Modell). Sichtfeld ist extrem klein. Arbeitsabstand ist viel 
zu weit! Man bekommt Genickstarre, so weit kann ich den Sessel gar nicht 
hochstellen wie ich es für dieses Ding bräuchte. Trotz leichter 
Lesebrille darunter. Liegt ungenutzt in der Ecke.

Ich empfehle Eschenbach MaxDetail (gleiches Prinzip aber justierbar). 
Gibts auch als Brillenclip. Der Clip ist hochklappbar, sehr leicht, 
bequem zu tragen. Arbeitsabstand perfekt, Sichtfeld doppelt so groß!

von A. K. (Gast)


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Warum glaubst du kostet das selbe von Zeiss ca. 2000€...bei Optik ist 
das immer so ne Sache...
Da würde ich noch eher ne Lupenlampe nehmen
LG

von Matthias L. (limbachnet)


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Ich hab' auch so eine chinesische Zahnarzt-Brille (auch nicht genau die 
im Ursprungspost gezeigte).

Arbeitsabstand liegt bei 40cm, das ist ein bisschen zu viel, geht aber - 
besser als viel zu wenig Abstand wie bei einer normalen Lupe.

Sicht - also, die Vergrößerung ist schon gut. Entspricht bei mir im 
Vergleich einer "normalen" Brille mit etwas mehr als 10 Dioptrien, aber 
mit so einer 10 Dioptrien-Brille müsste ich fast mit der Nase in die 
Platine kriechen. Das Sichtfeld ist aber sehr klein - etwas größer als 
ein Daumennagel.

Über Stunden bequem - Nein. Einfach Nein.

Die Eschenbach-Brille ist ganz sicher deutlich bequemer, vergrößert aber 
weniger stark. Irgendwas ist ja immer...

: Bearbeitet durch User
von dsz (Gast)


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> Die Eschenbach-Brille ist ganz sicher deutlich bequemer, vergrößert aber 
weniger stark

Für die MaxDetail von Eschenbach ist 2x angegeben - kommt mir sehr wenig 
vor. Selbst die 3,5er-Linse meiner jetzigen Kopflupe, wenn man solche 
Zahlen vergleichen kann (?), reicht bei mir nur für 90% der Situationen. 
Manche Lötstellen, z.B. an SC-70, kann ich nur mit 10x-USB-Mikroskop 
richtig beurteilen (z.Zt. ein 
Ebay-Artikel Nr. 283007054163). 
3x bis 4x kommt mir am sinnvollsten vor.

Eine Lupenleuchte würde voraussetzen, dass von Bestücken bis Löten alles 
an einem Platz erledigt würde - nicht zutreffend. Die sind raus.

Die Plastik-Kopflupe aus dem ersten Beitrag liefert ein 5-6cm breites 
Sichtfeld aus 10cm Abstand. Ich hätte gerne deren Sichtfeld - aber aus 
"normalem" Abstand (ca. 30cm, wie Auge-zu-Tastatur). Deshalb dachte ich, 
dass die "Arztbrillen" passen könnten.

von Percy N. (vox_bovi)


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dsz schrieb:

> Eine Lupenleuchte würde voraussetzen, dass von Bestücken bis Löten alles
> an einem Platz erledigt würde - nicht zutreffend. Die sind raus.
>

Einspruch!
Die Geräte sind derartig preisgünstig, dass man sich auch mehrere 
hinstellen kann, sofern der Platz reicht, was bei Dir der Fall zu sein 
scheint.

von Olaf (Gast)


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> Für die MaxDetail von Eschenbach ist 2x angegeben - kommt mir sehr wenig
> vor.

Das ist auch so. Die MaxDetail ist nicht schlecht, allerdings ist sie 
eher fuer Opas gedacht die das was sie frueher ganz ohne Brille konnten 
nun im alter mit Brille koennen. Fuer ernsthaft SMD vergroessert sie 
nicht stark genug. Oh...und einen Nachteil hat die MaxDetail auch noch. 
Man kann den Augenabstand nicht verstellen und sie ist eher fuer schmale 
Eierkoepfe gedacht.

Olaf

von dsz (Gast)


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> Arbeitsabstand liegt bei 40cm, das ist ein bisschen zu viel, geht aber

Weiss jemand, ob sich das bei Modellen zum Anklemmen an der Brille nach 
kürzer oder länger verschiebt oder gleich bleibt, wenn man es zusammen 
mit einer +2.00-Lesebrille benutzt (wenn es länger wird: könnte man dann 
die Lesebrille weglassen oder sogar eine Brille mit umgekehrtem 
Vorzeichen nehmen, die normalerweise nicht passt, und es trotzdem scharf 
bekommen, aber in kleinerem Abstand)?

> Sichtfeld ist aber sehr klein - etwas größer als ein Daumennagel

Aus der Erinnerung oder gemessen? Kommt mir seltsam vor, weil meine 
3,5x-Kopflupen-Linse das 10-20-fache davon abbildet (ausreichend).

von Matthias L. (limbachnet)


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Wie das mit diesen Galileo-Optiken mit einer normalen Lesebrille 
zusammenspielt, das weiß ich nicht. Ich bekomme meine Chinabrille schon 
rein mechanisch nicht zusammen mit einer zweiten auf di Nase.

Das Blickfeld hatte ich aus der Erinnerung geschätzt, nicht gemessen. Es 
ist ziemlich klein. Eine Kopflupe hat sicher ein größeres Blickfeld, 
dafür aber einen wesentlich kleineren Arbeitsabstand.

von dsz (Gast)


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A propos MaxDetail von Eschenbach: Die Chinesen haben das Design 
anscheinend mit 4x-Vergrösserung und 36cm Fokusabstand nachgebaut 
(obwpohl ein Bild in der Artikelbeschreibnung 3m und ein TV zeigt?):

Ebay-Artikel Nr. 183248298230

von Matthias L. (limbachnet)


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So, ich hab' die chinesische Eschenbach-"Weiterentwicklung" mal 
bestellt. 4-fache Vergrößerung bei 36cm Arbeitsabstand klingt mir schon 
ziemlich charmant - wenn's das von Eschenbach direkt gäbe, hätte ich's 
auch gerne dort bestellt...

4-fach entspricht etwa 12 Dioptrien einer normalen Lupe, meine bisherige 
China-Brille hatte ich auf 10 Dioptrien geschätzt. Mal sehen, ich werde 
berichten.

Kann aber etwas dauern. Bei eBay ist zwar "Artikelstandort Hamburg, HB, 
Deutschland" angegeben (was soll dabei HB sein? Hamburg eher nicht...), 
die PayPal-Zahlung geht aber nach Singapur an einen höchst chinesisch 
klingenden Herrn, die Ware kommt per Auslandspäckchen (wenn ich das 
richtig verstanden habe). Ein wenig dubios wirkt die Chose schon...

von dsz (Gast)


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> Die Ware kommt per Auslandspäckchen

Habe aus Neugier auch bestellt. Nach dem Versandhinweis ist im DHL-Konto 
ein Paket mit dem Absender "Worldtech Logistics GmbH Frankfurt" 
aufgetaucht (wenn man bei DHL angemeldet ist, tauchen Pakete an die 
eigene Anschrift dort automatisch auf). Hört sich nach einem 
Logistik-Unternehmen an, das für Chinesen ein Paket mit Waren mehrerer 
Kunden annimmt und in Deutschland aufgeteilt weiter versendet. Nix Lager 
Deutschland. Zwischen China und Deutschland nahmen die, mit denen ich 
zuletzt zu tun hatte (WH:4PX Express GmbH), die lahme Post Singapore mit 
wochenlanger Lieferzeit (der Verkäufer gab eine RF...SG-Tracking-Nummer 
heraus).

Off-Topic-Frage für Zoll- und Finanzbeamte: Muss man bei so was (Kauf in 
China, Absender in EU, kein Zoll-Aufkleber auf Ware) eigentlich noch 
wegen EUSt zum Zoll, wenn der Wert über dem Freibetrag liegt - oder ist 
das per Defintion eine innergemeinschaftliche Lieferung, bei der man 
voraussetzen darf, dass sich der deutsche Absender um Zoll/EUSt 
gekümmert hat? Und wie dokumentiert man das in seinen Papieren, wenn 
weder die Chinesen noch der deutsche Absender Papiere beilegen und man 
nur einen Paypal-Beleg mit chinesischer Adresse hat?

von Olaf (Gast)


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> Off-Topic-Frage für Zoll- und Finanzbeamte: Muss man bei so was (Kauf in

Solltest du die Frage nicht noch dahingehend erweitern wieviel du fuer 
die Vernichtung bezahlen musst und was da noch an Strafe drauf kommt 
weil es sich hierbei doch sehr offensichtlich um ein Plagiat handelt?

Olaf

von Walter S. (avatar)


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Olaf schrieb:
> Solltest du die Frage nicht noch dahingehend erweitern wieviel du fuer
> die Vernichtung bezahlen musst und was da noch an Strafe drauf kommt
> weil es sich hierbei doch sehr offensichtlich um ein Plagiat handelt?

als Privatmensch kostet dich das gar nichts, gewerblich auch keine 
"Strafe", sondern Anwaltskosten etc.

und zudem:

"Auch Nachahmerprodukte sind keine Plagiate. Die „Me-too-Produkte“ 
gelangen meist kurz nach einer Innovation auf den Markt. Sie sind dem 
Originalprodukt in vielerlei Hinsicht ähnlich. Das Gesetz sieht hier 
jedoch kein Plagiat."

von Matthias L. (limbachnet)


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Olaf schrieb:
> sich hierbei doch sehr offensichtlich um ein Plagiat handelt?

Matthias L. schrieb:
> 4-fache Vergrößerung bei 36cm Arbeitsabstand klingt mir schon
> ziemlich charmant - wenn's das von Eschenbach direkt gäbe, hätte ich's
> auch gerne dort bestellt...

Das Design ist ziemlich offensichtlich geklaut, klar - aber eine 
4-fach-Brille gibt's schlicht gar nicht vom Hersteller des Vorbilds.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Interessant fände ich z.B. auch die Eschenbach ridoMED, bei denen sich 
laut Anleitung auch noch augenseitige Korrekturlinsen einkleben lassen, 
um z.B. einen Astigmatismus oder eine Fehlsichtigkeit von mehr als +/5 
dp zu korrigieren.

https://www.eschenbach-sehhilfen.com/de-DE/278/produktuebersicht/detail/61/ridoMED

Hat hier jemand Erfahrungen mit diesem Modell?

von dsz (Gast)


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> weil es sich hierbei doch sehr offensichtlich um ein Plagiat handelt? [...] Das 
Design ist ziemlich offensichtlich geklaut

So offensichtlich finde ich das als Verbraucher nicht - es könnte auch 
ein chinesischer Hersteller der Produzent aller dieser Brillen sein - 
und die deutsche Marke verkauft, minimal modifizierte gelabelte Brillen. 
So ein Vertriebsmodell kommt oft vor. Z.B. sind die 
Graef-Espressomaschinen (Graef = deutscher Qualitätshersteller, vor 
allem von Schneidmaschinen?) Maschinen aus China. In anderen Teilen der 
Welt haben sie andere Namen, z.B. Sunbeam. Dito AEG uvam. (manche 
AEG-Haushalts-Maschine taucht in England unter dem Label Morphy Richards 
auf und in China hat sie nur eine Nummer).

von dsz (Gast)


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Sehe gerade, dass auf der Eschenbach "MADE IN GERMANY" steht.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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dsz schrieb:
> Sehe gerade, dass auf der Eschenbach "MADE IN GERMANY" steht.

Dann werden die auf der Oberseite sichtbaren Schrauben in einem letzten 
Arbeitsvorgang in Deutschland hineingeschraubt. :-)

von Safari (Gast)


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Bürovorsteher schrieb:
> Für schwierige Fälle klemmst du dir eine Monokellupe (3-fach, 5-fach)
> ins Auge. Hier musst du allerdings aufpassen, dass du den Lötkolben
> nicht im Gesicht hast.

Ich bekam ne hässliche Narbe am Kinn, als ich noch näher ran ging um mir 
die letzte Lötstelle anzusehen...

von juergen (Gast)


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Für einfache Lötaufgaben brauche ich jetzt leider auch eine starke 
Brille.

Aber ich hab Glück gehabt!

Vor einiger Zeit konnte ich auf dem Flohmarkt eine Opa-Brille für ganz 
wenig Geld erwerben. Marke Dunhill. Stabiles Gestell in hochwertiger 
Kunststoffausführung. Ich glaube Optyl ist die Bezeichnung für das 
Material? In der Brille sind große Gläser drin, mit starker 
Vergrößerung.

Ich hatte schon vorher andere Sachen ausprobiert, was mir alles nicht 
zugesagt hat. Diese Brille aber war ein Glücksfall. Der Augenabstand zum 
Objekt beträgt etwa 10cm. Das finde ich optimal! Die Augen sind gut 
geschützt durch die großen Gläser. Das Gestell ist massiv ausgeführt,
da die Gläser einiges an Gewicht mitbringen. Die Bügel sind federnd 
angebracht.

Meine normale Brille trage ich ständig mit einem Band um den Hals.
Wenn Puzzlearbeiten anstehen, hängt sie vor der Brust und die starke 
Brille wird aufgesetzt. Die Sache mit den Band für die Normalbrille ist 
insofern wichtig, weil man sonst immer auf der Suche nach der jeweils 
nun nötigen Brille ist, die irgendwo zwischen den Werkzeugen auf dem 
Tisch liegen müßte!!! Die Sucherei entfällt dann weitestgehend.

von Nils P. (ert)


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Also ich löte immer mit meinem Lötkolben und nicht mit meiner Brille :-)

Sry, ich konnte nicht widerstehen...

Löt-Kontrolle mach ich immer (wenn es ein kleiner Pitch ist <0,1mm) mit 
einem billigen China USB Mikroskop...

von Bernd K. (prof7bit)


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Matthias L. schrieb:
> So, ich hab' die chinesische Eschenbach-"Weiterentwicklung" mal
> bestellt.

Könntest Du bitte die Original-Eschenbach ebenfalls bestellen und dann 
ein ausführliches Review und einen Vergleich anstellen? Das wäre nett.

Denn sonst bringt das ja herzlich wenig. Wenn einer das China-Dingens 
bestellt und sich rausstellt daß es Schrott ist wird sich derjenige dann 
kaum noch das Original bestellen in der Hoffnung daß es besser ist, auch 
wenn es wirklich besser ist.

von Dieter F. (Gast)


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Bürovorsteher schrieb:
> Behalte die Brille auf der Nase und benutze eine Lupenleuchte.

Dem stimme ich (ausnahmsweise :-) ) zu. Für ganz schwierige Fälle habe 
ich ein Stereo-Mikroskop - da muss man sich aber höllisch konzentrieren. 
I d. R. reicht die Lupenleuchte (und eine der Sehstärke angepasste 
Brille ...)

von Matthias L. (limbachnet)


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Bernd K. schrieb:
> Könntest Du bitte die Original-Eschenbach ebenfalls bestellen und dann
> ein ausführliches Review und einen Vergleich anstellen? Das wäre nett.

Mag sein, dass das nett wäre, aber was soll ich mit einer nur 2-fach 
vergrößernden Optik? Das entspricht gerade mal 4 Dioptrien, das geht 
auch noch mit einer normalen Brille, ohne beim Löten Brandblasen an der 
Nase zu bekommen. So direkt zum Fenster herauswerfen möchte ich mein 
Geld nun auch nicht. Daher: Sorry, aber nein, mache ich nicht.

von Löti (Gast)


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Hallo zusammen!

Zum Löten verwende ich ein altes Stereo-Mikroskop von Carl-Zeiss Jena.
Den Typ kann ich grad nicht beisteuern - liefer ich bei Interesse aber 
noch nach.

Vorteile:
  - Stereo (ich komme so räumlich besser klar)
  - kein Zukneifen eines Auges
  - Augenabstand und Augenunterschied einstellbar
  - 2 Vergrößerungen wählbar (hat einen Schlitten unten dran)
  - Augenmuscheln (nennt sich das so?) -> "rastes" an den Augenhöhlen 
ein
  - robustes Design - seit ca. 10 Jahren keine Reparaturen notwendig

Nachteile:
  - die Standsäule ist (geschätzt) nur 8cm vom Fokus entfernt
    -> kann also nur bis zu 8cm vom Rand auf die Leiterplatte schauen
  - wenn Fehler auf Leiterplatte gefunden, wie dokumentieren (Foto, 
Video)?
  - wenn Fehler gefunden konnte nur ich den sehen, Kollege muss selber 
schauen (neu Augenabstand etc.)
  - schräg unter IC oder zwischen SMD-Pins schauen geht nur bei kleinen 
Leiterplatten
    (räumliche Begrenzung durch Standsäule und max. Verfahrweg der Optik


Wegen dieser Nachteile habe ich dann mehrere USB-Webcams mit 
verstellbarem Fokus probiert -> grauslichst!
Der zeitliche Versatz (~0,5s ?) bei der Übertragung ging mir echt auf 
die Nerven - Lötkolben nach links, ups zu weit, zurück, ups...
Irgendwie war das Feedback zu träge.


Aaaaaber!
Gute Ergebnisse habe ich jedoch mit einem Raspi mit passender RasPi-Cam 
mit verstellbarem Fokus gemacht (also nicht per USB, sondern mit dem 
breiten Folien-Kabel). Der RasPi+Kamera hängt überm Arbeitsplatz und ist 
direkt am Monitor angeschlossen und ein zeitlicher Versatz beim Feedback 
ist mir noch nicht aufgefallen. Die Auflösung der Kamera ist mit 5 bzw. 
8M-Pixel (je nach Typ) mehr als ausreichend. Endlich kann ich so auch 
fix (!) bei Fehlern den Rat von Anderen holen, oder eben Fotos oder gar 
Videos aufnehmen. Per Linux-Befehl ist auch horizontales und/oder 
vertikales Spiegeln möglich -> Anpassung an Handbewegung.

Ein Gehäuse hat der RasPi nebst Kamera aber noch nicht bekommen -> ToDo.
Weitere Features wären das Video-Bild per LAN von einem anderen PC aus 
zu sehen, so braucht man nicht erst zu mir zu kommen, das Bild kommt zu 
ihm. :-)
Knöpfe direkt am Raspi für das Aufnehmen von Foto bzw. Video wären auch 
möglich - so spart man sich die 2. Tastatur/Maus auf dem Tisch.

Und ja - Löten kann man damit auch!
Ist für mich zwar ne kleine Umstellung (weil stereo gewohnt), aber es 
ist erheblich angenehmer als mit irgendwelchen USB-Webcam-Krücken.


Gruss - Löti

von Bernd K. (prof7bit)


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Matthias L. schrieb:
> Mag sein, dass das nett wäre, aber was soll ich mit einer nur 2-fach
> vergrößernden Optik?

Du weißt doch gar nicht ob die Chinabrille stärker vergrößert oder 
besser ist als die Eschenbach. Vielleicht ist sie sogar schlechter. Du 
weißt doch wie die Chinesen lügen können ohne rot zu werden. Ob das so 
ist oder ob eigentlich die Eschenbach genau das gewesen wäre was Du 
suchst wirst Du jetzt wahrscheinlich nie erfahren.

von Matthias L. (limbachnet)


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Ich werde die Vergrößerung des China-Produkts mit der von diversen 
übereinandergesetzten Lesebrillen vergleichen - so habe ich das mit der 
China-Zahnarztbrille auch gemacht und damit die ca. 10 
Dioptrien-Entsprechung von deren Optik abschätzen können.

Das Ergebnis werde ich hier umgehend posten, sobald das Teil 
eingetroffen ist.

Eschenbach halte ich für vertrauenswürdig - wenn die schreiben, dass 
ihre MaxDetail nur 2-fach vergrößert, dann glaube ich denen das. Und 
dass ich eine 2-fach-Brille nicht brauchen kann, das weiß ich jetzt 
schon.

Wenn das China-Teil wirklich nur ein direkter Abklatsch ist und auch nur 
2-fach vergrößert, dann kann ich die Chinabrille genauso wenig 
gebrauchen wie ds Original - aber diese Erfahrung hat dann nur 13,- EUR 
gekostet und nicht 60,-.

von dsz (Gast)


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Die China-Brille a la Eschenbach ist angekommen. Optische Qualität ist 
schwach, deutlich schlechter, als bei meinen anderen Lupenbrillen. Etwas 
dunkler, unschärfer, keine gleichmäßige Schärfeverteilung, verzerrt mehr 
(wenn man die Augen wandern lässt, verbiegt sich die Darstellung) und 
deutliche chromatische Aberration zum Rand hin (schwarze Buchstaben auf 
dem Monitor erhalten farbige Ränder). Lichter in der Umgebung (Fenster) 
erzeugen Reflexionen. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass alles außerhalb 
des Sichtfelds durch Milchglas verborgen ist - kein Vorbeisehen. Wenn 
man etwas mehr Abstand als bei A haben will, würde ich B empfehlen. 
Trägt sich auch gut. Die Vergrößerung ist damit allerdings etwas 
geringer. IMHO noch OK zum Bestücken.

von dsz (Gast)


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> habe ich dann mehrere USB-Webcams mit verstellbarem Fokus probiert -> 
grauslichst! Der zeitliche Versatz (~0,5s ?) bei der Übertragung ging mir echt auf 
die Nerven - Lötkolben nach links

Der zeitliche Versatz hängt auch von Treiber/Software ab. Wenn ich meine 
so benutzen würde, wie sie von Windows erkannt wird (als Viewer z.B. 
VLC), gibt es bei HD-Auflösung viel Lag. Mit dem Programm Smart 
Camera2.2.1.exe ist es dagegen flüssig (ich kann mir dennoch nicht 
vestellen, wie man damit löten kann; dient bei mir nur der 
End-Inspektion suspekter Lötstellen, die mit Kopflupe noch OK aussahen). 
Das wichigtse bei USB-Kameras ist, die echte Auflösung herauzufinden. HD 
können sie angeblich alle, aber viele haben nur einen VGA-Chip und 
skalieren wild. Ich finde das oben verlinkte Modell gut 
(https://www.amazon.de/Depstech-Inspektionskamera-200-facher-Vergr%C3%B6%C3%9Ferung-Smartphone/dp/B01K9HOSR4), 
ist OEM, gibt es untern mehreren Namen. Solide (Metall), schlicht, 
Kamera-Chip mit HD Ready-Auflösung und flexibles, dünnes Kabel mit 
genialem Stecker (gleichzeitig USB und Mikro-USB). Läuft fast überall, 
auch Win 10 (habe ich nicht), Android. Ein Nachteil ist die starke 
Hitzeenticklung - durch das Metallgehäuse kommt die schnell an der Hand 
an.

von Bürovorsteher (Gast)


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> Eine Lupenleuchte würde voraussetzen, dass von Bestücken bis Löten alles
> an einem Platz erledigt würde - nicht zutreffend. Die sind raus

Kaufe dir zwei Lupenleuchten.
Gehe zum Augenarzt und lasse die eine Bildschirmbrille derart 
verschreiben, dass der Nahbereich bei 25-30 cm liegt und nicht wie bei 
üblicherweise 30-35 cm. Wenn du selbständig bist, kannst du die Brille 
sogar als Arbeitsschutzmittel voll unter Betriebskosten abdrücken. 
Ansonsten zahlt der AG manchmal einen Zuschuss. Mit deinen ca. 55 Jahren 
bist du sowieso bald für diese Maßnahme fällig.
Eine gute Bildschirmbrille (nein, nicht die von RobinLook zu 100 EUR) 
zeigt keinerlei optisches Fehlverhalten der beschriebenen Art.

Warum wird von allen möglichen Lösungen garantiert immer die 
schlechteste gewählt?
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich...

von Bernd K. (prof7bit)


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dsz schrieb:
> Die China-Brille a la Eschenbach ist angekommen. Optische Qualität ist
> schwach, deutlich schlechter, als bei meinen anderen Lupenbrillen.

Es gibt das Eschenbach-Teleskop auch als Brillenclip. Optische Qualität 
top, europäischer Augenabstand leider fix eingestellt, geht bei mir grad 
so. Sehr leicht zu tragen, lässt sich auch hochklappen mit einer 
beiläufigen Bewegung des Zeigefingers, Höhe justierbar, optimaler 
Arbeitsabstand, Vergrößerung ausreichend für die meisten Arbeiten.

: Bearbeitet durch User
von Matthias L. (limbachnet)


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So, mein chinesischer Eschenbach-Weiterbau ist heute auch angekommen.

Das ist tatsächlich kein 1:1-Nachbau, denn die Vergrößerung ist wirklich 
stärker als 2-fach (4 Dioptrien). Allerdings auch nicht 4-fach wie 
beworben, sondern eher minimal mehr als 3-fach, ca. 8,5 Dioptrien.

Bei dieser Vergrößerung ist der Sehabstand ca. 30 cm, also weniger als 
beworben, aber deutlich mehr als bei einer normalen Lupe. Passt 
einigermaßen zur ohnehin etwas gebeugten Haltung beim Löten, dürfte aber 
gerne etwas mehr sein. Man kann die Vergrößerung etwas herunterstellen, 
dann wird auch der Sehabstand größer, aber das nützt mir nix - wenn 
schon, dan möchte ich auch ordentlich Vergrößerung haben.

Das Sehfeld ist ca. 4,5cm groß.

Meine bisherige China-Zahnarztbrille hat ein nur ca. 2,5cm großes 
Sehfeld, einen Sehabstand von 42cm (ist mir etwas zu viel) und 
vergrößert 3,5-fach (ca. 10 Dioptrien).

Die Kritik von dsz an der optischen Qualität ist IMHO berechtigt. Dunkel 
ist da zwar nix, aber die Verzerrung, chromatische Aberration, 
Reflexionen und die Unmöglichkeit, an der Seite vorbei zu sehen, das 
kann ich alles bestätigen.

Dafür sitzt das Teil recht bequem auf der Nase uns ist auch 
vergleichsweise leicht. Man kann's also unkompliziert abnehmen und 
wieder aufsetzen, das ist bei der schwereren Zahnarztbrille lästiger. 
bei der Zahnarztbrille ist das Sehfeld deutlich kleiner, dafür kann man 
problemlos seitlich daran vorbeispähen.

Also, wenn Eschenbach so ein Teil mit 3- bis 3,5-facher Vergrößerung und 
ordentlicher optischer Qualität herausbringen würde, ja, dafür würde ich 
dann auch gerne mehr Geld ausgeben...

von Stephan (Gast)


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Technival und Citoval sind die Suchbegriffe. Die sind rar geworden aber 
immer noch zu finden. Ich habe eins und will nichts anderes. Kann ich 
dringend empfehlen.
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-725-1%20%20TECHNIVAL%202%20%20CITOVAL%202.pdf

von Stephan (Gast)


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Aktuelle Aktion:

Ebay-Artikel Nr. 312181402692

von spess53 (Gast)


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Hi

Hier wurde explizit nach einer Brille gesucht. Ich möchte dich mal 
sehen, wenn du deinen Vorschlag auf der Nase hast.

MfG Spess

von dsz (Gast)


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> Meine bisherige China-Zahnarztbrille hat ein nur ca. 2,5cm großes Sehfeld, einen 
Sehabstand von 42cm (ist mir etwas zu viel) und vergrößert 3,5-fach (ca. 10 
Dioptrien).

420mm haben wohl die meisten "dental loupes" auf ebay, aber ich habe 
auch schon welche für 280-380mm gesehen, z.B. eBay-Artikelnummer 
322561038676. Auf dem Steg der Brillen steht meistens eine Angabe wie 
3.5X-420 oder 3.5X-R. Die erste Angabe sollte klar sein, 420mm, zur 
zweiten habe ich auf 
http://www.ymarda.com/product/ch-series-loupes-3-5x/ diese Tabelle 
gefunden:
1
Typ     Arbeistabstand  Sichtfeld
2
3.5X-S  280-380mm       60mm
3
3.5X-R  360-460mm       65mm
4
3.5X-L  440-540mm       75mm
5
3.5X-XL 500-600mm       80mm

von Zeno (Gast)


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Stephan schrieb:
> Technival und Citoval sind die Suchbegriffe. Die sind rar geworden aber
> immer noch zu finden. Ich habe eins und will nichts anderes. Kann ich
> dringend empfehlen.
> 
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-725-1%20%20TECHNIVAL%202%20%20CITOVAL%202.pdf

Die kommen ja auch vom orginalen Zeiss und sind beste Qualität.

von Zeno (Gast)


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Nimm eine Lupenleuchte (oder wenn's sein muß auch 2) und für die ganz 
kniffligen Sachen ein Stereomikroskop. Beim Stereomikroskop darauf 
achten, das der Arbeitsabstand nicht zu klein ist. Ich selbst benutze 
eines von Bresser (gab's bei Völkner). Das ist für meine Zwecke völlig 
in Ordnung und ist auch nicht zu teuer. Zeiss wäre natürlich besser 
kostet aber entsprechend.

von Bernd K. (prof7bit)


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Zeno schrieb:
> Nimm eine Lupenleuchte (oder wenn's sein muß auch 2)

Da muß man aber nen ganz schön weiten Augenabstand haben.

Das Problem mit den billigen Lupenleuchten zum Beispiel vom Lidl ist daß 
sie zu klein sind um mit beiden Augen durchblicken zu können und zum 
Rand hin haben sie chromatische Aberrationen jenseits von Gut und Böse. 
Eine gute Lupenleuchte muß so beschaffen sein daß man angenehm mit 
beiden Augen durchschauen kann und immer noch ein gestochen scharfes 
Bild hat.

von Relais (Gast)


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Ich löte momentan auch unter einer Lupenleuchte. Die Leuchte hat ca. 50€ 
gekostet und ich bin gar nicht mal so unzufrieden. Ob die jetzt billig 
ist? Keine Ahnung, ich habe ja keinen Vergleich. Hat denn jemand hier 
mal verschiedene Lupenleuchten verglichen?

von Jandex (Gast)


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Ich will demn. zum Optiker gehen, und mir eine Brille nur zum Löten 
anpassen lassen. Das scheint mir die sauberste, wenn auch nicht gerade 
die billigste Lösung zu sein.

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