Hallo,
Ich habe mir bei eBay eine LED gekauft von welcher ich kein Datenblatt
gefunden habe (Epiled 365nm 3W).
Ich habe sie auf einen CPU-Kühlkörper geschnallt. Bei 3W wird die
Oberfläche der Linse 60-63°C warm (Mit Wärmebildkamera gemessen).
Ist die Temperatur ok oder zu hoch? Was für eine Temperatur wäre gut
ohne dass die Lebensdauer zu sehr leidet?
Die meisten POWER-LEDs sind auf ca. 85°C Dauertemperatur ausgelegt.
Wobei das aber die Chiptemperatur ist, nicht die des Kühlkörpers oder
anderer Meßpunkte.
Bänz schrieb:> Ok, aber ich kann die Temperatur nicht einschätzen,> ob das nun niedrig oder hoch ist.
Schlecht zu sagen, ohne Datenblatt.
Aber grundsätzlich ist es nicht "besonders" viel.
Scheinbar hast Du einen funktionierenden Übergang
(Kontaktierung der LED zum KK) hinbekommen. (Obwohl
ich da gerne sicher wäre.)
Wie lange hast Du getestet? Ein CPU-KK ist relativ
groß und schwer - und braucht eine gewisse Zeit, um
ein thermisches Gleichgewicht zu erreichen (also die
Temperatur im Dauerbetrieb).
Der CPU-KK ist aber doch nicht "der Plan", oder?
Was hast Du vor, zu benutzen? Oder sind Dir jene
Größe und Gewicht egal? Auch möglich.
Bänz schrieb:> Ist die Temperatur ok oder zu hoch? Was für eine Temperatur wäre gut> ohne dass die Lebensdauer zu sehr leidet?
Miss mit einem Thermoelement die Temperatur der Lötstellen, dann kannst
Du über den Rth,j-s aus dem Datenblatt auf die Chiptemperatur
hochrechnen. Wenn Du kein Datenblatt zu Deiner LED hast dann nimm eins
von einer anderen mit gleichem Gehäuse.
Die maximal zulässige Chiptemperatur beträgt meist 130 oder 150°C. Wie
so oft gilt die Faustregel "10°C weniger lebt doppelt so lange".
Bänz schrieb:> Ok, ich schätze (bzw. hoffe :) zwischen der Linsenoberfläche und dem> Chip sind es weniger als 20°C Temperaturunterschied.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die LED stirbt früher...
Falk B. schrieb:> @ soul e. (souleye)>>>Die maximal zulässige Chiptemperatur beträgt meist 130 oder 150°C.>> Bei LEDs? Eher nicht.
Doch, m.W. sind die Hersteller längst schon bei 180°C angekommen und
peilen 200°C an, ohne das sich Lichtausbeute und Lebensdauer zu sehr
verschlechtern.
Je weniger man kühlen muß, umso billiger und einfacher kann die
Konstruktion der Leuchte sein.
Bei solchen Temperaturen muß man auch schon auf die Eigenschaften der
Vergußmasse achten, die dadurch und durch die restliche UV-Strahlung
nicht vergilben darf.
@nachtmix (Gast)
>Doch, m.W. sind die Hersteller längst schon bei 180°C angekommen und>peilen 200°C an, ohne das sich Lichtausbeute und Lebensdauer zu sehr>verschlechtern.
Datenblatt?
Bänz schrieb:> Ich habe mir bei eBay eine LED gekauft von welcher ich kein Datenblatt> gefunden habeFalk B. schrieb:> Datenblatt?
Hat er nicht gefunden. Sagte er aber bereits.
@Achim B. (bobdylan)
>Falk B. schrieb:>> Datenblatt?>Hat er nicht gefunden. Sagte er aber bereits.
Das mit dem sinnerfassenden Lesen mußt du noch ein wenig üben. Meine
Frage nach dem Datenblatt ging an nachtmix, welcher behauptet, daß
Power_LEDs heute schon bei 180°C DAUERtemperatur angekommen sind. Das
wage ich zu bezweiflen, lasse mich aber gern durch handfeste Argumente
in Form eines Datenblatts vom Gegenteil überzeugen.
Capice?
Stefanus F. schrieb:>>> Die maximal zulässige Chiptemperatur beträgt meist 130 oder 150°C.>> Bei LEDs? Eher nicht.>> Das stimmt schon, aber eben nur für relativ kurze Zeit.
Üblicherweise darf nach 1000h Betrieb bei maximaler
Sperrschichttemperatur die Helligkeit auf 70% abgesunken sein.
Für ein Fahrzeugleben von 8000h ergibt sich damit, dass man diese Grenze
eben nicht ausreizen darf, sondern dem Arrhenius noch ein wenig Platz
lassen muss.
Viele LED Hersteller (z.b. Cree.com) geben mittlerweile bei neu
entwickelten Produkten nicht mehr nur 125 Grad sondern 150 Grad und
teilweise auch etwas mehr als maximal zulässige Chip-Temperatur an,
allerdings wie lange die LED diese "Tortur" überlebt, darüber macht man
wohlweisslich keine weiteren Angaben. Nenn-Betrieb und Lebensdauer bei
den meisten 85 Grad Chip-Temperatur, bei einigen auch deutlich weniger
wegen besserer Werte. Hier ist wohl in naher Zukunft das grössere
Problem, bei leistungsfähigen LED Emittern die Abwärme durch geeignete
Kühlkonzepte in den Griff zu bekommen, um auch min. 10k Stunden
Lebensdauer oder besser zu erzielen.
nachtmix schrieb:> Doch, m.W. sind die Hersteller längst schon bei 180°C angekommen und> peilen 200°C an, ohne das sich Lichtausbeute und Lebensdauer zu sehr> verschlechtern.
Aha, bis Du mir kein Datenblatt und Lebensdauerberechnung zeigst,
verweise ich das mal ganz entschieden ins Reich der Mythen und Märchen.
LEDs können bei dieser Temperatur betrieben werden, aber nur sehr kurz,
dann sind die hin.
Selbst wenn der Chip das aushalten würde, was er nicht tut weil die
Fehlstellen dramatisch zunehmen, die Phosphormischung einer weissen LED
überlebt das nicht lange.
Mach das mal in einem Dauerprüfstand und messe.
Die Lebensdauer bemisst sich dann in Std. bis Tage.
Erst wird sie blau, dann wird sie dunkel.
Der Lieferant weist die Einhaltung der Spezifikationen in einem
Erstmusterprüfbericht nach. Da sind auch Durchführung und Ergebnis des
HTOL beschrieben. Üblicherweise darf nach 1000 Stunden bei maximal
zulässiger Sperrschicht-Temperatur die Helligkeit um 30% abgesunken
sein.
Betreibst du den CPU Kühler passiv? Die sind dafür suboptimal da sehr
geringer Lamellenabstand.
Mit einen sehr schwachen lüfter betreibe ich eine 30W (!) UV Led auf
einem CPU Kühler (alter AMD boxed) und der Chip bleibt noch mit der Hand
anfassbar. Also kaum 50°C