Forum: Offtopic Kann man aus der gesetzlichen Krankenkasse aussteigen?


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von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Hallo,

heute hätte ich mal eine delikate Frage:

Ist es überhaupt noch möglich, aus der gesetzlichen Krankenversicherung 
heraus zu kommen?

Auf Nachfrage hieß es dort, man könne seit dem neuen Gesetz aus 2009 
nicht mehr ohne Krankenkasse sein, anscheinend werde auch keine 
Kündigung akzeptiert und es käme das Hauptzollamt, wenn man nicht weiter 
bis zum letzten Tag zahle.

Vorausgesetzt sei, Sozialamt und Arge würden keine Bedürftigkeit 
feststellen. Diese beiden würden ja sonst direkt einspringen.

Vielleicht weiß jemand etwas zu dieser Konstellation. Die KK jedenfalls 
hierfür der falsche Ansprechpartner.

Mit freundlichem Gruß

von Cyblord -. (Gast)


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Selbstständig werden oder über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen 
und sich privat versichern, dann bist du aus der GKV raus.
Es besteht Krankversicherungspflicht, also ganz ohne geht es nicht.

von Andy H. (gastrelais)


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Ich kann jederzeit in einer private Krankenversicherung wechseln 
(Bemessungsgrenze). Werde mich aber hüten dies zu tun.

von (prx) A. K. (prx)


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Oberhalb der Versicherungspflichtgrenze kannst du in eine private 
Krankenversicherung wechseln. Ganz ohne geht aber nicht, § 193 VVG.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Raus ist kein Problem, nur zurück ist schwierig. Die Kündigung bei der 
Gesetzlichen kann Deine PKV für Dich übernehmen.

Ganz ohne, also weder Privat noch Gesetzlich, geht natürlich nicht.

von (prx) A. K. (prx)


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Abradolf L. schrieb:
> Selbstständig werden oder über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen

Die Beitragsbemessungsgrenze betrifft ggf die Höhe der Beiträge, muss 
aber nicht mit der Versicherungspflichtgrenze identisch sein.

von Michael M. (Firma: Autotronic) (michael_metzer)


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Werde Hausmann und koche Deiner Frau immer ein leckeres Mittagessen 
(Einkaufen gehen und Spülen gehören dazu), dann kannst Du Dich bei der 
Krankenkasse Deiner Frau mitversichern lassen. Kostet ca. 20 Euro mehr 
im Monat.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Christian S. schrieb:
> Ist es überhaupt noch möglich, aus der gesetzlichen Krankenversicherung
> heraus zu kommen?

Warum sollte man das wollen?

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Warum sollte man das wollen?

..., wegen hoher Fixkosten. Der Mindestbeitragssatz kann Selbständige 
schnell in die Insolvenz treiben, ein Risiko, welches Angestellte nicht 
kennen.
Zusammen mit der Vorsteuer verhindern die Pflichtkrankenkassen und 
Rentenkassen die eigenverantwortliche Rücklagenbildung für 
auftragsschwache Zeiten wirksam.

Trotzdem wollte ich nicht mehr festangestellt arbeiten.

Namaste

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Vor 2 Jahrzehnten orientierte sich in D auch der Beitrag Freiberuflicher 
am realen Einkommen, war also vergleichbar mit der Situation als 
Angestellter. Inwieweit hat sich das seither geändert?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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A. K. schrieb:
> Inwieweit hat sich das seither geändert?

Die Mindestbeiträge sind vergleichsweise hoch, den Selbstständigen
wird – unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Lage –
ein satter Gewinn unterstellt, für den sie Versicherungsbeiträge
entrichten müssen.

Das Problem scheint aber mittlerweile in der Politik angekommen zu
sein.  Könnte also mal Abhilfe geben demnächst in Form realistischerer
Mindestbeiträge.

von (prx) A. K. (prx)


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Jörg W. schrieb:
> Die Mindestbeiträge sind vergleichsweise hoch, den Selbstständigen
> wird – unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Lage –
> ein satter Gewinn unterstellt, für den sie Versicherungsbeiträge
> entrichten müssen.

Wurde vorher zu viel beschissen? ;-)

von Michael B. (laberkopp)


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Christian S. schrieb:
> Ist es überhaupt noch möglich, aus der gesetzlichen Krankenversicherung
> heraus zu kommen?

Natürlich, du kannst in eine private PKV wechseln.

Deine Frage wäre also eher: "Ist es möglich, nicht krankenversichert zu 
sein."

Nein, in Deutschland nach neuer Gesetzeslage nicht mehr. Und das ist gut 
so.

Wie stellst du dir das auch vor: Eret mal nicht einzahlen. und dann wenn 
man krank wird schnell einer Versicherung beitreten ? Das ist nicht der 
Sinn einer Versicherung, erst Beiträge zu bekommen wenn der Schaden 
schon da ist.

Du kannst auch sagen: "Ich werde nie zu einem Arzt oder Krankenhaus 
gehen, ich sterbe lieber." Das überlegen sicb die Leute dann aber 
erfahrungsgemäss immer noch mal. Und dann ? Crowdfunding für die 
Arztrechnungen ? Utopist.

Du könntest auch sagen: "Ich zahle meine Rechnugnen selber." Klares 
Nein, du ahnst nicht, was mache Behandlungen kosten. Nicht ohne Grund 
gehören Ärzte zu den Bestverdienern Deutschlands.

Interessanter ist es wenn du sagst: Ich gehe weg, ins Ausland. Dann 
kommst du natürlich aus der GKV raus. Die meisten lassen die 
Mitgliedschaft aber lieber ruhen, weil sie dann noch die Möglichkeit 
haben, auch wieder zurück zu kommen. Die meisten Auswanderer kommen 
eines Tages zurück.

von Michael B. (laberkopp)


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Jörg W. schrieb:
> Die Mindestbeiträge sind vergleichsweise hoch, den Selbstständigen
> wird – unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Lage –
> ein satter Gewinn unterstellt, für den sie Versicherungsbeiträge
> entrichten müssen.

Ja. Drastisch zu hoch, selbst wenn man nachweist daß man wenig 
reinbekommen muss man noch die Hälfte des Maximalsatzes zahlen.

> Das Problem scheint aber mittlerweile in der Politik angekommen zu
> sein.  Könnte also mal Abhilfe geben demnächst in Form realistischerer
> Mindestbeiträge.

Eher nicht.

Politiker haben keinen Bezug zu den normalen Leuten, die sind nicht in 
der GKV.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Ich zahle an die SVA zu Zeit pro Quartal 366x,xx € je zur Hälfte voraus 
und zur anderen Hälfte nach.

Namaste

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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Michael B. schrieb:
> Eher nicht.

Es gibt zumindest Äußerungen von "Volksvertretern", die sich zu dem 
Thema im von Jörg genannten Sinn geäußert haben. Was daraus wird, wird 
man sehen.

von (prx) A. K. (prx)


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Michael B. schrieb:
> Wie stellst du dir das auch vor: Eret mal nicht einzahlen. und dann wenn
> man krank wird schnell einer Versicherung beitreten ? Das ist nicht der
> Sinn einer Versicherung, erst Beiträge zu bekommen wenn der Schaden
> schon da ist.

Ein Grossversuch dieser Strategie wurde letztes Jahr in den USA 
gestartet. Die mehrheitlich verhasste Versichungspflicht ist weg, die 
mehrheitlich erwünschte Pflicht einer Versichung, Vorschäden zu 
akzeptieren, aber nicht. Mal sehen wie das ausgeht.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> A. K. schrieb:
>> Inwieweit hat sich das seither geändert?
>
> Die Mindestbeiträge sind vergleichsweise hoch, den Selbstständigen
> wird – unabhängig von ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Lage –
> ein satter Gewinn unterstellt, für den sie Versicherungsbeiträge
> entrichten müssen.
>
> Das Problem scheint aber mittlerweile in der Politik angekommen zu
> sein.  Könnte also mal Abhilfe geben demnächst in Form realistischerer
> Mindestbeiträge.

Ja, nach gefühlten drei Jahrzehnten :-(

Dabei wäre es wirklich einfach: genau so handhaben wie bei AN auch - 
fertig.

Mich wundert es, dass da noch kein Selbstständiger gegen geklagt hat. 
Man kann als Selbstständiger mit einem Einkommen von 1000€ nicht anders 
behandelt werden als ein AN. Aber vermutlich haben die, die es betrifft, 
andere Sorgen als einen jahrelangen Rechtsstreit.

Mittlerweile haben aber die Kassen selbst(!) einen eventuell legalen Weg 
gefunden, um zumindest einige aus dieser Falle zu holen.

Einen Bekannten, der sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht hatte, 
hat tatsächlich die Barmer angerufen und ihm die Herabstufung der 
Beiträge auf ein erträgliches Maß angeboten: der Kniff ist, dass man mit 
einer Teilzeitselbstständigkeit, die nicht das Haupteinkommen des 
Selbstständigen darstellt, entsprechend deutlich günstiger versichert 
ist.

Beispiel:
1000€ Einkommen aus selbstständigem TEILZEITerwerb (bspw. 15 h/Woche), 
Rest der zeit Haushaltsführung/Kinderbetreuung etc.

1100€ bezieht man von Freundin/Eltern usw.

=> Selbstständigkeit erzielt nicht das Haupteinkommen

=> Andere Einstufung

Wenn ich mich richtig erinnere, liegt der Mindestbeitrag bei 180€ 
(KV+PV) und erhöht sich entsprechend bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 
ab der das Konstrukt dann obsolet ist.

Ob man nun wirklich nur 15h/Woche arbeitet und den Rest putzt und 
wäscht, kann kaum jemand kontrollieren...

Wohlgemerkt: der "Tipp" bzw. die neue Einstufung kam von der Kasse 
selbst.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Die Herabstufung muss ich jedes Jahr aufs neue beantragen und dann 2 
Jahre später den Ausgleich zahlen, ist zwar aber nur aufgeschoben aber 
o.k.

Namaste

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Chris D. schrieb:
> Wohlgemerkt: der "Tipp" bzw. die neue Einstufung kam von der Kasse
> selbst.

Ähnlich läuft das hier mit dem Finanzamt. Auch da heißt es jährlich 
Zahlungserleichterung beantragen und herabsetzen lassen.

Hintergrund: Ein Selbständiger zahlt ein, ein Insolventer kostet den 
Staat und den Versicherungsystemen, da er Leistungsansprüche geltend 
machen kann.
Wer nicht mitspielt zahlt drauf. Das gilt für beide Seiten.
Wenn man das verstanden hat...

Bis vor 2 Jahren konnte man sich hier nur bis zum 57. Lebensjahr (lt. 
SVA Satzung) herab stufen lassen. Dies hat das Höchstgericht 
(Gleichbehandlungsgrundsatz) zum Glück gekippt.

Namaste

: Bearbeitet durch User
von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Winfried J. schrieb:
> ..., wegen hoher Fixkosten. Der Mindestbeitragssatz kann Selbständige
> schnell in die Insolvenz treiben,

Dann ist das Geschäftsmodell des Selbständigen fragwürdig und der 
Selbständige sollte gründlich darüber nachdenken, ob seine Lebensplanung 
so tatsächlich sinnvoll ist.

Obendrein wird die PKV bei steigendem Alter ... sagen wir mal, 
problematisch.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Dann ist das Geschäftsmodell des Selbständigen fragwürdig und der
> Selbständige sollte gründlich darüber nachdenken, ob seine Lebensplanung
> so tatsächlich sinnvoll ist.

Das ist doch Quatsch. Gerade mit einer Einmannbude kann es dir halt
schnell mal passieren, dass du paar Monate gar kein Einkommen hast.
Da genügt es, dass ein einzelner Kunde, der eigentlich als völlig
sicher galt (und für den du daher viel Zeit reserviert hattest),
unerwartet wegbricht. So schnell bekommst du dafür dann keinen
zahlenden Ersatzkunden, folglich hast du in der Zeit kein Einkommen.
Das ist sicher überbrückbar, aber wenn du in der Zeit eben noch
KV-Beiträge in einer Höhe zahlen musst, als hättest du jeden Monat
wenigstens 2000 an Gewinn, dann kann es dich schon in den Ruin treiben.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> (und für den du daher viel Zeit reserviert hattest),

Genau das sollte man sich gut überlegen, besser lassen, vorübergehend 
geht das, ich habe dieses Jahr einen solchen Zeitfresser 
weitergeschickt, weil er statt wie bisher 8 Jahre 25% bis maximal 50% 
Kapazität zukünftig über Monate 100% exklusiv verlangte(Hinweis: 
Personal einstellen).
Namaste

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Winfried J. schrieb:
>> (und für den du daher viel Zeit reserviert hattest),
>
> Genau das sollte man sich gut überlegen, besser lassen

Naja, zuweilen ist man da wohl in den Entscheidungen nicht so frei,
wie man sich das wünschen würde. ;-)

Klar, wenn man es sich aussuchen kann, keine Frage, aber gerade in
den Anfangsjahren einer Selbstständigkeit hast du diese Situation
oft nicht.

Du machst das ja inzwischen schon ein paar Jahre …

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> Das ist doch Quatsch.

Ist es das wirklich? Denk mal daran, daß auch Selbständige (mit nur 
einem "st") auch mal alt werden, und daß die ach so günstige 
Krankenkasse dann irgendwie ganz anders aussieht.

> Gerade mit einer Einmannbude kann es dir halt schnell mal passieren,
> dass du paar Monate gar kein Einkommen hast.

Nochmal: Ist Selbständigkeit in so einem Fall wirklich sinnvoll?

Mir haben auch schon Leute davon vorgeschwärmt, wie toll das doch alles 
ist, man könne ja so viel bei der Steuer absetzen, und hätte so viel 
Freiheiten, wie toll doch der eigene Stundensatz wäre, und daß man als 
"popeliger Angestellter" ja niemals ...

Da wird viel in die eigene Tasche gelogen; der unproduktive Anteil an 
der Arbeit (Akquise) ist enorm, und das ganze funktioniert nur, wenn 
bestimmte solidarische Sicherungssysteme ausgeblendet bzw. umgangen 
werden.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Jörg W. schrieb:
> Winfried J. schrieb:
>>> (und für den du daher viel Zeit reserviert hattest),
>>
>> Genau das sollte man sich gut überlegen, besser lassen
>
> Naja, zuweilen ist man da wohl in den Entscheidungen nicht so frei,
> wie man sich das wünschen würde. ;-)
>
> Klar, wenn man es sich aussuchen kann, keine Frage, aber gerade in
> den Anfangsjahren einer Selbstständigkeit hast du diese Situation
> oft nicht.
>
> Du machst das ja inzwischen schon ein paar Jahre …

Das macht genau das auch nicht leichter, 25-50% wollen erstmal 
aufgefüllt sein. Bei laufenden Investitionskrediten, welche 
vernünftigerweise vermieden habe wäre ich ratze fatze tot. Ist schon 
komisch wieder etwas mehr Zeit als all die Jahre zu haben. Aber klappt a 
Tür, geht e Fenster. So hat ein anderer Kunde wieder mehr Bedarf. ;)

Namaste

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Jörg W. schrieb:
>> Das ist doch Quatsch.
>
> Ist es das wirklich? Denk mal daran, daß auch Selbständige (mit nur
> einem "st")

(Das mit dem nur einen "st" war bis vor Jahrzehnten eine Sonderregelung, 
gibt's schon lange nicht mehr.)

> auch mal alt werden, und daß die ach so günstige
> Krankenkasse dann irgendwie ganz anders aussieht.

Selbstständigkeit heißt nicht zwangsweise PKV.  Es geht hier um
die Mindestbeiträge zur (freiwilligen) GKV.

> Nochmal: Ist Selbständigkeit in so einem Fall wirklich sinnvoll?

Das kannst du doch so pauschal niemandem absprechen.  Klar muss sich
das Ganze auf Dauer rechnen, aber gerade als Einzelner ist man eben
von Schwankungen (aus welchem Grunde auch immer) viel stärker betroffen
als ein größerer Laden.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Rufus Τ. F. schrieb:
> Da wird viel in die eigene Tasche gelogen; der unproduktive Anteil an
> der Arbeit (Akquise) ist enorm, und das ganze funktioniert nur, wenn
> bestimmte solidarische Sicherungssysteme ausgeblendet bzw. umgangen
> werden.

at the other hand

kenne ich genügend Kollegen, die glaubten in Großkonzernen in Betriebs- 
und Frührente zu gehen, 2Jahre vor Erreichen der 
Mindestbetriebszugehörigkeit,
Buuums, Entlassung!  Was tust du dann mit 57? zuletzt traf es einen 
Montagemeister nach 28 Jahren im Konzern. Der sieht nicht mehr so gut 
aus wie vor 3 Jahren ist jetzt wieder ständig auf Montage und muss sich 
rumschicken lassen. Gleichzeitig noch immer um eine Abfindung 
prozessieren.

Na na,  49 war "last exit to BROOKLYN" für mich.

Namaste

: Bearbeitet durch User
von Jörg R. (jrg_r49)


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Andy H. schrieb:
> Ich kann jederzeit in einer private Krankenversicherung wechseln
> (Bemessungsgrenze). Werde mich aber hüten dies zu tun.

Dem kann ich nur beipflichten.

In eine private zu wechseln birgt Risiken und Gefahren.

Ist der Fragesteller vielleicht ein Troll um hier private KV 
anzubiedern?

Und es sei gesagt folgendes:

Wer versucht jemanden eine private KV anzudrehen der ist verpflichtet 
über die Risiken der Rückkehr in eine öffentliche KV aufzuklären.
Gruß Jörg

: Bearbeitet durch User
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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> Christian S. schrieb:
> Ist es überhaupt noch möglich, aus der gesetzlichen Krankenversicherung
> heraus zu kommen?
>
> Warum sollte man das wollen?

Hallo,

ich wollte vorhin nach der ersten halben Stunde bereits antworten, aber 
mein Geschriebenes war plötzlich weg.

Warum man das wollen sollte, möchte ich hier nicht ausführlich 
beschreiben, denn so würde ich komplett meine Verhältnisse hier offen 
legen, da ich hier bereits vieles von mir Preis gegeben habe. Man könnte 
ein ganz tolles Profil von mir erstellen. Das wäre nicht schlimm, aber 
wenn mal der/die falsche mitliest...
Naja, ich möchte eben selbst bestimmen können, wofür ich Geld ausgebe, 
im weitesten Sinne. Bedürftigkeit als Randbedingung habe ich oben 
ausgeschlossen.
Die Ausführungen von Michael.B geben die Antwort bereits wieder:
"Deine Frage wäre also eher: "Ist es möglich, nicht krankenversichert zu 
sein." Nein, in Deutschland nach neuer Gesetzeslage nicht mehr. Und das 
ist gut so."

"Du könntest auch sagen: "Ich zahle meine Rechnu(gn)en selber." Klares 
Nein, du ahnst nicht, was mache Behandlungen kosten. Nicht ohne Grund 
gehören Ärzte zu den Bestverdienern Deutschlands."
OK, dort wäre eigentlich meine Ziellinie gewesen, aber natürlich habe 
ich keinen Überblick, was mich erwarten wird. Aber wenn das Hauptzollamt 
kommt, wird es bestimmt nicht lustig.


Die Variante nach oben, also Wechsel in die PKV mit höheren Beiträgen, 
kommt für mich gar nicht in Frage.

Ins Ausland? Ja, aber wohin, außerdem kenne ich mich dort noch weniger 
aus. Es müßte halt ein Rentnerparadies sein, wo das Geld ein Vielfaches 
Wert ist.

Die Variante als Hausmann bei der Frau mitversichert zu sein, wäre schon 
genial, sofern sie wieder kommt, sonst wäre ein Essen zu viel da... wenn 
da nur nicht das klitzekleine Problem wäre, ob jemals eine solche 
Konstellation zustande kommen würde. Einkaufen mit dem Fiat Panda oder 
Fahrrad mit Korb oder Anhänger, Frau fährt mit dem von mir gewienerten 
Mercedes/BMW/Jaguar zum Konzern, Fenster putzen, Staub saugen, Boden 
wischen, Kochen, Hund föhnen, Türklinken polieren, ja, das füllt einen 
schon aus. Aber für 20 Euro mehr ein guter Deal. Da fühlt man sich echt 
als Mann!

"Ist der Fragesteller vielleicht ein Troll um hier private KV 
anzubiedern?"
Hä? In den Verruf, ein Troll zu sein, kommt man hier in den Augen 
einiger weniger wohl recht schnell innerhalb der schönen neuen 
virtuellen Welt. Aber immerhin ein Wink mit dem Zaunpfahl, um für neue 
Marktlücken sensibilisiert zu werden.

Danke für die Beiträge und die Links oben.

mfG

: Bearbeitet durch User
von Jörg R. (jrg_r49)


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Natürlich kann man als Selbständiger ohne jegliche KV sein wer will dich 
dazu zwingen und vor allem WIE?
Kein Geld - keine KV so einfach wäre das.

Das ist das amerikanische Prinzip wo man und hier in (D) versucht uns 
Deutsche hinzu lotsen.

In USA bekommst Du "100 Prozent Lohn" und mit diesem Geld, so du Arbeit 
hast, kannst Du dich dann selbst irgendwie irgendwo in diesem 
Angebotsdschungel versichern.
Gruß Jörg

: Bearbeitet durch User
von oldeurope O. (Gast)


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Chris D. schrieb:
> Mich wundert es, dass da noch kein Selbstständiger gegen geklagt hat.

Ich habe bei der KV mal nachgefragt, warum ich nach
Einkommenssteuerbescheid, und ein Arbeitnehmer nach
Arbeitslohn veranlagt wird. Ist schon lange her ...

Es wurde mir gesagt, man wolle auch Arbeitnehmer
nach Einkommenssteuer veranlagen.

Tut das aber nicht.
Dadurch entgehen Milliardeneinnahmen oder man könnte
den Hebesatz für alle deutlich senken.

Wo kein Wille ist, ist kein Weg.

Jörg R. schrieb:
> Natürlich kann man als Selbständiger ohne jegliche KV sein wer will dich
> dazu zwingen und vor allem WIE?

Da kommt der Gerichtsvollzieher in Polizeibegleitung.

LG
old.

von Jörg R. (jrg_r49)


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Natürlich kann man als selbständiger ohne KV sein.
Such dir mal bitte die Statistik dazu raus wieviel selbständige ohne KV 
sind.
Wo steht geschrieben daß mit Eröffnung eines Gewerbes oder 
freiberuflicher Tätigkeit eine KV verlangt wird, bzw bereits vorhanden 
sein muß?
Gruß Jörg

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Zitat wikipedia:

Seit dem 1. Januar 2009 besteht gemäß § 193 III VVG die Allgemeine 
Krankenversicherungspflicht, demnach sich alle Personen mit Wohnsitz in 
Deutschland bei einem in Deutschland zugelassenen Krankenversicherer 
gegen Krankheitskosten versichern müssen.


hier nachzulesen.
https://dejure.org/gesetze/VVG/193.html

Natürlich kann wer es vorher machte in D. unter dem Radar weiterfliegen.
Hier in Austria geht das nicht, du wirst mit Erhalt des Gewerbescheins 
bei der SVA gemeldet. Ich war zuvor privatversichert und wollte es 
eigentlich, der besseren Versorgung wegen bleiben. Niente, ich konnte 
mich nicht von der Pflichtversicherung befreien lassen. Als Grenzgänger 
zuvor war es umgekehrt. Ich musste mich privat versichern.


Namaste

: Bearbeitet durch User
von Jörg R. (jrg_r49)


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Ja so wars als ich noch zu ddr-zeiten als ich mein Gewerbe anmeldete.
Ohne Eignungsuntersuchung kein Gewerbe, bzw ohne WC und extra 
Aufenthaltsraum neben den Gewerberäumen keine Erlaubnis zum Betreiben 
usw.

Und es war richtig so.
Gruß Jörg

von Alex G. (dragongamer)


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Ja in der Hinsicht wollen wir echt keine Amerikanischen Verhältnisse... 
Benachteiligung (?) von Selbstständigen hin oder her.

von Claus M. (energy)


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Jörg R. schrieb:
> Natürlich kann man als selbständiger ohne KV sein.

Kann  man versuchen. Wenn es aufliegt zahlt man jeden Euro nach. Und das 
ist richtig so.

von Holm T. (Gast)


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Jörg R. schrieb:
> Andy H. schrieb:
>> Ich kann jederzeit in einer private Krankenversicherung wechseln
>> (Bemessungsgrenze). Werde mich aber hüten dies zu tun.
>
> Dem kann ich nur beipflichten.
>
> In eine private zu wechseln birgt Risiken und Gefahren.
>
> Ist der Fragesteller vielleicht ein Troll um hier private KV
> anzubiedern?
>
> Und es sei gesagt folgendes:
>
> Wer versucht jemanden eine private KV anzudrehen der ist verpflichtet
> über die Risiken der Rückkehr in eine öffentliche KV aufzuklären.
> Gruß Jörg

Der Witz ist gut, weißt Du auch warum?
Als ich mich selbständig gemacht habe gab es die 
Krankenversicherungspflicht nicht, man konnte beliebig wechseln. Dann 
kam das Gesetz und die Falle schnappte zu.

Gruß,

Holm

von Holm T. (Gast)


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Claus M. schrieb:
> Jörg R. schrieb:
>> Natürlich kann man als selbständiger ohne KV sein.
>
> Kann  man versuchen. Wenn es aufliegt zahlt man jeden Euro nach. Und das
> ist richtig so.

..nein, geht nicht. Man kommt selbst aus einer PKV nur dann raus, wenn 
man bei der Kündigung eine Mitgliedschaftsbestätigung einer anderen KK 
mitliefert, sonst ignorieren die die Kündigung einfach.

Das ist doch das Problem in Deutschland, haufenweise Truppenteile die 
alle berechtigt sind Dir auf der Tasche zu liegen, von denen zu 
erbringede Leistung ist aber optional.

GEZ, IHK oder Handwerkskammer, Krankenkassen, Wasserzweckverbände 
etc...pp..
Die Leute quasi die mit Argusaugen aufpassen das Du ja mit dem Arsch 
nicht hoch kommst.

Gruß,
Holm

von S. R. (svenska)


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Christian S. schrieb:
> Ist es überhaupt noch möglich, aus der gesetzlichen Krankenversicherung
> heraus zu kommen?

Ja, durch Auswandern. Da im Zielland aber ein anderes System existiert 
(überraschenderweise), brauchte es zusätzlich einige Drohungen, bis die 
GKV mich hat gehen lassen.

Michael B. schrieb:
> Die meisten lassen die Mitgliedschaft aber lieber ruhen,
> weil sie dann noch die Möglichkeit
> haben, auch wieder zurück zu kommen.

Inwiefern?

Solange ich keinen Wohnsitz in Deutschland habe, bin ich weder zur 
Mitgliedschaft verpflichtet noch zu Leistungen berechtigt - das ist der 
Ausgang. Was spricht denn dagegen, sollte ich irgendwann zurückkehren, 
wieder in die GKV zu gehen?

Ich habe mich damit nie befasst.

Christian S. schrieb:
> Ins Ausland? Ja, aber wohin, außerdem kenne ich mich dort noch weniger
> aus. Es müßte halt ein Rentnerparadies sein, wo das Geld ein Vielfaches
> Wert ist.

Es gibt schon einige, wenn man offen ist, seine Ansprüche kennt und es 
richtig anstellt. Aus vertrauenswürdiger Quelle weiß ich, dass z.B. 
Mallorca soetwas sein kann.

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