Ein-/Ausschalt-"Plopp"

OP #5485209
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Hallo!
Habe eine Minischaltung eines Kopfhörerverstärkers für Testzwecke, 
funktioniert tadellos - bis auf: beim Ein- und Ausschalten gibt's ein 
nicht ganz unenormen Plopp auf dem Kopfhörer. Das Oszi zeigt da 
kurzzeitig um die 9V an.

Bekommt man das irgendwie weg??
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OP #5485243
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Danke! Nach dem Einschalten (und dem Pfloppp) ist ist aber kein DC mehr 
meßbar..
Vielleicht habe ich den richtigen C noch nicht gefunden, aber mit den 
Kapazitäten die ich versucht habe, war entweder gar nix verändert oder 
aber nur noch ein stark verringertes, teils auch verzerrtes 
Ausgangssignal zu hören.
(Firma: matzetronics) #5485249
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Friedemann T. schrieb:
> teils auch verzerrtes
> Ausgangssignal zu hören.

Ist klar, denn wenn du den KH über Kondensator ankoppelst, hat der 
Transistor keinen Arbeitswiderstand mehr. Baue einen z.B. 220 Ohm 
Widerstand in den Kollektorkreis und kopple dann am Kollektor per Elko, 
z.B. 100µF - 470µF zum Kopfhörer aus. (Plus Richtung Kollektor)
Allerdings ploppt es dann immer noch, aber wenigstens schickst du keinen 
Gleichstrom mehr dauerhaft durch den KH (was er gar nicht mag).
Gast #5485318
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Friedemann T. schrieb:
> Habe eine Minischaltung

Minischaltungen haben eben ihre Nachteile.
In anderen Lösungen werden z.B. die Lautsprecher über Relais verspätet 
zugeschaltet oder man hat symmetrische Designs und mutet für kurze Zeit 
während des Einschaltens, bis sich die Arbeitspunkte stabilisiert haben.
Oder, du sorgst dafür, dass die Versorgungsspannung nur sehr langsam 
ansteigt.
Letztlich hat jedes Design solche Probleme, die mit zusätzlichem Aufwand 
dann behoben werden.
Gast #5485399
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HildeK schrieb:
> Letztlich hat jedes Design solche Probleme, die mit zusätzlichem Aufwand
> dann behoben werden.

Falls die vorhandene Schaltung weiter verwendet wird, dann sollte man 
mit dem 50k Trimmer den Arbeitspunkt am Ausgang auf ca. 6 Volt 
einstellen (wegen der verzerrungsfreien Aussteuerbarkeit). Der 470µF 
Kondensator parallel zur Versorgungsspannung unterdrückt beim 
Ausschalten den Plopp.
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Gast #5485484
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Friedemann T. schrieb:

> Also den Plopper bekomm ich nicht weg?

Doch, auf verschiedene Arten. Hier würde es sich anbieten die 
Betriebsspannung langsam ansteigen zu lassen.
Einen zweiten Transistor als Längsregler davor, großen C (100µ) zwischen 
Basis und Masse.
Oder einfach eine R C Kombination 100Ohm/1000µ in die 
Versorgungsspannung.
OP #5485495
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..beides schon versucht:
- erst ein, danach erst Kopfhörer rein -> "Plopp", das gleiche beim
  ausstecken.
- dann folgendes auch versucht: Verstärker aus (0V), Spannung langsam 
auf
  Betriebsspannung geregelt -> bei ca. 5-7V rauscht es kurz sehr heftig
  und man spürt dass die Membrane  ausgelenkt werden und Oszi zeigt 
dabei
  einen kurzen Sprung der Linie bis auf ca. 9V und wieder zurück auf 
null
  an.
Gast #5485509
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Friedemann T. schrieb:
> - erst ein, danach erst Kopfhörer rein -> "Plopp", das gleiche beim
>   ausstecken.

Wenn du den Kopfhörer so anschließt, wie "Ach Du grüne Neune (Gast)" 
gezeichnet hat, dann sollte am Ausgang nach dem 470µF-Kondensator noch 
ein R (z.B. 1k) nach GND gelegt werden. Damit wird der C schon mal 
geladen. Dann sollte das anschließende Anstecken des KH nur noch minimal 
bis gar nicht mehr 'ploppen'.

In deiner Schaltung mit dem KH als Arbeitswiderstand des Transistors 
sehe ich keine Möglichkeit.
Gast #5485579
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Friedemann T. schrieb:
> Also den Plopper bekomm ich nicht weg? (Die kurzzeitigen 9V auf den
> Hörern tun fast richtig weh...also auch am Ohr)

Dem Hörer auch!
Wenn es nicht mehr plopp macht, ist er tot.

Ach Du grüne Neune schrieb:
> IMG_4169_2.jpg
>
> 51,7 KB, 96 Downloads

Da es eine klassische Eintakt-A ist, sollte der Kollektorwiderstand 
mindestens so wie der Kopfhörerwiderstand sein.
Oder kleiner.
Gast #5485597
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michael_ schrieb:
> Da es eine klassische Eintakt-A ist, sollte der Kollektorwiderstand
> mindestens so wie der Kopfhörerwiderstand sein.
> Oder kleiner.

Wenn es auf max. Lautstärke ankommt, dann ja. Aber das ist nur ein 
Verstärker für Testzwecke (Signale auf der Leitung hörbar machen), dafür 
reicht das. Sonst wäre der Ruhestrom und die Verlustleistung auch zu 
hoch. Es sollte für Testzwecke einfach und sparsam bleiben. Laut genug 
ist diese Schaltung mit dem 220R Widerstand trotzdem allemal, evtl. 
könnte man sogar noch ein Lautstärkepoti am Eingang vorschalten, damit 
nervige Rechtecksignale leiser gestellt werden können.

Friedemann T. schrieb:
> Habe eine Minischaltung eines Kopfhörerverstärkers für Testzwecke...
Gast #5485635
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Und wenn er den ungünstig in seiner Ursprungsschaltung verwendet, kann 
das Ding 2,5W verbraten müssen.
Der Einschaltknacks hätte da 0,3A.
Mächtig gewaltig.

Könnte ja auch ein Piezo, ..., ... sein.
Gast #5485689
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Früher in Telefonapparaten wurden zwei antiparallele
Dioden oder Selenplatten der Hörkapsel parallelgeschaltet.
Das nannte sich Gehörschutz. Damit geht der Plopp zwar
nicht weg, wird aber auf ein erträgliches maß begrenzt.
Gast #5490468
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Friedemann T. schrieb:
> Sind die beiden 10uF Elkos am Eingang (vor und nach dem Poti) unbedingt
> notwendig, wenn zuvor diese kleine Schaltung für die
> Elektret-Mic-Speisung geschaltet wird??

Vor und nach dem Poti ist jeweils ein C notwendig.
Die beiden 47µ-Kondensatoren in deiner Zeichnung kannst du dann 
allerdings weglassen. Die werden durch den linken 10µ ersetzt. Durch den 
Pullup auf +12V und die Last des Potis nach GND ist eine 
Anti-Seriell-Schaltung nicht notwendig - da kann keine Verpolung 
vorkommen.
OP #5496150
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Super!!! Plopp beim Einschalten so gut wie weg (kurzzeitig 500mV), im 
Betrieb keine DC mehr!! :-) Verstärkung dabei gleich gut, ohne Zerren 
und Rauschen.
Beim Ausschalten geringerer Plopp
(kurzzeitig ca. 2V plus, gefolgt von 1V minus...wenn man das so sagen 
kann)

bekomm ich den noch weg..oder geringer???
Gast #5496694
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HildeK schrieb:
> Aber, ist das die umgesetzte Schaltung ...

Friedemann T. schrieb:
> Ich beziehe mich auf die zu letzt von „Ach du grüne Neune“ modifizierte
> Schaltung

Demnach ja. Aber besser ist natürlich, wenn der TO uns seine eigene 
jetzige Schaltung mal zeigt, damit wir nicht durcheinander geraten.

HildeK schrieb:
> Wie sieht denn deine Lösung jetzt aus?
Gast #5496719
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Ach Du grüne Neune schrieb:
> Friedemann T. schrieb:
>> Ich beziehe mich auf die zu letzt von „Ach du grüne Neune“ modifizierte
>> Schaltung
>
> Demnach ja. Aber besser ist natürlich, wenn der TO uns seine eigene
> jetzige Schaltung mal zeigt, damit wir nicht durcheinander geraten.

OK. Der Zusammenhang war schon etwas weiter oben genannt worden; das 
hatte ich übersehen :-).
In dieser Schaltung sollte es aber fast reichen, die 470µ zu vergrößern.
Gast #5496919
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Die Koppelkondensatoren muß man auch nicht größer
machen als nötig ist. Es reicht wenn am unteren Ende
noch 50Hz übertragen werden, tiefere Frequenzen kann
sowieso niemand mehr hören. Du hast ein 300 Ohm
Kopfhörer, also braucht der kapazitive Widerstand
des Kondensators bei 50Hz auch nicht kleiner als
300 Ohm sein. Der 470µF Kondensator am Ausgang ist
also zu groß und die 47µF am Eingang sind es auch.
Gast #5496962
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Friedemann T. schrieb:
> Kann kurz erklärt werden, wie der besagter Spannungssprung (Plopp) v.a.
> beim Ausschalten mit der Größe der Kapazitäten zusammenhängt?

Deine 47µF Kondensatoren laden sich über den 1k Widerstand und die 
BE-Strecke des Transistors auf. Wenn das länger dauert als das Aufladen 
des 470µF Kondensators an der Spannungsversorgung kann man den 
Ladevorgang noch als Plopp wahrnehmen. Also das Produkt aus R x C (1k 
und 22µF) sollte kleiner sein als das Produkt des RC-Glieds aus der 
Versorgungsleitung.

Trotzdem würde ich zur Linearisierung einen 10k Widerstand im Signalweg 
vor die Basis machen. Als Kondensator reicht bei Mikrofonbetrieb auch 
ein 100nF Koppelkondensator, damit Rumpelgeräusche unterdrückt werden.
(Firma: matzetronics) #5496964
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Friedemann T. schrieb:
> Kann kurz erklärt werden, wie der besagter Spannungssprung (Plopp) v.a.
> beim Ausschalten mit der Größe der Kapazitäten zusammenhängt?

Die müssen ja geladen werden, es sind kleine Speicher. Ein grosser 
Kondensator braucht also bei gegebenem Strom mehr Ladung und deswegen 
steigt die Spannung an ihm langsam an - weiches 'Blubb' am Ausgang. 
Sinds kleine Kondensatoren, steigt die Spannung über ihnen entsprechend 
schneller und es kommt ein scharfes 'Plop'.
Gast #5497562
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Friedemann T. schrieb:
> Zumindest konnte ich gestern noch einen 100µ anstatt des 470µ am Ausgang
> testen -> kaum ein Unterschied :-(

Glaube ich gerne. Das sind dann noch immer rund 6Hz Grenzfrequenz. Mach 
mal 5µ - 10µ hin ...
Und probiere auch mal, den 470µ in der Versorgung deutlich zu erhöhen. 
Deutlich heißt: wenigstens Faktor 5. Das dürfte am meisten bringen.
Auch die beiden Eingangskondensatoren mit 47µ sind sehr groß. Ein 
(einzelner) 100n ... 1µ sollte hier locker ausreichen.

Und berichte dann.
OP #5499768
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...jetzt wirds langsam. Nachdem ein Neuaufbau auf‘m breadbord initial 
gescheitert ist und ich keinen Nerv zum EntFehlern hatte, hab ich die 
schon bestehende Schaltung etwas sufgedröslt und bissi rumprobiert: Elko 
am Ausgang letzlich 4u7, die 220R und 100R zu 1k zusammengefasst und den 
470u dazwischen weggelassen....kein ploppen mehr, oszi zeigt noch einen 
kurzen ~2V Sprung, aber derart kurz-kaum darstellbar.

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