Suche Batterie

OP #5493679
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Fred F. schrieb:
> Hast du eine verbrauchte Batterie da, dann wäre mein Gedanke, dass
> Gehäuse nutzen und aktuelle verfügbare Zellen in dem Gehäuse einzubauen.

Leider nicht.

Aber, jetzt ist erst mal warten angesagt. Das wird ein wenig dauern,
bis die Kiste aus USA ankommt.

Und dann wird es spannend: Ich habe keine Ahnung, welche Technik
da werkelt ( wenn sie noch werkelt), und wieso da so ein halber
Ziegelstein an Batterie rein muss.

Diese Batterie (12V 13Ah) wird dann auch noch in 120h = 5 Tagen!
leergesaugt. Röhrentechnik??

Elektromechanische Uhren laufen mit einer Monozelle mehr als ein
Jahr.

Grüße Bernd
Gast #5493728
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Bernd F. schrieb:
> Und dann wird es spannend: Ich habe keine Ahnung, welche Technik
> da werkelt ( wenn sie noch werkelt), und wieso da so ein halber
> Ziegelstein an Batterie rein muss.
>
> Diese Batterie (12V 13Ah) wird dann auch noch in 120h = 5 Tagen!
> leergesaugt. Röhrentechnik??

Interessiert mich auch. Halte uns auf dem Laufenden :)


Gruß,
Wolle


EDIT: Du könntest doch auch -wie gesagt- zwei normale 6V 
Laternenbatterien reinstellen, die passen mechanisch sicher und in Reihe 
schalten. Durch die Federn und die Verdrahtung sieht es doch auch 
"zeitgemäß" aus.

Irgendwo gab es mal eine Internetseite, da konnte man sich alte 
Batterieetiketten oder wie das drumrum heißt, selbst ausdrucken. Hab nur 
die URL nicht mehr.

Ich würde dir auch eine aufgebrauchte Batterie in den passenden 
Abmessungen schenken (6V wie der Conrad Link), dann könntest du das 
Innenleben mit kleineren Alkalizellen bestücken, aber da sind schon die 
Versandkosten zu hoch...
#5493843
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Bernd F. schrieb:
> Gerhard O. schrieb:
>> Ja! Was ist da drin? Raus mit dem Schraubenzieher. Ran mit der Kamera.
>> Worauf wartest Du? Wir wollen doch das mysteriöse Objekt von innen
>> begutachten, nachdem Du es so schmackhaft dargestellt hattest...
>
> USA nach Deutschland, Gewicht 5kg, das dauert leider noch....
>
> Grüße Bernd

Aber aufmachen und bewundern ist es doch möglich? Sind ja nur vier 
Schrauben...

Ja, schwer sin die Dinger. Die gab es bei uns früher massenhaft. 
Zumindest die 6V Versionen.
Gast #5493896
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Winfried J. schrieb:
> Marek N. schrieb:
>> Synchronmotor
>
> an einer Primärbatterie? Netter Versuch.
>
> der läuft dann zu welcher Frequenz bei welchem Teilungsfaktor synchron?
>
> Namaste

OK, dann halt ein DC-Motor, der auf eine Hemmung, z.B. so ein Lüfterrad 
wie bei alten Spieluhren läuft.
Oder nur ein mechanisches Uhrwerk, der durch den DC-Motor periodisch 
aufgezogen wird.
OP #5494011
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Das Teil ist wohl mehr als selten.

Auf dem Voltmeter ist noch "Homer M. Harvey" aufgedruckt.

Google findet dazu nur einen amerikanischen Aluminiumfabrikanten,
der aber auch begeisteter Segler war.

Ansonsten komme ich da nicht weiter.
Das Baujahr schätze ich auf 1950- 1960.

Grüße Bernd
OP #5505769
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Nun ist das Teil da.

Wenig drin, außer so einem Haydon Motor.
https://en.wikipedia.org/wiki/A._W._Haydon

Den muss ich mir aber mal näher anschauen.

Die Beschriftung des Motors:

A.W.Haydon Company
D.C. Timing Motor with Chronometric Governer
US. Pat. 2523298-2513410
Canada Patented 1952.
Ser. Nr. ---

Grüße Bernd
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OP #5505946
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Dieter W. schrieb:
> Bernd F. schrieb:
>> D.C. Timing Motor with Chronometric Governer
>
> Klingt nach Bürstenmotor mit Präzisions-Fliehkraftregler.

Ich habe den Motor gerade mal geöffnet.

Da ist ein mechanisches Uhrwerk, elektrisch angetrieben verbaut.
Nicht gerade servicefreundlich, aber Putzen und Ölen wäre
mal angesagt.

Die einzige Elektronik scheint ein riesiger Entstörfilter zu sein.
( Nicht unwichtig, da die ganzen Schaltkontakte einiges absondern.
Der Haupteinsatzzweck dieses Teiles waren wohl Flugzeuge.)

Interessanter Mensch, dieser A.W.Haydon.

Ich mache morgen mal Bilder vom Innenleben, bei Sonnenlicht.

Grüße Bernd
Persönliche Seite #5505998
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Ich habe das Motor-Patent jetzt mal durchgelesen.
Kurzfassung: es handelt sich um einen mechanisch kommutierten 
Gleichstrom-Motor.
Besonderheit ist ein eisenloser Rotor und ein innenliegender Stator.

Im Gegensatz zu Glockenankermotoren verlaufen die Feldlinien durch die 
Wicklungen aber parallel zur Motorachse und die Rotorspulen sind in 2 
Teile, einen vor und einen nach dem Stator aufgeteilt.

Im Patent schreibt er sogar von selbsttragenden Rotor-Spulen, die aus 
vielen leicht versetzten Windungen bestehen. Jetzt wissen wir also, wo 
Faulhaber die Ideen zum Glockenankermotor hergehabt haben könnte.

Eine spezielle "Timing"-Funktion habe ich nicht gesehen. So wie ich das 
lese scheint der Motor einfach ausreichend präzise zu laufen.
OP #5506017
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Hier muss man auch mal die Entstehungszeit sehen.

Transistortechnik 1952 ?, eher nicht.
Es ging um eine möglichst präzise Uhr, Laufdauer normalerweise
unter 12 h. ( Ausreichend für Flugzeuge und allemal für so eine
Segelregatta.)

Als Taktgeber war ein mechanisches Uhrwerk (So schlecht waren die damals 
nicht, da durch spezielle Werkstoffe für Unruh und Unruhfeder eine
Selbst-Temperaturkompensation (Gulliome) gegeben war).

Natürlich wurde das ein Jahrzehnt später in die Tonne getreten,
als Quarzuhren aufkamen.

Aber damals war es Spitzentechnologie.

Grüße Bernd
OP #5514292
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Wie funktioniert dies Uhr? Reine Mechanik.

Als "Gangregler" gibt es eine Unruh, wie in einer Taschenuhr.
Der "Anker" ist sehr speziell und wird im Anschlag von Dauermagneten 
gehalten.
Passiert die Unruhe die Nullstellung, wird ein Kontakt ganz kurz
betätigt. Das reicht um den Glockenankermotor zu starten,er bekommt
über einen Schleifring seinen Strom,und macht fast genau eine Umdrehung.

Dann stoppt er, und wartet auf den nächsten Impuls.
Das ganze läuft so schnell ab, das eine fast gleichmäßige Bewegung des
Motors erfolgt.

Am Amperemeter sieht man den Stopp deutlich.

In der Patentzeichnung habe ich Unruhe, Anker und Betätigungshebel
mal hervorgehoben. Im Gegensatz zu mechanischen Uhren, gibt es aber
keinerlei Verbindung zum Zeigerantrieb.

Grüße Bernd
Angehängte Dateien:
OP #5514300
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Nach behutsamer Restaurierung und mit Batterie sieht der Kasten
jetzt so aus: (Bj. 1953!)

Und es ist ein "Stromfresser". Die Anzeige schwankt stark,
aber 60 mA genehmigt sich der Motor.

Hier noch ein interessanter Bericht. Einige Jahre später
gab es eine Wanduhr nach gleichen Patenten:
https://clockhistory.com/Haydon-Sessions-Chronometric/

Grüße Bernd
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