Forum: Haus & Smart Home 1A auf PE Leiter


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von Simon (Gast)


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Hallo,
ich hab mich mit dem Nachrüsten eines Smart-Meters in meiner Wohnung 
(Mehrfamilienhaus) beschäftigt und dabei interessehalber einmal meinen 
Sicherungskasten begutachtet.

Rein kommt ein dickes vieradriges Kabel (Braun, Blau, Schwarz, 
Gelb/Grün) das direkt auf den FI geführt ist. L1 Braun, L2 Blau, L3 
Schwarz und N Gelb/Grün.
Im N Eingang des FI ist ein weiteres Gelb/Grünes Kabel geklemmt, das an 
die PE Schiene im Sicherungskasten geht.

Kurzum: Bis zum Sicherungskasten wird Erde und Nullleiter zusammen als 
PEN Leiter geführt. Soweit nicht so ungewöhnlich.

Rein aus Interesse habe ich mein Zangenstrommessgerät um den PE leiter 
(also der Leiter vom N Eingang des FI zur PE Schiene) gelegt und 1A 
Wechselstrom angezeigt bekommen.

Das kann ich nicht nachvollziehen... Ich erwarte dass da eigentlich kein 
Strom fließt.

Mein FI löst korrekt aus, das teste ich auch hin und wieder mit einem 
RCD Tester für die Schuko-Dose.

Stehe ich auf dem Schlauch?

von Max M. (jens2001)


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Simon schrieb:
> Kurzum: Bis zum Sicherungskasten wird Erde und Nullleiter zusammen als
> PEN Leiter geführt. Soweit nicht so ungewöhnlich.

IMHO eher sehr ungewöhnlich!

von Ralf G. (Gast)


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Max M. schrieb:
> IMHO eher sehr ungewöhnlich!

Nö. Absoluter Standard bei älteren Installationen. Wir haben 90 saniert 
und TN-C System bis hinter den Zähler. Erst im OAR wird in TN-S 
getrennt.

Simon schrieb:
> Das kann ich nicht nachvollziehen... Ich erwarte dass da eigentlich kein
> Strom fließt.

Wenn ich dich richtig verstehe, fließt an der Stelle, wo auf TN-S 
getrennt wird (also dem Schutzleiter), ein Strom von 1A? Dann würde ich 
mal die Sicherungen nach und nach ausschalten und schauen, wo das 
herkommt.

Das ganze hört sich aber irgendwie nach Unterverteilung an. Mach mal ein 
paar Fotos, daraus lässt sich ggf. besser erkennen, wie das bei dir so 
verklemmt ist. Nicht das dein PE doch ein PEN ist, wie ich momentan 
vermute. Vielleicht kommt der Strom auch aus einer weiteren 
Unterverteilung.

von Elektrik-Trick (Gast)


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Max M. schrieb:
> Simon schrieb:
>> Kurzum: Bis zum Sicherungskasten wird Erde und Nullleiter zusammen als
>> PEN Leiter geführt. Soweit nicht so ungewöhnlich.
>
> IMHO eher sehr ungewöhnlich!


Da ist gar nichts ungewöhnlich. Ganz im Gegentum: Das ist das 
gewöhnliche
TN-C-Netz.

von Simon (Gast)


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> Nö. Absoluter Standard bei älteren Installationen. Wir haben 90 saniert
> und TN-C System bis hinter den Zähler. Erst im OAR wird in TN-S
> getrennt.

Das Haus müsste so 2000 gebaut worden sein...

> Wenn ich dich richtig verstehe, fließt an der Stelle, wo auf TN-S
> getrennt wird (also dem Schutzleiter), ein Strom von 1A?

Das 1A fließt auf dem Leiter der von der PE Schiene im Sicherungskasten 
zum PEN Leiter (N-Eingang am FI) geht. Wenn ich dich also richtig 
verstehe, ja ;)

Da der FI aber seinen Dienst korrekt tut, kann der Strom eigentlich 
nicht von L1-L3 stammen.

> Dann würde ich
> mal die Sicherungen nach und nach ausschalten und schauen, wo das
> herkommt.

Werde ich versuchen...

> Das ganze hört sich aber irgendwie nach Unterverteilung an. Mach mal ein
> paar Fotos, daraus lässt sich ggf. besser erkennen, wie das bei dir so
> verklemmt ist. Nicht das dein PE doch ein PEN ist, wie ich momentan
> vermute. Vielleicht kommt der Strom auch aus einer weiteren
> Unterverteilung.

Allerdings hab ich die Abdeckung und alles jetzt schon wieder drauf und 
keine Muse da heute nochmal zu basteln :/

Im Sicherungskasten gibt es eine PE Schiene und eine N Schiene. Die N 
Schiene ist mit dem N Ausgang des FI verbunden. PE mit dem N Eingang des 
FI wo der PEN dran hängt.
PEN wird also vorm FI in PE und N aufgetrennt. Zu allen Installationen 
in der Wohnung geht PE und N getrennt.

von Kai S. (kai1986)


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Hallo,

korrekterweise ist der von dir gemessene Leiter ein Potenzialausgleich 
(PA) und kein Schutzleiter. Der Stromfluss kommt durch eine Schieflast 
im Netz, sprich die Außenleiter werden nicht symmetrisch belastet 
wodurch sich ein Stromfluss auf dem Neutralleiter einstellt. Der 
Neutralleiter darf in der Anlage eine Spannungsdifferenz von bis zu 50 V 
gegen Erde aufweisen. An dem Punkt, an dem der PEN in PE und N 
aufgespalten wird erzeugt eine Spannungsverlagerung von PE und N 
natürlich einen Ausgleichsstrom.
Angenommen dein Haus erzeugt durch Schieflast 2A Stromfluss auf dem N 
und der PEN und Hauserdungspunkt haben den gleichen Widerstand (zur 
nächsten Trafostation hin), dann teilt sich die Schieflast in 1A über 
PEN und 1A über die Erde auf.

Gruß Kai

von Fragender (Gast)


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Das ist der Strom, der über den Fundament-Erder zurück zum Trafo fließt, 
oder?

von Vka (Gast)


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Die PEN Aufteilung in der Klemme am RCD zu machen ist aber auch 
irgendwie reichlich pfuschig. Da sollte ein ordentlicher Klemmstein 
gesetzt werden.
Ist das ein reine PE Schiene oder läuft da auch z.B. der 
Potentialausgleich der Badewanne drauf?

von Simon (Gast)


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Kai S. schrieb:
> An dem Punkt, an dem der PEN in PE und N
> aufgespalten wird erzeugt eine Spannungsverlagerung von PE und N
> natürlich einen Ausgleichsstrom.

Moment, das verstehe ich nicht... Mein PE ist ja nicht geerdet.
Dass der PEN Leiter eine Spannung gegenüber Erde haben kann, verstehe 
ich. Dass dadurch vom PEN Leiter zu Erde Strom fließen würde, verstehe 
ich auch.
Aber das ist ja nicht der Fall...
Der vom PEN abgetrennte PE Leiter ist ja (IMHO) nicht geerdet. Er geht 
auf die PE Schiene in meinem Sicherungskasten und von da gehen die PEs 
der Steckdosen etc. weg, aber es kommt keine separate Erde ran.
Angenommen ich habe keine Verbraucher angesteckt, dann ist doch PE 
völlig offen und es dürfte vom PEN zum PE maximal kapazitiver 
Ausgleichsstrom fließen.

von Horst (Gast)


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Fragender schrieb:
> Das ist der Strom, der über den Fundament-Erder zurück zum Trafo fließt,
> oder?

Und der vom Nachbarn und vom Wohnblock gegenüber ...
Die Ströme von allen teilen sich munter über alle leitenden Verbindungen 
die irgendwo mit PE(N) verbunden sind auf, also auch Wasserleitungen, 
Heizungsrohre, unisolierte Gasleitungen.
Ist übrigens der Hauptgrund für für löchrige alte Wasserleitungen und 
wegegammelte Erdungen vom Blitzschutz, Elektrokorrosion.

von Simon (Gast)


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Simon schrieb:
> Der vom PEN abgetrennte PE Leiter ist ja (IMHO) nicht geerdet.

Okay, jetzt musste ich doch nochmal nachsehen.
Er ist vermutlich geerdet ;) zumindest hängt an der PE Schiene doch noch 
ein weiteres dickes Kabel das separat rein kommmt. Hatte ich vorher 
übersehen...

Dann verstehe ich auch den Strom und alles ist gut ;) Danke Kai.

von Michael (Gast)


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Simon schrieb:
> Der vom PEN abgetrennte PE Leiter ist ja (IMHO) nicht geerdet.

Es reicht doch schon aus, wenn nur ein Durchlauferhitzer oder so etwas 
angeschlossen ist. Durch PE und Wasserleitung kann es eine Verbindung 
zur Erde geben.

Oder durch die Heizung, auch dort ist PE mit den Rohrleitungen verbunden 
usw.

Ich würde mich eher wundern, wenn PE keine Verbindung zur Erde hätte!

Einmal habe ich es sogar in einem Altbau erlebt, dass solch ein 
Warmwasserspeicher nur an L1 angeschlossen war. Der PEN war 
weggebrutzelt - funktioniert hat es trotzdem, der Rückleiter war das 
Wasserrohr (da es wegen PEN dort keinen FI gab, konnte selbiger auch 
nicht auslösen.)

von Simon (Gast)


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Michael schrieb:
> Simon schrieb:
>> Der vom PEN abgetrennte PE Leiter ist ja (IMHO) nicht geerdet.

Hab ich eben korrigiert ;)

> Es reicht doch schon aus, wenn nur ein Durchlauferhitzer oder so etwas
> angeschlossen ist. Durch PE und Wasserleitung kann es eine Verbindung
> zur Erde geben.
>
> Oder durch die Heizung, auch dort ist PE mit den Rohrleitungen verbunden
> usw.
>
> Ich würde mich eher wundern, wenn PE keine Verbindung zur Erde hätte!

Sowas gibt es in meiner kleinen Wohnung nicht ;) Heizung/Warmwasser ist 
zentral. An den Waschbecken gibt es keine Erdungsleitungen. Unter die 
Badewanne sehe ich nicht... Wasserleitungen im Gebäude mögen schon 
geerdet sein, aber nicht über meinen Sicherungskasten.

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