Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Verantwortung übernehmen im Beruf


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von Joe J. (j_955)


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Mich interessiert, wie die landläufige Meinung zum Thema Verantwortung 
übernehmen im Beruf ist.

Im speziellen hier - Bereiche, die man nicht zu 100% 
überblickt/überschauen kann und die Erwartungshaltung des/der 
Vorgesetzten. Im speziellen auch Eure subjektive Meinung.

Mein Gefühl bisher ist, dass nahezu immer der Satz "Kann ich/Mach 
ich/Krieg ich hin" erwartet wird. Dies wird umso schlimmer, je größer 
ein Unternehmen ist.

Das Probleme auftauchen auf dem Weg dahin, ist klar. Ich bin da oft 
zurückhalttender und das ist mir öfters mall auf die Füße gefallen.

Ich halte das oft für die Wahl zwischen Cholera oder Pest. Denn haut das 
Vorhaben nicht hin, hat man ja einen Schuldigen. Ist wohl gängige Praxis 
so.

Zudem kann das Gegenüber manchmal auch besser die Chancen vorab 
abschätzen oder gezielt eine reinwürgen wollen.

Ich stehe eher auf die Softi-Nummer - okay, schauen wir mal - Suchen wir 
mal nach einer Lösung, wenn's schief geht. Wer hat hier eigentlich die 
bringschuld?

von Cyblord -. (Gast)


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Kommt drauf an wie die Startvoraussetzung ist. Macher sind nun mal 
angesehener als Bedenkenträger.
Wir (das Team) haben letztes Jahr eine komplett verhunzte, unwartbare 
Komponente auf Tritt gebracht nachdem unser Teamarchitekt der Einzige 
war, der sich getraut hat das Ding anzupacken und viele andere 
abgewunken haben und sich die ursprünglich dafür Verantwortlichen 
zeitgleich in andere Projekte verabschiedet haben.
Die Erwartungshaltung auf Erfolg ist dan nnatürlich eine andere, als 
wenn man ein Prestigeobjekt in den Sand setzt.

von EGS T. (egs_ti)


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Schau dir mal die Bücher von Jack Nasher an. Vor allem: "Überzeugt!"

von Jack (Gast)


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Verantwortung für ein Projekt oder Produkt zu übernehmen, in der Form 
"mach ich", ist Alltagsgeschäft.

Interessant wird es, wenn man Verantwortung, wie es so schön heißt, für 
Leib und Leben anderer, übernimmt. Dann sollte man schon mal überlegen, 
ob man ein Produkt sicher bauen kann oder ob es unverantwortlich ist das 
Produkt auf die Anwender los zulassen. So eine scheißegal 
Kiffer-Mentalität ist da gar nicht gut.

Eine Vorstufe davon ist, wenn es "nur" um Geld geht oder andere Güter 
wie Privatsphäre oder Kulturgut.

Dann gibt es noch den Teil mit der gesellschaftlichen Verantwortung. 
Will ich Waffen bauen? Gentechnik? Atomkraftwerke? Überwachungstechnik? 
Will ich für den eigenen Geheimdienst arbeiten?

von Proletus protectus Troll (Gast)


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Natuerlich kriegst du's hin. Wenn nicht morgen, dann vielleicht 
uebermorgen. Oder in einem monat. Und dann hat's eben unerwartete 
Probleme gegeben, und Zusatzkosten.

Wie heisst es immer : Wir sind gut, wir sind super, wir haben tolle 
Arbeit geleistet. Wir sind ein grosses Stueck vorwaertsgekommen. Es 
bleiben noch ein paar Probleme. Wir brauchen nochmals eine Million, und 
nochmals ein Jahr.

von A. S. (achs)


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Entweder du bist tarifler (oder ATler), dann schuldest Du angemesse 
Arbeit, im Zweifel entscheidet da ein Richter.

Oder du bist leitender Angestellter mit Vertrag, dann schuldest du gar 
nichts.

von Heinrich (Gast)


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Achim S. schrieb:
> Entweder du bist tarifler (oder ATler), dann schuldest Du
> angemesse
> Arbeit, im Zweifel entscheidet da ein Richter.
>
> Oder du bist leitender Angestellter mit Vertrag, dann schuldest du gar
> nichts.

Schuld ist ein moralisch oder religiös aufgeladener Begriff, der in 
diesem Zusammenhang meines Ermessens nach wahrlich ungeeignet ist.

von Florian (Gast)


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Joe J. schrieb:
> Mich interessiert, wie die landläufige Meinung zum Thema Verantwortung
> übernehmen im Beruf ist.

In jedem Beruf übernimmt man zwangsweise Verantwortung solange man kein 
Politiker ist.

von oszi40 (Gast)


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Proletus protectus Troll schrieb:
> Wir sind ein grosses Stueck vorwaertsgekommen. Es
> bleiben noch ein paar Probleme. Wir brauchen nochmals eine Million, und
> nochmals ein Jahr.

Nicht alle Sachen sind so klein, daß man sie gleich überblicken kann. 
BER? Wir brauchen nochmals ...

von Manfred (Gast)


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Joe J. schrieb:
> Mein Gefühl bisher ist, dass nahezu immer der Satz
> "Kann ich/Mach ich/Krieg ich hin" erwartet wird.

Es kommt drauf an, was Du bist. In meiner Anfangszeit als 
Jungfacharbeiter hat der Vorgesetzte dafür gesorgt, mich einzuarbeiten / 
mich zu unterstützen.

Viele Jahre später wurde erwartet, dass ich Probleme eigenständig löse 
und ggfs. andere Mitarbeiter auf den Weg bringe - allerdings ein paar 
deutliche Entgeltgruppen höher.

von Sachbearbeiter (Gast)


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Bei der Übernahme von Verantwortung reduziert sich das Risiko mit 
steigender Beruf- und Lebenserfahrung.
Bist du Vorgesetzter und stehst vor der Entscheidung ein kritische 
Projekt für deine Gruppe oder Abteilung zu übernehmen sollte man nicht 
nur wissen wie es zeitlich aussieht sonder auch ob die Leute im Team der 
Anforderung gewachsen sind.
Haben die genug Fachkompetenz um sich zum einem den Aufgaben stellen zu 
können und bei Problemen ohne größere Schwierigkeiten sich neue 
Kompetenzen aneignen können?
Zu 90% kommt eine Zeit in der alle an ihre Grenzen kommen, sind deine 
Leute diesem mental gewachsen?
Kannst du erkennen wer am Limit ist und wem man Notfalls etwas aufs Auge 
drücken kann damit nicht einer komplett ausfällt.
Bist du selber dazu in der Lage das ganze zu steuern und mutest dir 
selbst das ganze zu?
Als Führungskraft gibst du immer mehr wie die anderen und musst Notfalls 
noch mehr geben.

Geht es dir um Einzelprojekte? Dann solltest du wissen ob deine 
fachliche Basis gut genug ist um den Großteil zu stemmen oder wenigstens 
groß genug um unbedenklich mehr Zeit für "lernen" investieren zu können.
Selbstverständlich musst du dir auch die Frage stellen ob du persönlich 
dazu in der Lage bist.

Grundsätzlich wird man aber nur besser wenn man gelitten hat. Wer seine 
Grenzen nicht kennt zockt immer.

"Kann ich/Mach ich/Krieg ich hin"
Ich finde nicht dass das immer erwartet wird. Erwartet wird eine Antwort 
die dem Vorgesetzten oder Chef hilft die Realität zu begreifen. Sind die 
Kompetenzen (noch) nicht da ist es für jeden hilfreich wenn man weiß 
wann und wo ungefähr Probleme auftreten werden. Die Antworten, ob 
positiv oder negativ muss man begründen können.


Joe J. schrieb:
> Das Probleme auftauchen auf dem Weg dahin, ist klar. Ich bin da oft
> zurückhalttender und das ist mir öfters mall auf die Füße gefallen.
>
> Ich halte das oft für die Wahl zwischen Cholera oder Pest. Denn haut das
> Vorhaben nicht hin, hat man ja einen Schuldigen. Ist wohl gängige Praxis
> so.

Nimm mal das letzte Projekt bei dem du dich geärgert hast in Gedanken 
heran. Überlege dir warum dich das so gestresst hat und weshalb dir 
vorher nicht klar war das dieser Stresspunkt kommt bzw. kommen kann.
Im zweiten Schritt kannst du dir überlegen warum du es nicht geschafft 
hast einen Plan B zu haben, schon vorab. Nicht im Detail aber im 
gröberen und wie du mit dieser gesammelten Erfahrung das nächste Projekt 
besser leiten kannst (für dich selbst oder ein Team)

von Manfred (Gast)


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Sachbearbeiter schrieb:
> "Kann ich/Mach ich/Krieg ich hin"
> Ich finde nicht dass das immer erwartet wird. Erwartet wird eine Antwort
> die dem Vorgesetzten oder Chef hilft die Realität zu begreifen.

Du kennst keine realen Chefs oder Firmeninhaber-Patriarche!

von A. S. (achs)


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Heinrich schrieb:
> Schuld ist ein moralisch oder religiös

Naja, der TO fragte nach der Bringschuld.

Eigentlich wollte ich auch sagen: Lauf los, die einzige Grenze ist dein 
Verstand! Du verlierst nicht deinen Job, wenn's nicht klappt. Du 
schuldest ihnen keine Wunder, aber wer nicht wagt ....

von Allesendaro (Gast)


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All zu oft tritt man anderen auf die Füsse! Wenn du was packst und was 
kannst, findet sich immer einer, dem das nicht passt und der dich 
bremst. War in allen meinen Firmen so!

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