Forum: HF, Funk und Felder IR-durchlässige EMV Dichtung


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von moewe (Gast)


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Hallo Zusammen,

ich habe mal eine recht spezielle Anfrage:
Kennt ihr ein Material was im IR-Bereich (8-14µm) durchlässig ist, 
jedoch eine gute Dämpfung bei HF (2,4GHz) besitzt?

Wenn möglich sollte es käuflich erwerbbar sein ;)
Habe schon an spezielles Glas mit dünnem Drahtgeflecht gedacht, finde 
aber nichts passendes. Leider sind Transmission/Dämpfung meist nicht in 
einem solch großen Bereich aufgetragen...

Grüße
Moewe

von Roland P. (pram)


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Irgendein Gitter. Vielleicht so was https://aaronia.de/abschirmung/

von Soul E. (Gast)


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Rohde & Schwarz hat in den Geräten mit Display metallisierte 
Abschirmgläser verbaut. Das Prinzip ist hier erklärt: 
http://www.bymm.de/documents/30/Displayglas_V1_4.pdf

Auf IR-Durchlässigkeit sind die aber vermutlich nicht optimiert.

von Max D. (max_d)


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Die Tür einer Mikrowelle ist einfach ein Drahtgitter und hält die ~1kW 
RF gut genug im Inneren, dass das 100 mW WLAN ein paar Meter weiter 
problemlos weiter funktioniert. Durch die Löcher in dem Gitter kannst du 
problemlos dein IR schicken.
Also entweder selber ein derartiges Gitter basteln oder einfach vom 
Schrott eine Mikrowelle schlachten.

von HF-Werkler (Gast)


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Hallo,
erkläre bitte erstmal, was du genau machen willst.
- Wie sieht der jetzige Aufbau aus?
- Woraus besteht die restliche Schirmung?
- Was für ein IR-Signal ist das?
- Wer /was nutz das IR-Signal?


Ev. wäre ja ein LWL geeignet, ein IR-Signal durch ein dünnes Loch in der 
Schirmung zum Empfänger zu führen.

von moewe (Gast)


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Danke schonmal für die Antworten :)

- Das Gittermaterial ist nett, aber wahrscheinlich zu dicht gewebt/zu 
breite "Fäden" um vernünftig die Infrarotstrahlung des dahinterliegenden 
zu messen.

- Die Ersatzscheibe von HTB sieht interessant aus. Vielleicht haben die 
ja was im IR-Bereich

- Eine Haushaltsmikrowelle wird wahrscheinlich kein IR-durchlässiges 
Glas verwenden...

Entschludigt, das war wohl zu implizit in der Ausgangsfrage: Es geht mir 
um eine IR-Messung hinter der Abschirmung, also keine digitale 
Datenübertragung über IrDA oder so.

von oszi40 (Gast)


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moewe schrieb:
> gute Dämpfung bei HF (2,4GHz) besitzt

Metall bedampftes Glas?
Halte zum Test die Auto-FB hinter ein solches Fenster.

von Max D. (max_d)


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moewe schrieb:
> - Eine Haushaltsmikrowelle wird wahrscheinlich kein IR-durchlässiges
> Glas verwenden...

Das Glas bei der MW ist nur Deko. Das Metallgitter hinter dem Glas 
schirmt die HF. Bei meiner ließe sich das Problemlos voneinander 
Trennen.

Wenn du aber über IR die Temperatur messen willst (wonach das Update 
klingt), dann wirst du mit allen Lösungen gewisse Probleme haben, weil 
immer der Schirm zumindest eine Abweichung verursacht. Die größten 
Chancen sähe ich mit einer höher auflösenden IR-Kamera hinter einem 
Gitter und der nachträglichen Selektierung der ungestörten Pixel.

von Michael K. (Gast)


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von moewe (Gast)


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oszi40 schrieb:
> Metall bedampftes Glas?
> Halte zum Test die Auto-FB hinter ein solches Fenster.

Prinzipiell auch mein erster Gedanke. Aber welches Glas mit welchen 
Metall? :P Ich dachte jeman hat vielleicht schon Erfahrungswerte damit.

Max D. schrieb:
> Wenn du aber über IR die Temperatur messen willst (wonach das Update
> klingt), dann wirst du mit allen Lösungen gewisse Probleme haben, weil
> immer der Schirm zumindest eine Abweichung verursacht. Die größten
> Chancen sähe ich mit einer höher auflösenden IR-Kamera hinter einem
> Gitter und der nachträglichen Selektierung der ungestörten Pixel.

Ja, ganz fehlerfrei wird es nicht sein, das ist mir bewusst. Dachte an 
ein sehr feines Drahtgeflecht mit relativ großen Lücken um den Fehler 
gering zu halten. Größenordnungsmäßig Lambda/10 einzuhalten sollte dich 
trotzdem möglich sein. Die "IR-Kamera" hat leider bloß einen Pixel ;) 
(Sensor)

Michael K. schrieb:
> 
https://hollandshielding.de/EMV-Fenster-EMI-Displays-und-leitf%C3%A4hige-transparente-Folien

Interessanter Link. Gut zu wissen was es alles gibt.

Prinzipiell bin ich gerade neugierig ob es da was gibt in diese 
Richtung. Auch unabhängig von meiner konkreten Anwendung. Hat jemand 
vielleicht Erfahrung mit der Schirmwirkung von (dotierten) Halbleitern? 
Laut https://www.vitron.de/Glossar/IR_Materialien.php sind da einige 
Materialien gut transparent im IR-Bereich.

von Wolfgang (Gast)


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moewe schrieb:
> Entschludigt, das war wohl zu implizit in der Ausgangsfrage: Es geht mir
> um eine IR-Messung hinter der Abschirmung, also keine digitale
> Datenübertragung über IrDA oder so.

Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen.
Wer im IR-Bereich von 8-14µm eine Datenübertragung vermutet, hat einfach 
nicht aufgepasst. Die gewöhnliche IR-Datenübertragung findet von der 
Wellenlänge knapp oberhalb des sichtbaren Lichtes statt, also meist 
unterhalb von 1µm, nicht im thermischen IR.

Für den Spektralbereich funktioniert Germanium relativ gut als optisches 
Fenster.

von Amateur (Gast)


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Wenn Du nur einen Pixel "beleuchten" willst/musst, sollte eine 
Blechplatte mit einem kleinen Loch, in der Größe wie bei einer 
Mikrowelle, ausreichen.

von Roland P. (pram)


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Soweit ich noch aus der FFW Übung mit der Wärmebildkamera weiß, ist Glas 
ein ausgezeichneter Reflektor für diese Art von IR Strahlung. Warum 
willst du überhaupt abschirmen. Könntest du die IR Kamera (oder was du 
auch immer hast) nicht in den 2,4 GHz "kontaminierten" Bereich veelagern 
und dann darum die Abschirmung?

von Wolfgang (Gast)


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Roland P. schrieb:
> Soweit ich noch aus der FFW Übung mit der Wärmebildkamera weiß, ist Glas
> ein ausgezeichneter Reflektor für diese Art von IR Strahlung.

Da tippe ich mal eher auf Absorber.

Der Oberflächenreflex auf Grund des Sprungs im Brechnungsindex macht bei 
senkrechtem Einfall nur wenige Prozent aus.

von Tobias P. (hubertus)


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moewe schrieb:
> Wenn möglich sollte es käuflich erwerbbar sein ;)
> Habe schon an spezielles Glas mit dünnem Drahtgeflecht gedacht, finde
> aber nichts passendes. Leider sind Transmission/Dämpfung meist nicht in
> einem solch großen Bereich aufgetragen...

ich habe auch mal so ein spezielles Fenster gebraucht. Es musste 2.45GHz 
abschirmen (Magnetron, einige kW) und dennoch für eine Kamera 
transparent sein. Habe ein Fenster von hier bezogen

https://hollandshielding.com/EMC-windows-EMI-displays-conductive-transparent-sheets

Weiss aber nicht mehr wie teuer es war. Auf jeden Fall musste ich später 
noch eine 2. Kamera woanders installieren. Ich habe dann ein Lochblech 
benutzt und hab die Kamera durch eins der Löcher gucken lassen ;-)

von Reinhard S. (rezz)


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HF-Werkler schrieb:
> - Was für ein IR-Signal ist das?
> - Wer /was nutz das IR-Signal?

Pyrometrie, berühungslose Temperaturmessung.

von Florian R. (Firma: TU Wien) (frist)


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Hi Reinhard

> Pyrometrie, berühungslose Temperaturmessung.

In diesem Fall darf da aber kein Glas sein, das ist für fernes IR 
transparent. Du würdest nur die Temperatur des Glases messen. Das 
Fenster muss aus Zinkselenid oder Germanium sein. Bei ZnSe muss dann 
noch das passende Gitter dazu, bei Germanium schirmt das vielleicht 
schon genug ab.

Geht
Flo

von Bernhard S. (gmb)


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moewe schrieb:
> Kennt ihr ein Material was im IR-Bereich (8-14µm) durchlässig ist,
> jedoch eine gute Dämpfung bei HF (2,4GHz) besitzt?

Montiere ein kleines Röhrchen aus Kupferfolie, durch das du mit der IR 
Kamera hindurchschauen kannst. Der Durchmesser muss deutlich weniger als 
eine halbe Wellenlänge betragen und die Länge ein paar Zentimeter. Dann 
ist die Dämpfung für durch das Röhrchen tretende HF außerordentlich 
hoch.

Du hast dann quasi einen Hohlleiter, der wegen seiner Abmessungen deine 
HF noch nicht leiten kann.

Der Rest des Gehäuses kann dann massiv Metall sein.

Dieses Prinzip ist als Wabenfilter bekannt und wird gerne z.B. dort 
eingesetzt, wo man hohe HF Dämpfung braucht aber Luftstrom erlauben 
möchte.

von nachtmix (Gast)


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Für den Bereich des thermischen IR stehen auch Lichtleitfasern zur 
Verfügung, z.B.: 
http://pdf.directindustry.de/pdf/micro-controle-spectra-physics/infrarot-fasern/7436-140206.html

von Wolfgang (Gast)


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Bernhard S. schrieb:
> Montiere ein kleines Röhrchen aus Kupferfolie, durch das du mit der IR
> Kamera hindurchschauen kannst. Der Durchmesser muss deutlich weniger als
> eine halbe Wellenlänge betragen und die Länge ein paar Zentimeter. Dann
> ist die Dämpfung für durch das Röhrchen tretende HF außerordentlich
> hoch.

Das funktioniert allerdings nur so lange, wie der Öffnungswinkel der 
Kamera so klein ist, dass durch das Röhrchen keine störende 
Vignettierung stattfindet.

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