Bergsteigen mit 30 beginnen?

Gast #5500461
Random .. schrieb:
> Hängt von deiner Fitness ab. Fang doch erstmal klein an, mit
> Klettersteigen B bis F.
> Ausrüstung: Gehe in einen Outdoorladen, lasse dich dort beraten und
> kaufe dann dort!
>
> Ich bin mit ca. 35 angefangen, alpin zu klettern (Klettersteige) :-)
>
> Ansonsten empfehle ich dir den Walter Laserer, der macht solche Touren
> mit Gästen:
> https://www.laserer-alpin.at/

Cool danke für die Info!
Beitrag #5500464 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5500535
Aufsteiger schrieb:
> um z.B. mal alle Seven Summits zu besteigen?

LOL Da will offenbar jemand hoch hinaus. Welcher Kontinent darfs
denn sein? Vielleicht zunächst mal die Seven Summits in Asien?


Random .. schrieb:
> Hängt von deiner Fitness ab. Fang doch erstmal klein an

Vernünftiger Vorschlag! Empfehlenswert und für Anfänger gut geeignet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Erhebungen_in_Schleswig-Holstein
Gast #5500616
Aufsteiger schrieb:
> Hallo,
>
> ist man mit 30 schon zu alt, um noch mit Bergsteigen zu beginnen? Also
> richtig, um z.B. mal alle Seven Summits zu besteigen?
>
> Viele Grüße

Nein, es ist nicht zu spät. Aber laß Dir Zeit und gewinne erst einmal 
Erfahrung...

Und auch wenn Du nicht alle 7 Summits schaffst - es gibt viele 
Bergtouren  die entspannter, ebenso schön und vor allem weniger dem 
Leben abträglich sind und dennoch aufregend und... erholsam sind.

Denn eins wirst Du gaaaaaanz schnell lernen müssen: Ehrgeiz kann in den 
Bergen recht schnell tödlich sein (kein Scherz). Ich hab schon zu oft 
Leute von Steinen  quasi wieder heruntergekratzt - und nein, das ist 
nicht lustig.



Nur so eine sehr sehr kleine Auswahl von anderen Wegen:

Karnischer Höhenweg
Großvenediger Runde (Helm nicht vergessen, der ist bei einigen Scharten 
wichtig)
Zillertaler Höhenweg (mit besonderer Beachtung der Berliner Hütte)
Durchquerung des Toten Gebirges von Berchtesgaden nach Saalfelden (gut 
mit der Bahn erreichbar)
der entspannte Nordwaldkammweg entlang der Grenze 
Bayern/Oberösterreich/CZ...


Viel Glück
#5501977
MiWi schrieb:
> Ich hab schon zu oft
> Leute von Steinen  quasi wieder heruntergekratzt - und nein, das ist
> nicht lustig.

Ich nehme mal an, Du bist bei der Bergrettung oder ähnlichem...


War so 1990 im Großglockner Gebiet, da waren es in einer Woche
5 Tote durch Steinschlag oder Absturz...

Der Hubschrauber war an der Tagesordnung, auch Abstürze in
Gletscherspalten usw...
Gast #5502056
Mani W. schrieb:
> MiWi schrieb:
>> Ich hab schon zu oft
>> Leute von Steinen  quasi wieder heruntergekratzt - und nein, das ist
>> nicht lustig.
>
> Ich nehme mal an, Du bist bei der Bergrettung oder ähnlichem...
>
>

ich war dabei, jetzt nicht mehr weil nun in relativ bergloser Gegend 
wohnend.


Und - leider gehen inzwischen viele Leute, die viel Geld in Ausrüstung 
aber kein Geld in Ausbildung investiert haben.
 .
Es mag ja sein, das relativ gesehen (Unfälle/Bergsteier pro Jahr) 
weniger passiert, doch absolut sind die Kollegen von einst öfter 
unterwegs als vor 20 Jahren.


MiWi
#5502890
Mani W. schrieb:
> Der Hubschrauber war an der Tagesordnung

Ich habe von der ehemaligen "Hoffmannshütte", gegenüber des
Großglockners einmal erleben dürfen, was so alles geschehen kann...

Von mir aus rechts gesehen neben der Pallavicinirinne, wo
gewisse "Wahnsinnige" den 55 Grad steilen Hang mit Schiern fast bis
zu Klippe fahren...

Da gingen 3 Alpnisten daneben hinunter, einen traf ein großer
Stein am Fuß, der konnte nicht mehr weiter...

Der Hubschrauber kam, blieb über einem Eis/Schneebrett etwa einen
halben Meter darüber stehen und lud den Verletzten ein, flog
wahrscheinlich nach Villach ins UKH, nach 10 Minuten wieder da und
die Unverletzten zwei stiegen ein...

Der Hubschrauber war noch in Sichtweite, als es einen ordentlichen
"Kracher" gab, und genau dort, wo die 3 Alpinisten noch gestanden
hatten mit verletztem Kollegen, brach das ganze Eis einfach von der
Felswand ab, mehrere tausend Kubikmeter sind da einfach abgegangen,
offensichtlich losgelöst durch den Hubschrauber, der aber nicht
aufgesetzt hat an dieser Stelle...

Werde ich mein Leben lang nie vergessen, wie knapp diese Menschen
dem sicheren Tod entgangen sind!
Gast #5505876
Mani W. schrieb:
> MiWi schrieb:
>> Es mag ja sein, das relativ gesehen (Unfälle/Bergsteier pro Jahr)
>> weniger passiert, doch absolut sind die Kollegen von einst öfter
>> unterwegs als vor 20 Jahren.
>
> Die "Schlapfenwanderer", die mit Stöckelschuhen und ohne Jacke sind
> wohl noch mehr geworden?

Die Halbschuhgeher sind weniger geworden - zumindest dort wo ich gehe, 
denn gutes Schuhwerk ist heute kein Problem, nicht so wie früher. Das, 
was mehr geworden ist sind die, die tiptop ausgerüstet sind und dennoch 
defakto keine Ahnung haben das eine Regenjacke kein moderner Regenzauber 
ist und das GPS in den Bergen nix hilft wenn die Sichtweite nur noch 20m 
beträgt, der Akku leer ist und der Weg auf dem grauen Felsen nicht 
erkennbar ist... (Steinernes Meer, wenn es wer kennt).

Oder die vollkommen erschöpft oben ankommen und keine Kraft mehr haben 
wieder hinunterzugehen sondern eher hinunterkullern. Da hilft keine 
Ausrüstung, um das zu verstehen braucht es ganz banale und durch nichts 
zu ersetzende Erfahrung....

Oder die, die hinaufmüssen und nicht verstehen das es nicht wichtig ist 
oben  sondern gesund wieder unten anzukommen und das man dazu dann halt 
auch einmal abbrechen muß.

Was ich auch deutlich mehr beobachte sind - meistens etwas ältere - 
Männer, die ihre Frauen in die Berge mitschleppen, jedoch selber keine 
besondera ausgeprägte Ahnung haben und dann dort, wo es vielleicht ein 
bischen kribbelig ist die Frauen zur Sau machen weil sie ihre eigenen 
Ängste nicht im Griff haben. Nicht nur einmal erlebt... und auch 
interveniert...

Aber egal, ich denke der TO weiß schon was er zu lernen hat...

MiWi
#5507365
Le X. schrieb:
> Wie ist das eigentlich wenn man ständig erzählen muss was andere
> Menschen alles so falsch machen?
> Fühlt man sich danach irgendwie besser?

Am Berg schon!

Roland E. schrieb:
> Die natürliche Auslese regelt so etwas im Allgemeinen völlig
> selbstständig.

Darf man dann nicht mehr hinweisen auf die Gefahren?

In 2500 Metern ist auch im Juli/August Schneefall möglich,
auch am Nachmittag...

Man sieht ja nicht, was sich hinter dem Berg zusammenbraut,
und weil es so schön warm ist, geht man dann nur mit Leiberl
und Turnschuhen dahin, und dann ist schnell Schluss mit Lustig,
dann dürfen die Bergretter und Hubschrauber ausrücken unter
eigener Gefahr für das Leben...

Selbst ein kleiner Stein mit 2 Zentimetern schlägt dann ein
Loch in den Kopf, wenn der von oben im freien Fall daher kommt...

Felsstürze, vor allem bei Regen, sind keine Seltenheit, ebenso
wie plötzlich auftretender Nebel, wo man keine 3 Meter weit sieht...


Viele von den Helfern (freiwillig und ehrenamtlich) mussten schon
ihr Leben lassen, weil
sie andere retten wollten, und diese haben auch Familien...

Das muss man würdigen und nicht irgendwie daher quatschen!
#5508651
MiWi schrieb:
> eine Regenjacke kein moderner Regenzauber
> ist und das GPS in den Bergen nix hilft wenn die Sichtweite nur noch 20m
> beträgt, der Akku leer ist und der Weg auf dem grauen Felsen nicht
> erkennbar ist... (Steinernes Meer, wenn es wer kennt).

Ja. Damals haben wir noch Karten aus Papier und kleine runde Dinger mit 
Magnetnadeln benutzt.

Roland E. schrieb:
> Die natürliche Auslese regelt so etwas im Allgemeinen völlig
> selbstständig.

Sieht aber auch blöd aus wenn man dann bei gutem Wetter durch das 
Steinerne Meer wandert und die liegen dann dort überall rum.

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