Hallo Leute, hab mir ein Lernpaket von Franzis besorgt und bin nur mehr
am herumbasteln. Mir ist nur unklar wieso sich eine LED den
Spannungsabfall selber einteilt. Ich habe vorhin einen Stromkreis
aufgebaut mit vorwiederstand und roter Led. 20mA Strom bei einem
Spannungsabfall an der Led von 1,8 V. Versorgt wurde von einer 9V
Blockbatterie.
Alles Super, jetzt habe ich die rote Led gegen eine grüne getauscht, der
spannungsabfall an der Led war 2,6V. Doch wieso bleibt es nicht bei den
1,8V, ich hab ja so den Vorwiderstand berechnet indem ich von den 1,8
ausgegangen bin.
Lg
Stefan schrieb:> der spannungsabfall an der Led war 2,6V. Doch wieso bleibt es nicht bei> den 1,8V, ich hab ja so den Vorwiderstand berechnet
Und jetzt kannst du wieder den Strom durch die LED ausrechnen: der ist
jetzt um ca 10% geringer...
Stefan schrieb:> Alles Super, jetzt habe ich die rote Led gegen eine grüne getauscht, der> spannungsabfall an der Led war 2,6V. Doch wieso bleibt es nicht bei den> 1,8V,
Das hängt mit der Energie zusammen, die man für die Erzeugung
der Photonen braucht. Je kurzwelliger das Licht ist, desto
höher ist die benötigte Energie. Gemessen wird diese Energie
in Elektronenvolt. Und siehe da: Diese wellenlägenabhängigen
Elektronenvolt entsprechen in etwa der Mindestspannung in V,
die man anlegen muss, damit die LED gerade zu leuchten beginnt.
Stefan schrieb:> Mir ist nur unklar wieso sich eine LED den> Spannungsabfall selber einteilt
Ist dir genau so unklar, wieso sich bei einer an einer Spannung
hängenden Glühlampe der Strom von selber einstellt ?
Weisst du warum die Glühlampe an einer mit 16A angesicherten Leitung
nicht 16A zieht sondern (bei 46W an 230V) nur 0.2A ?
Dann sollte doch auch klar sein, warum die LED an einer Stromquelle
selbst bestimmt, welche Spannung sie benötigt.
Keine Ahnung, warum Leute so ein Problem damit haben, wenn es nötig ist
einfach mal Strom und Spannung von der Bedeutung her zu vertauschen.
Die allgemeine Frage, warum 2 Bauteile hintereinander in einer Leitung
zu einem aufteilen der Spannung führen, und woher das eine Bauteil weiss
wie viel Spannung das andere braucht damit es weiss welcher Rest für es
übrig bleibt, bzw. wie sie das andere Bauteil dazu zwingt etwas von
seiner Spannung abzugeben, ist nicht so einfach, es hat mit
Wellenwiderstand und hin und herlaufender Welle zu tun. Aber es ist
derselbe Mechanismus, mit dem ein Wasserschlauch sich darauf einstellt,
wie viel und wie schnell das Wasser fliesst.
http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#N
Stefan schrieb:
>Mir ist nur unklar wieso sich eine LED den>Spannungsabfall selber einteilt.
Eine LED ist eine Diode, und die verhält sich so
wie jede andere Diode auch, die nicht zum Lichterzeugen
hergestellt ist. Die Kennlinie ist nichtlinear,
im Gegensatz zu einem Widerstand, da ist die
Kennlinie linear. Immer wieder wollen Leute, die LED
wie einen linearen Widerstand benutzen, was aber nicht
geht. Dies ist denen aber nur schwer begreiflich
zu machen. Da gibt es hier im Forum schon hunderte
Beispiele.
Eine Glühbirne versorgst du ja mit der Betriebsspannung und sie bestimmt
den Strom den sie braucht. Hier hast du eine Schaltung und die Led nimmt
sich eine Spannung die ihr recht ist obwohl ich ja alles berechnet habe
für eine Spannung von 1,8V (weil vorher rot). Das ist mir unklar, wenn
ich schon bestimme das die LED 1,8V bekommen soll warum fällst dann bei
der grünen 2,6V ab.
Stefan schrieb:
>Das ist mir unklar, wenn>ich schon bestimme das die LED 1,8V bekommen soll warum fällst dann bei>der grünen 2,6V ab.
Weil unterhalb 2,6V bei der grünen LED so gut wie kein Strom
fließt. Wenn durch einen Vorwiderstand kein Strom fließt,
gibt es an ihm auch kein Spannungsabfall. Schalte mal
dein Voltmeter parallel zur LED und trenne dann die LED
auf, und schau was dein Voltmeter nun anzeigt.
Genau,geplant war eine rote Led mit 1,8V Durchflussspannung. Hab somit
einen Strom von 20mA angenommen und so den Vorwiderstand berechnet. Hab
dann als Test eine Grüne Led hergenommen und siehe da auf dieser fällt
2,6V ab.
Stefan schrieb:> Genau,geplant war eine rote Led mit 1,8V Durchflussspannung. Hab> somit> einen Strom von 20mA angenommen und so den Vorwiderstand berechnet. Hab> dann als Test eine Grüne Led hergenommen und siehe da auf dieser fällt> 2,6V ab.
Weil das deren Durchflußspannung ist.
Stefan schrieb:> Alles Super, jetzt habe ich die rote Led gegen eine grüne getauscht, der> spannungsabfall an der Led war 2,6V. Doch wieso bleibt es nicht bei den> 1,8V
Ich habe etwas ähnliches beobachtet: NiMH gegen Li-Ion getauscht, und
die Spannung ist größer.
Stefan schrieb:
>Hab>dann als Test eine Grüne Led hergenommen und siehe da auf dieser fällt>2,6V ab.
Weil die LED die die Spannung bestimmt. Schalte zwei
grüne in Reihe dann hast du 5,2V, mache einen Kurzschluß,
dann hast du 0V, setze statt der LED eine Si-Gleichrichterdiode
ein, dann hast du 0,7V , zwei Gleichrichterdioden in Reihe,
dann hast du 1,4V.
Danke für die Antworten, ich habs verstanden. Wenn jetzt aber am
Widerstand weniger Spannung abfällt dann fließt lt. I=U/R auch in der
Gesamtschaltung weniger Strom ?
Stefan schrieb:> Mir ist nur unklar wieso sich eine LED den> Spannungsabfall selber einteilt.Günter Lenz schrieb:> Weil die LED die die Spannung bestimmt.
Super Antwort!!!
Damit bist du der Gewinner des heutigen Abends und darfst so viele
Klaviere mit nach Hause nehmen, wie du in einer Hand tragen kannst...
-YMMD-
@ Stefan (Gast)
>Danke für die Antworten, ich habs verstanden. Wenn jetzt aber am>Widerstand weniger Spannung abfällt dann fließt lt. I=U/R auch in der>Gesamtschaltung weniger Strom ?
Ja. Aber da deine Speisespannung 9V ist, ist die relative Änderung
gering.
Wegen dieses Verhalten der LEDs kann man sie auch
als einfachen Parallelspannungskonstanthalter benutzen.
Das Konstanthalten ist zwar nicht besonders gut,
die Kennlinie müßte dann beim Stromeinsatz sehr, sehr
steil sein. Es gibt Beispiele in Bastelbüchern, da
wurden sie in Schaltungen zum Spannungsregeln benutzt,
quasi als ersatz fur Z-Dioden. Die Roten oder
Infraroten sind hierbei besser geeignet.
Stefan schrieb:> Wenn jetzt aber am Widerstand weniger Spannung abfällt dann fließt lt.> I=U/R auch in der Gesamtschaltung weniger Strom ?
Richtig, ich muss mich hier offenbar selbst zitieren, mein Post ganz
oben war offenbar zu gut versteckt,
denn Lothar M. schrieb:>>> Und jetzt kannst du wieder den Strom durch die LED ausrechnen: der ist>>> jetzt um ca 10% geringer...
> Mir ist nur unklar wieso sich eine LED den> Spannungsabfall selber einteilt.
Andersrum geht es auch:
Man kann sehr wohl eine LED auch mit konstanter Spannung betreiben,
dann stellt sich auch ein der Kennlinie entsprechender Strom ein.
Nur ist das nicht zweckmässig ...
(In einer Billig-Solar-Gartenleuchte fand ich mal zwei LED "hart"
parallelgeschaltet, was man ja eigentlich NICHT tun sollte;
die leuchteten ca. gleichhell.)
Elektrofan schrieb:> Man kann sehr wohl eine LED auch mit konstanter Spannung betreiben,> dann stellt sich auch ein der Kennlinie entsprechender Strom ein.> Nur ist das nicht zweckmässig ...
Nur daß die Kennlinie bzgl. der Durchlassspannung nur den gemittelten
Werten vieler Leds bei einer bestimmten Temperatur entspricht. Die
einzelne Led kann durch Fertigungstoleranzen und andere Temperaturen von
dieser flachen Kennlinie so stark abweichen, daß du auf einmal den
halben oder doppelten Strom hast den du laut Kennline eigentlich haben
willst.
Und genau aus diesem Grund macht das niemand ausser nicht lernfähigen
Bastlern. Die werden aber nicht müde das immer und immer wieder zu
wiederholen und damit Anfänger zu verwirren.
:-(
Elektrofan schrieb:> (In einer Billig-Solar-Gartenleuchte fand ich mal zwei LED "hart"> parallelgeschaltet, was man ja eigentlich NICHT tun sollte;> die leuchteten ca. gleichhell.)
Oder eher gleichdunkel, die funzeln doch wohl meist nur im µA-Bereich.