sabber schrieb:
> Es gäbe einen Tarif auf dem Facebook trafic kostenfrei ist.
Könnt ihr die Finger von so Blödsinn lassen? Kümmert ein solch
fundamentaler Verstoss gegen Netzneutralität[1] eigentlich sonst keinen
in Europa?
Um dem Provider vorzumachen, man wäre mit jemand anderem Verbunden als
man ist, muss man wissen, worauf diese dabei machen. Ich sehe da 4
Möglichkeiten:
a) Der Provider könnte die TLS SNI Information auslesen, die der
Client beim Verbindungsaufbau sendet.
b) Der Provider könnte die IP-Ranges, die Facebook gehören, zur
erkennung gehören.
c) Kann das Zertifikat, das der Server zurück sendet, noch abgegriffen
werden? Ich glaube zwar nicht, habe aber nicht nachgesehen. Dann könnte
der Provider darüber noch erkennen, zu wem man sich verbunden hat.
d) Der Provider könnte den DNS Eintrag, den seine DNS Server für
Facebook zurück gibt, fälschen, weil die heutigen Clients meist kein
DNSSEC machen. Dadurch könnten sie die Packete an eine Addresse in ihrem
lokalen Netz senden, und von da aus per NAT an das eigentliche Ziel. Das
ist die einfachste Variante, erfordert aber, dass man entweder die DNS
des Providers nutzt, oder der Provider alle DNS Abfragen per NAT auf den
eigenen DNS Server umleitet. Falls aber irgendwann DNSSEC oder
DNS-over-TLS oder DNS-over-HTTPS sich durchsetzen sollte, wird das
nichtmehr gehen.
Variante a ist relativ einfach, aber kann einfach umgangen werden. Man
braucht nur einen Proxy Server, zu dem man sich mit TLS verbindet, aber
fälscht dabei den SNI Eintrag.
Für b, c und d müsste es auf der Zielseite etwas geben, das man als
Proxy verwenden kann.
Falls c möglich ist, könnte man in dem Fall noch schauen, ob man Zugriff
auf einen Server unter dem IP-Range bekommt, was aber selten der Fall
ist.
1) https://de.wikipedia.org/wiki/Netzneutralit%C3%A4t