Doppelseitige Platinen belichten

Gast #5510052
Schönen guten Tag Freunde der Elektronik!

1)
Nächste Woche will ich meine erste doppelseitige Platine belichten. 
Würde es reichen, wenn die beiden Filme für Unter- und Oberseite an 
einer Seite zusammengeklebt wären, damit die Bohrlöcher exakt 
übereinander liegen bleiben, so daß ich nur noch die Platine dazwischen 
schieben muss? Wenn nein, welche Maßnahmen würdet ihr vorschlagen, damit 
es keine versetzten Bohrlöcher gibt?

2) Aufgrund der Kreativität unserer neuen Fachkräfte kommt man schwer an 
Aceton ran zum Entschichten der Platinen. Funktioniert auch das 
acetonfreie Zeug (Nagellackentferner)?

Herzliche Grüße

Uwe
Gast
Interessant Marc, danke! Allerdings eine große Menge, werde mal schauen,
ob es kleinere Einheiten gibt. Allerdings befürchte ich, daß ich wie bei 
Reichelt eine Kopie des Personalausweises erst senden muss, als ich vor 
kurzem etwa 600g Packung Natriumpersulfat gekauft hatte. Da musste ich 
auch schriftlich bestätigen, daß ich es nur für Platinen verwende. Was 
ich denen daraufhin zurück schrieb, veröffentliche ich besser nicht, 
sonst wird hier wieder traditionell gelöscht. Bei 5l Aceton befürchte 
ich, daß das SEK mein Haus stürmt, denn mit Aceton kann man den 
Sprengstoff Apex brauen, und mit 5 l eine ganze Menge.....
BG

Uwe
Zweiseiten verkleben, so ne Art Tasche bilden. Abstand der Klebekante 
zur Platine etwa 1,5-2xPCB Dicke. PCB nicht mit kraft an die Kanten 
drücken, keine Knicke in der Folie bilden. Sanfter, gleichmäßiger 
zusammenlauf der Folien. Ich fixiere das in ner Tüte und Unterdruck 
aus einer umgebauten Aquarienpumpe.
Geht mit etwas Übung locker bis Euroformat.

Entschichtet wird wie empfohlen mit Natronlauge (Rohrfrei) oder 
konzentriertem Entwickler.
Wenn du das Material nicht selbst beschichtest, sehe ich keine wirkliche 
Anwendung für Aceton.
Gast
Uwe schrieb:
> an
> einer Seite zusammengeklebt wären, damit die Bohrlöcher exakt
> übereinander liegen bleiben

Das ist soweit ok, aber vermutlich wirst du nicht die Möglichkeit haben, 
beide Seiten zugleich zu belichten - also musst du noch dafür sorgen, 
dass sich die Platine nicht verschieben kann, bis beide Seiten belichtet 
sind. Z.B. mit Tesafilm.

Für die Tasche ist es ideal, zwischen die Filme einen Streifen 
Basismaterial einzukleben, dann haben die Filme den richtigen Abstand.

Georg
Gast
Stimmt Georg, danke für den Tipp, denn ich kann natürlich nicht von
beiden Seiten gleichzeitig belichten. Also am besten eine Art Tasche 
bilden und die beiden Platineseiten mit den Filmen verkleben, damit sich 
nichts meht bewegt?
Gruß

Uwe
Gast
Danke Teo für den Tipp! Ich hatte in den 70er Jahren mit Positiv 20 
Spray gearbeitet (damals mit ca. 5 DM saubillig, heute rechnet es sich 
nicht mehr), daher musste ich Aceton anwenden. Dachte, der Lack auf den 
Bungard Platinen wäre das gleiche Zeug. Ok, dann nehme ich reines 
Ätznatron (NaOH), das Zeug stinkt wenigstens nicht, aber die Augen 
sollte man schützen.
Gruß

Uwe
Uwe schrieb:
> Würde es reichen, wenn die beiden Filme für Unter- und Oberseite an
> einer Seite zusammengeklebt wären, damit die Bohrlöcher exakt
> übereinander liegen bleiben, so daß ich nur noch die Platine dazwischen
> schieben muss? Wenn nein, welche Maßnahmen würdet ihr vorschlagen, damit
> es keine versetzten Bohrlöcher gibt?

Statt Kleben geht evtl. auch Tackern. Bei meinen Overheadfolien für 
Tintenstrahldrucker hält das sehr gut, mit drei Tackern an einer Seite 
kann man die Folien praktisch nicht mehr gegeneinander verschieben.

Egal ob kleben oder Tackern, achte darauf dass Du ein paar Zentimeter 
Abstand zum Rand des Layouts hast, zumindest wenn Du kein Basismaterial 
als Abstandshalter zwischen die Folien legst.

Letzteres - Basismaterial als Abstandshalter bzw. Taschenmethode - hat 
bei mir nie zufriedenstellend geklappt. Zu viel Gefummel, und spätestens 
beim umdrehen, um die zweite Seite zu belichten, ist dann doch wieder 
was verrutscht. Ich habs dann irgendwann gelassen und Tackere die Folien 
seit dem ohne Abstandshalter zusammen. Vom Glaser hab ich mir zwei 
Glasplatten zuschneiden und bohren lassen, da kommt die Platine inkl. 
Folien dazwischen, dann wird das ganze mit vier Teflonschrauben 
verschraubt. Da verrutscht nichts mehr.

Viel Erfolg!
Gast
Warum druckst du nicht beide Layouts auf
eine Folie und machst um jedes Layout einen
Rahmen. Dort kannst du dann die Platine anlegen
und hast es genau übereinander.
Uwe schrieb:
> Aufgrund der Kreativität unserer neuen Fachkräfte

Uwe H. schrieb:
> Bei 5l Aceton befürchte
> ich, daß das SEK mein Haus stürmt

Willst Du hier Antworten, oder willst Du nur Dein Nazigewäsch loswerden?

Du musst die Schicht nicht mit Aceton abwaschen. Ist eh nicht gut für 
die Gehirnzellen. Andererseits scheint mir da keine große Gefahr zu 
bestehen.
Gast
Klaus schrieb:
> Warum druckst du nicht beide Layouts auf
> eine Folie und machst um jedes Layout einen
> Rahmen.

Klaus, klingt im Ansatz sehr gut, aber wie bekomme ich die Rahmen so 
genau hin, daß es zu keiner Verschiebung kommt?
Gast
Karl K. schrieb:
> Bei 5l Aceton befürchte
>> ich, daß das SEK mein Haus stürmt
>
> Willst Du hier Antworten, oder willst Du nur Dein Nazigewäsch loswerden?
>
> Du musst die Schicht nicht mit Aceton abwaschen. Ist eh nicht gut für
> die Gehirnzellen. Andererseits scheint mir da keine große Gefahr zu
> bestehen.


Karl, das sind keine Märchen von mir, sondern leider Realität! Damit 
solche Realitätsverweigerer wie du wach werden, hier das Nazigewäsch des 
Hamburger Abendblattes: 
https://www.abendblatt.de/region/mecklenburg-vorpommern/article212400719/SEK-fasst-Terrorverdaechtigen-Durchsuchungen-in-Hamburg.html.

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