Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Treiber für LED ersetzen?


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von R. M. (blindniete)


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Hallo,

vor einer Weile habe ich mir diese Leuchten 
(http://www.dx.com/p/ywxlight-e27-25w-130-5736-smd-led-cold-white-light-corn-bulb-lamp-513083) 
zugelegt.
Helligkeit und Lichtfarbe haben mir gut gefallen.
Nach ca. 3 Wochen fing die erste Leuchte an zu flackern und eine Woche 
später blieb sie dunkel. Nach 2 Monaten waren bereits 2 ausgefallen und 
nach 3 Monaten fängt auch die dritte an zu flackern.
Irgendwie nicht so dolle.

Inzwischen habe ich eine aufgemacht und festgestellt, dass im Sockel ein 
Buck-Treiber mit einem CS6583 
(http://www.crmicro.com/Home/product/icdevice/leddriver/ledlighting/201409/t20140902_309450.html) 
werkelt. Gleichrichter ist eine MB10F. Elkos gibt es einen 15uF/400V und 
2u2/400V. Als Diode wurde eine ES1J verbaut.
Hier gibt es noch ein Video dazu: 
https://www.youtube.com/watch?v=8uSO68AK9iw

Soweit so einfach.

Ich vermute, dass der Treiber ein thermisches Problem hat.
Was könnte ich tun, um die Leuchten wieder (langfristig) zu betreiben?
Wie gesagt, die Lichtfarbe und -menge gefällt mir gut.

Der Treiber erscheint mir auf den ersten Blick einfach und robust. Dies 
scheint allerdings nur theoretisch zu stimmen.
Warum fallen die Leuchten so schnell aus?
Was stimmt da nicht?

: Verschoben durch Moderator
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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R. M. schrieb:
> Warum fallen die Leuchten so schnell aus?

Im Allgemeinen ist es nicht der Treiber, sondern eine der LEDs selber. 
Mit 4V und einem Vorwiderstand von 50-100 Ohm sollte man mal die LEDs 
einzeln mit 2 Drahtenden auf Funktion überprüfen und sich die LED mal 
genau anschauen. Oft sieht man einen winzigen schwarzen Punkt auf dem 
Chip bei defekten LED.

> Was stimmt da nicht?

Um sie möglichst hell erscheinen zu lassen, stellt der Hersteller den 
Treiber auf zu viel Strom für die LED Kette ein und sorgt so dafür, das 
die LED zu warm werden. Mit dem Datenblatt des Chips und dem Wert für 
den Shunt daneben kann man mal überprüfen, auf wieviel Strom eingestellt 
wurde.

von Klaus R. (klaus2)


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7.16 euro? Muuuhaha. Abzocke. Prüfe nach den Leds unbedingt auch beide 
Elkos bzw tausche diese direkt und schaue nach kalten Lötstellen!

Klaus.

von J. S. (pbr85)


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Ich würde mal behaupten, dass die Lampe einfach thermisch falsch 
dimensioniert ist.

Die besten erhältlichen weißen LEDs erreichen beim Binningstrom ~70% 
(~220lm/W bei 80er Farbwiedergabe)Wirkungsgrad, aber das ist wie gesagt 
absolute Topware bei guter Kühlung und fern vom Maximalstrom.

Welche LEDs sind dort verbaut? Man kann da etwa mit ~30% Wirkungsgrad 
rechnen, macht also bei 25W Pel ~18W Pth, was das kleine und nicht grad 
optimal konstruierte Gehäuse NIEMALS wegkühlen kann bei einem 
annehmbaren Delta-T.

Die Chips der LEDs brutzeln also mit Sicherheit bei weit über 100°C und 
das ist für die Lebensdauer und den Wirkungsgrad, der bei diesen 
Temperaturen noch weiter in den Keller geht, einfach nicht gut. Wenn 
dann noch andere Fehler hinzukommen ...

Lange Rede kurzer Sinn: Lieber nach einer anderen Lampe umschauen oder 
diese mit einem anderen Treiber mit der Hälfte der Leistung oder so 
betreiben.

: Bearbeitet durch User
von Klaus R. (klaus2)


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Du kannst aber die defekte Led brücken und den 1R8 Widerstand auf 2R5 
ändern um die Leistung dtl zu reduzieren...das fällt RELATIV nicht so 
stark auf und entspannt die Situation dtl.

Klaus.

von R. M. (blindniete)


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Guten Morgen,

danke für Eure Einschätzungen und Erklärungen.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich auch den Verdacht auf eine 
thermische Fehlkonstruktion hatte.
Dass die LEDs als erste ausfallen hätte ich jedoch nicht gedacht.

Werde also mal über recycling nachdenken. Zumal die Leuchte ja 
suboptimal ist, da nur die Hälfte vom Licht wirklich da ankommt, wo man 
es haben möchte.

Werde die Leuchte also unter Lehrgeld abbuchen und in den Bastelfundus 
überführen.
Was die Änderungstips zum Treiber angeht, so kann ich den Tausch des 1R8 
nachvollziehen, nicht aber, warum ich sofort die Elkos tauschen sollte. 
Die sind bis 105° zugelassen und weisen keine Wölbung o.ä. auf ...

Danke.

von Dieter (Gast)


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Das Flackern vor dem Ausfall weißt darauf hin, dass die Elkos auch 
bereits nachgelassen haben. Mit niedrigerem Strom hat man zwar wieder 
etwas "Zeit" gewonnen, aber die Elkos werden noch mehr nachlassen und 
dann wird es wieder flackern und aus gehen.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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R. M. schrieb:
> warum ich sofort die Elkos tauschen sollte.

Die Netzelkos sind unkritisch. Aber bei den Buckkonvertern mit einer 
Drossel, wie dem CS6583 oder auch dem BP2832, kommt nach der Drossel 
parallel zu den LED noch ein Elko, bei dem es auf ESR ankommt und der 
deswegen gerne mal warm wird. Zu erkennen ist er auch oft an der 
niedrigeren Spannungsfestigkeit (nur z.B. 250V statt 400V).
Hätten die Jungs die Drossel grösser gemacht, würde der Elko nicht so 
leiden, aber Drosseln kosten nun mal Geld.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Hier noch was zum Thema 'Spaß mit LED Treibern'.
Heute bekam ich eine defekte 7W Lampe in die Hand gedrückt, die beim 
Schütteln verdächtig klapperte.
Nach der Demontage sah man nicht nur die defekte LED (am schwarzen Punkt 
erkennbar), sondern auch einen LNK605, dem es offensichtlich zu warm 
geworden war und der sich deswegen seines Deckels entledigt hat. Der 
klapperte dann munter im nunmehr einzig sinnvollen Betrieb als 
Rumbarassel.
Wie diese Lampe jemals 7W haben sollte, ist mir übrigens rätselhaft. 
Dazu müsste man durch diese LEDs etwa 350mA schicken - dafür sind sie 
sicher nicht gebaut.

: Bearbeitet durch User
von Manfred (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> dem es offensichtlich zu warm geworden war und der sich deswegen seines Deckels 
entledigt hat.

Ja, das thermische Design von dem LED-Müll :-(

Gestern kam ein Papierkatalog von Pollin an. Da fallen mir direkt die 
"LED Umrüstmodule" *) ins Auge:

"Ideal auch zum Austausch von defekter LED Beleuchtung. So einfach wie 
nie ersetzen Sie die alte oder überholte Technik Ihrer vorhandenen 
Leuchte. Das Modul wird direkt in der Leuchte an 230V angeschlossen. Die 
Befestigung ist superleicht per Magnet oder mit den mitgelieferten 
Klebepads in wenigen Sekunden erledigt."

So so, 12..24 Watt einfach mit Klebepads in die Leuchte bappen, wie 
lange mag das wohl halten?

*) Suche nach "LED Umrüstmodul", Beispiel:
https://www.pollin.de/p/led-umruestmodul-um12-fuer-leuchten-eek-a-12w-1100lm-4000k-125-mm-534782
https://www.pollin.de/p/led-umruestmodul-um24-fuer-deckenleuchten-eek-a-24w-2150lm-3000k-180-mm-534785

von Klempner (Gast)


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Manfred schrieb:
> wie lange mag das wohl halten?

Driver Output max. 27V (für 24W wären das knapp 1A...). Aber da sind 
viele kleine LEDs drauf. (Na, viele kleine Wärmequellen sind wohl 
einfacher unterzubringen.) Fast 50 Stück beim 24W-Modell. K...e, mit 
oder ohne Rs.
Was will man auch erwarten - ein Sticker ist halt keine Leuchte.

von Dieter (Gast)


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Beim Durchmesser von 12,5 cm waere aehnlich viel Flaeche zur 
Waermeabgabe moeglich, wie bei einer LED Birne mit Wandler im E27 
Sockel.

von Klempner (Gast)


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Dieter schrieb:
> Beim Durchmesser von 12,5 cm waere aehnlich viel Flaeche zur
> Waermeabgabe moeglich, wie bei einer LED Birne mit Wandler im E27
> Sockel.

Fläche wäre ja ok, mech. wie elektr. Gesamtkonstruktion nicht.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Manfred schrieb:
> Ja, das thermische Design von dem LED-Müll :-(

Naja, von 'Design' kann da schon keine Rede mehr sein. Die Jungs haben 
diese selten benutzte Lampe so weit überfahren, das sie nach 1 Jahr 
schon aufgab. Jede LED muss ja nominell 1,16 W liefern, wenn sie 7W 
versprechen, frech kommt eben nicht immer weiter...

Ein dermassen sauber aufgeknackter Chip mit Blick aufs Silizium und die 
Anschlussdrähte innerhalb des DIP8 habe ich allerdings noch nie gesehen. 
Das dürfte vermutlich nicht mal der Trafo überlebt haben.

von Dieter (Gast)


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Das ist uebrigens die baugleiche Platine, wie im Sockel E27 der 
LED-Birne.
Die Drossel kann trotzdem noch ok sein.

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