Bekanntlich ist die Berechnung eines Langzeit SW Kalendars mit einem
gewissen Code Aufwand verbunden.
Jetzt sah ich zufällig eine Video Erörterung über ein mechanisches
Pendeluhrwerk welches so eine Kalendarfunktion(Monatsanzeige) mit
Schaltjahr Erkennung hat. Dieses Uhrwerk ist imstande den Kalendar
Algorithmus mechanisch nachzufolgen. Ich fand das so interessant, daß
ich hier den Youtube Linke poste:
https://m.youtube.com/watch?v=zhWcVC6tHPk
Einfach toll wie der "Entwickler" das Problem gelöst hatte.
Teo D. schrieb:> Gerhard O. schrieb:>> Einfach toll wie der "Entwickler" das Problem gelöst hatte.>> Und die erst. :)> http://www.faz.net/aktuell/wissen/das-raetsel-des-...
Danke für den Link. Sehr interessanter Beitrag ist das.
Ich bin noch mehr erstaunt, daß die damalage Metallverarbeitung so einen
hohen Grad erreicht hat. Die Konstruktion erforderte viel Präzision und
Genauigkeit und Meßwerkzeuge die man für die damalige Verhältnisse
wahrscheinlich wohl kaum vermuten konnte. Ob die Zahnräder mit der Hand
ausgelegt wurden oder man sich eine behelfsmäßige
Zahnradbearbeitungsmaschine gebaut hat, wird man leider nie feststellen
können. Auch einfache Drehbänke waren höchstwahrscheinlich auch fast
unumgänglich. Für mich ist das "Wie" fast noch wichtiger wie das
Erzeugniss.
Auch heute wäre so ein Projekt heute nich sehr herausfordernd auf vielen
Spezialgebieten und ganz speziell für den Amateur. Es ist übrigens auch
toll, daß man das Instrument virtuell nachbauen und demonstrieren kann.
S.v.w.i.w. hat aber irgend jemand auch einen materiellen und
funktionierenden Nachbau angefertigt.
Das ist wirklich eine faszinierende Thematik. Nochmals danke.
Gerhard
Gerhard O. schrieb:> Einfach toll wie der "Entwickler" das Problem gelöst hatte.
Ja, da gehört ein wenig mehr Grips dazu als einen Arduino Sketch
zusammenzuklicken. Ähnlich genial ist der Aufbau elektromechanischer
Fernschreiber. Wie dort die Decodierung des seriellen Signals mit Hilfe
von Elektromagnet, Hebeln und Kulissen gelöst wurde, läßt einfach nur
staunen. Finde leider keine anschauliche Beschreibung, ansatzweise hier
erklärt:
http://www.elektronikbasteln.pl7.de/prinzip-des-fernschreibers.html
Gerhard O. schrieb:> Einfach toll wie der "Entwickler" das Problem gelöst hatte.
Hut ab, das benötigt wirklich sehr viel Grips sowas zu durchdenken und
zu realisieren.
Allerdings verspricht der Videotitel "Präzesionspendeluhr(werk) mit
ewiger Datumsschaltung" dann doch zu viel, denn in der Geschichte der
Menschheit gab es schon unzählige Kalendersysteme und es ist nicht davon
auszugehen, dass das heutige Kalendersystem auf ewige Zeit eingesetzt
wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kalendersysteme
Es ist wegen der verschiedenen Kalendersysteme übrigens auch sehr
schwierig, historische Ereignisse exakt zu datieren, da die jeweiligen
Überlieferungen auf diversen und zum Teil auch sehr ungenauen
Kalendersystemen beruhen.
Hier ein sehr spannender Vortrag darüber:
https://www.youtube.com/watch?v=1YsHUQxK6zg
Marcus H. schrieb:> Ey Gerhard,> schau mal in Deinen KalendEr, wann die nächste Deutschlandreise geplant> ist...>> SNCR ;)
Da habe ich doch Kalender falsch geschrieben. In keiner Sprache war das
richtig. Englisch: "Calendar".
Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl:-)
Danke noch an alle für die Informationen und Links.
Gerhard O. schrieb:> Marcus H. schrieb:>> Ey Gerhard,>> schau mal in Deinen KalendEr, wann die nächste Deutschlandreise geplant>> ist...>>>> SNCR ;)>> Da habe ich doch Kalender falsch geschrieben. In keiner Sprache war das> richtig. Englisch: "Calendar".>> Danke für den Wink mit dem Zaunpfahl:-)
Naja, ich tippe im Englischen gerne mal "calender".
Ich wundere mich sowieso immer über Dein gutes Deutsch, mit sehr wenigen
englisch-begründeten Artefakten.
Marcus H. schrieb:> Naja, ich tippe im Englischen gerne mal "calender".> Ich wundere mich sowieso immer über Dein gutes Deutsch, mit sehr wenigen> englisch-begründeten Artefakten.
Da bin ich ja erleichtert, dass es nicht nur mir alleine so geht:-)
Im übrigen halte ich es mit Prof. B. Grzimek und seiner Einstellung zur
deutschen Sprache. Ich las mal ein Buch von ihm wo er die trendigen
Vergewaltigung der deutschen Sprache schon in den 70er Jahren
lamentierte. Irgendwie beeindruckte mich das damals sehr. Andrerseits
muss ich mich vor den genauen Verfechtern der deutschen Sprache schon
sehr in Acht nehmen weil ich mir schon in der Schule mit Grammatikregeln
immer schwer tat. Ich konnte sie mir nie richtig merken.
Allerdings tue ich mir im deutschen Kontext schwer mit technischen
Fachausdrücken. Da weiß ich nie ob ich Englische oder deutsche
Fachausdrücke verwenden soll. Abgesehen davon sind mir wegen meiner
geographischen Situation viele euch bekannte Umgangs-technischen Wörter
oft nicht bekannt. In diesen Situationen ist es wahrscheinlich besser
mich auf die englischen Begriffe zu beschränken da die in Fachkreisen
sowieso geläufig sind.
Ich musste mal eine deutsche EN Norm für meine Firma ins Englische
übersetzen und tat mir teils sehr schwer weil mir viele der dort
gebrauchten Fachausdrücke und Wörter in deren exakten Bedeutung und
deren englischer Äquivalenz nicht bekannt waren.
Gerhard O. schrieb:> Marcus H. schrieb:>> Naja, ich tippe im Englischen gerne mal "calender".>> Ich wundere mich sowieso immer über Dein gutes Deutsch, mit sehr wenigen>> englisch-begründeten Artefakten.>> Da bin ich ja erleichtert, dass es nicht nur mir alleine so geht:-)
Hier sitzt der Typ, der nach einer langen Amerikatour nachts auf eine
Frage hin zu seiner Frau gesagt hat: "Since when do you speak German?".
Zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich noch im Jetlag war und
mir in L.A. ein paar Monate lang ein Condo mit einem Kollegen geteilt
hatte.
> Im übrigen halte ich es mit Prof. B. Grzimek und seiner Einstellung zur> deutschen Sprache. Ich las mal ein Buch von ihm wo er die trendigen> Vergewaltigung der deutschen Sprache schon in den 70er Jahren> lamentierte. Irgendwie beeindruckte mich das damals sehr. Andrerseits> muss ich mich vor den genauen Verfechtern der deutschen Sprache schon> sehr in Acht nehmen weil ich mir schon in der Schule mit Grammatikregeln> immer schwer tat. Ich konnte sie mir nie richtig merken.
Tja, die moderne Linguistik rühmt sich mittlerweile "deskriptiv" und
nicht mehr "preskriptiv" zu sein. D.h. die Sprache der jeweiligen
Sprechergruppe wird mit Hilfe sog. "Corpora" analysiert. Es gilt, was
bei der Mehrheit beobachtet wird.
Auf der anderen Seite hat man allerdings zum Glück in Fachkreisen noch
nicht ganz vergessen, dass Sprache zum Austausch von Ideen verwendet
wird. D.h. es gibt jeweils eine situationsangemessene Sprache.
Zum Thema "Grammatikregeln" hat sich auch viel getan. Der aktuelle Trend
ist weg von generativer Grammatik (Chomsky) hin zu
Konstruktionsgrammatik (u.a. Adele Goldberg). Letztere erklärt sehr
elegant, warum so viele Leute Probleme mit klassischer
Grammatikausbildung haben/hatten.
> Allerdings tue ich mir im deutschen Kontext schwer mit technischen> Fachausdrücken. Da weiß ich nie ob ich Englische oder deutsche> Fachausdrücke verwenden soll. Abgesehen davon sind mir wegen meiner> geographischen Situation viele euch bekannte Umgangs-technischen Wörter> oft nicht bekannt. In diesen Situationen ist es wahrscheinlich besser> mich auf die englischen Begriffe zu beschränken da die in Fachkreisen> sowieso geläufig sind.
Da habe ich mir die Tage auch den Zorn eines Mitforisten auf mich
gezogen, als ich den Begriff "Bitbongo" verwendet habe. Der Begriff
wurde in meinem Umfeld schon in den 1980ern verwendet. Allerdings findet
man im Internet wohl nur "bit-banging". Insofern sollte man Begriffe
entweder selbst definieren oder zumindest Google fragen ob es den
Begriff kennt.
> Ich musste mal eine deutsche EN Norm für meine Firma ins Englische> übersetzen und tat mir teils sehr schwer weil mir viele der dort> gebrauchten Fachausdrücke und Wörter in deren exakten Bedeutung und> deren englischer Äquivalenz nicht bekannt waren.
Mmmh, in aktuellen deutschen EN Normen stehen doch Übersetzungen der
wichtigsten Begriffe? Wobei, ich merke es normalerweise garnicht, ob ich
einen Text auf Englisch oder Deutsch vorliegen habe. Insofern kann ich
mich nicht bewusst erinnern, wann ich die letzte rein-deutschsprachige
Norm in der Hand hatte. Blöd, wenn man mehr Umsatz mit dem Ausland als
mit dem Inland macht. ;)
Marcus H. schrieb:> Mmmh, in aktuellen deutschen EN Normen stehen doch Übersetzungen der> wichtigsten Begriffe?
In diesem Fall war es wichtig, dass wir exakt verstanden was gemeint
wurde um die Zulassungen unseres Produktes zu bekommen und alle
notwendigen Überprüfungen zu organisieren. Da kam es wirklich auf die
korrekte Übersetzung an und jeder Fachbegriff musste richtig
interpretiert werden.
Du scheinst Dich ja auf dem Gebiet gut auszukennen. Von Chomsky und
Goldberg wusste ich noch nichts.
> Hier sitzt der Typ, der nach einer langen Amerikatour...
Das kenne ich auch aus eigener Erfahrung.
Gerhard O. schrieb:> Du scheinst Dich ja auf dem Gebiet gut auszukennen. Von Chomsky und> Goldberg wusste ich noch nichts.
Muss man glaube ich auch nicht, es sei denn, man möchte sich etwas
intensiver mit Linguistik auseinandersetzen. Oder man sucht eine
Erklärung, warum manche modernen Sprachlehrbücher um Welten effizienter
sind als ältere Machwerke.
Vielleicht kennst Du dieses Paradestück zur Sprachwissenschaft:
"Pygmalion", von George Bernard Shaw, nicht von Ovid.
Liest sich sehr gut. Die Verfilmung heißt "My Fair Lady". ;)
Falls Dich jetzt plötzlich und wider Erwarten das Thema Linguistik
interessieren sollte, könnte ich zum Einstieg "English Linguistics,
Thomas Herbst 2010" empfehlen. Ist das Standardeinsteigerlehrbuch für
englische Linguistik an der Uni Erlangen. Der Autor ist dort "Chair of
English Philology and Linguistics".
Marcus H. schrieb:> Falls Dich jetzt plötzlich und wider Erwarten das Thema Linguistik> interessieren sollte, könnte ich zum Einstieg "English Linguistics,> Thomas Herbst 2010" empfehlen. Ist das Standardeinsteigerlehrbuch für> englische Linguistik an der Uni Erlangen. Der Autor ist dort "Chair of> English Philology and Linguistics".
Danke für alle Hinweise. Werde mal nachsehen wenn ich unter Langeweile
leide:-)