Hi *,
ich möchte eine Schaltung zum dauerhaften Messen der Leitfähigkeit (bzw.
später nach Kalibrierung umgerechnet in den Leitwert) in Wasser
realisieren.
Keine Batterielösung, sondern fest installiert. Die Daten wandern per
I2C in einen uC.
Es gibt allerdings zwei drei Besonderheiten, da ich schon einen
pH-Sensor im Wasser habe, mit einem Bezugspotential größer 0 Volt!
Jemand Ideen?
Im Anhang ist eine (übliche?) Schaltung dafür zu finden. Jetzt kann ich
die natürlich so nicht verwenden, wegen des Massebezugs. Ich dachte
daran, die Elektroden mit Kerkos zu entkoppeln. Aber das scheint ja
nicht so einfach zu gehen.
Louis schrieb:> Jemand Ideen?
Isoliere dein Leitfähigkeitsmessmimik, d.h. isolierenden DC/DC-Wandler
zur Versorgung und Datenübertragung über Optokoppler.
Louis schrieb:> Im Anhang ist eine (übliche?) Schaltung dafür zu finden.
Leitwert misst man immer mit Wechselspannung damit die Elektoden nicht
korrodieren.
Man braucht also einen Wechselspannungserzeuger und einen
Synchrongleichrichter.
Der Vorteil, da man mir Wechselspannung misst, ist, daß man dadurch
Koppelkondensatoren einsetzen kann und so eine galvanische Trennung
erhält, so daß deine pH-Elektrode nicht mehr stört, sondern das Wasser
auf dem Potential der pH-Elektrode liegen kann.
Hat man einen uC mit A/D-Eingängen, geht Leitwertmessung so
1
----+ Probe
2
PA0|---o o--+
3
| |
4
PA1|--------+
5
| |
6
PA2|-+ |
7
| | |
8
PA3|-+-10R--+
9
uC | |
10
PA4|---1k---+
11
| |
12
PA5|--100k--+
13
| |
14
PA6|--10M---+
15
----+
16
PA0 und PA2&3 oder PA4 oder PA5 oder PA6 erzeugen ein gegenphasiges Rechteckwechselsignal mit genau 50% Pulsbreite, die andeeren PAx sind inputs, PA1 misst den Spannungsteilereffekt, ist er zu klein muss auf einen andern Widerstandsausgang umgeschaltet werden.
Mit 2 Kondensatoren C kann man nun die Probe galvanisch trennen
1
----+ Probe
2
PA0|--C--o o--C--+
3
| |
4
PA1|--------+-----
5
| |
6
PA2|-+ |
7
| | |
8
PA3|-+-10R--+
9
uC | |
10
PA4|---1k---+
11
| |
12
PA5|--100k--+
13
| |
14
PA6|--10M---+
15
----+
Ihre Werte müssen gross genug sein, damit sie während der Messung nicht
leer werden, und klein genug, damit in endlicher Zeit sich die Potential
anpassen können.
Da der uC recht schnell umschalten und messen kann, reichen da 1uF, wenn
der Leitwert nicht super-klein ist (10R oder 1k Messwiderstand nötig).
Hmmmm. Das sieht aber extrem simpel aus. Ich habe nichts gegen simple
Lösungen (im Gegenteil). Aber es muss doch einen Grund geben, warum die
Schaltungen, die man sonst so findet (mit teilweise 8 OPs und
Wien-Robinson-Oszillator) komplexer sind!?
Jetzt ist G. schrieb:> ist nicht ganz so trivial, wenn es um Stroeme von pA geht.
Es geht um Ströme von ein paar Milliampere ;-)
Louis schrieb:> Die Daten wandern per I2C in einen uC.
Für I2C gibt es I2C-Isolatoren.
Wenn man die Elektroden nicht zu sehr stressen will, macht man sowieso
keine Dauermessung, sondern legt das Messsignal immer nur kurz an,
sofern die erforderliche Zeitauflösung das sinnvoll erscheinen lässt.
Bei vielen Anwendungen ändert sich alleine auf Grund der Trägheit des
Messobjektes die Leitfähigkeit sowieso nur langsam. Sonst müsste der TO
mal etwas konkreter werden. Und auch den pH-Wert muss man nicht
unbedingt genau dann messen, wenn die Leitfähigkeitsmessung stattfindet.
Louis schrieb:> Im Anhang ist eine (übliche?) Schaltung dafür zu finden
Die ist eher sehr unüblich.
Messung mit Wechselstrom, Kopplung über Kondensatoren. Dazu noch würde
ich die Wechselspannung abschalten, wenn nicht gerade der Leitwert
gemessen wird, dann kann es auch keine Störungen der pH-Messung geben.
Das ist ja kein Hexenwerk.
Georg
Noch ein paar Fragen dazu: Der Innenwiderstand eines uC-Pins ist doch
recht hoch, selbst bei Parallelschaltung von zwei. Hast du damit keine
Genauigkeitsprobleme gehabt?
Ich muss ja mit dem Umschalten warten, bis der ADC fertig gewandelt hat.
Dadurch ist die Frequenz am Ende gar nicht so hoch. Das wiederum erhöht
den (Blind)Widerstand der Kerkos. Reicht da 1µF wirklich?
Übrigens, ja, mit "Dauermessung" meinte ich nicht, dass da die
Elektroden die ganze Zeit rödeln sollen. Aber sie sind halt immer im
Wasser, selbst wenn nur alle paar Sekunden oder gar Minuten eine Messung
gemacht wird. Es reicht ja, nur dann Strom fließen zu lassen. Die
pH-Messung findet in den Pausen statt. Das hatte ich schon vorab so
geplant.
Louis schrieb:> Der Innenwiderstand eines uC-Pins ist doch recht hoch, selbst bei> Parallelschaltung von zwei.
Das kommt auf den Maßstab an.
Parallelschaltung halbiert ihn ziemlich genau ;-)
Um welchen Leitfähigkeitsbereich geht es denn bei deiner Messung. In den
zu messenden Widerstand geht sowohl Elektrodenabstand als auch -fläche
ein.
Also erstmal der Bereich 0 bis 1000 uS/cm. Sensor habe ich mir noch
keinen besorgt. Es gibt wohl welche mit Zellenkonstante 0.1, 1 und 10.
Ich suche mir erstmal einen preiswerten, den ich zur Not auch schrotten
kann, wenn's Probleme gibt.
Ich habe mir mal dein Dokument angesehen. Das Messprinzip ist da
(Zeitmessung) ja deutlich anders als das, was du in eigenen Worten
beschrieben hast (ADC). Welche Methode ist denn genauer?
Mit (wie die schreiben) 3 kHz kommt man beim ATmega wohl haarscharf hin,
wenn man die volle Genauigkeit des ADC haben möchte.
>> Jetzt ist G. schrieb:>> ist nicht ganz so trivial, wenn es um Stroeme von pA geht.>>Es geht um Ströme von ein paar Milliampere ;-)
Dann willst du ein starke Salzploerre messen und richtig Chemie an den
Elektroden machen..
geht nicht. sobald strom fließt, auch nur kurz gibt es einen
galvanischen Effekt. Irgendwann (kann Jahre dauern) ist die Elektrode
tot.
Außer man misst optisch...
Also, ich habe das mal wie von Laberkopp beschrieben aufgebaut, bzw.
einen einzelnen Messbereich (1k5-Widerstand). Die Frequenz ist 5 kHz und
der ADC misst immer zur halben Periode nach dem Umpolen. Die Elektrode
ist laut Händler platiniert und hat eine Zellenkonstante von ca. 1,1.
Kalibriert habe ich noch nix, aber es geht ja erstmal nur um das
Prinzip.
Die Kondensatoren sind Kerkos 4,7 µF 50V X7R.
Im Wasser meiner uralten Osmoseanlange kriege ich 180 µS als Messwert
raus. Der bleibt auch ziemlich konstant, wenn man von leichten
Temperaturschwankungen absieht (was sich ja später rausrechnen lässt).
Leider sieht die Messung in Leitungswasser anders aus. :( Der Wert ist
hier 650 µS (das kommt mit dem Wert vom Wasserwerk hin), sinkt aber
langsam ab.
Beide Messungen finden in Gläsern statt, in denen sich nichts außer dem
Messwasser und der Elektrode befindet.
Ich habe den Verdacht, dass sich das Wasser zersetzt oder zumindest
irgendetwas ausgefällt wird (Karbonat), was dann die Elektrode teils
isoliert.
Habt ihr Ideen? Frequenz hoch? Spannung runter (wird sehr schwierig,
weil der µC mit 5 Volt laufen muss)? Kerkos durch andere ersetzen
(welche)?
Ich nehme an, daß CO2 aus dem frischen Leitungswassser ausgast und daher
der Leitwert wirklich anders ist.
Koch es mal vorher ab zum entgasen.
Ich würde übrigens Folienkondensatoren nehmen, ist ja eine
Messanwendung.
Ich werde mal zwei Gläser vorbereiten, beide gleich alt und stelle die
Elektrode morgen in das andere Glas. Dann sehe ich, ob sich das Wasser
durch die Elektrode verändert oder von alleine.
Danach nochmal eine Messung mit ganz frischem Wasser, damit ich sehe, ob
die Elektrode möglicherweise einfach nur langsam verkalkt.
Folie heißt Polypropylen oder Polyester oder Polymer oder?? Ich dachte
bis vor kurzem auch noch, Kerkos hätten einen tollen Leckstrom... daher
habe ich gar nicht daran gedacht, mir etwas anderes zu besorgen.
Ok, das Experiment mit dem frischen Wasser im Vergleich zu abgestandenem
kann man streichen. Ich habe gerade festgestellt, dass das Wasser hier
aus verschiedenen Quellen gemischt wird und das merkt man auch:
Verschiedener Leitwert bei frischem Wasser je nach Uhrzeit.
Habe eben bei einem neuen Glas 100 µS mehr gemessen.
Bevor ich die Sonde aus dem alten Glas rausnahm, habe ich mal gerührt
und der Leitwert sank ein ganzes Stück. Das spricht ja dafür, dass an
der Oberfläche schon CO2-armes Wasser war, was dann erst nach dem
Verrühren in Erscheinung trat. Kann also wirklich sein, dass das nur
daran liegt.
Es macht einen großen Unterschied, wie man das Glas füllt. Mit stark
aufgedrehtem Hahn und sprudelnd durch den Perlator. Dann entweicht das
CO2 schnell. Oder eben langsam, dann ist noch viel CO2 vorhanden. Irre,
welchen Einfluss das hat.
Hast du einen Vorschlag/Link zu einem passenden Folienkondensator? Ich
tue mich schwer, zu beurteilen, ob ein PET-Folko reicht oder ob es ein
PP sein muss.
Louis schrieb:> Übrigens, ja, mit "Dauermessung" meinte ich nicht, dass da die> Elektroden die ganze Zeit rödeln sollen. Aber sie sind halt immer im> Wasser, selbst wenn nur alle paar Sekunden oder gar Minuten eine Messung> gemacht wird.
Dann werden sich Biofilme auf den Elektroden bilden und du kannst gleich
die Messwerte durch würfeln ermitteln.
Louis schrieb:> Hast du einen Vorschlag/Link zu einem passenden Folienkondensator? Ich> tue mich schwer, zu beurteilen, ob ein PET-Folko reicht oder ob es ein> PP sein muss.
Egal welcher, normalerweise nimmt man Wima MKS, aber auch PET jeden
anderen Herstellers gehen und auch alle anderen Folienkondensatoren sind
besser als hochkapazitive Keramik, die ihre Kapazität mit der
anliegenden Spannung verändert und Piezoeffekte hat, man braucht keine
teuren Teflon, PP oder Styroflex.
nachtmix schrieb:> Dann werden sich Biofilme auf den Elektroden bilden
Deshalb soll man die Messeinrichtung regelmäßig mit Hilfe einer
Kalibrierlsg. überprüfen.
Ich werde mal schauen, ob ich Folkos auftreiben kann.
Mein aktuellstes Problem ist, dass das Eintauchen der pH-Sonde den
gemessenen Leitwert um ca. 4-5% reduziert. Nach dem Rausziehen ist der
Wert wieder wie vorher. Meint ihr, das kommt auch von den Leckströmen?
Die pH-Sonde hat, wie schon geschrieben, einen Offset von 0,5 Volt
gegenüber der Platinenmasse. Es macht allerdings keinen Unterschied.
Wenn ich die Sonde statt dessen schirmseitig einfach auf Masse klemme,
passiert das Gleiche.
Also ich messe Leitwert und PH Wert über natürlich getrennte Elektroden.
Geht ja nicht anders. Aber diese sind in keins der Weise von einander
abhängig, oder beinflussen sich nicht gegenseitig.
Für den Eingang des PH-Wertes muss sehr hochohmig, und sauber gearbeitet
werden. uA ist noch übertrieben, was die Elektrode abgibt. 8 Op's könnte
sein.
Ob das Leitwertmessgerät mit Wechselspannung arbeitet, wage ich zu
bezweifeln. Weiß ich aber auch nicht.
Mit dem pH-Signal habe ich überhaupt keine Probleme. Die Messung ist
stabil und genau. Als OP habe ich einen LMC6482 verwendet.
Freiluftverdrahtung von der BNC-Buchse zum OP, usw.
Wie gesagt, das ist auch überhaupt nicht das Problem. Es reicht, wenn
ich nur den Schirm der pH-Sonde, also nur deren Referenzelektrode
anschließe. Und es spielt keine Rolle, ob an Masse oder einem Offset.
Dann messe ich einen zu kleinen EC-Wert.
Der Massebezug, wie oben angeschrieben, sollte nicht wirklich das
Problem sein. Auch auf einer Ein-Platinen-Version. Besser wäre aber
absolut getrennt. Oder 'saubere' sternförmige Masseführung zur
Stromversorgung hin.
Die Gerätschaften sollten sich nicht wirklich stören. Evt. liegt da ein
Problem mit der Eingangsimpendanz vor. Die PH-Elektrode nimmt das sehr
schnell übel, da wirklich nur pA.
Welche Elektroden verwendest Du ? Mettler-Toledo ?
Das sind derzeit preiswerte China-Elektroden, damit der Schaden nicht
allzu groß ist, wenn etwas schief geht.
Das "falsche" Signal ist übrigens in sich frei von Rauschen o.ä. Mit
unsauberer Masse hat das nichts zu tun.
Nach einigem Nachdenken (siehe Anhang):
Wenn ich PWM_EC_INVERT abschalte und den Pin zusätzlich als Eingang(!)
schalte, hängt ja diese Seite der Elektrode "in der Luft" (Wortspiel
völlig unbeabsichtigt) und ich sollte 0 µS messen. Tatsächlich kann aber
ja dann trotzdem ein Strom fließen, wenn das Wasser selbst auf einem
Potential ist (nämlich dem der pH-Elektrode). Also erhalte ich dann
fälschlicherweise einen Wert >0. Ich nehme an, dass dieser Effekt auch
meine normale Messung verfälscht.
Zugegebener weise bin ich nicht wirklich in dem Problem. Aber wirklich
vermeiden sollte man solche Konstellationen schon, dass irgendwelche
Pole frei in der Luft hängen. Warum strebt man saubere Leiterbahnen an,
um dann irgendwelche 'Luftsprünge zu machen.
Sorry - bitte keine neuen Probleme/Fehler einschleifen.
Elektroden, wenn in Betrieb, immer auf Potentialbezug halten, oder raus.
Sonst Schäden evtl an den Elektroden.
Louis schrieb:> Wenn ich PWM_EC_INVERT abschalte und den Pin zusätzlich als Eingang(!)> schalte, hängt ja diese Seite der Elektrode "in der Luft" (Wortspiel> völlig unbeabsichtigt) und ich sollte 0 µS messen
Nein, dein Beckenwasser hat auch eine Kapazität zu anderem Potential,
z.B. Erde (Schutzleiter) oder eben Masse vom pH-Meter.
Du hast 2 Kondensatoren, das ist gut, es sollte sich nach längerer Zeit
dieselbe Spannung an beiden einstellen, nur durch die Messung ständig am
Schwanken aber bei beiden auf gleiche Art. Wenn nun die pH-Elektrode im
Wasser hängt, wäre alles in Ordnung, wenn dadurch das Becken auf ein
gleichmässiges Potential gehoben wird. Wenn aber die pH-Elektrode z.B.
auf ihrer Masseleitung eine Einstreuung aus dem 50Hz Netz hat, kommt es
ständig zu Polaritätsverschiebungen. Die sollten imMittel zwar auch 0
werden, aber vielelicht misst du nicht mittelnd genug.
Das Rechtecksignal hat knapp unter 5 kHz, ist eine krumme Zahl, kein
Vielfaches von 50 Hz und ich messe bei jeder Periode, insgesamt 2^12 =
4096 Mal, mittele und rechne dann. Das Ganze dauert also immer knapp
über eine Sekunde und sollte eigentlich alles rausfiltern.
Habe selbst Aquarien. Messe derzeit noch mit 'alten' Leitwert-/ PH
Eletrode. Diese sind absolut stabil. Aber keinen Ramsch aus China. Die
PH-Eletrode kann allein vom Transport defekt sein (ausgetrocknet). Wie
willst Du dass je erkennen? Auch deutsche Gel-Elektroden sind nicht der
Hit, geschweige Lebensdauer.
Ich kann das Wasser auch auf anderem Wege mit einem Potential verbinden
(z.B. über einen Widerstand). Dazu brauche ich keine pH-Elektrode. Der
Effekt tritt auch dann auf und zwar unterschiedlich je nach
Widerstandswert.
Louis schrieb:> Es ist doch so, oder?
Merkwürdiges ANSTEIGEN der Spannung, hätte ein abfallen vermutet, weiss
aber nicht was du misst. Gross A und gross B ist V(a) und V(b) aber
warum misst man dort ?