Forum: Offtopic USV Anschluss


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von Jonas (Gast)


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Moin!

Ist es zulässig, eine Standard-Büro-USV parallel zum Netz zu schalten, 
sodass 230V rückwärts in die Ausgänge der USV "eingespeist" werden?

Normaler Anschluss wäre so:

--- Netz --- USV IN --- USV Out --- Verbraucher

Mein Vorhaben wäre so:

--- Netz |----------------------|
         --- USV IN --- USV Out --- Verbraucher

Hätte den Vorteil, dass der Verbraucher auch bei defekter USV noch 
funktioniert, ohne Kabel umzustecken. Die USV ist schwer zugänglich.

MfG

: Verschoben durch Moderator
von Bernhard R. (bernhard_r874)


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Nein, ist nicht zulässig.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Jonas schrieb:
> Ist es zulässig, eine Standard-Büro-USV parallel zum Netz zu schalten,
> sodass 230V rückwärts in die Ausgänge der USV "eingespeist" werden?

Nein. Diese USVs sind ausschliesslich so gebaut, das du die Anschlüsse 
für Verbraucher benutzt, die an ihr montiert sind. Die USV wird 
zerstört, wenn du  Netz auf diese Anschlüsse schickst.

Normalerweise wird bei Netzbetrieb mit einem internen Relais die 
Netzspannung an diese Anschlüsse weitergeleitet. Fällt das Netz aus, 
springt die USV an und das Relais wird auf den Ausgang des Wandlers 
geschaltet.

Jonas schrieb:
> Die USV ist schwer zugänglich.

Schon mal schlecht, denn man muss die sowieso mindestens einmal im Jahr 
auf Zustand der Akkus prüfen. Solltest du ändern.

von Michael U. (amiga)


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Hallo,

und Du hast länger als 3 Sekunden über Dein Konstrukt nachgedacht?
Bei Netzausfall soll also die USV dann das ganze Haus mitversorgen?

Du könntest (ohne sonstige Bedingungen wie USV-Leistung, Verbraucher 
usw. zu kennen) ein Relais/Schütz an den USV-Ausgang schalten. Wenn 
USV-Spannung da ist schaltet es den Verbraucher an die USV, wenn nicht 
direkt ans Netz.
PS: Verbraucher freuen sich nicht über den Impuls beim Umschalten...

Gruß aus Berlin
Michael

von TestX (Gast)


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@TO - NEIN das funktioniert nicht und die USV wird mit sehr großer 
wahrscheinlichkeit direkt in magischen Rauch übergehen.

Die USV muss definitiv einfach zugänglich sein, da die Akkus altern und 
diese regelmäßig überprüft werden müssen - in einem Fehlerfall will man 
die Dinger auch schnell trennen können!

Wenn du Sorgen hast, dass die USV ausfällt kannst du dir ein 
automatischen Netzumschalter/Bypassmodul zulegen (ca 500..800€) - bei 
dem Ausfall der USV schalter so ein Modul dann auf das reguläre Netz um.

von Horst (Gast)


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Matthias S. schrieb:
> Normalerweise wird bei Netzbetrieb mit einem internen Relais die
> Netzspannung an diese Anschlüsse weitergeleitet. Fällt das Netz aus,
> springt die USV an und das Relais wird auf den Ausgang des Wandlers
> geschaltet.

Das gilt nur für Standby-USVn, die im Umschaltmoment eine 
Spannungsunterbrechung liefern und sicher dafür sorgen, daß 
angeschlossene Rechner abstürzen.

Besser und üblicher sind Online-USVn, die ständig 230V aus Ihren Akkus 
erzeugen und diese ständig nachladen. Bei einem Stromausfall laufen die 
ohne Aussetzer weiter, nur die Akkus werden nicht mehr geladen.

Beide USV-Typen würden bei der gewünschten Schaltung die selbsterzeugte 
Spannung an Eingang erkennen und wieder auf Normalbetrieb schalten 
wollen. Die Standby-USV würde ständig versuchen zwischen Normal und 
Notbetrieb umzuschalten und das Relais kaputt'flattern'.
Die Online-USV würde versuchen die Akkus aus der selbsterzeugten 
Spannung zu laden und im besten Fall eine Perpetuumobile werden, oft 
haben die aber eine Phasenverschiebung zwischen Ein- und Ausgang und 
würden im Normalbetrieb einen kurzen optischen und akustischen Effekt 
bieten und dann nurnoch als Briefbeschwerer taugen.
Das hab ich bei einer kleinen 80kVA-USV einmal erlebt (Bypass-Schalter 
defekt) und mein Gehör war nach einer Woche zum Glück wieder in Ordnung.

von georg (Gast)


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Michael U. schrieb:
> Bei Netzausfall soll also die USV dann das ganze Haus mitversorgen?

Wieso nur das Haus? Die müsste das ganze Dorf versorgen, oder den 
Landkreis...

Ausserdem ist dann die USV vollkommen sinnlos, denn da sie die 
Netzspannung niemals aufrecht erhalten kann, ist das Netz eben einfach 
weg. Schade um das Geld.

Michael U. schrieb:
> und Du hast länger als 3 Sekunden über Dein Konstrukt nachgedacht?

Auch keine 3 Sekunden.

Georg

von Jonas (Gast)


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Alles klar, danke!

von oszi40 (Gast)


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Jonas schrieb:
> parallel zum Netz zu schalten

Böse Idee! Wenn Sicherung raus ist, arbeitet der Elektriker dann immer 
noch unter Spannung!

Kümmere Dich lieber rechtzeitig um einen Akkutausch in Deiner alten USV 
solange er noch planmäßig zu tauschen geht. Mancher Akku wird so dick, 
daß er nur mit der Flex entfernt werden könnte.

von (prx) A. K. (prx)


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Horst schrieb:

> Besser und üblicher sind Online-USVn, die ständig 230V aus Ihren Akkus
> erzeugen und diese ständig nachladen.

Bessere USVs im Bereich weniger kW sind oft Zwischentypen, die schneller 
aus den Puschen kommen und bei Unterspannung nur stützend eingreifen 
müssen statt komplett zu übernehmen. Siehe Klasse 2 in 
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Unterbrechungsfreie_Stromversorgung

: Bearbeitet durch User
von Stephan (Gast)


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Für gewöhnlich hat man an wichtigen Dingen Dualnetzteile. Ein Bein im 
Netz, das andere an der USV.

von Εrnst B. (ernst)


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Horst schrieb:
> Das gilt nur für Standby-USVn, die im Umschaltmoment eine
> Spannungsunterbrechung liefern und sicher dafür sorgen, daß
> angeschlossene Rechner abstürzen.

Dann hat der angeschlossene Rechner aber ein kaputtes Netzteil.

Laut ATX-Spec sollte ein Netzteil Netzausfälle von 16 ms überbrücken 
können ohne das die Ausgangsspannungen zappeln oder das 
Power-Good-Signal abfällt, und das bei Volllast.
Die meisten Netzteile schaffen > 20 ms, und welches PC-Netzteil läuft 
schon wirklich am Limit?

=> reichlich Zeit für die USV erstmal gemütlich der ausgefallenen 
Halbwelle hinterherzuwinken und den Wechselrichter hochzufahren.

von Brummbär (Gast)


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Im Serverumfeld werden hierzu zwei unabhängige Netzteile verwendet. Hier 
könnte eine an der USV hängen und eine direkt am Netz. Eventuell sogar 
auf zwei unterschiedlichen Phasen oder gar über zwei unabhängige USV.

von (prx) A. K. (prx)


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Jonas schrieb:
> Hätte den Vorteil, dass der Verbraucher auch bei defekter USV noch
> funktioniert, ohne Kabel umzustecken. Die USV ist schwer zugänglich.

Apropos Kabel: Wer mehr als ein Gerät direkt in eine USV steckt, hat bei 
einem Defekt der USV zwar vielleicht eine Verteilerleiste für Schuko rum 
liegen, aber Murphy zufolge keine für Kaltgerätestecker und keine 
passenden Schukokabel. Verwendet man exakt einen der Anschlüsse, kann 
man die beiden Kaltgerätestecker an der USV schlicht ineinander stecken.

von (prx) A. K. (prx)


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Brummbär schrieb:
> Im Serverumfeld werden hierzu zwei unabhängige Netzteile verwendet.

Wobei diverser anderer Kram in der Serverecke leider meist nur ein 
Netzteil hat, beispielsweise Router.

von wendelsberg (Gast)


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Michael U. schrieb:
> und Du hast länger als 3 Sekunden über Dein Konstrukt nachgedacht?
> Bei Netzausfall soll also die USV dann das ganze Haus mitversorgen?

georg schrieb:
> Wieso nur das Haus? Die müsste das ganze Dorf versorgen, oder den
> Landkreis...

<ironie>Das Schöne ist, die versorgt sich auch selbst. Damit reicht die 
Batterieladung dann ewig.</ironie>

wendelsberg

von georg (Gast)


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A. K. schrieb:
> Wobei diverser anderer Kram in der Serverecke leider meist nur ein
> Netzteil hat, beispielsweise Router.

Eine USV kann bei einem Stromausfall sinnvollerweise nur dazu dienen den 
Server kontrolliert herunterzufahren. Weiterarbeiten ist i.d.R. 
illusorisch, das fängt schon damit an, dass man kein Internet mehr hat, 
selbst wenn man Monitor, Drucker usw. mit versorgt.

Georg

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