Hallo,
ich bin auf der Suche nach ein paar praktischen Schaltplänen zu
Potentiostaten / Galvanostaten. Alles was ich finde ist meist sehr
reduziert aufs Grundprinzip (zB in TI Appnote).
Der Strombereich der für mich interessant ist, sind ca. 10 mA.
Wichtig wäre halt eine vernünftige Stabilisierung bei gleichzeitig guter
Frequenzantwort bis ran an die physikalischen Grenzen für niedrige
Ströme (fA).
Danke für Eure Hilfe!
wo wäre Dein Plan?
soso schrieb:> Wichtig wäre halt eine vernünftige Stabilisierung bei gleichzeitig guter> Frequenzantwort bis ran an die physikalischen Grenzen für niedrige> Ströme (fA).
das ist Deine Aussage!
soso schrieb:> Der Strombereich der für mich interessant ist, sind ca. 10 mA.
Und Du hast keinen Plan, keine Vorstellung von Deinem Vorhaben?
Ein Potentiostat ist eine Stromquelle, die bezueglich einer vorgegebenen
Spannung funktioniert. Also im Wesentlichen ein Transimpedanzversterker,
dessen Pluseingang an einen vorgegebenen Potential anstelle GND ist. Die
Ausgangsspannung ist dann auch bezueglich diesem Potential, muss also
subtrahiert werden.
Viel Glueck beim Vorhaben.
Das Ganze erhaelt dann nochmals eine neue Dimension wenn klar wird, dass
der sonst uebliche GND keine Relevanz hat, und sind alles auf eine
Referenzelektrode bezieht, welche stromlos in der Suppe haengt und erst
ihr Potential bekommt, wenn auf einer Gegenelektrode Strom reingelassen
wird. Derselbe Strom, der an der Messelektrode erscheint.
Bedeutet, die Speisung muss bis auf den zu messenden Strom runter
floating sein. Also im Femtoampere Bereich. Naja. allenfalls muss man an
dieser Spezifikation noch etwas arbeiten.
Allenfalls waere der interessierende Frequenzbereich noch interessant.
Bei Femtoampere ist nicht mehr allzu viel in Sachen Frequenzbereich mehr
zu erwarten...
Been there, done that.
soso schrieb:> Der Strombereich der für mich interessant ist, sind ca. 10 mA.> ... bis ran an die physikalischen Grenzen für niedrige Ströme (fA).
Die Steuerspannung, die du über mehr als 10 Größenordnungen sauber
vorgibst, möchte ich mal sehen.
Die Häme könnt ihr euch sparen...
Tatsache ist, daß man Potentiostaten teuer kaufen kann, es gibt einige
Hersteller, ist allerdings ein Nischenprodukt. Deshalb ist es auch
schwer, was tiefergehendes zu finden.
Eine Schaltung habe ich (leider) auch noch nicht gesehen, nur die großen
Tischgeräte für Korrosionsforschung. Die Schaltung würde mich auch sehr
interessieren.
Im Prinzip ist das ein Leistungsverstärker mit einer Bandbreite von etwa
10 MHz, weil die Elektrodenreaktionen in µs ablaufen. Der erste
Potentiostat wurde in den 60ern mit Röhren (!) gebaut und m.W. auch
patentiert.
Gruß - Werner
Die Steuerspannung ist in den Subvolt, Millivolt. Dh ein 10Bit Wandler
mit 1mV Aufloesung passt schon.
Man hat verschiedene Spezies von stromgenerierenden Substanzen,
Teilnehmern, Reaktionen. Die niedrigste kommt dann vielleicht bei 220mV,
der Strom proprtional zur Konzentration. Und der Strom kann dann ueber
mehrere Dekaden variieren. die 10mA sind natuerlich uebertrieben, dann
blubbert's schon.
Normalerweise kann man zB Enzymen beim Arbeiten zuschauen. Sofern man's
schafft sich in diesen Stromkreislauf einzuklinken. Das waere dann das
Enzym auf eine Platinelektrode streichen, und hoffen, dass der Strom
auch da durchgeht, ohne das Enzym zu beschaedigen. Und dann hofft man,
dass das Enzym auch auf der Elektrode haelt..
Vielen Dank für die wenigen hilfreichen Kommentare. Leute, das ist
völliger Standard in der Elektrochemie. Die 9 Dekaden werden über
Relaisumschalter realisiert. Da ist keinerlei Hexenwerk dabei. Hier
redet ja niemand davon mit einer Genauigkeit von pA bei mA zu messen!
Ich habe mittlerweile dieses Paper hier gefunden:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468067217300317
Das sieht gut aus, nur leider ist die Strommessung Shuntbasiert und
nicht zero-ohm Ammeter. Jetzt fehlt also nur noch eine praktische
Implementation dieser Funktionalität und eine größere Bandbreite.
soso schrieb:> https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2468067217300317>
Ist halt eine der aktuelleren Standard-Veröffentlichungen zum Thema.
> Das sieht gut aus, nur leider ist die Strommessung Shuntbasiert und> nicht zero-ohm Ammeter.> Jetzt fehlt also nur noch eine praktische> Implementation dieser Funktionalität
Kannst du über die Änderung an U9A leicht hinbekommen,
und wirst dann feststellen das Du die Feedback Schelife komplette neu
anpassen mußt.
> und eine größere Bandbreite.
Ab unter 10 Nanoampere wird das eher LF .
Ja, genau das denke ich mir auch, und daher suche ich nach Schaltplänen,
wo die Tricks der Hersteller zu ersehen sind, wie sie es schaffen bei
ein paar nA immer noch 10 kHz zu schaffen...