Als ich den verlinkten Artikel eben mal gelesen habe, war ich ernsthaft
ein wenig schockiert, was da von Facebook als vermeintliche
"Hate-Speech" eingestuft und zensiert wurde. Zitat:
> Ich kann mich argumentativ leider nicht mehr mit Ihnen messen,> Sie sind unbewaffnet und das wäre nicht besonders fair von mir.
Geht's noch?
Abradolf L. schrieb:> https://www.heise.de/newsticker/meldung/Oberlandesgericht-Meinungsfreiheit-sticht-Hausrecht-bei-Facebook-4156833.html>> Bin mal gespannt wann es eine höchstrichterliche Entscheidung zu dem> Thema gibt. Bei FB kommt ja noch dazu, dass man dort einen Vertrag mit> dem Betreiber schließt, dass gepostete Inhalte (sofern nicht> strafrechtlich relevant) eingestellt und über die Plattform verbreitet> werden.
Mit der einstweiligen Verfügung vom 27. August erklärt das OLG eine
Klausel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Netzwerks für nichtig,
in dem dieses sich das Recht vorbehält, Kommentare zu löschen, wenn sie
nach interner Auffassung gegen die erklärten Nutzungsbedingungen "oder
unsere Richtlinien" verstoßen (Az.: 18 W 1294/18). Diese Regel
benachteilige die Nutzer unverhältnismäßig, weil damit das freie
Belieben von Facebook die Richtschnur über Beiträge der Mitglieder
darstelle. Das "virtuelle Hausrecht" des US-Konzerns muss demnach hinter
dem Grundgesetz zurückstehen.
.... ;)
?
Abradolf L. schrieb:> Bin mal gespannt wann es eine höchstrichterliche Entscheidung zu dem> Thema gibt.
Für ein deutsches Höchstgericht kann da imho nur das GG. die Basis des
Ermessens sein. Wie es beim EuGH ausfallen wird ergibt sich aus den
Europäischen Verträgen und den anerkannten Meschenrechten. Letztere
finden sich auch im GG wieder.
?
Na, da bin ich aber gespannt, wie andere Gerichte entscheiden. So wird
die "Drittwirkung" von Grundrechten bisher selten gesehen - kann gut
sein, dass Facebook die schiere Größe zum Nachteil gereicht hat.
Interessant!
Manches Recht bildet sich über viele Jahre mit teils verschieden
ausfallenden Urteilen allmählich aus. Dabei live zuzusehen ist nicht
immer vergnüglich, weil die verschiedenen Ansichten verschiedener
Gerichte irritieren können.
Wenn man von unternehmerischer Freiheit redet, ist es nicht ganz
unwichtig, ob es um Andreas Kummerkasten geht, oder um Facebook.
Unternehmen von grosser Marktbedeutung unterliegen strengeren Regeln als
kleine Krauter.
A. K. schrieb:> Dabei live zuzusehen ist nicht> immer vergnüglich, weil die verschiedenen Ansichten verschiedener> Gerichte irritieren können.
Aber NUR, wenn man dabei zusieht. Als Involvierter ist das meist kein
Vergnügen.
Bin da etwas gespalten.
Einerseits hat FB im Rahmen seiner "Anti-Hate-Speech"-Kampagne definitiv
zuviel gelöscht, was ich so mitbekommen hab.
Die sind da weit übers Ziel hinausgeschoßen. Ist aber auch ein Stück
weit verständlich dass man als große Firma auf Nummer Sicher gehen will.
Lieber etwas mehr löschen als dann Milliardenstrafen zu zahlen.
Andererseits kann so ein Urteil der Trollerei Tür und Tor öffnen.
(Stichwort: Politikverbot hier im Forum)
Mal schauen.
das Problem ist doch genau anders herum:
gerade z.B. bei Politikern..
er darf jeden beliegiben Kommentar löschen..
und erzeugt dadurch noch größere Filterblasen..
(die Meinungsfreiheit zählt da nur einseitig für den Politiker..)
Facebook selber wird (wude bis vor kurzem) normalerweise vorgeworfen zu
WENIG zu löschen..
Joachim S. schrieb:> Als ich den verlinkten Artikel eben mal gelesen habe, war ich ernsthaft> ein wenig schockiert, was da von Facebook als vermeintliche> "Hate-Speech" eingestuft und zensiert wurde. Zitat:>>> Ich kann mich argumentativ leider nicht mehr mit Ihnen messen,>> Sie sind unbewaffnet und das wäre nicht besonders fair von mir.>> Geht's noch?
Ja, hier wird in der Tat eine Art "Neusprech" geschaffen. Wenn man am
Ende gar keine Kritik mehr äußern kann, weil alles kritische als
Hate-Speech eingestuft wird ist die Meinungsfreiheit de facto
abgeschafft. Das interessante hierbei ist doch, das es nicht mal eine
Regierung braucht welche Art. 5 verletzt und anfängt zu zensieren. Nein,
das Volk zensiert sich selbst. In vielen Foren darf man seit 2015 das
Thema "Flüchtlinge" nicht mehr disktutieren. Wahnsinn. Und dazu brauchte
es nicht mal ein Gesetz oder eine böse Regierung. Das machen wir alles
schon selber. Darauf waren die Schreiber des GG leider nicht
vorbereitet.
Cyblord -. schrieb:> Darauf waren die Schreiber des GG leider nicht vorbereitet.
Ist dir bei den Rant nicht wenigstens rein zufällig so nebenbei
aufgefallen, dass sich das Recht hier für die Meinungsfreiheit
entschieden hat?
A. K. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Darauf waren die Schreiber des GG leider nicht vorbereitet.>> Ist dir bei den Rant nicht wenigstens rein zufällig so nebenbei> aufgefallen, dass sich das Recht hier für die Meinungsfreiheit> entschieden hat?
Natürlich.
Das IST ja das kuriose dabei. Es wird freiwillig schon mehr zensiert als
rechtlich überhaut erlaubt ist. D.h. die staatliche Gewalt muss jetzt
schon das Volk zwingen NICHT zu zensieren. Eigentlich lustig wenns nicht
so traurig wäre.
Cyblord -. schrieb:> D.h. die staatliche Gewalt muss jetzt> schon das Volk zwingen NICHT zu zensieren. Eigentlich lustig wenns nicht> so traurig wäre.
Lustig finde ich dabei allerdings deine Gleichsetzung von Facebook und
dem deutschen Volk. ;-)
A. K. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> D.h. die staatliche Gewalt muss jetzt>> schon das Volk zwingen NICHT zu zensieren. Eigentlich lustig wenns nicht>> so traurig wäre.>> Lustig finde ich dabei allerdings deine Gleichsetzung von Facebook und> dem deutschen Volk. ;-)
Ist FB eine staatliche Institution? Nein. Also gehört sie natürlich zum
Volk.
Wozu sonst?
Außerdem verwies ich ausdrücklich auch auf andere hiesige Foren. Oder
werden die auch nicht von Vertretern des Volkes moderiert?
Cyblord -. schrieb:> Ist FB eine staatliche Institution? Nein. Also gehört sie natürlich zum> Volk.
Ok, jetzt verstehe ich wie du das gemeint hast. Also ;-)
- Alle Staatsgewalt geht von Facebook aus.
- Im Namen von Facebook ergeht folgendes Urteil...
Allerdings bezeichnet der Begriff "Volk" gemeinhin Menschen, nicht
Firmen und Institutionen. Aber da bist du guter Gesellschaft. Das hatte
schon der US Supreme Court verwechselt und sich mit der Vergabe von
Bürgerrechten an Firmen und Institutionen in "Citizen United" bös die
Nesseln gesetzt.
> Außerdem verwies ich ausdrücklich auch auf andere hiesige Foren. Oder> werden die auch nicht von Vertretern des Volkes moderiert?
Fachforen sollte es erlaubt sein, Fachforen zu sein.
Cyblord -. schrieb:> Außerdem verwies ich ausdrücklich auch auf andere hiesige Foren. Oder> werden die auch nicht von Vertretern des Volkes moderiert?
Wenn der Betreiber eines Elektronikforums gewisse technikferne
Diskussion hier nicht wünscht (und die Erfahrung ihm immer wieder Recht
gibt) dann ist das bei dir schon Selbstzensur?
Le X. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Außerdem verwies ich ausdrücklich auch auf andere hiesige Foren. Oder>> werden die auch nicht von Vertretern des Volkes moderiert?>> Wenn der Betreiber eines Elektronikforums gewisse technikferne> Diskussion hier nicht wünscht (und die Erfahrung ihm immer wieder Recht> gibt) dann ist das bei dir schon Selbstzensur?
Natürlich.
Vorallem weil diese Foren Politikthemen sogar allgemein erlauben.
Ich spreche übrigens nicht von mc.net.
Wann fängt bei dir denn Selbstzensur an?
Cyblord -. schrieb:> as IST ja das kuriose dabei. Es wird freiwillig schon mehr zensiert als> rechtlich überhaut erlaubt ist.
Nennt sich Schere im Kopf, ein in DDR verbreitetes Phänomen.
seit dem Untergang des realexistierenden Sozialismus (besser der
Sozialdiktatur) ist dieser Stacheldraht beim Thema Kapitalismuskritik
oder alternative Verteilungsmodelle, quer durch die Hirne der Menschen
gespannt. Namaste
Winfried J. schrieb:> ist dieser Stacheldraht beim Thema Kapitalismuskritik> oder alternative Verteilungsmodelle, quer durch die Hirne der Menschen> gespannt.
Fühlst du dich vom Stacheldraht in deinem Hirn sehr behindert?
Cyblord -. schrieb:> Wann fängt bei dir denn Selbstzensur an?
Dann, wenn ich in einer Diskussion meine themenbezogene Meinung nicht
mehr sagen traue (z.B. weil das für mich ungemütliche soziale oder
berufliche Folgen haben kann).
Beispiel: Ich diskutiere im Freundeskreis die aktuelle Situation bzgl.
Gleichstellung von Frauen.
Ich würde gerne bestimmte Argumente bringen, halte mich aber zurück weil
ich weiß dass meine Ansichten dem gegenwärtigen "Volkskonsens"
widersprechen und ich in Zukunft mit Nachteilen rechnen muss.
Cyblord -. schrieb:> Natürlich.
Das sehe ich anders.
Ein Fachmedium oder -forum mit einem klar definierten Themenkreis muss
nicht für alle Themen eine Diskussionsplattform zur Verfügung stellen,
erst recht nicht wenn dies den regulären Betrieb stört.
In letzter Konsequenz kann es bei dir garkeine Fachforen mehr geben weil
ja jeder ständig alles diskutieren darf.
Le X. schrieb:> Ich würde gerne bestimmte Argumente bringen, halte mich aber zurück weil> ich weiß dass meine Ansichten dem "Volkskonsens" widersprechen und ich> in Zukunft mit Nachteilen rechnen muss.
Anders ausgedrückt: Du traust dich nicht, deine wahre Meinung zu
äussern, weil dir deine Liebste dann eine pfeffert und der Haussegen
schief hängt. ;-)
A. K. schrieb:> Anders ausgedrückt: Du traust dich nicht, deine wahre Meinung zu> äussern, weil dir deine Liebste dann eine pfeffert. ;-)
Sozusagen ;-)
Oder allgemeiner:
Selbstzensur ist für mich wenn ich ein bestimmtes Thema nicht
vollständig und wahrheitsgemäß diskutieren darf (aus vielerlei Gründen)
obwohl diese Diskussion on-topic wäre.
A. K. schrieb:> Fühlst du dich vom Stacheldraht in deinem Hirn sehr behindert?
Das ist ja das Fatale, wie die meisten Menschen ergeht es auch mir.
Deshalb ist ja die Kommunikation das einzige mittel Filterblasen zu
durchstechen um die Balken sichtbar zumachen. Die eigentlich nur winzige
Splitter sind, aber die frei Sicht doch erheblich zu behindern geeignet.
Erst die unterschiedlichen Perspektiven und deren Austausch ermöglichen
eine bessere individuelle wie gemeinsame Übersicht über das Ganze.
Namaste
Winfried J. schrieb:> Das ist ja das Fatale, wie die meisten Menschen ergeht es auch mir.
In einer Gesellschaft zu leben beinhaltet, auf andere Menschen Rücksicht
zu nehmen. Dieser Stacheldraht ist ein essentielles Element jeder
Gesellschaft. Die Frage ist somit nicht seine Existenz, sondern wo er
verläuft.
Le X. schrieb:> Dann, wenn ich in einer Diskussion meine themenbezogene Meinung nicht> mehr sagen traue (z.B. weil das für mich ungemütliche soziale oder> berufliche Folgen haben kann).
Und auf ein Forum übertragen kann das nicht genau so funktionieren? Man
läast dort bestimmte Diskussionen (gar nicht mal nur bestimmte
Meinungen) gezielt nicht zu, weil es eben eine Angst gibt, dass man dann
Probleme bekommen könnte. Egal welcher Art.
Das ist das gleiche Prinzip. Und wenn es auch im Einzelfall keine Rolle
spielt, so kann es einem doch sorgen machen, wenn es in großem Maßstab
und immer auf ein Thema gerichtet auftritt.
> In letzter Konsequenz kann es bei dir garkeine Fachforen mehr geben weil> ja jeder ständig alles diskutieren darf.
Nochmal, ich rede von einigen Foren die auch recht verschieden sind.
Aber alle lassen Politikthemen ausdrücklich zu.
> Selbstzensur ist für mich wenn ich ein bestimmtes Thema nicht> vollständig und wahrheitsgemäß diskutieren darf (aus vielerlei Gründen)> obwohl diese Diskussion on-topic wäre.
Sehe ich genau so. Und darum gehts auch. Nicht um das kapern von
Fachforen mit Off-Topic Themen.
Meine Meinung dazu:
Hausrecht geht IMMER vor Meinungsfreiheit.
In Foren müsste man die Beiträge vor Veröffentlichung erst freischalten,
dann muß auch nichts gelöscht werden!
Winfried J. schrieb:> Erst die unterschiedlichen Perspektiven und deren Austausch ermöglichen> eine bessere individuelle wie gemeinsame Übersicht über das Ganze.
Wobei Foren hier freier sein können als der direkte Kontakt. Letzterer
wird seit alters her immer mal von robusten Argumentationsverstärkern
kontrolliert (von Prügel bis Wasserwerfer). In Foren sind die Folgen
weniger physisch. Diese Freiheit führte umgekehrt in den letzten Jahren
zu erheblichem Missbrauch, was nun andersrum einen Backlash zur Folge
hat.
Cyblord -. schrieb:> Und auf ein Forum übertragen kann das nicht genau so funktionieren? Man> läast dort bestimmte Diskussionen (gar nicht mal nur bestimmte> Meinungen) gezielt nicht zu, weil es eben eine Angst gibt, dass man dann> Probleme bekommen könnte. Egal welcher Art.
Man sieht ja in der Praxis dass es nicht funktioniert.
Erst vor Kurzem wurde hier wieder ein Raumfahrts-Thread von besorgten
Bürgern gekapert.
Ich sehe dass so:
Ein Fachforum kann gut und gerne bestimmte Themen ausschließen.
Aber wenn ein Thema erlaubt (oder nicht explizit verboten) ist dann
muss es auch vollständig diskutiert werden dürfen.
Esmeralda P. schrieb:> Meine Meinung dazu:>> Hausrecht geht IMMER vor Meinungsfreiheit.>> In Foren müsste man die Beiträge vor Veröffentlichung erst freischalten,> dann muß auch nichts gelöscht werden!
und wenn der Moderator des µC Forum diese (deine) "Meinung" nicht
freigibt..
ist dir das egal?
aber gegenteilige Meinungen schon freigibt..
ok, hier ist das noch relativ egal, bei den großen plattformen aber
nicht mehr..
Robert L. schrieb:> und wenn der Moderator des µC Forum diese (deine) "Meinung" nicht> freigibt..> ist dir das egal?> aber gegenteilige Meinungen schon freigibt..
Irgenwie vergesst ihr immer wieder, dass Foren keine freien,
demokratischen, offenen Systeme sind. Foren gehören jemandem, der mit
dem Forum machen kann, was er will, wann er will und wie er will -
solange er sich an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält.
Wem das nicht passt, der kann ja sein eigenes Forum aufmachen und da
seine Meinung kund tun.
Ich suche mir das Forum, das mir am ehesten zusagt - da werden sicher
nie 100% erreicht, aber ich muss mich wohlfühlen. Und wenn der
Forenbetreiber Dinge tut, die mir nicht gefallen, dann kann ich ja
fernbleiben. Andere Rechte habe ich nicht.
Aus dem Urteil:
"Mit der Löschung der streitgegenständlichen Äußerung hat die
Antragsgegnerin ihre Vertragspflicht verletzt, auf die Rechte der
Antragstellerin, insbesondere deren Grundrecht auf Meinungsfreiheit
(Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG), Rücksicht zu nehmen."
"Mit dem gebotenen Ausgleich der kollidierenden Grundrechtspositionen
nach dem Grundsatz der praktischen Konkordanz wäre es unvereinbar, wenn
die Antragsgegnerin gestützt auf ein „virtuelles Hausrecht“ [...] auf
der von ihr bereitgestellten Social-Media-Plattform den Beitrag eines
Nutzers, in dem sie einen Verstoß gegen ihre Richtlinien erblickt, auch
dann löschen dürfte, wenn der Beitrag die Grenzen zulässiger
Meinungsäußerung nicht überschreitet."
Inwieweit das auf welche Formen von social media anwendbar ist, ist dann
wieder eine andere Frage. Das NetzDG jedenfalls macht einen Unterschied
aufgrund der Grösse und die konkreten Vertragsbedingungen von Facebook
dürften auch eine Rolle spielen.
Le X. schrieb:>> Ich sehe dass so:> Ein Fachforum kann gut und gerne bestimmte Themen ausschließen.> Aber wenn ein Thema erlaubt (oder nicht explizit verboten) ist *dann*> muss es auch vollständig diskutiert werden dürfen.
Und wie und wo willst Du da die Grenze ziehen?
Beispiel: TE möchte mal wieder aus einem Fahrrad und einem
Waschmaschinenmotor ein Pedelec bauen.
Ein besorgter Forist weist darauf hin, dass im öffentlichen
Straßenverkehr bestimmte Regeln zu beachten seien.
Ein anderer wendet ein die StVO sei ohnehin Murks, weil Radfahrer
außerorts im Gegensatz zu Fußgängern den rechten Fahrbahnrand benutzen
müssen, obwohl sie eigentlich links besser aufgehoben wären.
Noch ein anderer meint, außerhalb geschlossener Ortschaften hätten weder
Radler noch Fußgänger etwas verloren ...
Wie das weitergehen muss, ist wohl klar ...
Wolfgang R. schrieb:> Andere Rechte habe ich nicht.
Das wäre der - bisher von Gerichten überwiegend präferierte - Grundsatz
"Hausrecht schlägt Drittwirkung von Grundrechten". Den finde ich auch
eher nachvollziehbar (weil eindeutig), aber hier hat ein OLG in einem
Einzelfall entschieden, dass ein Nutzer eben DOCH andere Rechte hat.
Das ist erst mal interessant, ob diese einstweilige Verfügung auch in
der Hauptsache zu einem gleichlautenden Urteil führt, bleibt abzuwarten.
Und ob dieses Urteil dann Grundsatzcharakter bekommt oder ein
Einzelfall-Urteil bleibt, wird sich auch erst noch zeigen. Und ob es
auch für kleinere Fachforen anwendbar sein könnte oder ob es nur für
Dickschiffe wie Facebook passt, bleibt auch abzuwarten. Also - wie A.K.
schon schrieb:
A. K. schrieb:> Manches Recht bildet sich über viele Jahre mit teils verschieden> ausfallenden Urteilen allmählich aus.
Das zieht sich noch ein bisschen...
Für jeweils Betroffene wird der Betrieb der Plattform durch diesen
Zickzack-Kurs der Gerichte jedenfalls nicht einfacher. Dies und jenes
MUSS gelöscht werden, mal selbsttätig, mal erst auf Beschwerde, macnches
darf NICHT gelöscht werden, selbst wenn es Beschwerden gab, ja, was denn
nun... Deshalb ist der Vorrang des Hausrechts wesentlich eindeutiger; da
entscheidet der Hausherr und fertig.
Das bietet zugegebenerweise dem Betreiber die Möglichkeit der selektiven
Meinungsmache indem man nur Postings einer bestimmten Meinung zulässt.
Andererseits ist das aber Voraussetzung für eine thematische
Einschränkung, ohne die ein FACHforum nicht bestehen könnte.
Percy N. schrieb:> Und wie und wo willst Du da die Grenze ziehen?
Ich persönlich halte jedwedes Forum nicht für "Social Media". Ob das
nach rechtlichen Maßstäben stimmt, kann wohl nur ein Gericht klären.
Aber für den Fall, dass Forenbetreiber gerichtlich dazu verdonnert
werden, jeden Scheiß stehen zu lassen, wenn er nur nicht gegen Gesetze
verstößt, kann ich es verstehen, wenn diese dann den Laden einfach dicht
machen.
In diesem Fall gilt wohl: "Recht haben heißt nicht, das Richtige
machen".
Le X. schrieb:> Selbstzensur ist für mich wenn ich ein bestimmtes Thema nicht> vollständig und wahrheitsgemäß diskutieren darf (aus vielerlei Gründen)> obwohl diese Diskussion on-topic wäre.
Und genau so wird die nächste Generation erzogen.
Da fällt man schonmal in einer Prüfung an der Uni durch nur weil der
gelieferte Text nicht gendergerecht ist.
Oder es wird dem Nachwuchs nur noch die halbe Muttersprache vermittelt.
Grund: In der Vergangenheit haben Verbrecher auch diese Sprache benutzt.
Also "Neger" oder "Zigeuner" geht garnicht! Aber Königsberg ist korrekt
statt Kaliningrad, da regt sich keiner auf. Unsere Sprache wird
eingeschränkt, auch z.T. auf o.g. freiwilliger Basis. Aber unser Denken
beruht auf Sprache. Ergo können wir nicht mehr vollständig denken (falls
das mit unseren Hirnen überhaupt geht).
Das führt dann nicht nur zu Filterblasen sondern auch zu Sprechblasen
ohne erkennbaren Inhalt.
Wer erkennt die etablierten Parteien wieder?
@ A.K.
Die Begründung ist etwas problematisch, zumal sie - zumindest in dem
zitierten Teil - eine Abgrenzung zur unzulässigen Schmähkritik
vermissen lässt. Die gesperrte Äußerung lässt sich zwanglos so
verstehen, dass die Verfasserin ihrem Gegenüber mitteilen wollte, er
habe "überhaupt nichts in der Birne." Dies wäre vermutlich nicht mehr
erlaubt.
Percy N. schrieb:> Die Begründung ist etwas problematisch, zumal sie - zumindest in dem> zitierten Teil - eine Abgrenzung zur unzulässigen Schmähkritik> vermissen lässt. Die gesperrte Äußerung lässt sich zwanglos so> verstehen, dass die Verfasserin ihrem Gegenüber mitteilen wollte, er> habe "überhaupt nichts in der Birne." Dies wäre vermutlich nicht mehr> erlaubt.
Die konkrete Formulierung wurde im Urteil sehr wohl interpretiert:
"Damit bringt die Antragstellerin aus Sicht des maßgeblichen Lesers zum
Ausdruck, dass sie auf die Eröffnung einer inhaltlichen
Auseinandersetzung mit ….. verzichtet, weil sie ihre Kritikerin nicht
für „intellektuell satisfaktionsfähig“ hält. Diese sei „unbewaffnet“,
was der Leser im Kontext dahin versteht, dass die Kritikerin ihre
gegenteilige Auffassung nicht auf tragfähige Argumente stützen könne.
Die abschließende Bemerkung, dass die Fortsetzung der Diskussion „nicht
besonders fair“ wäre, erkennt der Leser als Betonung ihrer eigenen
intellektuellen Überlegenheit durch die Antragstellerin."
... etc. Selber lesen, Seiten 9 und 10 im Urteil.
https://www.heise.de/downloads/18/2/4/9/6/2/1/7/18_W_1294_18.pdf
Jedenfalls ist "ich halte mich für klüger" nicht gleichzusetzen mit "du
bist ein Idiot".
Ich empfinde es als blanken Hohn das Thema ausgerechnet hier bei mc.net
auf den Tisch zu bringen und dabei FB zu diskutieren. Die Betreiber hier
präferieren Hausrecht und Neusprech über alles Andere, mit den
verschiedensten vorgeschobenen Begründungen..wenn man sich überhaupt
herab läßt eine Solche publik zu machen.
Der Betreiber nimmt ich heraus "Dieses oder Jenes" nicht zu mögen,
scheißegal was im GG steht, warum also bei FB andere Maßstäbe?
Gruß
Holm
Holm T. schrieb:> Der Betreiber nimmt ich heraus "Dieses oder Jenes" nicht zu mögen,> scheißegal was im GG steht, warum also bei FB andere Maßstäbe?
Das NetzDG beispielsweise macht explizit einen Unterschied: "Der
Anbieter eines sozialen Netzwerks ist von den Pflichten nach den §§ 2
und 3 befreit, wenn das soziale Netzwerk im Inland weniger als zwei
Millionen registrierte Nutzer hat."
Wolfgang R. schrieb:> Irgenwie vergesst ihr immer wieder, dass Foren keine freien,> demokratischen, offenen Systeme sind. Foren gehören jemandem, der mit> dem Forum machen kann, was er will, wann er will und wie er will -> solange er sich an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält.
ab einer gewissen Reichweite wird es das schon irgendwie..
die "gesetzlichen Rahmenbedingungen" für "was muss, was darf man löschen
und jetzt neu: was darf man nicht löschen" werden ja gerade
geschaffen...
und wenn dem Forenbetreiber das nicht passt, der kann ja Facebook
benutzen und da seine Meinung kund tun die dann dort nicht zensiert wird
;-)
Holm T. schrieb:> Ich empfinde es als blanken Hohn das Thema ausgerechnet hier bei mc.net> auf den Tisch zu bringen
Ich empfinde es als unverständlich, dass Du immer noch hier bist, wo
doch hier alles so blöd ist... Mach doch einfach mal ein eigenes Forum
auf.
A. K. schrieb:
Zunächst einmal Dank für die Ergänzung!
> Eine Aussage "Ich halte mich für klüger" ist auch nicht gleichzusetzen> mit "Du bist ein Idiot".
Nein, sicherlich nicht, doch ging die Klägerin deutlich darüber hinaus,
"Ich bin stärker als Du" geht auch hinaus über "Du bist mir schutzlos
ausgeliefert".
Das Gericht ist dem bedenklich nahe beigetreten ("nicht
satisfaktionsfähig" ist schon sehr starker Tobak!).
Letztlich stellt das Gericht aber klar, dass die Löschung jedenfalls
nicht auf die ausgeführten Kriterien der Beklagten gestützt werden kann.
Ob der Angegriffene sich hingegen gegen die derzeitige Klägerin vor
Gericht hätte durchsetzen können bleibt wohl offen. Die causa
Böhmermann/Erdoğan hat - unter Berücksichtigung der Kunstfreiheit -
recht weite Grenzen gezogen.
Cyblord -. schrieb:> Solche Plattitüden könnte man sich aber auch langsam mal sparen....
Ja, könnte man, wenn dieses "mimimimi... µC.net ist die diktatorische
Löschhölle... mimimi" nicht andauernd wäre...
Percy N. schrieb:> A. K. schrieb:>> Zunächst einmal Dank für die Ergänzung!>>> Eine Aussage "Ich halte mich für klüger" ist auch nicht gleichzusetzen>> mit "Du bist ein Idiot".>> Nein, sicherlich nicht, doch ging die Klägerin deutlich darüber hinaus,> "Ich bin stärker als Du" geht auch hinaus über "Du bist mir schutzlos> ausgeliefert".>
Umgekehrt natürlich!
Wolfgang R. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Solche Plattitüden könnte man sich aber auch langsam mal sparen....>> Ja, könnte man, wenn dieses "mimimimi... µC.net ist die diktatorische> Löschhölle... mimimi" nicht andauernd wäre...
Jede Kritik mit dem Verweis "Dann geh doch" zu kontern kann es aber auch
nicht sein.
Das ist ein Totschlagargument.
Cyblord -. schrieb:> Das ist ein Totschlagargument.
Da geb ich Dir sogar recht - meine sachliche Sicht der Dinge habe ich
aber weiter oben schon mal dargelegt...
Wolfgang R. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Das ist ein Totschlagargument.>> Da geb ich Dir sogar recht - meine sachliche Sicht der Dinge habe ich> aber weiter oben schon mal dargelegt...
Vielleicht kann man einen großteil des Dilemmas auch unter dem
Stichpunkt "fehlende Diskussionskultur" zusammenfassen.
Vielleicht gibt es an dieser Stelle wirklich quer durch die Gesellschaft
ein großes Defizit. Ich habe manchmal den Eindruck.
Müssen wir in der Schule vielleicht mal so ein Fach einführen?
In den USA sind ja z.B. Debattierclubs und Debattierwettwerbe recht weit
verbreitet.
(Daher stammen auch die berühmten Fernsehduelle die bis vor kurzem bei
uns ebenfalls nicht zu finden waren.)
Da scheint es in Europa keine Entsprechung für zu geben.
Ein geregelter Meinungsaustausch scheint mir enorm wichtig für die
Demokratie zu sein. Und der findet im aktuellen Klima fast nicht mehr
statt. Andere Meinungen werden eigentlich nur noch verunglimpft, bzw.
der Mensch der sie äußert. Anstatt sachlich zu erwiedern. Das geht
gerade von allen politischen Lagern aus.
Das ist eine gefährliche Fehlentwicklung.
Wolfgang R. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Solche Plattitüden könnte man sich aber auch langsam mal sparen....>> Ja, könnte man, wenn dieses "mimimimi... µC.net ist die diktatorische> Löschhölle... mimimi" nicht andauernd wäre...
Ich weiß zwar nicht, was Herrn T. speziell an der hiesigen Löschübung
stört, es ist jedoch unbestreitbar, dass hier auch dann Beiträge
gelöscht worden sind, ohne dass diese Maßnahme von den
Nutzungsbedingungen gedeckt wäre.
Eine e-mail gibt es nicht in aleen Fällen, falls doch, wird nicht immer
der Grund der Löschung mitgeteilt.
Ein gewisses Maß an Verbitterung halte ich daher für nachvollziehbar.
Cyblord -. schrieb:> Vielleicht gibt es an dieser Stelle wirklich quer durch die Gesellschaft> ein großes Defizit. Ich habe manchmal den Eindruck.
Das könntest du zwar Recht haben, bist aber in der falschen Zeit.
Elitäre Debattenkultur ist genau das, gegen das sich die Leute in vielen
Staaten derzeit auflehnen. Da will oftmals nicht debattiert werden,
sondern gegen Debatten durchgesetzt werden. Debatten werden dabei als
eine Methode gesehen, notwendige Veränderungen zu verhindern, indem
bloss kontrovers drüber geredet wird, und geredet, und geredet...
> (Daher stammen auch die berühmten Fernsehduelle die bis vor kurzem bei> uns ebenfalls nicht zu finden waren.)
Wobei dabei auch die Unterschiede zwischen den politischen Systemen eine
Rolle spielen, also Direktwahl vs Wahl durch das Parlament.
> Da scheint es in Europa keine Entsprechung für zu geben.
Auch wenn das Mutterland solcher Debattierkultur, also England, seine
liebe Not mit dem Kontinent hat - aus Europa austreten tut es nicht, nur
aus der EU. ;-)
> Das ist eine gefährliche Fehlentwicklung.
Allerdings.
A. K. schrieb:> Auch wenn das Mutterland solcher Debattierkultur, also England, seine> liebe Not mit dem Kontinent hat - aus Europa austreten tut es nicht, nur> aus der EU. ;-)
Da hast du recht. Allerdings warte ich auf die nächste Volksabstimmung
dort "Ausritt aus Europa" und der Gründung eines eigenen Kontinents.
Cyblord -. schrieb:> In den USA sind ja z.B. Debattierclubs und Debattierwettwerbe recht weit> verbreitet.
Wobei eine vehemente Ablehnung einer auf Kompromiss ausgerichteten
Diskussionskultur genau dort seit den 90ern stolze Blüten treibt und
auch zu einem entsprechenden Ergebnis geführt hat.
Was bringt es also, eine entsprechende Kultur zu haben?
A. K. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> In den USA sind ja z.B. Debattierclubs und Debattierwettwerbe recht weit>> verbreitet.>> Wobei eine vehemente Ablehnung einer auf Kompromiss ausgerichteten> Diskussionskultur genau dort seit den 90ern stolze Blüten treibt und> auch zu einem entsprechenden Ergebnis geführt hat.
Woran machst du das z.B. fest?
Was mir aufällt ist dass dort Demos zivilisierter Ablaufen als bei uns.
Zumindest was man hier so davon sieht.
Habe da mal eine White-Power Veranstaltung gesehen also heftiges Thema
eigentlich. Lauter Waschechte Nazis auf der Bühne. Daneben ne Gegendemo.
Dazwischen vielleicht 20 gelangweilte Polizisten. Ausser Sprechchören
nichts passiert. Auch null aggro gegen die Polizisten.
Inzwischen bei uns doch irgendwie undenkbar oder?
Da ist doch gleich extremer Tumult, Angriffe, Steine und
Flaschenwertfer, Bullen in Panzerung, Wasserwerrfer, Einkesselung und
was weiß ich alles.
Hat mich irgendwie beeindruckt wie friedlich das dort war.
Lieg eventuell auch am heftiger Law-And-Order gebaren dort. Trotz der
teils martialischen Auftritte unserer Polizei passiert langfristig
Krawallmachern recht wenig.
Drüben hängt erstens der Schlagstock und Taser recht locker und zweitens
fährt man da ganz schnell RICHTIG ein wenn man da nen Stein auf nen
Bullen wirft.
A. K. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> In den USA sind ja z.B. Debattierclubs und Debattierwettwerbe recht weit>> verbreitet.>> Wobei eine vehemente Ablehnung einer auf Kompromiss ausgerichteten> Diskussionskultur genau dort seit den 90ern stolze Blüten treibt und> auch zu einem entsprechenden Ergebnis geführt hat.>> Was bringt es also, eine entsprechende Kultur zu haben?
1. Buchstabierwettbewerbe
2. obligatorischer Fahneneid für Schüler
3. Volksbewaffnung
4. soziologisch höchst interessante Bildungsstruktur
5. Suppenküchen
6. TV-Sender , die nicht einmal eine Küchenschabe intellektuell
überfordern
7. freier Zugang zu rassistischer Propaganda
usw usf
Cyblord -. schrieb:> Was mir aufällt ist dass dort Demos zivilisierter Ablaufen als bei uns.> Zumindest was man hier so davon sieht.
Das ist nicht verallgemeinerbar. Oder hast du etwa schon diverse
Uni-Krawalle ausgeblendet, wenn streitbare Konservative zu Talks an Unis
geladen sind?
Friedlich / Krawallig gibts hüben wie drüben.
Cyblord -. schrieb:> Auch null aggro gegen die Polizisten.
Ja weil es dann entweder solide in die Fresse gibt oder direkt ne Kugel.
Cyblord -. schrieb:>> Wobei eine vehemente Ablehnung einer auf Kompromiss ausgerichteten>> Diskussionskultur genau dort seit den 90ern stolze Blüten treibt und>> auch zu einem entsprechenden Ergebnis geführt hat.>> Woran machst du das z.B. fest?
Das fing in den 90ern im Kongress an, in der Clinton-Ära, mit
Fundamentalopposition durch den Sprecher des Repäsentantenhauses, Newt
Gingrich. Damals wars noch ein Schuss in den Ofen.
Dann kam G.W.Bush, der massgeblich aufgrund seiner wenig
intellektuellen Aura gewählt wurde.
Weiter ging es dann Jahre später mit der Tea Party. Da ging es nicht um
Diskussion, sondern um unverhandelbare Positionen.
Das Ende vom Lied ist nun Trump, der geradezu idealtypisch für Ablehnung
von Intellektualität steht, der von vielen gewählt wurde, um /gegen
Diskussion/ bestimmten Ziele zu verfolgen.
> Habe da mal eine White-Power Veranstaltung gesehen also heftiges Thema> eigentlich. Lauter Waschechte Nazis auf der Bühne. Daneben ne Gegendemo.
Als Nazi provoziert man in den USA die Leute nicht so wie hier. Andere
Geschichte, fremde Geschichte. Und von wegen Gewaltlosigkeit solcher
Auseinandersetzungen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Charlottesville_car_attack
Cyblord -. schrieb:> D.h. die staatliche Gewalt muss jetzt> schon das Volk zwingen NICHT zu zensieren.
Das Volk?
Ein amerikanischer Konzern ist DAS VOLK?
Karl K. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> D.h. die staatliche Gewalt muss jetzt>> schon das Volk zwingen NICHT zu zensieren.>> Das Volk?>> Ein amerikanischer Konzern ist DAS VOLK?
Ja. Gehört auch dazu. Weder schrieb ich vom "deutschen" Volk, noch hat
Facebook nur Mitarbeiter in den USA.
Auch Firmen, auch große, welche nicht staatlich sind, gehören zum Volk,
weil sie jemandem aus dem Volk gehören und sie Mitarbeiter haben.
Aber lass und doch bitte deine Definition von "Volk" in diesem Kontext
hören.
A. K. schrieb:> Als Nazi provoziert man in den USA die Leute nicht so wie hier. Andere> Geschichte, fremde Geschichte.
Und andere Gesetze. Hierzulande ist bereits das Zeigen des
"Hitler-Grußes" strafbar und muss zwingend strafrechtlich verfolgt
werden. Jedenfalls in den meisten Bundesländern ...
Percy N. schrieb:> Das Gericht ist dem bedenklich nahe beigetreten ("nicht> satisfaktionsfähig" ist schon sehr starker Tobak!).
Echt jetzt? Ich bin ja immer davon ausgegangen, dass die "Generation
Snowflake" eine Erfindung alter Säcke ist, die sich darüber ärgern, dass
die Jugend nicht mehr alles mit sich machen läßt und nicht mehr bei
jedem Pfiff nach ihrer Pfeife tanzt.
Da scheine ich mich geirrt zu haben...
Percy N. schrieb:> Und andere Gesetze. Hierzulande ist bereits das Zeigen des> "Hitler-Grußes" strafbar und muss zwingend strafrechtlich verfolgt> werden. Jedenfalls in den meisten Bundesländern ...
Freedom of Speech wird in den USA halt wirklich extrem gelebt. Die
Grenze kommt erst bei konkreten Aufrufen zu Straftaten. Das gehört
allerdings IMO nicht zu schlechtesten Eigenschaften der USA.
> Als Nazi provoziert man in den USA die Leute nicht so wie hier. Andere> Geschichte, fremde Geschichte.
Richtig. Da gibt es ja auch häufig ein Nachspielen von Schlachten aus
dem WW2 mit vollen Uniformen usw. Ob man da nun Star Wars nachspielt
oder Nazi ist da nicht so der große Unterschied.
Aber die echten NeoNazis in den USA heben vor allem auf der Hautfarbe ab
(daher auch White Power Bewegung). Und das ist ein hausgemachtes
Reizthema.
Cyblord -. schrieb:> Percy N. schrieb:>> Und andere Gesetze. Hierzulande ist bereits das Zeigen des>> "Hitler-Grußes" strafbar und muss zwingend strafrechtlich verfolgt>> werden. Jedenfalls in den meisten Bundesländern ...>> Freedom of Speech wird in den USA halt wirklich extrem gelebt. Die> Grenze kommt erst bei konkreten Aufrufen zu Straftaten. Das gehört> allerdings IMO nicht zu schlechtesten Eigenschaften der USA.
Dann stell Dich mal irgendwo im Bible Belt vor die City Hall und
verlange Biologie-Unterricht nach Darwin oder die Freigabe der
Abtreibung. Gute Genesung!
Wolfgang R. schrieb:> Holm T. schrieb:>> Ich empfinde es als blanken Hohn das Thema ausgerechnet hier bei mc.net>> auf den Tisch zu bringen>> Ich empfinde es als unverständlich, dass Du immer noch hier bist, wo> doch hier alles so blöd ist... Mach doch einfach mal ein eigenes Forum> auf.
Du bist doch auch hier und Dir paßt was nicht..uns wenns meine Person
ist.
Ich habe keine Zeit für "ein eigenes Forum" zu betreiben, aber ich habe
Leuten die Möglichkeit geschaffen die zu tun. Ich bin u.A. Hoster
BTW: was hat meine Person mit dem Topic zu tun? Bist Du der Meinung das
ich Einer bin, der seine Meinung nicht öffentlich machen darf?
Gruß,
Holm
Percy N. schrieb:> Dann stell Dich mal irgendwo im Bible Belt vor die City Hall und> verlange Biologie-Unterricht nach Darwin oder die Freigabe der> Abtreibung. Gute Genesung!
Hüben wie drübe schützt die Verfassung natürlich nicht vor Idioten.
Trotzdem glaube ich aber nicht dass das wirklich regelmäßig zu
Übergriffen führen würde.
Der Unterschied ist aber, dass dich kein Gericht rankriegen wird. Und
das ist hier bei uns lange nicht mehr gegeben.
Bei uns gibt es einfach zu viele Gummiparapgraphen welche die
Meinungsfreihiet einschränken KÖNNEN. Je nach Auslegung durch ein
Gericht. Und das macht Unsicher und kann im Zweifel das ganze Konzept
aushebeln.
Mit wäre eine festere Verankerung der Meinungsfreiheit qua Gesetz
wichtig. Es darf ja Einschränkungen geben, aber kein Wischi-Waschi ala
"die geeignet sind den öffentlichen Frieden...." das kann am Ende alles
oder nichts sein.
Und solche Auslegungen können sich schnell ändern wenn andere Richter da
sitzen.
Das passt auch zur letzten OSZE Analyse der BT-Wahl. Unsere Gesetze und
Gepflogenheiten bei den Wahlen sind recht lax und können Wahlbetrug Tür
und Tor öffnen. Stand HEUTE ist das kein Problem, weil heute noch alles
im großen und ganzen nach Recht und Gesetz abläuft. Aber es könnte ein
Problem werden, falls wirklich Kräfte an die Regierung kommen, welche
den Rechtstaat abschaffen möchten.
Cyblord -. schrieb:> Percy N. schrieb:
[...]
>> Als Nazi provoziert man in den USA die Leute nicht so wie hier. Andere>> Geschichte, fremde Geschichte.>
Das stammt nicht von mir!
> Richtig. Da gibt es ja auch häufig ein Nachspielen von Schlachten aus> dem WW2 mit vollen Uniformen usw. Ob man da nun Star Wars nachspielt> oder Nazi ist da nicht so der große Unterschied.>
Was das angeht, ist man hier womöglich über das Ziel hinausgeschossen,
aber ich kann die Gründe akzeptieren.
Wolfgang R. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Solche Plattitüden könnte man sich aber auch langsam mal sparen....>> Ja, könnte man, wenn dieses "mimimimi... µC.net ist die diktatorische> Löschhölle... mimimi" nicht andauernd wäre...
Das ist Deine Meinung und Du darfst Du die auch haben, sogar posten..das
ist aber auch schon Alles.
Dir sie mal der bekannte Börsenguru Dirk Müller ans Herz gelegt, auch
wenn er mit der Quelle des Zitates nicht ganz richtig liegt:
https://www.youtube.com/watch?v=7cxMZQ-g5zI
Gruß,
Holm
Percy N. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Percy N. schrieb:> [...]>>> Als Nazi provoziert man in den USA die Leute nicht so wie hier. Andere>>> Geschichte, fremde Geschichte.>>>> Das stammt nicht von mir!
Sorry
>> Richtig. Da gibt es ja auch häufig ein Nachspielen von Schlachten aus>> dem WW2 mit vollen Uniformen usw. Ob man da nun Star Wars nachspielt>> oder Nazi ist da nicht so der große Unterschied.>>> Was das angeht, ist man hier womöglich über das Ziel hinausgeschossen,> aber ich kann die Gründe akzeptieren.
Ja sind wir ganz sicher. Auch so Dinge wie "Leugnung des Holocaust" sind
IMO keine Straftatbestände die einer freien Gesellschaft würdig sind.
Aber ich kann verstehen warum das eingeführt wurde.
Hat nicht Churchill schon gessagt: "Den Deutschen hat man entweder zu
seinen Füßen oder an der Gurgel".
Bei uns gibts halt nur immer das Extrem. Das ist was wahres dran.
Cyblord -. schrieb:> Ja sind wir ganz sicher. Auch so Dinge wie "Leugnung des Holocaust" sind> IMO keine Straftatbestände die einer freien Gesellschaft würdig sind.
Historiographische Orthodoxie ist eigentlich ein Merkmal von Diktaturen.
Auch die Beschränkung auf besonders intensive Verstöße dient lediglich
einer oberflächlichen Legalität, gemessen am GG.
> Aber ich kann verstehen warum das eingeführt wurde.>
Ja. Und inzwischen verkünden Regierende nicht mehr, es werde seit 05:45
zurückgeschossen oder niemand wolle eine Mauer errichten, sondern es
habe keine Polizeigewalt gegeben, oder jeinen Mob. Und sie erwarten,
dass Exekutive und Justiz dies als Tatsachen hinnehmen.
> Hat nicht Churchill schon gessagt: "Den Deutschen hat man entweder zu> seinen Füßen oder an der Gurgel".>
Dieser nette Mensch ist sicherlich die Blaupause für einen modernen
Menschen von Moral.
> Bei uns gibts halt nur immer das Extrem. Das ist was wahres dran.
Zumindest in den Medien. Die lieben knallige Farben und kräftige
Kontraste.
Übrigens: Churchill war keineswegs ein Freund feinsinniger
Differenzierungen.
Cyblord -. schrieb:> Das ist ein Totschlagargument.
nö, ein totes Argument.
Namaste
Cyblord -. schrieb:> Bei uns gibts halt nur immer das Extrem. Das ist was wahres dran.
... aber unnütig.
Zumindest bis hier her scheint ja die Debatte trotz Reizthemas friedlich
zu verlaufen.
Wäre doch schön man könne da bei bleiben.
Namaste
Chris D. schrieb:> Nö, nur der "Chemnitz"-Zweig wurde abgeknipst. Der restliche Baum steht> weiterhin.
Wahrscheinlich soll mir dir jetzt dafür dankbar sein oder wie?
Also ich klink mich aus. Ich schreibe mir doch nicht die Finger wund
damit ein Kasper wie du das mit einem Klick löscht. Diskutier doch
alleine weiter, dann hast du wenigstens nur dir genehme Beiträge.
Chris D. schrieb:> Könnten wir bitte beim Thema bleiben?>> Nein, das Thema ist nicht Chemnitz und auch nicht G20 o.ä.
Nö, aber Meinungsfreiheit vor Hausrecht.
Damit hast du dich ganz klar positioniert. Dir ist die Meinungsfreiheit
hier nix wert, dafür das Hausrecht umso mehr.
Damit wird der Thread zur Farce.
Chris D. schrieb:> Nö, nur der "Chemnitz"-Zweig wurde abgeknipst. Der restliche Baum steht> weiterhin.
Du siehst ja, mit welcher Begeisterung das angenommen wird.
Auf welche Bestimmung der Nutzungsbedingungen stützt sich Deine Aktion?
Was rechtfertigt Deinen Eingriff in unsere Urheberrechte?
J.-u. G. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Nö, nur der "Chemnitz"-Zweig wurde abgeknipst.>> Bis er vom OLG München wieder angeknipst wird?
Zitat aus dem Heise-Artikel
"Die Meinungsfreiheit und die anderen grundgesetzlich geschützten Rechte
gelten demnach zwar primär im Verhältnis zwischen Bürger und Staat. Sie
wirkten sich aber auch mittelbar auf Dritte aus – auf einen großen
"öffentlichen Marktplatz für Informationen und Meinungsaustausch", wie
es Facebook darstelle."
Man könnte sich vor allem mal fragen, warum ausgerechnet erst eine Form
wie Facebook (mit entsprechenden Nutzerzahlen) zustande kommen muss, um
der Meinungsfreiheit Achtung zu verleihen? Heißt das im Umkehrschluss,
je kleiner, desto "Befreiter von Meinungen" (und damit Grundrechten)
darf es zugehen?
Udo S. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Könnten wir bitte beim Thema bleiben?>>>> Nein, das Thema ist nicht Chemnitz und auch nicht G20 o.ä.>> Nö, aber Meinungsfreiheit vor Hausrecht.
Nein.
> Damit hast du dich ganz klar positioniert. Dir ist die Meinungsfreiheit> hier nix wert, dafür das Hausrecht umso mehr.
Dies hier ist ein Fachforum, kein soziales Netzwerk von überragender
Bedeutung. Und hier gilt das Politikverbot.
Percy N. schrieb:> Auf welche Bestimmung der Nutzungsbedingungen stützt sich Deine Aktion?
Wenn hier jemand mit Provokationen wie „Schmierenschreiber“ um sich
wirft, dann ist klar, dass es damit das Ende jeglicher vernünftiger
Diskussion eingeläutet werden soll. Ab da passierte in dem bis dahin
recht sachlich verlaufenen Thread genau das, was seinerzeit zum so
genannten „Politikverbot“ hier geführt hat: zwei (oder mehrere)
Kontrahenten stehen sich mit völlig unversöhnlichen Meinungen gegenüber
und beschmeißen sich gegenseitig mit Dingen in der Hoffnung, der andere
würde angesichts der schieren Übermacht der eigenen Argumente doch nun
endlich seinen Standpunkt verlassen. Der denkt natürlich gar nicht
daran, sondern wirft genauso viele „Argumente“ zurück. Die Diskussion
wird ab da nicht mehr mit vernünftigem Aufwand moderierbar.
Bei wem ihr euch für das Abgleiten des Threads bedanken dürft, kann man
allerdings nun nicht mehr öffentlich nachlesen.
Chris D. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Chris D. schrieb:>>> Könnten wir bitte beim Thema bleiben?>>>>>> Nein, das Thema ist nicht Chemnitz und auch nicht G20 o.ä.>>>> Nö, aber Meinungsfreiheit vor Hausrecht.>> Nein.
Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu
löschen und nicht selektiv!
Wolfgang R. schrieb:> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu> löschen und nicht selektiv!
Ja, vermutlich wäre das besser gewesen.
Wolfgang R. schrieb:> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu> löschen und nicht selektiv!
Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum
immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden
würde.
Udo S. schrieb:> Damit hast du dich ganz klar positioniert. Dir ist die Meinungsfreiheit> hier nix wert, dafür das Hausrecht umso mehr.
Was so neu nicht ist, bei mikromindcotroller.net
> Damit wird der Thread zur Farce.
leider muss ich dir Recht geben.
Namaste
Chris D. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Chris D. schrieb:>>> Könnten wir bitte beim Thema bleiben?>>>>>> Nein, das Thema ist nicht Chemnitz und auch nicht G20 o.ä.>>>> Nö, aber Meinungsfreiheit vor Hausrecht.>> Nein.
Nein?
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Oberlandesgericht-Meinungsfreiheit-sticht-Hausrecht-bei-Facebook-4156833.html
Zitat
"Oberlandesgericht: Meinungsfreiheit sticht Hausrecht bei Facebook"
Offensichtlich hat das Oberlandesgericht hierzu eine Gegenteilige
Meinung.
>> Damit hast du dich ganz klar positioniert. Dir ist die Meinungsfreiheit>> hier nix wert, dafür das Hausrecht umso mehr.>> Dies hier ist ein Fachforum, kein soziales Netzwerk von überragender> Bedeutung.
Das bestreitet niemand. Aber der Thread hier dreht sich um die
Diskussion eines Urteils über die Meinungsfreiheit in elektronischen
Netzwerke. Ob das nun Fratzengesicht ist oder irgend ein anderes
Netzwerk ist dabei nicht von belang. Denn es wird weitere Klagen geben
und dann wird man sich garantiert auf dieses Urteil beziehen.
> Und hier gilt das Politikverbot.
Na klar. Aber die Threadüberschrift lautet nun mal nicht
"Hilfe! Mein Transistor schaltet nicht durch!"
Dann mach den Thread doch einfach dicht, wenn es dir nicht passt hier
friedlich ein paar Gedanken gemeinsam auszutauschen.
Seltsame Willkürhaltung, wo du doch sonst gerne den "Nettmann" gibst!
Udo S. schrieb:> Heißt das im Umkehrschluss,> je kleiner, desto "Befreiter von Meinungen" (und damit Grundrechten)> darf es zugehen?
Analogie aus dem Kartell- und Wettbewerbsrecht: Marktbeherrschende
Unternehmen sind in ihrer unternehmerischen Freiheit signifikant
eingeschränkt.
Jörg W. schrieb:> Wolfgang R. schrieb:>> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu>> löschen und nicht selektiv!>> Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum> immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden> würde.
Ja, die Hoffnung bestand bzw. besteht immer noch :-)
Denn bis zu Begriffen wie "Lügenberichterstattung" etc. bewegte sich der
Thread in erstaunlich zivilem Rahmen.
Jörg W. schrieb:> Wolfgang R. schrieb:>> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu>> löschen und nicht selektiv!>> Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum> immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden> würde.
Nun konstruiere doch nicht einen falschen Eindruck. Hier wurde ganz
harmlos Meinungen ausgetauscht. Ich bin Percy nicht böse über seine
Haltung. Ich habe kein Problem damit. Meine Wahrnehmung ist halt eine
andere.
Chris D. schrieb:> Jörg W. schrieb:>> Wolfgang R. schrieb:>>> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu>>> löschen und nicht selektiv!>>>> Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum>> immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden>> würde.>> Ja, die Hoffnung bestand bzw. besteht immer noch :-)>> Denn bis zu Begriffen wie "Lügenberichterstattung" etc. bewegte sich der> Thread in erstaunlich zivilem Rahmen.
Und? Darf man "Lügenberichterstattung" nicht schreiben?
Was wäre euch denn begrifflich lieber gewesen?
WahrheitsnichtsogenaunehmBerichterstattung?
Kleinlichkeit kennt keine Grenzen ...
Jörg W. schrieb:> Percy N. schrieb:>> Auf welche Bestimmung der Nutzungsbedingungen stützt sich Deine Aktion?>> Wenn hier jemand mit Provokationen wie „Schmierenschreiber“ um sich> wirft, dann ist klar, dass es damit das Ende jeglicher vernünftiger> Diskussion eingeläutet werden soll. Ab da passierte in dem bis dahin> recht sachlich verlaufenen Thread genau das, was seinerzeit zum so> genannten „Politikverbot“ hier geführt hat: zwei (oder mehrere)> Kontrahenten stehen sich mit völlig unversöhnlichen Meinungen gegenüber> und beschmeißen sich gegenseitig mit Dingen in der Hoffnung, der andere> würde angesichts der schieren Übermacht der eigenen Argumente doch nun> endlich seinen Standpunkt verlassen. Der denkt natürlich gar nicht> daran, sondern wirft genauso viele „Argumente“ zurück. Die Diskussion> wird ab da nicht mehr mit vernünftigem Aufwand moderierbar.>
Eine exakt formulierte Frage mit Gemeinplätzen zu beantworten hat auch
etwas von einer Beleidigung.
> Bei wem ihr euch für das Abgleiten des Threads bedanken dürft, kann man> allerdings nun nicht mehr öffentlich nachlesen.
Auch das hätten manche von uns auch so gemerkt.
Udo S. schrieb:> Und? Darf man "Lügenberichterstattung" nicht schreiben?>> Was wäre euch denn begrifflich lieber gewesen?>> WahrheitsnichtsogenaunehmBerichterstattung?
Es geht nicht um den Begriff sondern um die Verlagerung der Diskussion
hin zu Chemnitz etc.
Und solche Diskussionsfelder sind hier schlicht unerwünscht.
Udo S. schrieb:> Darf man "Lügenberichterstattung" nicht schreiben?
Ja, darf man nicht.
Eine Lüge ist eine vorsätzliche Falschaussage, über deren Falschheit
derjenige, der sie getätigt hat, sich bei deren Tätigung bewusst war.
A. K. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Heißt das im Umkehrschluss,>> je kleiner, desto "Befreiter von Meinungen" (und damit Grundrechten)>> darf es zugehen?>> Analogie aus dem Kartell- und Wettbewerbsrecht: Marktbeherrschende> Unternehmen sind in ihrer unternehmerischen Freiheit signifikant> eingeschränkt.
Schwierige Analogie, die du da ziehst. Du vergleichst das
Wettbewerbsrecht (da geht's ums Geldverdienen und Marktmacht der
Konzerne untereinander) mit dem Recht der Bürger auf freie
Meinungsäußerung in sozialen Netzwerken?
Warum sollte das Gesetzgeber einer größeren Gruppe von Menschen (wie bei
Facebook) mehr Recht auf freie Meinungsäußerung einräumen, als kleineren
Gruppen in anderen Netzwerken? Ab wann darf Meinung frei sein? Ab 10 Mio
Mitglieder? Ab 1 Mio? Ab 10.000?
Braucht es erst den 10.000 und einten Nutzer, damit die Leute vor
Löschwillkür geschützt sind? Die anderen schauen in die Röhre?
Udo S. schrieb:> Jörg W. schrieb:>> Wolfgang R. schrieb:>>> Eben aus diesem Grund hielte ich es für fairer, den kompletten Thread zu>>> löschen und nicht selektiv!>>>> Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum>> immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden>> würde.>> Nun konstruiere doch nicht einen falschen Eindruck. Hier wurde ganz> harmlos Meinungen ausgetauscht. Ich bin Percy nicht böse über seine> Haltung. Ich habe kein Problem damit. Meine Wahrnehmung ist halt eine> andere.
Das sehe ich genauso.
In diesem Thread gab es nahezu keine persönlichen Angriffe.
Dass andere Leute andere Meinungen haben, bin ich gewohnt, Udo und
anderen geht es sicherlich ähnlich.
Wären wir alle immer einer Meinung, dann bräuchten wir keine Sprache.
Percy N. schrieb:> Auf welche Bestimmung der Nutzungsbedingungen stützt sich Deine Aktion?
Such Dir was aus:
https://www.mikrocontroller.net/articles/Hilfe:Forum_Nutzungsbedingungen> Was rechtfertigt Deinen Eingriff in unsere Urheberrechte?
Dein Urheberrecht sichert Dir zu, dass Dein Beitrag nicht woanders
verkauft werden darf, aber nicht, dass er nicht gelöscht werden darf.
Chris D. schrieb:> Und hier gilt das Politikverbot.
Das sollte vielleicht doch mal in die Nutzungsbedingungen aufgenommen
werden.
Udo S. schrieb:> Heißt das im Umkehrschluss,> je kleiner, desto "Befreiter von Meinungen" (-----------)> darf es zugehen?
Ja, ist so. Ist in jeder Dorfkneipe so.
> ... (und damit Grundrechten)> darf es zugehen?
Du hast kein Grundrecht darauf, in einem privaten Raum Deine Meinung
wiedergeben zu dürfen.
Was hier und woanders viele übersehen: Meinungsfreiheit heisst nicht,
dass jeder jedem ein Forum für seine Meinung zu Verfügung stellen muss.
Udo S. schrieb:> Ab wann darf Meinung frei sein?
Die alte Leier.
Deine Meinung darf dir selbstredend frei sein, das heißt aber noch
lange nicht, dass du deshalb jeden verpflichten kannst, diese deine
Meinung auch in seinem Medium zu veröffentlichen.
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Darf man "Lügenberichterstattung" nicht schreiben?>> Ja, darf man nicht.
Aus welchen Gesetz leitest du das nochmals ab?
> Eine Lüge ist eine vorsätzliche Falschaussage, über deren Falschheit> derjenige, der sie getätigt hat, sich bei deren Tätigung bewusst war.
Nun, staatsnahe Medien bedienen sich immer wieder solcher vorsätzlichen
Falschaussagen. Das ist hinreichend geschichtlich belegt. Gerade DU als
ehemaliger Bürger der DDR solltest das wissen und du weißt das auch.
Aber wenn es dir um nur um die Begriffe geht, bitte schön
WahrheitsnichtsogenaunehmBerichterstattung
TendentiösBerichterstattung
Flunkermedien
such dir einen davon aus
;-)
Jörg W. schrieb:> Vielleicht hatte Chris die Hoffnung, dass der Rest der Diskutanten zum> immerhin 17 Stunden währenden vernünftigen Diskussionsstil zurück finden> würde.
wäre es dann nicht angebrachter gewesen, den Begriff "Moderation" in
seiner Gänze auszufüllen, statt nur mit dem Zeigefinger der rechten Hand
auf der linken Maustaste?
Namaste
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Ab wann darf Meinung frei sein?>> Die alte Leier.>> Deine Meinung darf dir selbstredend frei sein, das heißt aber noch> lange nicht, dass du deshalb jeden verpflichten kannst, diese deine> Meinung auch in seinem Medium zu veröffentlichen.
Nun, genau darum dreht sich doch das Urteil.
Über was diskutieren wir hier nochmals gleich?
Udo S. schrieb:> Aus welchen Gesetz leitest du das nochmals ab?
Deutsche brauchen für alles ein Gesetz? Irgendwelche Grundregeln
vernünftigen Umgangs miteinander gibt's nicht mehr?
Udo S. schrieb:> Nun, genau darum dreht sich doch das Urteil.
Dann versuch' doch mal, eine dir missliebige Tageszeitung dazu zu
verpflichten, deine Meinungsäußerung zu drucken …
Karl K. schrieb:> Du hast kein Grundrecht darauf, in einem privaten Raum Deine Meinung> wiedergeben zu dürfen.>> Was hier und woanders viele übersehen: Meinungsfreiheit heisst nicht,> dass jeder jedem ein Forum für seine Meinung zu Verfügung stellen muss.
So sieht es aus.
Bei dem immer wieder und schnell zitierten Art. 5 GG "Meinungsfreiheit"
wird dann gerne der zweite Absatz weggelassen:
"(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der
allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der
Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."
Unter anderem ist das (virtuelle) Hausrecht so eine Einschränkung.
Und ja, es gibt deutliche Unterschiede zwischen einem sozialen Netzwerk
FB und einem Fach-Forum wie diesem hier.
Karl K. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Heißt das im Umkehrschluss,>> je kleiner, desto "Befreiter von Meinungen" (-----------)>> darf es zugehen?>> Ja, ist so. Ist in jeder Dorfkneipe so.
Du meinst in der Dorfkneipe kommt der Wirt an den Gästetisch, fragt mal
eben die "Meinungen" ab, ob sie ihm auch passen?
Habe ich noch nie so erlebt.
Dem Wirt ist i.a. schitt egal worüber seine Gäste schnacken. Hauptsache
der Umsatz stimmt.
> Du hast kein Grundrecht darauf, in einem privaten Raum Deine Meinung> wiedergeben zu dürfen.
Was ist nochmals gleich ein "Privater" Raum? Deine Wohnung ist ein
privater Raum. Ein öffentlich zugängliches Forum ist NIEMALS ein
privater Raum. Das solltest du verstehen lernen.
> Was hier und woanders viele übersehen: Meinungsfreiheit heisst nicht,> dass jeder jedem ein Forum für seine Meinung zu Verfügung stellen muss.
Dazu äußerte sich das Urteil und anscheinend sehen Richter das anders.
Udo S. schrieb:> Jörg W. schrieb:>> Eine Lüge ist eine vorsätzliche Falschaussage, über deren Falschheit>> derjenige, der sie getätigt hat, sich bei deren Tätigung bewusst war.>> Nun, staatsnahe Medien bedienen sich immer wieder solcher vorsätzlichen> Falschaussagen. Das ist hinreichend geschichtlich belegt.
Heute bestehen vermutlich die meisten "Ungenauigkeiten" in Auslassungen.
Quod non est in actis non est in mundo
... oder so ähnlich ;-)
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Nun, genau darum dreht sich doch das Urteil.>> Dann versuch' doch mal, eine dir missliebige Tageszeitung dazu zu> verpflichten, deine Meinungsäußerung zu drucken …
Warten wir mal ab, bis auch dort ein Nutzer gegen Löschwillkür klagt.
Percy N. schrieb:> Heute bestehen vermutlich die meisten "Ungenauigkeiten" in Auslassungen.
Ja, so sehe ich das auch. Eigentlich ist unsere "Lügenpresse" viel eher
einen Weglasspresse. Aber auch durch Weglassen kann man die Wahrheit
über bestimmte Ereignisse ähnlich wie mit der bewussten Falschaussage
bis ins Gegenteil verkehren.
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Aus welchen Gesetz leitest du das nochmals ab?>> Deutsche brauchen für alles ein Gesetz?
Leider ja.
> Irgendwelche Grundregeln> vernünftigen Umgangs miteinander gibt's nicht mehr?
Doch, die gelten ergänzend, oder, im Falke dispositiven Rechtes,
verabredungsgemäß auch ersatzweise.
Möchtest Du insoweit noch mehr wissen?
Chris D. schrieb:> Bei dem immer wieder und schnell zitierten Art. 5 GG "Meinungsfreiheit"> wird dann gerne der zweite Absatz weggelassen:>> "(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der> allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der> Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."
Schon lustig, Jungendschutz und Ehrverletzung hier als Löschgrund
heranzuziehen. Beides fand nicht statt.
> Unter anderem ist das (virtuelle) Hausrecht so eine Einschränkung.
Und genau darum dreht sich das Urteil. Schon klar, dass euch das sauer
aufstößt.
> Und ja, es gibt deutliche Unterschiede zwischen einem sozialen Netzwerk> FB und einem Fach-Forum wie diesem hier.
Damit ist noch lange nicht gesagt, dass dieser Unterschied Einschränkung
der Äußerung von Meinung rechtfertigt. Das müsste ein Gericht erst mal
so feststellen. Tatsache ist, das Gericht hat im FB Urteil das sog.
virtuelle Hausrecht deutlich eingeschränkt und das kann auch Folgen für
andere Netzwerke haben.
Udo S. schrieb:> Schwierige Analogie, die du da ziehst. Du vergleichst das> Wettbewerbsrecht (da geht's ums Geldverdienen und Marktmacht der> Konzerne untereinander) mit dem Recht der Bürger auf freie> Meinungsäußerung in sozialen Netzwerken?
War nur als Anstoss gedacht. In diesem Beispiel wie auch im NetzDG
spielt die Bedeutung bzw Grösse eine Rolle. Mehr besagt diese Analogie
nicht.
Aber die Anwendbarkeit von Grundrechten des Grundgesetzes zwischen
Bürgern ist ein schwieriges Thema. Weil die Grundrechte zunächst
Abwehrrechte gegen den Staat darstellen, und damit eben nicht
automatisch auf jeden Fall zwischen Bürgern anwendbar sind. Soweit
betrachtet ist also die Meinungsfreiheit in einem Forum kein Fall für
das Grundgesetz.
Allerdings ist das real ein wenig komplizierter, aufgrund der
sogenannten mittelbaren Drittwirkung der Grundrechte (die auch im Urteil
erwähnt wird).
http://www.lexexakt.de/index.php/glossar/drittwirkung.phphttp://www.lexexakt.de/index.php/glossar/lueth-urteil.php
Und damit sind wir an einem Punkt, an dem es ohne Jurastudium schwierig
wird, die Kriterien eindeutig zu erfassen. Wahrscheinlich auch mit.
Udo S. schrieb:> Aber der Thread hier dreht sich um die> Diskussion eines Urteils über die Meinungsfreiheit in elektronischen> Netzwerke.
Äh, nein. Sorry. Es gibt schon mehrere Urteile pro "Hausrecht", die
aktuelle Diskussion dreht sich um eine einstweilige (!!) Verfügung pro
"Meinungsfreiheit" - zu einem Urteil dazu ist es auch in München noch
gar nicht gekommen.
Udo S. schrieb:> Denn es wird weitere Klagen geben> und dann wird man sich garantiert auf dieses Urteil beziehen.
Wenn es denn erst mal eins gibt. Dann ja. Oder man bezieht sich auf
andere schon existierende Urteile. Wahrscheinlich eher "und" statt
"oder". Und dann bildet sich irgendwann eine vorherrschende
Rechtsmeinung bei den Gerichten aus - was aber immer noch nicht
ausschließt, dass irgendwo ein Richter "gallisches Dorf" spielt.
Einigermaßen große Rechtssicherheit würde erst ein höchstrichterliches
Urteil hervorrufen.
Dass durch diese Verfügung aus München schlagartig alles anders werden
muss/kann/darf, das ist der Irrtum bei der Sache. Erst mal ändert das
nur den - obendrein recht kuriosen - Einzelfall.
Udo S. schrieb:> Warum sollte das Gesetzgeber einer größeren Gruppe von Menschen (wie bei> Facebook) mehr Recht auf freie Meinungsäußerung einräumen, als kleineren> Gruppen in anderen Netzwerken? Ab wann darf Meinung frei sein? Ab 10 Mio> Mitglieder? Ab 1 Mio? Ab 10.000?
Siehe oben - A.K. hat dazu schon was rausgesucht:
Das NetzDG beispielsweise macht explizit einen Unterschied: "Der
Anbieter eines sozialen Netzwerks ist von den Pflichten nach den §§ 2
und 3 befreit, wenn das soziale Netzwerk im Inland weniger als zwei
Millionen registrierte Nutzer hat."
Es geht zwar aktuell nicht um das NetzDG, aber das ist Beispiel dafür,
dass bei der rechtlichen Einordnung von Betreibern irgendwelcher
Internet-Angebote durchaus Unterschiede nach deren Größe gemacht werden.
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Aus welchen Gesetz leitest du das nochmals ab?>> Deutsche brauchen für alles ein Gesetz? Irgendwelche Grundregeln> vernünftigen Umgangs miteinander gibt's nicht mehr?
Den Beitrag von dir hatte ich übersehen.
Lieber Jörg, ich gebe dir hier vollkommen recht. Ich selber berufe mich
gerne auf den sog. gesunden Menschenverstand. Ich brauche nicht für
alles und jedes eine gesetzliche Regelung. Da stimme ich mit dir
vollkommen überein. Dazu gehört aber auch, dass mein Gegenüber sich
ähnlich tolerant oder genauer gesagt aufrichtig verhält und nicht
Probleme, die uns alle betreffen verschweigt, während umgekehrt ein
Popanz sondergleichen aufgebauscht wird. Ich bin diese Nebelkerzentaktik
leid, die die gesellschaftlichen Probleme gewusst verschweigt und uns
medial mit Ablenkmanövern bewirft, während die Probleme immer größer und
größer werden. Einfach Ross und Reiter nennen, dann nährt man auch nicht
die falschen, die es gar nicht geben sollte.
Udo S. schrieb:>> "(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der>> allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der>> Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.">> Schon lustig, Jungendschutz und Ehrverletzung hier als Löschgrund> heranzuziehen. Beides fand nicht statt.
Wie wäre es mit dem ersten Teilsatz?
"Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der
allgemeinen Gesetze"
>> Unter anderem ist das (virtuelle) Hausrecht so eine Einschränkung.>> Und genau darum dreht sich das Urteil. Schon klar, dass euch das sauer> aufstößt.
Nein, uns stösst da gar nichts sauer auf, warum auch? Die einstweilige
Verfügung(!) bezieht sich auf FB.
>> Und ja, es gibt deutliche Unterschiede zwischen einem sozialen Netzwerk>> FB und einem Fach-Forum wie diesem hier.>> Damit ist noch lange nicht gesagt, dass dieser Unterschied Einschränkung> der Äußerung von Meinung rechtfertigt.
Doch, durchaus - denn sonst wäre es kein Fachforum.
> Das müsste ein Gericht erst mal> so feststellen.
Bis dahin berufen sich Andreas und wir uns weiterhin auf das virtuelle
Hausrecht.
> Tatsache ist, das Gericht hat im FB Urteil das sog.> virtuelle Hausrecht deutlich eingeschränkt und das kann auch Folgen für> andere Netzwerke haben.
Es gibt überhaupt noch kein Urteil, es gibt eine einstweilige Verfügung.
Sie sehen das bei FB anders, und das verstehe ich sogar. Schließlich hat
FB für viele eine herausragende soziale Bedeutung.
Das gilt aber eben nicht für ein Fachforum.
Davon abgesehen sehen das nur diese OLG-Richter anders - andere
Richter zu Klagen bzgl. FB, auf die auch im Artikel verwiesen wird,
kommen zu ganz anderen Urteilen.
Davon abgesehen gibt es noch gar kein Urteil.
A. K. schrieb:> Aber die Anwendbarkeit von Grundrechten des Grundgesetzes zwischen> Bürgern ist ein schwieriges Thema. Weil die Grundrechte zunächst> Abwehrrechte gegen den Staat darstellen, und damit eben nicht> automatisch auf jeden Fall zwischen Bürgern anwendbar sind. Soweit> betrachtet ist also die Meinungsfreiheit in einem Forum kein Fall für> das Grundgesetz.
Naja, was ist noch mal gleich der Staat? Der Staat ist nicht (nur) das
Kanzleramt in Berlin oder das Finanzamt meiner kreisfreien Stadt. Der
Staat, das sind WIR alle. Möchtest du deine Grundrechte außer Kraft
gesetzt sehen, bloß weil du anstatt zur Ausländerbehörde zum Bäcker oder
ins Schuhgeschäft gehst? Ich muss nicht im kleinen Bäckerladen mein
Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, dazu reicht dort der Platz
schon nicht. Aber ich möchte auch im Bäckerladen nicht mein Recht auf
freie Meinungsäußerung an der Eingangstüre angeben und wie ein
fremdgesteuerter Zombie dort hineinwanken. Ebenso wenig möchte ich einen
völligen Meinungsverzicht in irgendwelchen Internetforen praktizieren.
Dass man nicht an jeder Stelle seinen volle Persönlichkeit zur
Entfaltung bringen muss, regelt für mich der gesunde Menschenverstand in
mir. Hier speziell in diesem Thread aber ist es ein Unding mit der
Löschkeule herumzufuchteln, wenn es ausnahmsweise genau eben um jene
Meinungsfreiheit mal geht, wie im Urteil angesprochen. Da komme ich mir
dann schon gelinde gesagt verarscht vor. Aber manche Auguren wollen das
anscheinend so. ICh dachte gerade Staatsbürger der ehemaligen DDR hätten
was gelernt aus Willkür gegenüber anderen. Anscheinend ist dem nicht so.
Udo S. schrieb:> wie im Urteil angesprochen
Damit auch du es nun endlich begreifst: ein Urteil gibt's da noch
gar nicht.
Nein, das ist mehr als nur Haarspalterei.
Chris D. schrieb:> Das gilt aber eben nicht für ein Fachforum.
Das kann sich ja noch ändern, wenn mal einer dagegen klagt.
> Davon abgesehen sehen das nur diese OLG-Richter anders - andere> Richter zu Klagen bzgl. FB, auf die auch im Artikel verwiesen wird,> kommen zu ganz anderen Urteilen.
Klingt nach Richterschelte.
> Davon abgesehen gibt es noch gar kein Urteil.
Wird aber kommen.
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> wie im Urteil angesprochen>> Damit auch du es nun endlich begreifst: ein Urteil gibt's da noch> gar nicht.
Du brauchst deswegen nicht unfreundlich zu werden.
> Nein, das ist mehr als nur Haarspalterei.
Man wird sehen. Die Aufregung bei euch Mods zumindest ist spürbar.
Udo S. schrieb:> Naja, was ist noch mal gleich der Staat?
In von mir oben verwendeten Zusammenhang sind mit "Staat" die
Staatsorgane gemeint, das ist auch die umgangssprachlich übliche
Bedeutung in diesem Kontext. Aber wenn du unbedingt Haare spalten
willst:
Art 1 GG Abs 3: "Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung,
vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht."
Eine unmittelbare Bindungswirkung zwischen den Bürgern besteht also
nicht. Und das kommt nun ohne den Begriff "Staat" aus.
Udo S. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Das gilt aber eben nicht für ein Fachforum.>> Das kann sich ja noch ändern, wenn mal einer dagegen klagt.
Ja, oder auch nicht. Und nun?
>> Davon abgesehen sehen das nur diese OLG-Richter anders - andere>> Richter zu Klagen bzgl. FB, auf die auch im Artikel verwiesen wird,>> kommen zu ganz anderen Urteilen.>> Klingt nach Richterschelte.
Das zeigt, dass sich selbst bei diesen großen sozialen Netzwerken die
Richter keineswegs einig sind und das Hausrecht in diesen Fällen eben
durchaus über der Meinungsfreiheit steht.
>> Davon abgesehen gibt es noch gar kein Urteil.>> Wird aber kommen.
Ja. Aber dass es die Meinungsfreiheit in diesem Fall über das
Hausrecht stellt, ist noch gar nicht raus.
Daher kann man auch nicht damit argumentieren, dass Richter das bei FB
so entschieden hätten und das jetzt für alle zu gelten habe.
Udo S. schrieb:> Man wird sehen. Die Aufregung bei euch Mods zumindest ist spürbar.
Wir sind es einfach nur leid, dasselbe wieder und immer wieder erklären
zu müssen.
Ich denke, Du hast uns noch nicht aufgeregt gesehen :-}
A. K. schrieb:> In von mir oben verwendeten Zusammenhang sind mit "Staat" die> Staatsorgane gemeint, das ist auch die umgangssprachlich übliche> Bedeutung in diesem Kontext. Aber wenn du unbedingt Haare spalten> willst:
Es wäre etwas traurig wenn Meinungsfreiheit nur eine Relevanz gegenüber
den sog. "Staatsorganen" hätte. Im allgemeinen äußert der Bürger seine
"Meinung" so ziemlich überall gerne, nicht nur beim Gang auf die
nahegelegene Polizeiwache (einem Organ des Staates) und dort übrigens am
aller wenigsten.
;)
Udo S. schrieb:> Es wäre etwas traurig wenn Meinungsfreiheit nur eine Relevanz gegenüber> den sog. "Staatsorganen" hätte.
Ist dir entgangen, um was es hier geht und wie die Verfügung lautet?
Die mittelbare Drittwirkung der Grundrechte hatte ich schon erwähnt. Und
darauf wiederum basiert die Verfügung:
"Im Hinblick auf die mittelbare Drittwirkung der Grundrechte,
insbesondere des Grundrechts des Nutzers auf Meinungsfreiheit (Art. 5
Abs. 1 GG), muss deshalb gewährleistet sein, dass eine zulässige
Meinungsäußerung nicht von der Plattform entfernt werden darf"
"Der Rechtsgehalt der Grundrechte als objektive Normen entfaltet sich im
Privatrecht durch das Medium der dieses Rechtsgebiet unmittelbar
beherrschenden Vorschriften, insbesondere der Generalklauseln und
sonstigen auslegungsfähigen und -bedürftigen Begriffe, die im Sinne
dieses Rechtsgehalts ausgelegt werden müssen [...]. Im vorliegenden Fall
bildet die Vorschrift des § 241 Abs. 2 BGB die
konkretisierungsbedürftige Generalklausel, bei deren Auslegung dem von
der Antragstellerin geltend gemachten Grundrecht auf freie
Meinungsäußerung (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG) Rechnung zu tragen ist."
Teil 2 auf Deutsch: FB hat seinen Vertrag einzuhalten. ;-)
Udo,
sie, die Moderatoren, wollen den Thread um jeden Preis gegen die Wand
fahren.
Lasse dich nicht instrumentalisieren.
Namaste
p.S. A.k. nehme ich hier aus, er bemüht sich um Sachlichkeit und
Richtigstellung.
Lesestoff zur nicht so ganz unkomplizierten Drittwirkung der
Grundrechte:
https://www.juraforum.de/lexikon/grundrechte-drittwirkung-der
Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit sagt doch nur: Jeder darf seine
Meinung haben und sagen - aber eben nicht überall. Als kräftig
übertriebenes Beispiel: Wenn du mitten in der Opernaufführung lautstark
etwas über die Diskriminierung der Angehörigen der Kirche des
zwiebeligen Sumpfmonsters (oder eines anderen fachfremden Themas)
vortragen möchtest, dann wirst du zunächst ange"pst"et, dann angeblafft,
und dann kommt die Security und zeigt dir auf ganz direktem Wege, wo
sich der Ausgang befindet. Warum ist das in der Oper ganz normal, in
einem fachfremden Forum aber furchtbar böse?
Das ist doch mit anderen Grundrechten genauso. Du hast das Recht, dich
mit anderen Gleichgesinnten unter freiem Himmel zu versammeln - aber
nicht in meinem Garten. Vielleicht schon, wenn du Bier mitbringst, aber
das ist dann eine private Absprache und hat nix mit Grundrechten zu tun.
Und wenn du die spontane Kundgebung auf einer schönen Rasenfläche
abhältst, auf der aber gerade 22 Leute abwechselnd gegen einen Ball
treten möchten, dann fängst du dir auch Ärger ein - trotz des
Grundrechts auf Versammlungsfreiheit.
Du hast das Recht, deinen Beruf und deine Arbeitsstelle frei zu wählen -
aber du kannst trotzdem nicht zu einem beliebigen Betrieb marschieren
und verkünden, dass du ab sofort dort arbeitest, weil das ja dein
Grundrecht wäre.
Und so weiter - die Argumentation mit Grundrechten gegen andere
Privatleute ist oft (meist) nicht haltbar.
Jedenfalls bisher. Ob und was aus der einstweiliegen Verfügung da nun
erwächst oder nicht, das müssen wir abwarten. Ungelegte Eier zu
verzehren macht nicht satt.
Udo S. schrieb:> Aber ich möchte auch im Bäckerladen nicht mein Recht auf> freie Meinungsäußerung an der Eingangstüre angeben
Ähm doch, genau das tust Du.
Wenn Du auf dem öffentlichen Platz vor der Bäckerei eine Rede über
<beliebiges Thema> halten willst, darfst Du das größtenteils.
Wenn Du das in der Bäckerei versuchst, kann der Bäcker Dich Kraft seines
Hausrechtes des Ladens verweisen. Genauso wie das der Wirt einer Kneipe
kann. Und dazu muss er nicht rumgehen, wie oben behauptet und jeden nach
seiner Meinung fragen.
Ist das echt so schwer zu verstehen? Meinungsfreiheit heisst nicht, dass
Dir jeder ein Forum für Deine Meinung geben muss und Meinungsfreiheit
heisst nicht, dass sich jeder Deine Meinung anhören muss.
Karl K. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Aber ich möchte auch im Bäckerladen nicht mein Recht auf>> freie Meinungsäußerung an der Eingangstüre angeben>> Ähm doch, genau das tust Du.
Nein, das mache ich nicht.
> Wenn Du auf dem öffentlichen Platz vor der Bäckerei eine Rede über> <beliebiges Thema> halten willst, darfst Du das größtenteils.
Darum geht es nicht.
> Wenn Du das in der Bäckerei versuchst, kann der Bäcker Dich Kraft seines> Hausrechtes des Ladens verweisen. Genauso wie das der Wirt einer Kneipe> kann. Und dazu muss er nicht rumgehen, wie oben behauptet und jeden nach> seiner Meinung fragen.>> Ist das echt so schwer zu verstehen? Meinungsfreiheit heisst nicht,
Erkläre DU mir nicht was Meinungsfreiheit heißt, indem du abstruse
Beispiel konstruierst, die hier keinen interessieren. Glaubst du, du
hast es hier mit einem Spinner zu tun, der im Bäckerladen lauthals
Dummfug von sich gibt?
Mannometer, es geht immer noch einen Tick blöder als man annimmt.
Abradolf L. schrieb:> Man ey, da schlichtet man mal 2 Stunden Holz und der Thread> explodiert!
Der Thread wurde wie so oft gemeuchelt als es interessant wurde. Jetzt
bleibt nur noch Dünnpfiff übrig.
Winfried J. schrieb:> Udo,> sie, die Moderatoren, wollen den Thread um jeden Preis gegen die Wand> fahren.> Lasse dich nicht instrumentalisieren.> Namaste
Ich hatte mich sowieso schon gewundert, dass es einen Thread mit dieser
Überschrift gibt und lies mich verleiten ... Aber es zeigt sich halt mal
wieder, dass persönliche Vorlieben über den gesunden Menschenverstand
gestellt werden und dann tritt das ein, was hier immer eintritt, die
Forenhygiene wird über alles gestellt. Naja, egal. Ich widme mich wieder
meinem 3D-Drucker. Da kommt mehr bei rum.
;)
PS was, erst -4? Kommt Jungs, da geht noch was! :-))
Udo S. schrieb:> Erkläre DU mir nicht was Meinungsfreiheit heißt, indem du abstruse> Beispiel konstruierst, die hier keinen interessieren. Glaubst du, du> hast es hier mit einem Spinner zu tun, der im Bäckerladen lauthals> Dummfug von sich gibt?
Es geht doch gar nicht um "Dummfug". Auch wenn du dort in
formvollendeter Rede über den internationalen Getreidehandel (also sogar
halbwegs Ontopic) referierst, fliegst du aufgrund des Hausrechtes 'raus,
und das erscheint dir auch völlig normal, sonst würdest du das Beispiel
ja nicht als abstrus ansehen!?
Aber wie würde sich denn sonst dein Wunsch: "Aber ich möchte auch im
Bäckerladen nicht mein Recht auf freie Meinungsäußerung an der
Eingangstüre angeben" auswirken?? Ich versteh's wirklich nicht, sorry...
> Dass man nicht an jeder Stelle seinen volle Persönlichkeit zur> Entfaltung bringen muss, regelt für mich der gesunde Menschenverstand in> mir.
Das ist schön, ist aber (offensichtlich) nicht überall und von Jedem der
Fall.
Meine Beispiele oben sind genauso abstrus wie der Bäckerladen. Du
würdest das also alles gar nicht machen wollen, möchtest aber das Recht
verteidigen, es machen zu dürfen, wenn du es denn wolltest? Hab' ich das
so richtig verstanden?
> Hier speziell in diesem Thread aber ist es ein Unding mit der> Löschkeule herumzufuchteln, wenn es ausnahmsweise genau eben um jene> Meinungsfreiheit mal geht, wie im Urteil angesprochen.
In den gelöschten Beiträgen ging es NICHT um die in der einstweiligen
Verfügung angesprochene Meinungsfreiheit bei Facebook und auch nicht um
deren mögliche Anwendung in kleineren Foren. Die OnTopic-Beiträge sind,
soweit ich das überblicken kann, allesamt noch vorhanden.
Matthias L. schrieb:> Es geht doch gar nicht um "Dummfug". Auch wenn du dort in> formvollendeter Rede über den internationalen Getreidehandel (also sogar> halbwegs Ontopic) referierst, fliegst du aufgrund des Hausrechtes 'raus,
DU fliegst vielleicht aus dem Bäckerladen raus, ICH nicht. Du verstehst
einfach den Unterschied zwischen allgemeiner Meinungsfreiheit und
nervigem Dummgebabbel nicht. Du unterstellst in deiner blühenden
Fantasie anderen hier schlichtweg sich wie ein Querulant verhalten zu
wollen, indem er sich dabei auf Meinungsfreiheit beruft.
Lass es einfach sein. Auf dieser Basis ist jeglicher Dialog überflüssig.
> Ich versteh's wirklich nicht, sorry...
Das merke ich. Macht aber nix.
Falls DU mal einen Laden besitzt, Nagel doch einfach ein Schild an die
Tür mit der Aufschrift:
HIER IN MEINEM LADEN GILT DIE MEINUNGSFREIHEIT NICHT!
Mal sehen, ob's deiner Kundschaft gefällt und wie sich das auf deinen
Umsatz auswirkt.
Und das Kneipenbeispiel von weiter oben (nicht von dir) ist überhaupt
der dämlichste Einwand zum Thema. Auch hier bitte ein Schild an die
Eingangstür der Schenke:
"VEREHRTE GÄSTE, IN MEINER KNEIPE GILT DIE ALLGEMEINE MEINUNGSFREIHEIT
NICHT!"
Prost!
Udo S. schrieb:> Du unterstellst in deiner blühenden Fantasie anderen hier schlichtweg> sich wie ein Querulant verhalten zu wollen, indem er sich dabei auf> Meinungsfreiheit beruft.
Dafür ist keine Phantasie und keine Unterstellung nötig, das war hier
oft genug live, in Farbe und mit Begleitung zu lesen.
Die angesprochenen Schilder gibt's übrigens in der Realität auch oft
genug, sie sind nur geringfügig geschickter formuliert und es steht
"Hausordnung" oder "AGB" darüber.
Udo S. schrieb:> Lass es einfach sein. Auf dieser Basis ist jeglicher Dialog überflüssig.
Scheint so.
@Moderatoren
ich hoffe ihr lasst meinen kleinen harmlosen Text hier stehen. Soll nur
ein kleiner Gruß sein. Ich hab extra nix zitiert vom gelöschten Posting.
;)
@ Feldkurat
Ich weiß was du meinst. Ich kenne das Klima hier. Der Umerziehungseifer
ist des Öfteren schon sehr nervig. Normalerweise lasse ich es aber
rechtzeitig dann darauf beruhen und gebe (als Klügerer) nach. Es ist
einfach sinnlos mit dem Kopf durch die Wand rennen zu wollen. Da kommt
nix bei rum. Besser man wendet sich dann wieder seinen eigenen Themen
zu. Bei mir gerade der 3D-Druck. Macht wirklich Freude, ist nur immer
etwas laut (und muffelt öfters mal unangenehm).
;)
Udo S. schrieb:> Soll nur ein kleiner Gruß sein.
Gehört aber auch nicht zum Thread – und die anderen Beiträge sind
gelöscht worden, weil der Verfasser (befristetes) Hausverbot hat.
Übrigens derzeit als einziger Nutzer hier, auch die mit permanentem
Hausverbot kann man meiner Erinnerung nach an den Fingern einer Hand
abzählen.
Jörg W. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Soll nur ein kleiner Gruß sein.>> Gehört aber auch nicht zum Thread – und die anderen Beiträge sind> gelöscht worden, weil der Verfasser (befristetes) Hausverbot hat.
Ja, ich weiß. Danke!
Nur zur Info, ich bin nicht mehr per Mail zu erreichen. Der Account
existiert längst nicht mehr. Sorry!
Udo S. schrieb:> "VEREHRTE GÄSTE, IN MEINER KNEIPE GILT DIE ALLGEMEINE MEINUNGSFREIHEIT> NICHT!"
Und das ist Realität, wie Leute der AfD schon des öfteren feststellen
durften, deren "Stammtische" von Wirten gecancelt wurden.
Karl K. schrieb:> Udo S. schrieb:>> "VEREHRTE GÄSTE, IN MEINER KNEIPE GILT DIE ALLGEMEINE MEINUNGSFREIHEIT>> NICHT!">> Und das ist Realität, wie Leute der AfD schon des öfteren feststellen> durften, deren "Stammtische" von Wirten gecancelt wurden.
Ja, das kennt man aus dem Deutschland der 30er Jahre. Da waren auch
solche gesinnungs-ethischen Schilder an den Geschäften, die bestimmten
Gruppen den Zutritt verwehrten.
Vielleicht sind wir bald wieder so weit uns dafür auf der Straße
gegenseitig totzuschlagen.
Denkt mal drüber nach!
Udo S. schrieb:> Denkt mal drüber nach!
Schon mal drüber nachgedacht, was das in einem Thread zu tun hat, dessen
Ursache eine Verfügung ist, die die Meinungsfreiheit hochhält?
A. K. schrieb:> Udo S. schrieb:>> Denkt mal drüber nach!>> Schon mal drüber nachgedacht, was das in einem Thread zu tun hat, dessen> Ursache eine Verfügung ist, die die Meinungsfreiheit hochhält?
Warum stellst du diese Frage ausgerechnet mir? Trete ich hier etwa auf
als jemand der Meinungsfreiheit einzuschränken versucht?
Mein Impetus sollte doch wohl klar geworden sein oder etwa nicht?!
Bloß net uffregge!
Wie sieht es denn in der Realität aus? Da eröffnet jemand einen
Beitrag mit einer Frage, die politische Weltanschauungen eigentlich
nicht berührt.
Nach 10, max. 20 Beiträgen ist alles gesagt. (Aber nicht von jedem).
Ab dann wird es meist völlig uninteressant.
Zwei oder drei Kontrahenten fangen an, sich mit Beiträgen zu überhäufen.
Das eigentliche Thema spielt längst keine Rolle mehr.
Irgendwann wird dann noch die Nazikeule ausgegraben.
Wer braucht das?
Ich finde das Politikverbot in diesem Forum gut.
Grüße Bernd
Udo S. schrieb:> Ja, das kennt man aus dem Deutschland der 30er Jahre. Da waren auch> solche gesinnungs-ethischen Schilder an den Geschäften, die bestimmten> Gruppen den Zutritt verwehrten.
Oh ja, die armen, armen unterdrückten AfD-ler, nun jammern sie wieder.
Die Unterscheidung zwischen pauschal Bevölkerungsgruppen "den Zutritt
verwehren" und die "Meinungsäußerung" einzelner in seinen Räumen nicht
zu dulden überfordert Dich jetzt intellektuell, scheint mir.
Aber falls es Dich beruhigt, es gab durchaus schon Wirte, die der
Ortsgruppe der Grünen oder Linken nahegelegt haben, ihren Stammtisch
doch woanders abzuhalten. Wahrscheinlich war der Schützenverein nebenan
irritiert.
Zwei Informationen zwischendurch:
1. Die Entscheidung des Richters aus München bezieht sich gerade nicht
auf das Hausrecht.
2. Die Moderation hier ist anscheinend Auffassung, die Frage, ob in
Chemnitz nur Nazis leben oder Hamburg von linken Marodeuren
niedergebrannt wurde, sei eine politische, mithin von einem
Volksgerichtshof zu entscheiden. Anders lässt sich keine Verbindung zum
Verbot politischer Themen herstellen.
Udo S. schrieb:> Ja, das kennt man aus dem Deutschland der 30er Jahre. Da waren auch> solche gesinnungs-ethischen Schilder an den Geschäften, die bestimmten> Gruppen den Zutritt verwehrten.>> Vielleicht sind wir bald wieder so weit uns dafür auf der Straße> gegenseitig totzuschlagen.>
Genau dagegen gehen dieser Tage zB die Einwohner von Chemnitz auf die
Straße. Ich war nicht einmal in der Nähe, aber die Presse berichtet
darüber.
> Denkt mal drüber nach!
Genau!
Percy N. schrieb:>> 2. Die Moderation hier ist anscheinend Auffassung, die Frage, ob in> Chemnitz nur Nazis leben oder Hamburg von linken Marodeuren> niedergebrannt wurde, sei eine politische, mithin von einem> Volksgerichtshof zu entscheiden. Anders lässt sich keine Verbindung zum> Verbot politischer Themen herstellen.
Das Politikverbot gibt es schon viele Jahre, hat mit keinem aktuellen
Thema zu tun, sondern entstand aus ausufernden Beiträgen, die
irgendwann in völliger Sinnlosigkeit daherschwammen.
Für mich völlig nachvollziehbar.
Würde das Forum solche Themen nach 20 Antworten automatisch sperren,
wäre der Wissensgewinn auch der Gleiche.
Grüße Bernd
Percy N. schrieb:> 1. Die Entscheidung des Richters aus München bezieht sich gerade nicht> auf das Hausrecht.
Sie beruht nicht darauf, bezieht sich aber sehr wohl darauf:
"Mit dem gebotenen Ausgleich der kollidierenden Grundrechtspositionen
nach dem Grundsatz der praktischen Konkordanz wäre es unvereinbar, wenn
die Antragsgegnerin gestützt auf ein „virtuelles Hausrecht“ [...] auf
der von ihr bereitgestellten Social-Media-Plattform den Beitrag eines
Nutzers, in dem sie einen Verstoß gegen ihre Richtlinien erblickt, auch
dann löschen dürfte, wenn der Beitrag die Grenzen zulässiger
Meinungsäußerung nicht überschreitet."
Bernd F. schrieb:> Ich finde das Politikverbot in diesem Forum gut.
Ich auch.
Leider habe ich aber oft das Gefühl, dass es nicht rigoros genug
durchgesetzt wird.
Udo S. schrieb:> Denkt mal drüber nach!
Dieser Satz kennzeichnet zu fast 100% Beiträge, über die es sich
definitiv nicht lohnt, nachzudenken.
Matthias
Percy N. schrieb:> 2. Die Moderation hier ist anscheinend Auffassung, die Frage, ob in> Chemnitz nur Nazis leben oder Hamburg von linken Marodeuren> niedergebrannt wurde, sei eine politische, mithin von einem> Volksgerichtshof zu entscheiden.
Ich persönlich bin der Meinung, dass das hier ein technisches Forum ist.
Und deshalb hier die Vorkommnisse in irgendwelchen Städten nicht
diskutiert werden müssen.
Und ich als Moderator (der den Thread jetzt gerade erst sieht) empfinde
die Diskussion hier mit Pro und Kontra irgendwelcher Parteien und
Parteimitglieder als überaus politisch. Und politische Diskussionen sind
hier per Definition nicht gewünscht. Wer trotzdem eine anfängt,
sollte sich hinterher nicht darüber beschweren, wenn solche Posts
gelöscht werden.
Ich als Moderator mache deshalb den Laden hier dicht. Wer meint, er
hätte einen sachlichen und stichhaltigen Grund, ihn wieder freizugeben,
möge diesen bitte per PN an mich senden. Ich werde ihn dann zur "der
Moderation" als Gesamtes zur Diskussion stellen. Eine Reaktion kann aber
eine Zeitlang dauern, denn morgen ist schönes Wetter...