PC mittels Oszilloskop zerlegt

OP #5549304
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Hi,

ich wollte mal in die Runde fragen, was denn so passiert, wenn man
an eine USB 3.0 Buchse 12,5V anlegt.



Grund dafür :

Ich habe mir ein DPS 800GB gekauft und zu einem "Netzteil"
(also ohne den Server) umfunktioniert. Das Ding hat nebenbei
am Ausgang 12,5 V Anliegen und kann einen Strom von etwa
65A liefern. Jetzt hab ich farblich + und - am Ausgang vertauscht
und wollte mit meinem Oszilloskop (Hantek 6022BE,... im Nachhinein
ein teures Teil...) die Ausgangsspannung messen und schauen was
für ein Spannungssignal ich bekomme. Dummerweise hat das Oszilloskop
was per USB an den Rechner angeschlossen ist keine schutzeinrichtung.
So hat nun mein Rechner (I7 4790k, Z97 Motherboard, GTX 970 Graka...)
den vollen Genuss der 12V und der 65A erleben dürfen. Der Rechner ging
danach sofort aus und seid dem nicht wieder an.

Das Netzteil vom Rechner habe ich angebrückt bekommen, das läuft.

Über dem Frontpanelanschluss ist auf dem Mainboard noch eine
LED, die leuchtet und der Pin zum Starten des Rechners hat auch noch
4,5V aber wenn ich den auf Grund Brücke, geht der Rechner auch nicht 
an...

Meint ihr, dass ich mit nem neuen Mainboard erfolg hätte, oder ist da
vermutlich noch mehr hin...?


Über eine lockere Diskussion würde ich mich freuen.


LG Ticee


PS: hab noch Bilder von den Verschmorten Anschlüssen dabei.
Angehängte Dateien:
#5549339
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Tom S. schrieb:
> Das Netzteil vom Rechner habe ich angebrückt bekommen, das läuft.

Dann ist mit 100%iger Sicherheit das Mainboard in die ewigen Jagtgründe 
gegangen.

Als nächstes würde ich mir die Laufwerke anschauen - sowohl Festplatte 
als auch CD/DVD laufen mit +5V auf der Elektronik.

Übrigens könnte es auch die CPU getroffen haben: Die VRMs ziehen den 
Strom aus +12V, aber der Contoller-IC hat oft +5V als Versorgung. Wenn 
der strirbt könnten die +12V direkt auf CPU Vcore landen -> Bumm.


Vor einiger Zeit hatte ich hier ein ähnliches Problem auf dem Tisch - 
jemand hatte einen Anfängerfehler mit einem modernen Netzteil gemacht, 
das die (Molex,SATA) Kabel per PCIE Stromstecker steckbar hat und einen 
Kurzschluss der +12V mit 3,3 oder 5V ermöglicht. Denn das Kabel hat halt 
"passende" Stecker an beiden Enden...
Da war das Mainboard hinüber (Rauchzeichen). CPU konnten wir mangels 
Ersatzboard nicht mehr testen (Sockel mit 3 Ram Kanälen), RAM war noch 
OK.
#5549378
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Ich verstehe noch nicht ganz wieso einen Kurzschluss gab?

Wenn Du die Masse vom Oszi an die Masse vom USB angeschlossen hast, 
sollte es kein Problem sein.

Ebenso wenn Du die + Spannung messen wolltest, wo war das Problem?

Wie konnten denn die +12V des Netzteils mit Masse oder +5V vom USB 
verbunden werden?

Wie auch immer wird wohl das Mainboard auf jeden Fall hin sein. Alles 
andere hängt von ggfs. vorhandenen Schutzschaltungen und dem genauen 
Hergang ab denke ich mal...
Gast #5549413
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Da sowohl das DPS800G Masse mit dem Schutzleiter verbunden hat als auch 
der PC, hat man eine hervorragende Leiterschleife. Da du es verpolt 
angeschlossen hast fliessen !-12V! über die eigentliche Masseleitung des 
USB Kabel und deinen PC und den Schutzleiter zurück zum Schutzleiter des 
DPS800.

Es ist aber ein Zeichen von Minderwertigkeit, dass die USB Buchse deines 
Scopes nicht galvanisch getrennt ist, das wäre technisch für ein paar 
cent machbar.
Gast #5549443
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Die Meisten Oszis und Netzteile aus Blech sind mit dem Schutzleiter 
verbunden. Das sollte man wissen.

Tom S. schrieb:
> ich wollte mal in die Runde fragen, was denn so passiert, wenn man
> an eine USB 3.0 Buchse 12,5V anlegt.

Elektronik funktioniert nur mit Rauch. Komisch, wenn sich der Rauch 
verzogen hat, gehts nicht mehr? Nun fehlen wohl ein paar Leiterzüge auf 
dem Board?
Gast #5549836
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MaWin schrieb:
> Es ist aber ein Zeichen von Minderwertigkeit, dass die USB Buchse deines
> Scopes nicht galvanisch getrennt ist, das wäre technisch für ein paar
> cent machbar.

Bullshit! Es die allerwenigsten Oszis haben ne galvanisch getrennte USB 
Schnittstelle.

Heiner
#5549925
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Viele heute bord haben eine Überspannung Erkennung/Abschaltung und wenn 
diese auslöst braucht es erst einen Bios Reset bis diese die Ausgänge 
wider freischaltet und das bord starten lässt.
Versuche das mal mehr kaputt machen kannste jetzt ja auch nicht mehr.
Sinn würde auch machen die teile in einen andren PC zu testen oder in 
einen PC laden testen zu lassen.
#5550003
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DAVID -. schrieb:
> Viele heute bord haben eine Überspannung Erkennung/Abschaltung und wenn
> diese auslöst braucht es erst einen Bios Reset bis diese die Ausgänge
> wider freischaltet und das bord starten lässt.

Bring hier genau gar nix, weil die Spannung nicht aus dem ATX Netzteil 
sondern von extern kommt.

Bei Hardware Schäden hilft kein Bios Reset, und die sind hier eindeutig 
diagnostiziert.


Außerdem braucht es bei Notabschaltung keinen BIOS Reset, es genügt das 
Board für eine Weile komplett stromlos zu machen - d.h. ATX Netzteil 
ausstecken (wegen +5V Standby).
OP #5550006
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Jop, hab versucht, das Mainboard zu Resetten, aber das hat nix gebracht. 
Ich werde später ein neues Board holen und hoffen, dass das Mainboard 
"sich für die anderen Komponenten geopfert hat".

Mal sehen, wenns gut läuft dann hat mich das unterm Strich 45€ und das 
Oszilloskop gekostet.
Gast #5550139
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Diese CPU (haswell) hat einen integrierten Spannungswandler. Unten in 
der Mitte vom Carrier sind im PCB die (Luft)Spulen. Bei Überstrom 
verkokeln diese manchmal - sieht man bei ebay dann als CPU "für 
Bastler". Das ermöglicht zumindest eine erste Diagnose: falls die CPU 
von unten unauffällig aussieht, könnte sie noch gehen - wenn nicht, kann 
man sich das neue Board sparen.
Gast #5550251
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Mareike schrieb:
> Stefanus F. schrieb:
>> Empfehlenswert:
>> https://www.aliexpress.com/store/product/1500V-USB...
>
> Da wird m.W. die Power-Leitung getrennt und man muss den Gast extra mit
> +5V= versorgen

Für die Stromversorgung ist da noch ein potentialfreier DC/DC Konverter 
mit drauf und der erfüllt auch seinen Zweck. Zumindest funktioniert er 
bei mir tadellos mit einem USB-Hub dahinter an dem ein STM32 Board 
hängt, ein Programmieradapter, ein Logicalanylzer und ein USB-UART 
Adapter. Alles gleichzeitig.

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