Elektronische Durchlauferhitzer zicken rum

OP #5551702
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Hi,

ich habe zwei elektronische Durchlauferhitzer von verschiedenen 
Herstellern mit 21kW, die an verschiedenen Orten (Distanz ~100km) 
installiert sind, und die folgendes Problem haben: Während der Benutzung 
gehen die Geräte in den Reset, d.h. die 15s Totzeit ohne Heizen läuft 
ab, bevor die Geräte wieder Wärme abgeben. Die dadurch initiierte 
Urschrei-Therapie unter der Dusche mag zwar gesund sein, ist aber nicht 
gerade angenehm. In einem Fall wurde das Gerät durch eins von einem 
anderen Hersteller ersetzt, daß hat aber das Problem nicht gelöst.

Woran kann das liegen?

In beiden Fällen ist die von verschiedenen Elektrofirmen errichtete 
Installation neu bzw. vier Jahre alt. Zuleitung vom 
Hauptsicherungskasten zum Zählerschrank mit 16mm² und der Abgang zum DH 
mit 6mm². Es gibt auch keine störenden Großverbraucher, die periodisch 
zugeschaltet werden (können).

Ich habe beide Anlagen durchgemessen. Sowohl die Stromaufnahme auf den 
einzelnen Leitern als auch die Spannung ist ok. (Stromzange, Multimeter 
und Duspol).

Gruß
Carsten
OP #5551753
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In einem Fall versorgt der DH eine Themostatbatterie, im anderen Fall 
die klassischen Wasserhähne.

Aber volle Pulle Wasser zapfen sollte auch an einer Themostatbatterie 
kein Problem sein.

Ich denke, daß das eher ein elektronisches oder Software Problem ist.

Bei 30A Strom pro Leiter sollte ein Wackelkontakt schnell zu 
elektrischen Gerüchen führen. D.h. irgendeine Kontakstelle müßte sehr 
heiß werden, erodieren und ggf. leuchten. Das habe ich hier nicht.

Es hat für mich den Anschein, daß der µC im DH einen Einschalt-Reset 
durchführt. Wegen der 15s Kaltwasserphase, die er nach dem 
Wiedereinschalten der Versorgung einlegt.
#5551758
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Carsten W. schrieb:
> Aber volle Pulle Wasser zapfen sollte auch an einer Themostatbatterie
> kein Problem sein.

Jein - für den Durchlauferhitzer ist ja ausschließlich die 
WARMWassermenge interessant, nicht der Gesamtdurchsatz an der Zapfstelle 
- vom Kaltwasseranteil bekommt der Erhitzer ja nichts mit.

Stehen die eventuell auf maximaler Wasser-Solltemperatur? Dann müsstes 
sie sehr heißes Wasser produzieren, von dem nach erfolgter 
Temperaturregulierung an den Zapfstellen aber nur wenig abgenommen wird.

Falls das der Fall sein sollte, dann würde ich mal den Normalbetrieb mit 
geringerer Heißwassertemperatur am Durchlauferhitzer testen. Dann ist 
bei gleicher "Wohlfühl-Temperatur" an der Zapfstelle der Durchfluss 
durch den Erhitzer größer.
OP #5551766
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Die Abnahme von zu wenig heißem/warmem Wasser führt zum Abschalten. 
Klar. Aber dann sollte bei gesteigerter Abnahmemenge das Gerät sofort 
wieder einschalten. Und nicht erst nach 15s Totzeit.

Ich hatte das vor einiger Zeit mal so getestet: Mischer am Waschbecken 
auf heiß und vollen Durchfluß. Lange laufen lassen. Plötzlich schaltet 
der DH ab und erst nach 15s wieder ein. Dabei läuft das Wasser die ganze 
Zeit durch. Das kann also nicht an der Durchflußmenge liegen. Oder?
Gast #5551779
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Carsten W. schrieb:
> Ich hatte das vor einiger Zeit mal so getestet: Mischer am Waschbecken
> auf heiß und vollen Durchfluß. Lange laufen lassen. Plötzlich schaltet
> der DH ab und erst nach 15s wieder ein. Dabei läuft das Wasser die ganze
> Zeit durch. Das kann also nicht an der Durchflußmenge liegen. Oder?

Ganz wild geraten: Schlechter Kontakt irgendwo im Leitungsweg vor beiden 
DLH.

wendelsberg
OP #5551798
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hinz schrieb:
> Carsten W. schrieb:
>> 15s Totzeit ohne Heizen
>
> Du weißt aber schon wozu die dienen?

Die sollen dazu dienen, daß das unbefüllte Gerät beim ersten Einschalten 
nicht abraucht. Oder das nach dem Wiedereinschalten der Versorgung nicht 
gleich zugeschaltet wird.

Sch..ßidee. Habe die hydraulischen Geräte auch nicht nötig gehabt. Ist 
auch keiner abgeraucht.
OP #5551806
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wendelsberg schrieb:
> Ganz wild geraten: Schlechter Kontakt irgendwo im Leitungsweg vor beiden
> DLH.

Ja, daß war natürlich auch mein erster Gedanke.

Aber: Die Installation ist neu, es gibt keine Abzweigdosen im 
Leitungsweg. Nur den Hauptsicherungskasten , dann 16mm² zum 
Zählerschrank. Dort von den Sammelschienen via SLS durch den Zähler, 
Klemmblock, RCD, Sicherung, 6mm² Zuleitung zum DH. Im Sicherungskasten 
ist alles mit 10mm² verdrahtet.

Da gibt es keine Wackelkontakte. Der Spannungsabfall von den 
Sammelschienen über alles bis zu den Abgängen an den Sicherungsautomaten 
ist überall gleich. Wackeln an den Kabeln hilft nicht. Die Automaten 
haben auch alle keine Schmorspuren. Alle Schrauben sind fest.

Kontaktprobleme bei diesen Strömen riechen normalerweise ziemlich stark.
OP #5551844
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Slightly Off Topic:
Ich habe das mal in einem uralten Sicherungskasten gesehen: Da waren die 
6² Kupferdrähte mit der Ösenzange gebogen und direkt ohne U-Scheibe mit 
der Schraube auf dem Automaten festgezurrt. Als das nicht mehr richtig 
Kontakt hatte, konnte man es durch die aufgesetzte Schutzhaube leuchen 
sehen und es roch im Raum, wenn der DH lief.
Gast #5551877
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Wenn es an der Pfase für die Steuerung liegt, könntest das testen in dem 
du die Phasen mal vertauscht, ist ja kein Motor also Problemlos machbar 
allerdings glaube ich nicht das das dadran liegt die Steuerungen sind 
meist recht robust das einzige was bei den teilen kaputtgeht sind die 
Triacs im Lastteiel.
Gast #5551886
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Carsten W. schrieb:
> an zwei 100km auseinanderliegenden Installationsorten

Hab ich ueberlesen - sorry.
Dann habe ich keine Idee mehr, ausser den Hersteller solange zu nerven, 
bis der entweder jemanden mit Ahnung schickt(weil es ihn interessiert) 
oder aufgibt und die Geraete zuruecknimmt. Dann kannst Du hydraulisch 
gesteuerte einbauen und mit Deiner Frau schoen essen gehen.;-)

wendelsberg
Gast #5551902
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wendelsberg schrieb:
> Carsten W. schrieb:
>> Habe die hydraulischen Geräte auch nicht nötig gehabt. Ist
>> auch keiner abgeraucht.
>
> Doch, das passiert.
> z.B. wenn Luftblasen in der Leitung sind, warum auch immer.

Und das kann passieren wenn die Wasserleitung nicht streng steigend 
verlegt wurde.
Gast #5551977
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SW-0220 schrieb:
> Für eine Dusche reichen eigentlich 10...12KW.

Aber nur im Sommer wenn du mit 32°C duschst oder wahlweiseweise ein 
Wassersparer eingebaut hast so daß nur noch wenig Durchfluss kommt.

Und wenn du damit ne Wanne füllen willst kühlt das Wasser in der Wanne 
stärker ab als heisses nachkommt.
Gast #5552008
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Ich habe in einem Wohnhaus einen 9KW für Dusche mit Sparbrowser
und einen 15KW für Wanne mit Dusche eingebaut.
Bisher gab es keine Klagen.

Vorher waren da jeweils 22 oder 26KW, habe ich vergessen,
mit der Auflage die nicht gleichzeitig zu benutzen.
#5552009
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Carsten W. schrieb:
> Gerd E. schrieb:
>> Oder bist Du Dir mit dem Reset ganz sicher? Wie hast Du festgestellt daß
>> es der Reset ist? Ist das irgendwie an einer Anzeige etc. zu erkennen?
>
> Der DH hat einen potentialfreien Relais-Ausgang, der immer geschlossen
> ist, wenn das Gerät arbeitet.

Wie lautet die Funktionsbeschreibung dieses Relais-Ausgangs durch den 
Hersteller exakt?

Wofür hat der Hersteller den vorgesehen?

Könnte der vielleicht auch allgemein für "Störung", "Überlastung" oder 
ähnliches stehen?

> Und der geht samt Gerät während des
> Zapfens für 15s aus.

Was macht der Relais-Ausgang wenn niemand Wasser zapft? Ist der dann 
auch geschlossen?

Ich wäre mir da mit dem Reset noch nicht so sicher. Eine korrekte 
Diagnose ist der erste Schritt zur Lösung...
#5552050
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Was für Modelle/Hersteller genau?
Einige haben einen Fehlerspeicher, ggf. ist da etwas aufschlussreiches 
drin? Ansonsten mal die Anleitung beachten, je nach Typ/Wasser ist auch 
ein elektronischer DLH nicht wartungsfrei (Stichwort Filtervorssatz vor 
dem Durchflussgeber).
Man wundert sich schon was nach einigen Jahren da so alles drin hängt 
bei unserem Trinkwasser. Sobald eine solche Durchflussturbine nicht mehr 
richtig rund dreht kann das dazu führen das dies als Luftblase gedeutet 
wird und entsprechend die Sicherheitsfunktionen aktiviert.
#5552095
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Ich hatte mit einem Siemens DLH das Problem, dass der nach ca. 4 Jahren 
nur noch sehr unregelmässig warm gemacht hat, selbst im 60Grad-Setting. 
Ursache war Feuchtigkeit im "Vorlauf"-NTC bzw. der Halterung dazu. Die 
Anschlusspins sind da sehr nah aneinander mit dem Kabel verbunden. Die 
Feuchtigkeit hat den Widerstand deutlich gesenkt. Damit war der DLH je 
nach Mondstand der Meinung, dass Wasser wohl schon >60 Grad ist und hat 
einfach nicht mehr geheizt.

Hab den Sensor mit Heissluft getrocknet und dann zähes Silikonöl 
zwischen die Anschlüsse geträufelt. Seitdem geht wieder alles. Vorher 
aber natürlich alles andere durch (Powercycle, Klemmen angezogen, Filter 
geputzt, Mengensensor entnommen und enkalkt, ...).
OP #5552191
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Also der Relais Ausgang ist explizit für den Lastabwurf gedacht. Bei 
elektronischen DH macht man das nicht mehr über ein stromgesteuertes 
Relais im Sicherungskasten, weil das mit der Schwingungspaketsteuerung 
nicht gut funtioniert.

Und es sind halt bei beiden DH genau die im Datenblatt angegebe 
Totzeiten nach der Spannungswiederkehr, die das Relais ausgeht.
Der erste DH war ein Kospel KDE 18-21-24 EPPV und der Austausch ein VED 
E 21/7B von Vaillant.

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