Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik SIM800L: 5V-tolerant?


von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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So, gleich zum Frühstück habe ich mal wieder eine Frage, die ich mir 
nicht klar beantworten kann. Vielleicht weiß das ja jemand hier mit 
Sicherheit.

Im Datenblatt steht meines Erachtens drin, daß daß GSM-Modul nur maximal 
2,8V an RXD sehen möchte, in vielen Videos oder Tutorials, die man zu 
dem Thema findet, wird aber gesagt, das Ding sei 5V-tolerant. Davon 
steht aber nichts im Datenblatt, zumindest habe ich nichts gefunden. Das 
Modul wird in den ganzen Videos oder Tutorials auch einfach so an 
Arduinos drangepappt, ohne Spannungsteiler/Level-Shifter und es 
funktioniert so.

Kann ich mich darauf verlassen oder sollte man besser nicht über 2,8V an 
RXD hinaus gehen?

Danke euch!

von Stefan F. (Gast)


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In Videos wird viel Scheiß gezeigt. Dort geht es den meisten Autoren nur 
darum, mit genial simplen Hacks möglichst viele Klicks einzusammeln.

Richte Dich nach den Datenblatt und nach Textuellen Anleitungen.

von Andrew T. (marsufant)


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Ben B. schrieb:
> Kann ich mich darauf verlassen

Natürlich nicht, DaBla haben ja schon einen Aussagewert.

> oder sollte man besser nicht über 2,8V an
> RXD hinaus gehen?


Wenn's langzeitg und zuverlässig und garantiert funktionieren soll: ja.

Denn nur weil es für einige Zeit in Videos funzt, sagt das nur: Es kann 
funktionieren, aber ob die Chipstruktur intern geschädigt wird oder 
frühzeitg altert oder whatever...

von Stefan F. (Gast)


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Schau Dir in diesem Dokument Kapitel 4.5 an
https://img.filipeflop.com/files/download/Datasheet_SIM800L.pdf

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Yep, das ist auch meine Einstellung bzw. Skepsis zu solchen Videos, aber 
die angebliche 5V-Toleranz wird auch in manchen "textuellen" Anleitungen 
beschrieben... Man kommt wie immer voll durcheinander und weiß am Ende 
weniger als vorher wenn man im Internet Antworten auf solche Fragen 
sucht.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Ben B. schrieb:
> Kann ich mich darauf verlassen oder sollte man besser nicht über 2,8V an
> RXD hinaus gehen?

Das Datenblatt ist Deine Bibel und alles andere führt Dich ins 
Verderben!

Stefanus F. schrieb:
> Richte Dich nach den Datenblatt und nach Textuellen Anleitungen.

Nein, nur ausschlißlich nach dem Datenblatt!

von Bernd B. (microwave-designer)


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Andreas B. schrieb:
> Nein, nur ausschlißlich nach dem Datenblatt!

Richtig! ... oder den nachfolgenden Errata Sheets.

Die Module sind dafür bestimmt mit einem LiIon-Akku betrieben zu werden. 
Gerade die Chinesen haben solche Module in Telefonen eingebaut, oder 
anders geschrieben Elektronik drumgebaut und Mobiltelefone davon 
gemacht.

In der Regel befinden sich Schutzdioden an den Eingangsleitungen, die 
"Überspannung" in die Stromversorgung ableiten. Du könntest natürlich 
Deine Module so über die RS232-Schnittstelle speisen, wäre aber so nicht 
vorgesehen.

Also immer schön nach Datenblatt und nicht nach Gefühl.

Viel Erfolg und Gruß

Bernd

von Jim Beam (Gast)


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Vorwiderstand und 2.7V Zenerdiode von RXD nach Masse,
so läuft das bei mir seit Jahren und mit etlichen SIM800 störungsfrei.

Kein Grund für mehr Aufwand.

von Einer K. (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Man kommt wie immer voll durcheinander und weiß am Ende
> weniger als vorher wenn man im Internet Antworten auf solche Fragen
> sucht.
Nur wenn man selber durcheinander kommen will.

Man kann, als Anfänger, egal auf welchem Gebiet, Kompetenz, oder auch 
die Inkompetenz, der Helfer im Forum, oder der Videoersteller nicht 
erkennen/unterscheiden.
Dessen muss man sich bewusst sein.

Das hat nichts mit "Verunsicherung" zu tun!
Das ist vollkommen normal.

Der jeweilige Hersteller (und sein Datenblatt) ist die verlässlichste 
erreichbare Quelle.
Erst wenn die eigene Kompetenz über das Maß, welches der Hersteller 
bietet, hinaus geht, dann darf man dessen Vorschläge in den Wind 
schießen.




---

In diesem Fall kommt noch erschwerend hinzu, dass eigentlich niemand 
nackte SIM800L Module erwirbt.
In meiner kleinen Arduino Welt sind diese Module auf irgendwelche 
Shields montiert. Und genau diese Shields sind meist mit den nötigen 
Schaltungen versehen, dass sie eben DOCH an 5V betrieben werden können.


---

Am Rande:
Die Menge der Arduino Videos ist erschlagend...
Die überwiegende Menge ist Müll.
Inkompetente Leute, die den Dunning-Kruger-Effekt voll ausleben.

von Jim Beam (Gast)


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> In diesem Fall kommt noch erschwerend hinzu, dass eigentlich niemand
> nackte SIM800L Module erwirbt.

Na, Na, Na...
Vielleicht gelegentlich mal über den Tellerrand hinweg blicken? ;-)

> In meiner kleinen Arduino Welt

Ja, bei den Lego-Baustein-Zusammensteckern mag das so sein.
In der richtigen Welt ist das ganz anders...

von Andreas B. (bitverdreher)


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Jim Beam schrieb:
> Ja, bei den Lego-Baustein-Zusammensteckern mag das so sein.
> In der richtigen Welt ist das ganz anders...

Wenn ich mir das Package des SIM800L so anschaue, dann ist zumindest für 
Bastler ein Arduino Modul (andere gibt es ja nicht) schon 
empfehlenswert. Auch außerhalb der Legowelt. ;-)

von Einer K. (Gast)


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Jim Beam schrieb:
> Vielleicht gelegentlich mal über den Tellerrand hinweg blicken? ;-)

Is klar....
Wer die notwendige Kompetenz hat, solche (nackten) Module zu 
verarbeiten, der stellt hier nicht solche Fragen!

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Also ganz so nackt sind meine Module dann doch nicht, weil Reflow-Löten 
tue ich mir nicht an. Aber sie sind halt nicht mit Level-Shiftern 
beschaltet.

@Jim Beam
Erkennt der ATMega1284 die 2,8V vom Modul (die er an RXD sieht) Deiner 
Erfahrung nach zuverlässig als high? Garantiert ist das glaube ich erst 
ab 3,5V wenn man ihn an 5V betreibt. Weil das was Du schreibst wäre 
sonst genau meine Idee gewesen - Spannungsteiler an RXD (vom SIM800L aus 
gesehen) und TXD direkt an den ATMega.

von Stefan F. (Gast)


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Laut Datenblatt braucht der ATmega bei 5V Spannungsversorgung etwas mehr 
als 3V als High Pegel. Ich hatte mal Arduino Nano Clones aus China 
bekommen, wo dies missachtet wurde. Eins von 5 Stück hatte nicht 
funktioniert.

von Andreas B. (bitverdreher)


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@Ben B.
Was hindert Dich eigentlich daran, den ATMega1284 mit 3,3V zu betreiben?

von Stefan F. (Gast)


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Andreas B. schrieb:
> Was hindert Dich eigentlich daran, den ATMega1284 mit 3,3V zu betreiben?

Darf ich raten? Der Arduino Bootloader.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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Falsch geraten, ich benutze keine Arduinokacke. Den Arduino habe ich nur 
erwähnt weil man viele mit den GSM-Modulen und einem Arduino 
herumspielen sieht.

An der Schaltung hängt noch ein 5V-LCD-Modul. Keine Ahnung, wie sich das 
verhält oder wie gut lesbar das wird, wenn es die 5V nicht bekommt. Von 
daher würde ich die 5V schon gerne voll nutzen.

von Einer K. (Gast)


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Ben B. schrieb:
> Arduinokacke
Mit der Einstellung bist du bei mir durch!

Wer anderer Leute Arbeit, als Kacke bezeichnet, hat meist selber Kacke 
statt Hirn.


Aber dennoch, könntest du dir die Schaltpläne der der Arduino Shields 
ansehen.
Denn die realisieren genau das, was du auch erreichen willst.

Und damit endet es für mich in diesem Thread.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Dann mach halt einen Pegelwandler mit einem pnp Transitor zum Rx des 
AtMega und Spannungsteiler an Tx. Da dürfte das einfachste sein.

von Ben B. (Firma: Funkenflug Industries) (stromkraft)


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>> Arduinokacke
> Mit der Einstellung bist du bei mir durch!
Heul doch. Ich bin halt kein Fan davon, mir meine Projekte auf Basis 
irgendwelcher Bibliotheken zusammenzuklicken, die sich am Ende dann 
nicht so verhalten, wie man es erwartet hat. Ich baue und programmiere 
meine Kacke lieber selbst.

Danke Dir trotzdem und natürlich auch allen anderen für ihre Beiträge, 
einschließlich meiner beiden Trollfans, die auch wieder herrlich für die 
Negativbewertungen abgerackert haben.

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