Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Eindrücke nach Jobwechsel


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von Runnable (Gast)


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Ich habe nun 6 Jahre Berufserfahrung in 2 Firmen (über Dienstleister 
beim OEM und jetzt bei Tier1-Zulieferer). Nach dem Studium hatte ich als 
leicht-überdurchschnittlicher FH-Absolvent Anfangs kaum Angebote, außer 
bei Bertrandt und anderen DL. Dieses Jahr haben mich aber Firmen wie ZF, 
Hella, BMW und VW zum Vorstellungsgespräch eingeladen, teilweise für 
Komponenten, wo ich zuvor kaum Berührungspunkte hatte (ich zitiere: "Ist 
doch auch nur AUTOSAR und Simulink"). So bekam ich meine neue Stelle. 
Hier haben schon mehrere Abteilungsleiter erwähnt, dass sie trotz IGM 
EG15 in BW keine Leute mit Erfahrung mehr finden.
Mittlerweile glaube ich an den Mangel, besonders wegen der vielen 
Frischlinge als neue Kollegen. Wenn man sich alleine die vielen 
Stellenausschreibungen im Bereich SW bei VW anschaut. Ich erinnere mich, 
dass das vor paar Jahren noch ganz anders aussah.

Wie seht ihr das? Hat hier ein Informatiker oder Elektrotechniker 
gegenteilige Erfahrungen in den letzten 2 Jahren gemacht?

von HORRORSAR (Gast)


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Runnable schrieb:
> Runnable

Hör auf Digger. Wenn ich "Runnable" höre, dann lauf ich weg!

von Heinz Becker (Gast)


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Runnable schrieb:

> Hier haben schon mehrere Abteilungsleiter erwähnt, dass sie trotz IGM
> EG15 in BW keine Leute mit Erfahrung mehr finden.
Den Schwachsinn glaubst du natürlich den man dir im VG auftischt?

von Peter (Gast)


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Heinz Becker schrieb:
> Runnable schrieb:
>
> Hier haben schon mehrere Abteilungsleiter erwähnt, dass sie trotz IGM
> EG15 in BW keine Leute mit Erfahrung mehr finden.
>
> Den Schwachsinn glaubst du natürlich den man dir im VG auftischt?

Macht auch voll Sinn den Bewerber anzulügen um ihn teurer zu machen.
Fachkräftemangel ist einfach Fakt in der Automobilindustrie + 
Zulieferer.
Hochautomatisiertes Fahren muss gestemmt werden.

von Kalus (Gast)


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Das heißt jeder kommt ohne Probleme bei den OEM rein?
Ist ja schließlich Fachkräftemangel!

Na dann los zu den OEMs!

von Runnable (Gast)


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Heinz Becker schrieb:
> Den Schwachsinn glaubst du natürlich den man dir im VG auftischt?

Nach der Einstellung wurde das beim Kaffee auf dem Flur und in der Küche 
erwähnt, nicht im Vorstellungsgespräch. Wie gesagt, mein Lebenslauf ist 
ok, aber ich bin kein Überflieger, muss in manche Themen noch 
eingearbeitet werden. Vitamin B hatte ich auch nicht.

Als ich mich vor 3 bis 6 Jahren bewarb, gab es keine Einladung. Dieses 
Jahr gab es sogar mehrere Angebote. Plus dieses Jahr gab es viel mehr 
Stellen auf die ich mich hätte bewerben können.

von Runnable (Gast)


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Kalus schrieb:
> Das heißt jeder kommt ohne Probleme bei den OEM rein?

Wann gab es jemals Einstellungsgarantien für Ingenieure? Ziemlich 
unrealistische Erwartungshaltung.

Das habe ich so nicht gesagt. Ich habe von meiner Erfahrung berichtet 
und was ihr so in LETZTER ZEIT erlebt habt, weil ich im Vergleich zu 
2015 und 2012 viel mehr und sogar bessere Angebote hatte.

Beitrag #5555839 wurde von einem Moderator gelöscht.
von OEMGDFDA (Gast)


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Ich kann das bestätigen. Wir haben viele offene Stellen, die aber nur 
mit 5-10 BE zu meistern sind. Wir wollen niemanden ausbilden und 
einarbeiten, dafür haben wir unsere eigenen dualen Studenten.

Alleine in meiner Abt. brauchen wir 10 erfahrene Ingenieure. Alle 10 
Stellen wurden jedoch an DL als ANÜ Stellen ausgegeben. Wir warten auf 
Bewerbungen vom DL.

von Rudi Radlos (Gast)


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Runnable schrieb:
> weil ich im Vergleich zu
> 2015 und 2012 viel mehr und sogar bessere Angebote hatte.

Könnte sein, WENN alte, gute Leute reihenweise in Rente gehen. Dann wird 
wieder Nachschub gebraucht. Durch schlechte Personalplanung und fehlende 
Alterstreppe geht dann plötzlich viel Wissen/Erfahrung verloren. Bis die 
Einarbeitung von Nachfolgern erfolgreich ist, besteht dann erhöhter 
Personalbedarf.

von Mad (Gast)


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Kalus schrieb:
> Das heißt jeder kommt ohne Probleme bei den OEM rein?
> Ist ja schließlich Fachkräftemangel!
>
> Na dann los zu den OEMs!

Musst deinen Quatsch mal lesen.

Wir reden von Fachkräften, nicht von jedem!

Ein Mangel kann auch bestehen ohne dass man seine eigenen Anforderungen 
herunterschraubt und mit minderer Qualität lebt, denn das würde ja 
bedeuten es gäbe garkeinen Mangel mehr. Dieser wurde ja von der 
vermeintlichen Anforderungsminderung ausgeglichen.

Aber das versteht von den Typen hier kaum einer.

Wir suchen auch wie verrückt. Osten, E2MS mit eigener Entwicklung, 
kleiner Standort, in Summe 1600 Mann,  Ist also was....

von SW I. (sw-ing)


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Das kann gut möglich sein. Insbesondere für Informatiker ist die 
Automobilbranche eher unattraktiv. Klar du hast ein tolles Gehalt, aber 
das allein ist eben nicht alles. Die Aufgaben sind eher uninteressant, 
verwalten statt entwickeln und die innovationsfeindliche Konzernumgebung 
aus alten resignierten Kollegen, die auf die Rente warten ist jetzt 
nicht das was man als fähiger Absolvent anstrebt.

von Purzel H. (hacky)


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Sagen wir mal, die Ausblicke der Industrie sind besser, man kann 
laengerfristiger planen. Auslagerungen nach china sind nicht mehr so in 
Mode. Also bleibt man erst mal hier und baut hier aus. Deswegen werden 
mehr Leute eingestellt.

von Bisasam (Gast)


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OEMGDFDA schrieb:
> Ich kann das bestätigen. Wir haben viele offene Stellen, die aber nur
> mit 5-10 BE zu meistern sind. Wir wollen niemanden ausbilden und
> einarbeiten, dafür haben wir unsere eigenen dualen Studenten.

Haha, das ist kaum zu glauben. Ich bin mit weniger als ein Jahr beim OEM 
eingestiegen, leiste mehr als die teuer bezahlten Kollegen und mein Job 
ist an Unterforderung kaum zu unterbieten. Dazu kommen die stundenlangen 
sinnlosen Diskussionen und die ganze heiße Luft.

von Zocker_54 (Gast)


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> Autor: SW I. (sw-ing)
> Datum: 14.09.2018 08:47

> Insbesondere für Informatiker ist die Automobilbranche eher unattraktiv.

Nicht nur für die. Ich mache schon seit Jahren nichts mehr für die, da 
ich dem Zirkus dort abgeschworen habe.

> Klar du hast ein tolles Gehalt, aber das allein ist eben nicht alles.

Redest du ein Zeug. Wo hast du denn dort ein tolles Gehalt ? Die zahlen 
dir genau so viel das es vo ersten bis zum letzten reicht.

> Die Aufgaben sind eher uninteressant,

Die Aufgaben sind eigentlich in Ordnung. Was nicht stimmt ist ganze 
Vorgehensweise wie dort verfahren wird.

> verwalten statt entwickeln und die innovationsfeindliche Konzernumgebung
> aus alten resignierten Kollegen, die auf die Rente warten ist jetzt
> nicht das was man als fähiger Absolvent anstrebt.

Meinste du wärst ein fähiger Absolvent? Lass das besser andere 
Beurteilen.

Sost kannste noch alles essen !

von Lel (Gast)


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Im Bereich E-Antrieb, Autonomes Fahren, allgemein alle 
Fahrerassistenzsysteme stellen alle großen Namen ( OEM + Tier 1 ) gerade 
massiv ein. Es wird mit aggressiv um Ingenieure und Informatiker 
geworben die entsprechende Kenntnisse mitbringen. In Stuttgart hat man 
als Frau mit technischen Studium eine Job-Garantie, wenn nicht sogar 
eine Karriere-Garantie -> Stichwort "Leadership 2020".

Hier mal die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen von Porsche. Um mal das 
Ganze in Zahlen zu vermitteln was hier seit ein paar Jahren abgeht.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/291631/umfrage/mitarbeiter-von-porsche/

2000-3000 Einstellungen pro Jahr bei Porsche, eine Verdopplung der 
Mitarbeiter seit Ende der Wirtschaftskrise.

Um das mal aus meinem persönlichen Blickwinkel zu schildern.
Ich und viele meiner Schulfreunde haben in Stuttgart und Umgebung 
technische Studiengänge zwischen 2014 und 2015 absolviert. Nicht wenige 
von uns (ca. 50%) sind danach erstmal zum DL oder haben angefangen zu 
promovieren, weil es trotz Praktikum/Master-Arbeit nicht für den Einstig 
beim OEM/Tier 1 gereicht hat.

Stand Heute sind alle noch in der Region Stuttgart und alle haben einen 
Job beim OEM oder Tier 1. 80% davon im Bereich Fahrerassistenzsysteme. 
Die Fluktuation bei den Tier 1 ist in dem Bereich aktuell sehr hoch, da 
OEM und auch direkte Mitbewerber ständig bemüht sind die erfahrenen 
Leute abzuwerben.

von Ich (Gast)


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Runnable schrieb:
> Hier haben schon mehrere Abteilungsleiter erwähnt, dass sie trotz IGM
> EG15 in BW keine Leute mit Erfahrung mehr finden.

Wer findet die nicht?
Die Abteilungsleiter hätten sicher gerne solche Leute, die 
Personalabteilung sperrt sich, oder die versuchen diese Über 
Dienstleister zu bekommen.

Arbeite über einen DL.
Bekomme in letzter Zeit häufiger Angebote von anderen DL, ja - Übernahme 
nach 12 Monaten vorgesehen, was ich in der Häufung so nicht hatte.

Hella - Lippstadt, da habe ich auch mal gearbeitet.
Fest anfangen wollte ich da nicht.

von Die spinnen die Römer (Gast)


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Lel schrieb:
> 2000-3000 Einstellungen pro Jahr bei Porsche, eine Verdopplung der
> Mitarbeiter seit Ende der Wirtschaftskrise.

Das ist Irrsinn, eine Blase die langfristig platzen wird.
Wir müssen uns aus Abhängigkeit von der Automobilindustrie befreien, so 
lange wir noch können!

von Bisasam (Gast)


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Die spinnen die Römer schrieb:
> Lel schrieb:
>> 2000-3000 Einstellungen pro Jahr bei Porsche, eine Verdopplung der
>> Mitarbeiter seit Ende der Wirtschaftskrise.
>
> Das ist Irrsinn, eine Blase die langfristig platzen wird.
> Wir müssen uns aus Abhängigkeit von der Automobilindustrie befreien, so
> lange wir noch können!

Afaik ist doch Porsche voll von ANÜ. Sobald es da mal nicht mehr gerade 
aus geht, dürfen sicherlich alle Leiharbeiter gehen. Danach ists dort 
doch ziemlich leer.

von Felix (Gast)


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Das echte Problem mit dem Fachkräftemangel ist ein Mangel an neuen 
Mitarbeitern, der die Fähigkeiten der Abteilung an das erforderliche 
Mindestniveau anheben soll.


In den Entwicklungsabteilungen wurden - da man eben die Zukunft und die 
spätere Bewertung nicht kennen konnte - viele Stellen und Ressourcen 
fehlallokiert.

Jetzt wird so gegengesteuert, dass die Alteingessen dennoch bleiben 
können und neue Fähigkeiten dazukommen, die die Alten nicht mehr lernen 
wollen.


Das heißt jetzt müssen Leute kommen, die spezifische Embedded Linux 
Distributionen samt Treiber erstellen können, die IoT, App und Cloud 
können.
Was noch immer wichtiger wird, ist Software-Qualität. Während früher 
einfach eine Software als funktional angenommen und nach einem 
Gesamtsystemtest an dne Kunden ausgeliefert wurde, sind heute dynamische 
Code-Analyste, Modul- und Integrationstests notwendig.
Oder Prüfingenieure, die schon viele Methoden und Technologien zum 
Testen kennen.

Das wollen viele nicht mehr dazulernen, weil die Einstiesgshürden 
relativ hoch sind.

Das andere Problem ist, dass die meisten Studenten aus den Hochschulen 
diese Kenntnisse und Fähigkeiten aufgrund fehlender Praxiserfahrung auch 
nicht haben.

Somit bleiben nur ein paar Testspezialisten, AUTOSAR- Linux-Gurus, die 
auf dem Arbeitsmarkt die besten Chancen haben.


Es gibt keinen allg. Fachkräftemangel, sondern nur den Mangel an Leuten, 
die schon ein Vorhandenes Team punktuell verstärken und ergänzen sollen.

von Qwertz (Gast)


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Kalus schrieb:
> Das heißt jeder kommt ohne Probleme bei den OEM rein?
> Ist ja schließlich Fachkräftemangel!
>
> Na dann los zu den OEMs!

Geht nicht, bin schon drin.

von Qwertz (Gast)


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SW I. schrieb:
> Die Aufgaben sind eher uninteressant, verwalten statt entwickeln und die
> innovationsfeindliche Konzernumgebung aus alten resignierten Kollegen,
> die auf die Rente warten ist jetzt nicht das was man als fähiger
> Absolvent anstrebt.

Das sehe ich aber gar nicht so. Im Gegenteil ist das Arbeiten im Konzern 
sehr erstrebenswert, auch und gerade für Absolventen.

von Antidiskriminierungsstelle (Gast)


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Lel schrieb:
> In Stuttgart hat man
> als Frau mit technischen Studium eine Job-Garantie, wenn nicht sogar
> eine Karriere-Garantie -> Stichwort "Leadership 2020".

Gilt das nur für als Frau geborene oder auch für Transgender?

von Anoixi (Gast)


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Also ich habe ebenfalls ein leicht überdurchschnittliches FH Studium. 
Bin seit 8 Jahren in der Automobilindustrie und davon circa ein Jahr 
arbeitslos. Ansonsten habe ich im Schnitt alle 9 Monate einen Jobwechsel 
hinter mir.
Anspruchsvoll sind die Aufgaben nie gewesen.
Habe vor dem Studium bereits einige klein Gerätetreiber für Linux 
geschrieben, kenne mich mit Signalverarbeitung ganz gut aus, autosar , 
Unit und Integrationstests, Supportvektormaschinen, Neuronale Netze und 
das ganze Zeugs habe ich alles beruflich oder privat schonmal gemacht.
Aktuell finde ich nichts passendes und werde versuchen einen neuen 
Studienplatz in Biochemie zu bekommen ...

von peter (Gast)


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Anoixi schrieb:
> Also ich habe ebenfalls ein leicht überdurchschnittliches FH
> Studium.
> Bin seit 8 Jahren in der Automobilindustrie und davon circa ein Jahr
> arbeitslos. Ansonsten habe ich im Schnitt alle 9 Monate einen Jobwechsel
> hinter mir.
> Anspruchsvoll sind die Aufgaben nie gewesen.
> Habe vor dem Studium bereits einige klein Gerätetreiber für Linux
> geschrieben, kenne mich mit Signalverarbeitung ganz gut aus, autosar ,
> Unit und Integrationstests, Supportvektormaschinen, Neuronale Netze und
> das ganze Zeugs habe ich alles beruflich oder privat schonmal gemacht.
> Aktuell finde ich nichts passendes und werde versuchen einen neuen
> Studienplatz in Biochemie zu bekommen ...

Dein Text entspricht deiner Lebenseinstellung - Lustlosig- und 
Antriebslosigkeit. Wurde müde beim Lesen deines Textes. Und das soll in 
diesem Forum was heißen.

Btw alle 9 Monate wechseln kommt auch total GEIL. Ab in die 
Biochemievorlesungen. Schlafen.

Beitrag #5556625 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Qwertz (Gast)


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Anoixi schrieb:
> Aktuell finde ich nichts passendes und werde versuchen einen neuen
> Studienplatz in Biochemie zu bekommen ...

Das wird ein Rohrkrepierer, garantiert!

von Frischling (Gast)


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6 Monate vor der Simulationsvorlesung bei FH-Allgemeine-Informatik fand 
ich ein Matlab-Simulink-Skript aus Karlsruhe und blendete es in der 
Pause auf dem Monitor im PC-Labor ein (an der Uni nennt es sich 
"PC-POOL"). Der Simulationsprof. sah das Skript und fragte mich wo ich 
es gefunden habe (eine solche konkrete Frage nach dem Fundort oder gar 
einer persönlichen Autorität scheint in Sachsen durchaus üblich zu 
sein). Für die Vorlesung stand im Curriculum sie solle mit Simulink 
stattfinden, was ausfiel. Es kam ein amerikanisches no-name-System mit 
Masken zum Eintragen von IF-THEN-ELSE-FI. Thema war die Simulation eines 
Eisenbahnhofes mit diskreter Zeit.

Ein anderer Prof. teilte um 2001 wiederholt den "Stellenreport" aus. 
Nach dem Abschluss suchte ich das Heftchen wieder vor und fand dort auch 
"Hella-Hück" aus NRW mit seinen Autoscheinwerfern. Aber aus meiner 
Bewerbung wurde nichts. Die Fotografin meiner Kreisstadt im Osten hatte 
ihre Familie in dem Fotoshop untergebracht. Ein glücklicher Jüngling in 
meinem Alter sprang hinter dem Ladentisch herum - er hatte Arbeit. Immer 
Bewerbungsmappen mit Foto kaufen und Rechnung beim Arbeitsamt abgeben. 
Rückläufer-Kunststoffmappen nicht wiederverwenden sondern in die Gelbe 
Tonne.

Vor der großen Bankenkrise war ich vier Jahre bei einem kleinen 
Dienstleister. Vorteil: Er kann Siemens-Vorzugslieferant sein wird aber 
in keinem Forum kritisiert, hat keinen Ruf zu verlieren. VDO stellte 
mich nicht ein - ich blieb nicht kleben. "Das ist nicht so einfach" 
sagte der Teamleiter. Es kam dorthin sogar mal ein Kompilerhersteller 
mit einem Zweitageskurs. Ich konnte auf die Frage antworten: 1 == 
(float)x. Weil ein Vergleich mit Float unsicher ist. Die anderen 
antworteten garnicht und arbeiten wohl heute noch dort. Der Kursleiter 
sagte über mich: "Haltet euch den Mann warm, der versteht was". Aber 
auch innerhalb seiner eigenen Firma verstanden wohl alle außer mir das 
Ironische daran. Massenkündigung kam mit der Krise. Dienstleister war 
auf dem Arbeitsamt bekannt aber nicht beliebt weil er für soviel Arbeit 
sorgte. Massenkündigung deshalb nur in zwei Tranchen (50%, 25%) zulässig 
damit das Amt arbeiten kann. Ich rief dann bei VDO den arabischen 
Gewerkschafter und Betriebsrat an: "Ich kann dir auch keine Arbeit 
geben". Schade, eigentlich wäre gerade das interessant gewesen und nicht 
der Metall-Tarifvertrag für Zeitarbeit. Ohne diesen Vertrag hätte 
nämlich das Arbeitsgericht Recht beugen müssen, z.B. wenn eine Schlange 
für 4 Stunden vorm Gericht steht und das Gericht nur 10 Minuten die 
Pforte (heißt nicht Tür im Kapitalismus) öffnen kann.

...../\.......Abhängig von Girogeld
..../..\
.../....\
../......\
./________\
/

Seit vier Jahren bin ich bei einem Familienunternehmen mit 40 
Mitarbeitern angestellt. Einmal schrieb ich ein Lastenheft mit 15 Seiten 
A4. Dort gab ich meine Email Adresse an um laut Urheberrecht als Urheber 
genannt zu sein. Hätte passieren können, dass der B2B Partnerkonzern 
mich abwirbt. Hätte, denn der Teamleiter (Softwareabteilung beseht nur 
aus mir) strich mich raus und gab seinen eigenen Namen an. Die Jungs 
wollen schon rauskriegen warum ich mit gebügeltem Hemd zu Arbeit komme 
an nur einem Wochentag aber fragen nicht direkt (nach Feierabend kam das 
Vorstellungsgespräch aus dem nichts wurde). Leute die von Freizeit nicht 
viel zu berichten haben - aber eins doch, sie erzählen von ihrem Auto.

Wer findet mich nicht:

- Amedeus FiRe in Wiesbaden, weil nach obigem Gespräch die Personalfrau 
"mit meinem Vermittler nochmal spreche wollte".
- FH Wiesbaden schreibt Stellenangebot nur mit Kennziffer XXXXXXXXXX 
ohne im Titel die Tätigkeit zu nennen (meldet sich Schwester S und 
Malcolm X).
- Bei Xing gab ich an "c# in Wiesbaden", "Embedded in Wiesbaden" worauf 
HAYS wissen will wie ich diese beiden Stichpunkte genau meine aber 
jedenfalls kein Geld bietet, andere kommen mit Angeboten in Bad Homburg 
oder es erscheint eine Firma mit Sitz in Wiesbaden die sich in 
Wirklichkeit in Hattersheim befindet.

Habe mal Ferchau angeschrieben. Jedenfalls bekam ich erstmal den 
Posteingang bestätigt. Will es in Rüsselsheim versuchen. Im 
Rhein-Main-Gebiet habe ich bisher drei Werksgelände aus Klinkerziegeln 
entdeckt: Höchst-AG, Airport und Opel. Airport boxt sich durch, Höchst 
ist zwar aufgelöst lebt aber als IPH-Zombie weiter. Opel ist zwar 
Grenzanbieter aber die Immobilien sind derart speziell gewidmet dass die 
Banker sie wohl noch nutzen wollen.

Habe außerdem unter der Wikipedia->Skyrmion eine Simulation des 
Elektrons veröffentlich (stammt aus den 60-ger Jahren) die bisher alle 
meine Physiklehrer nicht erwähnten. Später simulierte ich damit das 
Proton das aus drei deformierten Elektronen besteht, womit der Begriff 
Quarks sich darunter lediglich als Variante unterordnen müsste (Quarks & 
Co.). In dem Wikipedia-Artikel gab ich auch meine Email-Adresse an aber 
bekam keine Post. Sagen wir mal so: Trage ich es im Chaos Computer Club 
vor, diskutiert niemand mit. Alle warten auf den Vortrag des 
Fraunhofer-Mannes nächste Woche (haste mal 'ne Stelle für mich? Bring 
mich 'rein).

von Qwertz (Gast)


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Frischling schrieb:
> Seit vier Jahren bin ich bei einem Familienunternehmen mit 40
> Mitarbeitern angestellt.

Hallo robocash, das ist eine Klitsche ohne Zukunft - schau, dass du da 
schnellstmöglich weg kommst.

von Anoixi (Gast)


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@Qwertz
Da du von deinem kleinen Rohr ausgehst wäre das bei Dir sicher der Fall. 
Da ich aber über ein sehr überdurchschnittliches Rohr verfüge ist es 
genau das richtige Kaliber für mich ;)

von robocash (Gast)


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Vielleicht sollte ich es wie Kofi Annan machen und alle nur noch 
permanent loben. In dem Wissen dass es ein falsches Lob ist.

von Arbeitsucher (Gast)


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Runnable schrieb:
> dass sie trotz IGM
> EG15 in BW keine Leute mit Erfahrung mehr finden.

Die Suchen alle vorsorglich, weil sie Angst vor dem drohenden Mangel 
haben.
Richtig bezahlen wollen sie aber nicht. Daher stellen sie nur Junge ein, 
weil die noch effektiv sind.

Habe auch gerade das Problem, dass mir jeder erzählt, ich hätte zuviel 
Erfahrung. Einerseits jammern sie, dass die meisten Bewerber zu wenig 
können, wenn aber einer alles abdeckt, jedoch zuviel kann, haben sie 
Angst, dass er wieder weggeht, weil er gfs zu wenig hat. Also nehmen sie 
ihn gar nicht.

von Ich (Gast)


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Gegen Fachkräftemangel hilft u.a. eine Stellenanzeige hier im Forum.

Die sehen aber sehr übersichtlich aus.

von soso... (Gast)


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Peter schrieb:
> Macht auch voll Sinn den Bewerber anzulügen um ihn teurer zu machen.
> Fachkräftemangel ist einfach Fakt in der Automobilindustrie +
> Zulieferer.

Wer will schon in eine sterbende Branche?
Sicher, momentan läuft der Laden gerade, aber in 5-10 Jahren wird es 
langsam Prbleme geben. Wer auf Stinkediesel, Betrug und Bestechung statt 
Technik setzt kann gegen die Konkurrenz nicht mehr bestehen.

Ein paar gute Firmen werden übrigbleiben, aber das Volumen wird 
zurückgehen.

Ich persönlich finde veraltete Verbrennungsmotortechnik auch nicht 
besonders interessant. Und nein, die ganze viele Spielzeugelektronik in 
den heutigen Autos wird nicht hierzulande entwickelt.
Daher würde ich mich eher z.B. in der Automatisierungsbranche umsehen, 
weil das eher Zukunft hat. Viele sehen das vermutlich ähnlich.

von Das heißt Nukuluar (Gast)


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Also ich könnte mir auch ein Mix aus Benzin und E-Antrieb vorstellen. 
Gerade für den Uhrlaub oder die ländliche Bevölkerung reicht E-Antrieb 
nicht.
Verbrennungschemie im Tank halte ich nicht für abwegig. Ev. gelingt eine 
gute Produktion von synthetischem Treibstoff.
Man könnte damit die Infrastruktur erhalten. Wünschenswert aus meiner 
Sicht wäre dann eine Verbesserung der Energieausbeute und 
Umweltverträglichkeit.
Klar, sollte es kuhzünftig einen elektrischen Energieträger geben, 
welcher die selbe Energiedichte wie Verbrennungschemie aufweist wäre das 
ein Volltreffer. War meiner Meinung nach auch die Hoffnung bei 
Brennstoffzellen.
Wenn Kernfusion kommt, wäre zumindest das Energieproblem nachhaltig 
gelöst.
Wenn die Verbrennung sauber ist wäre ein etwas geringerer Wirkungsgrad 
nich mehr so RElevant.
Autonomes Fahren würde Technologie für intelligente Systeme schaffen. 
Zum Beispiel auch für selbst navigierende Raumsonden. Wenn wir es 
langfristig auf halbe Lichtgeschwindigkeit schaffen mit den Dingern 
könnten sich erste Sonden zu unseren nächsten Nachbarn begeben und 
Amerika entdecken. Interstellare Reisen mit Menschen zwischen 8 und 34 
Jahre könnten dann sicher bald folgen.
Und wenn wir genügend Kristalle finden, kann sich auch jeder bald sein 
eigenes Lichtschwert bauen ....

von 150 Oktan (Gast)


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soso... schrieb:
> Wer will schon in eine sterbende Branche?

Mit der Meinung bist du in prominenter Gesellschaft:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vw-gegen-klimaziele-volkswagen-droht-mit-massivem-stellenabbau-a-1232602.html

Gut, dass der VW-Konzern Audi hat. Da ist noch genug Piech im Blut, um 
das Ruder nochmal herum zu reissen.

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